In Anne Franks weltbekanntem Tagebuch gibt es einige wenig beachtete Notizen zu queerer Sexualität. Diese werden in der Rezeption teilweise als skandalös gewertet, dabei können sie für zeitgenössische Leser:innen ganz neue Zugänge zum Tagebuch und eine neue Verbundenheit mit Anne Frank schaffen.

  • Anna Hájková

    Anna Hájková ist Reader of Modern Continental European History an der Universität Warwick und forscht über die Geschichte des Holocaust; ihr Buch „The Last Ghetto“ wurde mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erschienen: "Menschen ohne Geschichte sind Staub. Homophobie und Holocaust" (2021), 2. erweiterte Auflage 2024.

„Es war meine Liebe für Dita, die mir geholfen hat, zu über­leben,“ sagte mir Margot Heuman, die mit sech­zehn nach Ausch­witz verschleppt und mit sieb­zehn in Bergen Belsen befreit wurde und die ich im Rahmen meiner Forschung kennen­lernen und befragen durfte. Im Mai 2024 erscheint eine erwei­terte zweite Auflage meines Buches Menschen ohne Geschichte sind Staub. Queeres Verlangen im Holo­caust, über die verdrängten queeren Spuren von Liebe, Verlangen, aber auch sexu­eller Gewalt in der Shoah. Die jüdi­schen Heran­wach­senden erlebten die Zeit des Unter­tau­chens, der Ghettos und Lager auch als Momente der Hoff­nung und gemein­samen Stärke, die ihnen die Liebe zu einem Menschen des glei­chen Geschlechts gab. Anders als Margot erlebte Anne Frank die Befreiung nicht. Auch Anne Franks Tage­buch zeigt, dass ihre Zukunfts­hoff­nungen mit der Vorstel­lung einer gleich­ge­schlecht­li­chen Bezie­hung verbunden waren.

Anne Frank ist vermut­lich das bekann­teste Opfer des Holo­caust. Ihr Tage­buch berichtet vom Leben eines aufmerk­samen und klugen Mädchens im Teen­ager­alter, über zwei Jahre in ihrem Versteck in Amsterdam. Das Tage­buch gehört zur Stan­dard­lek­türe vieler Heran­wach­sender im globalen Westen. Vielen Aspekten von Anne Franks Leben wird anhal­tende öffent­liche Aufmerk­sam­keit entge­gen­ge­bracht, wie zum Beispiel dem Kasta­ni­en­baum, den sie aus dem Fenster im Versteck sah. Einigen Aufruhr erzeugte auch das kürz­lich erschiene Buch The Betrayal of Anne Frank, das mit schlecht recher­chierten Speku­la­tionen über die Iden­tität des Verrä­ters Aufsehen erregte, für große Verkaufs­zahlen sorgte – und bei den Historiker:innen für große Frustration.

Daher verwun­dert, dass ein Aspekt in der wissen­schaft­li­chen Lite­ratur sowie in der öffent­li­chen Wahr­neh­mung so gut wie komplett ausge­blendet wird, nämlich Anne Franks Queer­ness. Wich­tige Ausnahmen hiervon bilden die Arbeiten von Allen Ellen­zweig, Amy Elman und Cheryl Hann.

aus: Das Tage­buch der Anne Frank. Graphic Diary. Umge­setzt von Ari Folman und David Polonsky, Frankfurt/M.: S. Fischer 2017, S. 93

Während die Leser:innen mit Annes Bezie­hung zu Peter van Pels, einem der Unter­ge­tauchten im Hinter­haus, vertraut sind, wird sie der Hinweis auf ihre Queer­ness über­ra­schen. In schöner Regel­mä­ßig­keit wird zwar der Tage­buch­ein­trag vom 6. Januar 1944 von queeren Journalist:innen vermeint­lich neu entdeckt, eine analy­ti­sche Beschäf­ti­gung findet aller­dings kaum statt. Hier sei dieser Eintrag ausführ­lich zitiert:

