Netflix bietet mit der Doku-Serie „Ancient Apocalypse“ dem britischen Investigativjournalisten und Bestsellerautor Graham Hancock die große Bühne für seine umstrittene Rekonstruktion der menschlichen Frühgeschichte. Was ist dran an diesem schillernden Mix aus historischer Wahrheitssuche und verschwörungstheoretischen Argumentationsmustern?

  • Martin Mauersberg

    Martin Mauersberg ist Historiker und arbeitet an der Universität Innsbruck. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Geschichte des Umgangs mit der Vergangenheit. Er publizierte 2019 im transcript-Verlag „Die ‚griechische Kolonisation‘. Ihr Bild in der Antike und der modernen altertums- wissenschaftlichen Forschung“.

Der briti­sche Inves­ti­ga­ti­v­jour­na­list und Best­sel­ler­autor Graham Hancock hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Exis­tenz einer prähis­to­ri­schen Hoch­kultur nach­zu­weisen, deren zivi­li­sa­to­ri­sche Wirkung die jung­stein­zeit­liche Sess­haft­wer­dung des Menschen auslöste. Zuletzt nahm Netflix Geld in die Hand, damit Hancock in der 2022 erst­mals ausge­strahlten acht­tei­ligen Serie „Ancient Apoca­lypse“ (Deutsch: „Unter­ge­gan­genen Zivi­li­sa­tionen auf der Spur“) seine Geschichte mit schönen Bildern und anschau­li­chen Anima­tionen unter­legen kann. 

Denn tatsäch­lich ist es eine ‚gute Story‘, die im Zuge einer welt­um­span­nenden Schnit­zel­jagd entwi­ckelt wird, geht es doch um die Aufde­ckung einer verbor­genen Wahr­heit: Block­bus­ter­stoff, wie aus den Indiana Jones-Filmen oder den Film­ad­ap­tionen der Dan Brown-Bestsellerreihe (The Da Vinci Code) bekannt. Im Unter­schied zu diesen soll Hancocks Geschichte auch noch wahr sein. Wahr und publi­kums­taug­lich? Die Wissen­schaft reibt sich verwun­dert und viel­leicht auch ein wenig neid­voll die Augen. Insbe­son­dere, weil Hancocks Wahr­heit auch noch in ekla­tantem Wider­spruch zur Fach­welt steht, was ihrer Popu­la­rität scheinbar keinen Abbruch tut.

Was ist nun seine Story? (Achtung Spoiler.) Es gab eine frühe Hoch­kultur, die in der soge­nannten Jüngeren Dryas, einem klima­ti­schen Kälte­rück­fall von etwa 10.700 bis 9.700 v.u.Z., unter­ging. Über­le­bende dieser Kultur fungierten aller­dings welt­weit als Kulturbringer*innen und machten aus Jäger*innen und Sammler*innen Ackerbau-Betreibende. Der Kälte­rück­fall wird mit Meteo­ri­ten­ein­schlägen erklärt, die neben einschnei­denden klima­ti­schen Verän­de­rungen auch kata­stro­phi­sche Sint­fluten auslösten, die diese frühe Hoch­kultur abrupt zerstörten. Das Wissen um diese Kata­strophe wurde von den Über­le­benden fest­ge­halten und weiter­ver­mit­telt, und nun liegt es an uns, ihre in Mythen und auf bild­li­chen Über­resten kodierte Nach­richt als eine an uns gerich­tete Warnung vor einer Wieder­kehr der Kata­strophe endlich richtig zu verstehen.

Welche (Art von) Wahrheit?

Das Gros der fach­li­chen Kritik an Hancocks Deutung der Früh­ge­schichte konzen­triert sich auf seine höchst selek­tive Deutung insbe­son­dere der archäo­lo­gi­schen Befunde, Hancock wirft aller­dings dasselbe der Wissen­schaft vor. Das Publikum der Serie sieht sich also in dieser Hinsicht mit einem Patt konfron­tiert. Diese Situa­tion lädt ein, auf einer grund­sätz­li­cheren Ebene danach zu fragen, was eine ‚populär‘-, eine ‚pseu­do­wis­sen­schaft­liche‘ oder gar eine verschwö­rungs­theo­re­ti­sche Wahr­heit von einer wissen­schaft­li­chen Wahr­heit unterscheidet.