Unbe­wußt habe ich solche Gefühle schon immer gehabt bevor ich hierher kam, denn ich weiß daß ich als ich einmal abends bei Jacque [Jacque­line van Maarsen] schlief mich nicht mehr halten konnte, so neugierig war ich auf ihren Körper, den sie immer vor mir versteckt gehalten hatte und den ich nie gesehen habe. Ich fragte Jacque ob wir als Beweis unserer Freund­schaft uns gegen­seitig die Brüste befühlen sollten. Jacque lehnte ab. So war es auch, daß ich ein schreck­li­ches Bedürfnis hatte Jacque zu küssen und daß ich es auch getan habe. Ich gerate jedesmal in Ekstase, wenn ich eine nackte Frau­en­ge­stalt sehe, so wie zum Beispiel in der Sprin­ger­kunst­ge­schichte eine Venus. Ich finde es manchmal so wunderbar und schön, daß ich mich halten muß, daß ich die Tränen nicht laufen lasse. Hätte ich nur eine Freundin!“

Zum Kontext: Im gesamten Eintrag vom 6. Januar 1944 drückt Anne ihren Wunsch aus, über drei heikle Themen  spre­chen zu wollen: die Kritik an ihrer Mutter, gleich­ge­schlecht­li­ches Verlangen und ihre Zunei­gung zu Peter. Wie die kana­di­sche Anglistin Cheryl Hann in ihrer Master­ar­beit zeigt, verleitet der Aufbau des Eintrags dazu, das queere Moment zu vernach­läs­sigen: „Because Anne’s explo­ra­tion of her own queer desire is nested among supposed guaran­tors of hete­ro­se­xua­lity, its weight – that is to say, its ‚danger – is obscured.“ Hanns wich­tige Arbeit beleuchtet etliche weitere queere Momente in Anne Franks Tage­buch. Sogar eine der Stellen, die der Publi­zist Allen Ellen­zweig als Beweis dafür inter­pre­tierte, dass Anne in der Zeit vor dem Unter­tau­chen angeb­lich nur „Jungs im Kopf hatte“, enthält einen Hinweis darauf, dass sie zwar die Aufmerk­sam­keit der Jungen genoss, aber keines­wegs mehr von ihnen wollte. Wenn die Jungen physi­schen Kontakt suchten, schrieb Anne, „[…] sind sie bei mir ganz und gar an der falschen Adresse“. Darüber hinaus eröffnet Hann eine queere Perspek­tive auf das gegen­sei­tige Umwerben von Anne und Peter: Die beiden ziehen sich jeweils gegen­ge­schlecht­liche Klei­dung an. Als Anne beginnt, ihre Zunei­gung zu Peter auszu­drü­cken, leitet sie dies mit einem Bezug auf ihre Bezie­hung zu ihrer Freundin Jacque­line ein. Und bevor Anne im März 1944 erwähnt, einen verträumten, schönen Samstag mit Peter auf dem Dach­boden verbracht zu haben, erin­nert sie sich an Jacque­line, die sie über Sex aufge­klärt hatte.

Der Queere Onkel von Anne Frank

Queeres Verlangen war durchaus ein Thema, das bei der Familie Frank disku­tiert wurde. Anne Frank hatte zwei schwule Onkel: Walter Holländer, den Bruder ihrer Mutter, der in die USA flüch­tete und über­lebte, sowie den Cousin ihres Vaters, den fran­zö­si­schen Möbel­de­si­gner Jean-Michel Frank, der offen seine Homo­se­xua­lität auslebte, jedoch an Depres­sionen litt und 1941 im ameri­ka­ni­schen Exil Selbst­mord beging. Über Onkel Walter schrieb Anne im September 1942 auf einer Doppel­seite, die sie später über­klebte. Sie hatte sich auf dieser Seite in Lästern und unan­stän­digen Witzen geübt und ihr Wissen über Sexar­beit fest­ge­halten – aber eben auch die folgende, grau­same Bemer­kung: „Alle Männer wenn sie normal sind gehen mit Frauen. […] Onkel Walter ist nicht normal.“ Diese Passage blieb lange versteckt, bis es 2018 Wissenschaftler:innen mithilfe einer Photo-Imaging-Software gelang, die Seite lesbar zu machen. Annes Verde­cken der Doppel­seite ist eine tref­fende Meta­pher für die queeren Themen des Tagebuchs.

Dies alles soll nicht zu der Behaup­tung führen, dass Anne Frank tatsäch­lich lesbisch oder bise­xuell war. Viel­mehr geht es mir darum zu zeigen, dass Anne Frank, die ikoni­sche Stimme der Holo­caust­opfer, sich in einigen Stellen ihres Tage­buchs queer äußert. Ob sie, wenn sie über­lebt hätte, hete­ro­se­xuell gelebt hätte, ist hier nicht entschei­dend, sondern es geht darum, am Beispiel Anne Franks die norma­tive binäre Teilung in hete­ro­se­xuell und homo­se­xuell (bezie­hungs­weise bise­xuell) zu kriti­sieren. Diese kurze Lektüre von queeren Themen in Anne Franks Tage­buch mag die Bedeu­tung von Queer­ness nicht so sehr als Iden­ti­täts­zu­schrei­bung, sondern als analy­ti­sche Methode verdeutlichen.

Testi­mo­nial Injustice

Warum sind die queeren Aspekte in Anne Franks Tage­buch so wenig bekannt? Cheryl Hann weist darauf hin, dass Annes Bekannt­heit auf ihrem Status als unschul­diges Opfer und ewiges Kind beruht; beides wäre durch ihre Queer­ness bedroht. Diese Zemen­tie­rung als Kindes-Metapher dient dazu, als Symbol der Unschuld der Holo­caust­opfer zu dienen. Die Grenze zwischen dem Kind und dem Erwach­senen wird gerade anhand von Sexua­lität wahr­ge­nommen. In der west­li­chen Kultur wird Sex oft mit Sünde gleich­ge­stellt und so würde jegliche Sexua­li­sie­rung – und queere Sexua­li­sie­rung gilt als beson­ders sexua­li­siert – Anne Franks Status der perso­ni­fi­zierten Unschuld konta­mi­nieren. Als Symbol der Unschuld aller Holo­caust­opfer muss Anne von ihrer sexu­ellen Auto­nomie distan­ziert werden, denn sonst würde diese die Unschuld verun­rei­nigen. Hinzu kommt, was die Philo­so­phin Miranda Fricker „testi­mo­nial inju­s­tice“ nennt. Manche Sprecher:innen erhalten in der west­li­chen Gesell­schaft ein Glaub­wür­dig­keits­de­fizit. Dazu gehören aufgrund von Ethni­zität, Klasse, Sexua­lität und auch Geschlecht margi­na­li­sierte Gruppen. Ari Josko­wicz hat neulich darge­stellt, wie das Wissen um den Porajmos, den Nazi-Genozid an Sinti und Roma, nicht in unser Wissen um dem Holo­caust Eingang gefunden hat, denn die Sinti und Roma werden immer noch nicht als glaub­wür­dige Zeug:innen wahr­ge­nommen. Anne Franks Tage­buch ist gleich zweimal in seiner epis­te­mi­schen Glaub­wür­dig­keit bedroht: als Selbst­zeugnis einer Frau und einer queeren Frau. Die Zeug­nisse von weib­li­chen Holo­caust­op­fern sind deut­lich weniger bekannt und ikonisch als die von Männern; weib­liche Stimmen haben es deut­lich schwie­riger, als Vermitt­le­rinnen objek­tiven, sach­li­chen Wissens zu gelten. Die lang-geltende Patho­lo­gi­sie­rung der Homo­se­xua­lität als psychi­sche Krank­heit macht die Glaub­wür­dig­keit der queeren Zeugen beson­ders schwierig. Alle glauben Anne Franks Tage­buch – daher muss Anne Frank ein unschul­diges, asexu­elles Kind bleiben, keine Frau, und schon gar keine frauenbegehrende.