Diese Frage kann anhand des Beispiels der Serie Hancocks mittels zweier Schlag­wörter disku­tiert werden: Eingän­gig­keit und Wissen­schaft­lich­keit. Hancock scheint ein Senso­rium für diese Faktoren bei der Präsen­ta­tion seiner Story zu haben und voll­zieht eine Grat­wan­de­rung: Eine klar propa­gierte Wahr­heit hat in puncto Eingän­gig­keit sicher­lich Vorteile gegen­über der sper­rigen Komple­xität der wissen­schaft­li­chen Diskur­si­vität von Prämissen und Hypo­thesen. Letz­tere muss also vermieden werden bei der Offen­ba­rung seiner Wahr­heit. Dies bedingt aber, dass er sich eines entspre­chenden ‚offen­ba­renden‘, sprich mitunter verschwö­rungs­theo­re­ti­schen Argu­men­ta­riums bedient. Zugleich will er aber vermeiden, komplett in das verschwö­rungs­theo­re­ti­sche Schmud­deleck gestellt zu werden. Deshalb setzt er sich mit der wissen­schaft­li­chen Argu­men­ta­ti­ons­weise ausein­ander, um seine Wahr­heit als seriöse Alter­na­tive zu posi­tio­nieren (sonst wäre seine Serie wohl kaum von Netflix produ­ziert worden).

Zu diesem Zweck muss zunächst das fach­liche Verständnis der mensch­li­chen Früh­ge­schichte desavou­iert werden. Hierzu bemüht Hancock eine Kari­katur von Wissen­schaft und baut ein klares Feind­bild auf: Die Expert*innen („the archaeo­lo­gists“) seien aufgrund der fach­li­chen Scheu­klappen nicht in der Lage, die Wahr­heit zu entde­cken. Der hierfür in Stel­lung gebrachte Schlüs­sel­be­griff ist das durch den Wissen­schafts­his­to­riker Thomas S. Kuhn bekannt gemachte „Para­digma“. Kuhn bezeichnet damit die vorherr­schenden wissen­schaft­li­chen Grund­an­nahmen einer Zeit. Wenn diese verworfen und durch neue ersetzt werden, also ein neues Para­digma entsteht, haben wir es mit einer wissen­schaft­li­chen Revo­lu­tion zu tun. Ein klas­si­sches Beispiel wäre der Wechsel vom geozen­tri­schen zum helio­zen­tri­schen Welt­bild. Hancock baut auf eine andere Einsicht Kuhns: Die „Normal­wis­sen­schaft“, die inner­halb eines para­dig­ma­ti­schen Deutungs­rah­mens operiert, hat die Tendenz diesen Deutungs­rahmen gegen wider­spre­chende Thesen zu vertei­digen. Para­digmen besitzen also eine gewisse Trägheit.

Hancock kann somit „den“ Archäolog*innen vorwerfen, aufgrund ihrer Grund­an­nahmen (etwa: Hoch­kul­turen gab es frühes­tens ab dem 4. Jahr­tau­send v.u.Z.) noto­risch Über­reste, die seine These stützen würden, zu niedrig zu datieren. Hancock kann zudem seine tatsäch­liche Außen­sei­ter­rolle als soli­tären Kampf gegen diese fach­liche Beschränkt­heit deuten – jede gute Geschichte braucht schließ­lich Held*innen: Unwei­ger­lich kommt das Bild des heroi­schen Galileo Galilei ange­sichts der Über­macht des kirch­li­chen Dogmas hoch – und wer im Endef­fekt Recht hatte, ist Allge­meingut. Nach Hancock ist mitt­ler­weile die Wissen­schaft zur Hüterin eines Dogmas verkommen. Ironi­scher­weise ermög­licht ihm aller­dings die wissen­schaft­liche Realität der vielen Unsi­cher­heiten und offenen Fragen, gerade wenn es um die Deutung früh­ge­schicht­li­cher Über­reste geht, Ansatz­punkte um seine Inter­pre­ta­tion anzubieten.