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So war die Nach­kriegs­re­zep­tion von Anne Franks Queer­ness von Unbe­hagen geprägt. David Barnouw bemerkt, dass der erste nieder­län­di­sche Verleger des Tage­buchs, Gilles Pieter de Neve, Erwäh­nungen von Annes Mens­trua­tion und auch den queeren Teil des Eintrags vom 6. Januar 1944 entfernte. Das ist inso­fern sonderbar, als Contact ein fort­schritt­li­cher neuer Verlag war, der vor dem Zweiten Welt­krieg Fritz Kahns progres­siven Sexu­al­rat­geber Unser Geschlechts­leben publi­ziert hatte. Annes Vater Otto sagten diese Ände­rungen nicht zu: „[D]ieses waren Passagen die in der nieder­län­di­schen Ausgabe nicht gedruckt wurden, denn sie waren entweder zu lang oder hätten die nieder­län­di­schen puri­ta­ni­schen oder katho­li­schen Sensi­bi­li­täten verletzen können.“ So erschien schließ­lich die Passage vom 6. Januar nur leicht gekürzt in den USA und Groß­bri­tan­nien im Rahmen der engli­schen Ausgabe im Jahr 1952.

Das Tage­buch als Graphic Novel

2017 publi­zierte der Anne Frank Fonds eine Adap­tion des Tage­buchs als Graphic Diary. Ediert durch den Regis­seur Ari Folman und illus­triert von David Polonsky präsen­tiert das Graphic Diary das Tage­buch auf 149 Seiten. Die Adap­tion, die auf dem eigent­li­chen Tage­buch basiert, nimmt sich auf ganzen zwei Seiten auch des Eintrags vom 6. Januar 1944 an. Die Illus­tra­tionen zeichnen die Konver­sa­tion nach, wie sich Anne an ihre Unter­hal­tung mit Jacque­line erin­nerte. Die Bilder zeigen zwei Mädchen, von denen eine die Pubertät erreicht hat und die andere nicht: Jacque­line, die einen Teddybär umklam­mert, lehnt Annes Vorschlag resolut ab: „Sollen wir uns gegen­seitig unsere Brüste zeigen?“ In dem darauf­fol­genden Panel, das eine ganze Seite füllt, schreitet Anne durch eine Allee mit Wiste­rien und weib­li­chen römi­schen Statuen auf eine wartende Frau­en­ge­stalt zu. Im Text heißt es: „Ich muss gestehen, ich gerate jedesmal in Ekstase, wenn ich eine nackte Frau­en­ge­stalt sehe,“ und: „Hätte ich nur eine Freundin!“ Aber das Auffäl­ligste an der Illus­tra­tion sind die lebendig erschei­nenden Statuen. Sie stehen Wache, zeigen selbst­be­wusst ihre weib­li­chen Kurven und spielen mit dem „Gaze“ des heran­wach­senden queeren Mädchens. Die schönen nackten Göttinnen lachen der jungen Anne zu, die durch ihr Spalier auf ihre Freundin zugeht.

Library Bans

Haben auch die Leser:innen der Graphic novel gelacht? Ja – und nein. Das Graphic Diary fand eine große Rezep­tion in den USA und ist in vielen Schul­bi­blio­theken zu finden. Aller­dings setzt in den USA seit 2021 die rechte Gruppe Moms for Liberty mittels breiter Kampa­gnen ameri­ka­ni­sche Biblio­theken unter Druck, LGBTIQ-Literatur für Kinder aus ihrem Angebot zu nehmen. Diese Buch­ver­bote erregten beson­deres Aufsehen, als eine Biblio­thek in Tennessee Art Spie­gel­mans Maus verbot – das erste Buch mit Thematik jüdi­scher Geschichte und einem jüdi­schen Autor, das verboten wurde. Anne Franks Tage­buch wurde eben­falls zum Gegen­stand der Verbote, aber lange Zeit nicht das Original, sondern zumeist Folmans und Polon­skys Graphic Diary. Allein im März 2024 wurde das Buch in drei Orten Floridas verboten. Drei Orte in Texas haben das Buch entweder kurz­fristig verboten, entließen die Lehrerin, die das Buch auf den Lehr­plan setzte, oder schränkten den Zugang ein; nur ältere Schüler:innen dürfen es lesen. Wie Andrew Lapin hinwies, war es ausge­rechnet ein jüdi­scher Vater, dem es im Land­kreis Clay County in Florida gelang, alle Kopien von Ari Folmans Adap­tion aus den Schul­bi­blio­theken entfernen zu lassen, was bedeutet, dass das Buch für Kinder und Teen­ager vor dem Abitur nicht zugäng­lich ist. Erst kürz­lich wurde sogar das Origi­nal­ta­ge­buch in Escambia County in Florida verboten. Nun verklagt der Verlag Penguin Random House zusammen mit PEN America, einigen Eltern und vielen der verbo­tenen Autor:innen das Escambia County.