Der Reiz verbor­gener Wahrheiten

An manchen Stellen der Serie kommt der Inves­ti­ga­ti­v­jour­na­list zum Vorschein. Hancock streut immer wieder Hinweise ein, dass die Fach­welt nicht genehme Deutungen unter­drückt. Die Bemü­hung dieses Topos geht jedoch auf Kosten der Konsis­tenz: Entweder kann „die“ Archäo­logie die Wahr­heit nicht sehen, weil sie ein irre­ge­lei­tetes Dogma hütet, oder „sie“ wissen doch mehr, verbergen das aber vor „uns“? Letz­tere Unter­stel­lung ist wichtig für Hancocks Unter­maue­rung seiner These, ermög­licht sie doch das Spiel mit einem wirk­mäch­tigen verschwö­rungs­theo­re­ti­schen Mecha­nismus: Wenn „uns“ etwas – aus welchen Gründen auch immer – vorent­halten wird, erhöht das seinen Appeal, denn eine verbor­gene Wahr­heit ist inter­es­santer als das, was eh alle wissen. Zudem belegen die Mühen der Verschleie­rung indi­rekt diese Wahr­heit. Die in der Serie zele­brierte schritt­weise Enthül­lung ist aller­dings nur vorge­schoben, handelt es sich doch mehr um eine schritt­weise Bestä­ti­gung: Es ist von vorne­herein klar, wofür Belege gesucht werden müssen und wie sie zu inter­pre­tieren sind.

Glei­ches gilt für die zweite früh­ge­schicht­liche Quel­len­gat­tung der sich Hancock bedient: Mythen. Mythen­deu­tung ist eine uralte mensch­liche Okku­pa­tion in vielen Spiel­arten, die um die Frage der Art der mythi­schen Bezug­nahme auf die Realität kreisen. Auch diesen Spiel­raum nutzt Hancock: „Die“ Archäolog*innen würden auf die falsche Karte setzen und Mythen als retro­spek­tive, sinn­ge­bende Erzäh­lungen abtun. Er hingegen lässt sich auf das alte Spiel ein, eine in Mythen verbor­gene Wahr­heit zu „deko­dieren“. Mit diesem Vorsatz stürzt sich Hancock auf Flut- sowie Kulturbringer*innenmythen.

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Allge­mein betrachtet, haben beide Genres eine jeweils ganz spezi­fi­sche narra­tive Funk­tion: Flut­my­then dienen der Herstel­lung einer mythi­schen Distanz. Es gab ein Vorher, auf das aufgrund des Katak­lysmus kein Zugriff mehr möglich ist. Dies eröffnet die Möglich­keit der Reflek­tion von sozio­po­li­tisch rele­vanten Themen, ähnlich einer Utopie, die hierfür eben­falls eine raum­zeit­liche Distan­zie­rung benö­tigt. Erzäh­lungen von Kulturbringer*innen adres­sieren das Inter­esse an Ursprüngen: Zeit­ge­nös­sisch rele­vante Aspekt werden über einen ursäch­li­chen Akt erklärt und gerechtfertigt.