Wie kamen die USA an den sonder­baren Punkt, an dem das Tage­buch von Anne Frank als unpas­send ange­sehen wird, obwohl es lange als die geeig­nete Holo­caust­li­te­ratur für Kinder schlechthin galt? Ganz klar wegen der queeren Passagen. Die popu­lis­ti­sche Rechte, die die Graphic Diary Adap­tion ablehnt, erin­nert sich nicht daran, dass diese Passagen so in Anne Franks Original zu finden sind. Der Jour­na­list Andrew Lapin, der die Verbote von Anne Franks Buch aufmerksam verfolgt, teilte im Gespräch mit mir folgende Beob­ach­tung: „Sie [die Popu­listen] nahmen an, es handele sich um ein Werk der linken Indok­tri­na­tion. Sie haben sogar behauptet, das Bild von Anne Frank, wie sie durch den Statu­en­garten läuft, sei porno­gra­phisch.“ Inzwi­schen ist es so, dass die queeren Passagen des Graphic Diary und das ganze Buch an sich zum Symbol für die Buch­ver­bote geworden sind, und zwar für die Linke wie auch für die Rechten: „Viele Leute, die sich als links verstehen, sagen, schaut, das ist ein weiterer Beleg dafür, wie absurd die Buch­ver­bote sind, sie verbieten sogar das Tage­buch von Anne Frank. Die Rechte wiederum behauptet, dass sei nur der Beweis, dass niemand mehr verstehe, worum es gehe: Das sei keine ‚echte Anne Frank, viel­mehr eine ‚perver­tierte Fassung des Tage­buchs.“ Eines der Argu­mente für das Verbot von Anne Franks Graphic Diary lautet, dass die queeren Passagen von Anne Franks Tage­buch „nicht zu den Themen der Holo­caust­bil­dung beitragen würden,“ und man deswegen die Adap­tion entfernen lassen könne.

Doch Anne Franks Queer­ness ist zentral, damit wir die „echte“ Anne Frank verstehen. Für die heutigen Leser:innen sind queere Figuren wichtig und ein wich­tiges Symbol für Diver­sity. Queer­ness ist etwas, was Anne Frank für sie anspre­chend macht; es macht sie mensch­lich und es macht sie aktuell. Es ist gerade der queere Aspekt, der nicht­jü­di­schen Aktivist:innen für Bücher­frei­heit einen neuen Grund gibt, für Anne Frank einzustehen.

Die verschie­denen Anne Frank Zentren und Bildungs­stätten in Deutsch­land nutzen Anne Franks Vermächtnis, damit sich junge Leute für Demo­kratie und gegen Diskri­mi­nie­rung enga­gieren. Leider igno­rieren aber auch sie zum größten Teil Anne Franks Queer­ness und meine Forschung dazu. Ich glaube jedoch, spätes­tens mit den Library Bans von Anne Franks Tage­buch ist der Zeit­punkt gekommen, um zu erkennen, dass die queeren Spuren in ihrem Tage­buch ein wich­tiger Schlüssel zu einem Enga­ge­ment für eine inklu­sive und demo­kra­ti­sche Gesell­schaft sind.