Vom sagen­um­wo­benen Atlantis…

Ein Para­de­bei­spiel hierfür ist der Elefant im von Netflix zur Verfü­gung gestellten Raum: Atlantis. Graham Hancock verweist des Öfteren auf Erzäh­lungen zu Atlantis, ohne sich je auf diese Bezeich­nung für die unter­ge­gan­gene Hoch­kultur fest­zu­legen. Man könnte sagen, die Serie tut gut daran, denn die Behaup­tung der Histo­ri­zität von Atlantis würde wohl bei einem Groß­teil des Seri­en­pu­bli­kums Stirn­run­zeln verur­sa­chen. Atlantis wird von Platon in zwei Dialogen, „Timaios“ und „Kritias“, dafür benutzt, seine philo­so­phi­sche Lehre zu exem­pli­fi­zieren. Platon hatte somit kein Inter­esse an einer Geschichts­stunde bezie­hungs­weise der Tradie­rung einer alten Wahr­heit, sondern an einer Präsen­ta­tion idealer gesell­schaft­li­cher Gege­ben­heiten anhand des Beispiels der Atlantid*innen. Hierfür wurde Atlantis in einer fernen Vergan­gen­heit ange­sie­delt, wo es (genau wie ein sich mit ihm im Krieg befind­li­chen Ur-Athen) im Götter­zorn durch Erdbeben und Fluten zerstört wurde. Platon ließ Kritias, der in den Dialogen die Geschichte von Atlantis erzählt, dennoch den Schein von Histo­ri­zität wahren, um zu plau­si­bi­li­sieren, wie dieser trotz der Kata­stro­phen und dem daraus resul­tie­renden Unwissen seiner Zeit­ge­nossen zur Geschichte von Atlantis gekommen sei: Der Groß­vater des Kritias habe die Geschichte von Solon gehört, der sie seiner­seits von einem ägyp­ti­schen Priester aus einer alten Schrift vorge­tragen bekommen haben soll. Ägypten, das bereits 8.000 Jahre früher gegründet worden sein soll, sei also verschont geblieben von der Kata­strophe, der Atlantis zum Opfer fiel, das seiner­seits bereits 1.000 Jahre vor der Grün­dung Ägyp­tens exis­tiert hätte.

Graham Hancock kann nun diese Zahlen aufad­dieren und gelangt ins Jahr 9.600 v.u.Z. (Solon lebte ca. 600 v.u.Z. + 8.000 + 1.000), was tatsäch­lich mit der jüngeren Dryas zusam­men­fällt. Die Indi­zien für abrupte kata­stro­phi­sche Ereig­nisse in dieser Phase ergeben somit einen text-externen Beleg für den wahren Kern des Atlantis-Mythos. Darüber hinaus argu­men­tiert Hancock quan­ti­tativ. Die welt­weite Präsenz von Flut- und Kulturbringer*innenmythen muss bedeuten, dass ein histo­ri­scher Kern dahin­ter­steckt: Wie hätten diese sonst unab­hängig vonein­ander in verschie­denen Kultur­kreisen entstehen sollen? Es müssen somit die global migrie­renden Über­le­benden der frühen Hoch­kultur als die in den Mythen geschil­derten Zivilisationsbringer*innen fungiert haben. Dieses Beispiel zeigt, dass die Suche nach dem histo­ri­schen Kern eines Mythos eine Idee bedingt, worin er bestehen könnte: Erneut dient eine Voran­nahme als Interpretationsmuster.

…bis Göbekli Tepe

Wie histo­ri­sches Wissen einen derart langen trans­kul­tu­rellen Tradi­ti­ons­pro­zess unbe­schadet über­standen haben soll, und das größ­ten­teils ohne Schrift­lich­keit, wird nicht hinter­fragt. Hancock hat zudem noch ein Ass im Ärmel: Die bild­li­chen Darstel­lungen aus den monu­men­talen Stein­an­lagen im türki­schen Göbekli Tepe, die in das 10. Jahr­tau­send v.u.Z. zurück­da­tieren. Die Unwäg­bar­keit langer Tradi­ti­ons­pro­zesse kann somit vernach­läs­sigt werden, die Unwäg­bar­keit der Deutung der meist tieri­schen Darstel­lungen bleibt jedoch. Die für Hancock attrak­tivste Hypo­these ist, dass es sich um alte Ster­nen­karten handle, die auf Meteo­ri­ten­ein­schläge hinweisen. Erneut präde­ter­mi­niert das gewünschte Ergebnis die Wahl der Inter­pre­ta­tion, braucht doch Hancock die Einschläge als Auslöser für seine Flut und den abrupten Klima­wandel. Ironi­scher­weise über­nimmt Hancock im Zuge seiner weiteren Ausle­gung dieses Befundes plötz­lich selbst das von ihm geschol­tene Dogma „der“ Archäo­logie: Er bezwei­felt, dass die für die Bauten verant­wort­li­chen Jäger*innen und Sammler*innen fähig zu dieser Leis­tung im Bereich der Astro­nomie waren. Statt­dessen muss es eine ‚rich­tige‘ Hoch­kultur gegeben haben, die ihr astro­no­mi­sches Wissen an die Erbauer*innen von Göbekli Tepe weiter­gaben. Letz­tere waren nicht hoch­kul­tu­rell genug um die Absender*innen der Wahr­heit zu sein, die Hancock deko­diert. „Die“ Archäo­logie erweist sich hingegen als flexi­bler und hinter­fragt aufgrund Göbekli Tepe bishe­rige Annahmen zur Sesshaftwerdung.

Hancock geht es nicht nur darum, den wahren Kern der Mythen nach­zu­weisen, er spielt auch mit einer alle­go­ri­schen Ausle­gung von Mythen. Die Alle­go­rese setzt voraus, dass Mythen eine alte verbor­gene Wahr­heit über­mit­teln, die von Rele­vanz für das zeit­ge­nös­si­sche Dasein ist. Sie geht somit über eine histo­ri­sche Lesart hinaus, da der wahre Kern eine bewusst hinter­las­sene Nach­richt ist. Diese Nach­richt ist: Gefahr von oben! Schaut in den Himmel! Es geht also ans Einge­machte: Den Unter­gang unserer Zivi­li­sa­tion aufgrund von mögli­cher­weise erneut anste­henden Meteo­ri­ten­schauern. Die Frage, warum eine solche doch nicht unwe­sent­liche Nach­richt kodiert worden ist, ist irrele­vant, denn Kodie­rung ist ein inte­graler Teil dieser Logik: Es handelt sich um mehr als eine rekon­stru­ierte Geschichte, viel­mehr ist es eine Wieder­ent­de­ckung oder eine Offenbarung.

Offen­barte Wahrheiten

Dieses Stich­wort bringt uns zurück zu den Faktoren der Eingän­gig­keit und der Wissen­schaft­lich­keit. Hancocks Serie läuft auf die Offen­ba­rung einer bewusst lancierten Wahr­heit hinaus. Die Offen­ba­rung einer Wahr­heit kann auf eine Diskus­sion der Prämissen, also der Bedin­gungen unter denen sie zutrifft, verzichten: Sie ist allge­mein­gültig und alter­na­tivlos. Aus dieser Warte läuft eine wissen­schaft­liche Kritik an der offen­sicht­li­chen Selek­ti­vität von Hancocks Ausle­gungen ins Leere. Hancock kann sich seine Indi­zien zusam­men­su­chen eben weil sie seine Wahr­heit bestä­tigen. Alles andere was nicht dieser Wahr­heit entspricht kann getrost als verblendet igno­riert werden. Über die Kritik an Hancocks Selek­ti­vität hinaus kann somit darauf verwiesen werden, dass sie ein Symptom eines Zugriffs auf die Vergan­gen­heit ist, der inkom­pa­tibel mit der Wissen­schaft ist. Hancock stellt sich bewusst außer­halb des wissen­schaft­li­chen Veri­fi­zie­rungs­dis­kurses. Gerade dies ermög­licht sein freies Spiel mit den unter­schied­li­chen Argu­men­ta­ti­ons­mus­tern und die Entwick­lung einer simplen und somit eingän­gigen Story. Aber: Die Art, wie Hancock diese Story enthüllt, sugge­riert zwar das Ideal der prin­zi­pi­ellen Ergeb­nis­of­fen­heit des wissen­schaft­li­chen Erkennt­nis­pro­zesses, seine Deutungen sind aller­dings alter­na­tivlos, weil auf die zu offen­ba­rende Wahr­heit ausge­richtet – dies entspricht nun tatsäch­lich jener Dogmatik, die Hancock der Wissen­schaft unterstellt.