Dušan Makavejevs Kultfilm „WR – Mysterien des Organismus“ ist ein Dokument der sexuellen Revolution. Am 5. Juni jährt sich zum fünfzigsten Mal die öffentliche Vorführung des Films in Novi Sad. Danach wurde er in Jugoslawien aus den Kinos verbannt. Wie schaut man WR heute?

  • Matthias Meindl ist Slavist und habilitiert sich an der Universität Zürich mit einer Arbeit zur sexuellen Revolution in Jugoslawien um 1968. Zuletzt hat er mit Georg Witte Kirill Medvedevs "Antifaschismus für alle" herausgegeben.

Bei den Film­fest­spielen in Cannes begeis­terte 1971 ein Film die Kritiker beson­ders: WR – Myste­rien des Orga­nismus (WR – Misterije orga­nizma) des jugo­sla­wi­schen Regis­seurs Dušan Maka­vejev (1932-2019). Die Sensa­tion kam nicht aus dem Nichts. Die block­freie Sozia­lis­ti­sche Föde­ra­tive Repu­blik Jugo­sla­wien war ange­sagt in den 1960er und 70er Jahren. Ihr Platz zwischen den Groß­mächten des Kalten Krieges versprach einen anderen, freieren Weg des Sozia­lismus, als ihn die Sowjet­union zur glei­chen Zeit beschritt. Und das jugo­sla­wi­sche Autoren­kino versprühte trotz, oder gerade wegen gele­gent­li­cher tech­ni­scher Unge­schlif­fen­heit, einen beson­deren Charme. WR beein­druckte Cine­asten mit seiner gewagten Montage, die Anleihen bei Sergei Eisen­stein nahm, obwohl gerade Monta­ge­ex­pe­ri­mente dem Seh-Trend der 70er Jahre zuwiderliefen.

Doch provo­kant war nicht nur die Machart des Films, sondern vor allem die sexuell expli­ziten Bilder. Maka­vejev widmete sie dem Urvater der sexu­ellen Revo­lu­tion, dem Psych­iater und Marxisten Wilhelm Reich (1897-1957) und poli­ti­sierte ganz in 1968er-Manier Sexua­lität gegen auto­ri­täre und kriegs­lüs­terne Herr­schaft in Ost und West – all dies mit einer gehö­rigen Portion anar­chi­schem Humor. Was passiert, wenn wir WR heute sehen? Ist der Film nur ein histo­ri­sches Doku­ment, oder kann er auch heute noch provo­zieren und inspirieren?

WR – Wilhelm Reichs World Revolution

Das Kürzel WR im Film­titel ist eine doppelte Refe­renz: Abkür­zung für „World Revo­lu­tion“ und Initialen von Wilhelm Reich. Reich, der aufmüp­fige marxis­ti­sche Schüler Freuds, Mitbe­gründer einer prole­ta­ri­schen Bewe­gung für Sexu­al­po­litik, Sexpol, war es, der den Ausdruck „sexu­elle Revo­lu­tion“ in den 1930ern prägte. Er ging davon aus, dass die Sexu­al­un­ter­drü­ckung ein Hindernis auf dem Weg zur kommu­nis­ti­schen Gesell­schaft darstelle, denn sie schaffe ängst­liche, depen­dente und neuro­ti­sche Persön­lich­keiten, die nach auto­ri­tärer Führung verlangten. Im Aufstieg des Natio­nal­so­zia­lismus, vor dem er 1933 aus Deutsch­land flüchten musste, sah Reich seine Über­le­gungen bestä­tigt. Dessen Tyrannei sei in der christlich-bürgerlichen Sexu­al­moral der Weimarer Repu­blik vorbe­reitet worden.

Später dehnte er die Repres­si­ons­hy­po­these dann auch auf die „roten Faschisten“, die Stali­nisten, aus. Reich, der seine Ideen in einer zuneh­mend esote­ri­schen Ener­gie­lehre (des „Orgons“) syste­ma­ti­sierte, entwi­ckelte die einfluss­reiche Theorie, dass verwehrte sexu­elle Befrie­di­gung zu einer Körper­pan­ze­rung führe, weshalb körper­liche Übungen eine Abkür­zung bei der Behand­lung der ‚Sexu­al­neu­rose‘ darstellten.

Film­plakat 1971, Quelle: Wikipedia

Postum wurde Reich zum Stich­wort­geber der sexu­ellen Revo­lu­tion von 1968. Ihr Slogan „Make Love, Not War!“, der tatsäch­lich um die ganze Welt ging, war grun­diert von der in einer ober­fläch­li­chen Reich-Lektüre erwor­benen Gewiss­heit, dass, wie es die Histo­ri­kerin Dagmar Herzog auf den Punkt bringt, ein genital befrie­digter Mensch zu nichts Bösem fähig wäre. Beson­ders die west­deut­sche Studen­ten­be­we­gung erklärte die unvor­stell­baren Verbre­chen der Väter­ge­nera­tion mit der repres­siven sexu­ellen Erzie­hung, die diese erfahren habe.

Für den Film begab sich Maka­vejev auf die Suche nach filmisch verwert­baren Spuren aus dem Leben von Reich, dessen Flucht über den Umweg von Däne­mark und Norwegen ihn schließ­lich in die USA geführt hatte. Fast nur dort wurde er fündig – auf dem Anwesen in Rangeley, Maine, wo der Arzt gelebt und geforscht hatte, sowie bei Körperpsychotherapeut:innen, die seine Arbeit fort­setzten. Während seiner Recher­che­reise doku­men­tierte Maka­vejev zudem Begeg­nungen mit Protagonist:innen der ameri­ka­ni­schen Coun­ter­cul­ture und der sexu­ellen Revo­lu­tion von 1968.

Still aus Dušan Maka­vejevs „WR – Myste­rien des Orga­nismus“, Quelle: arsenal-berlin.de

Mit seinem Verfahren der asso­zia­tiven Montage (Dina Iord­a­nova) arran­gierte er dieses Mate­rial mit einer Fülle von visu­ellem und akus­ti­schem found footage (Archiv­auf­nahmen von Reich bis Musik von The Fugs) sowie einer Spiel­film­hand­lung. In diesem Plot verliebt sich die Revo­lu­tio­närin Milena – gespielt von der legen­dären Milena Dravić (1940-2018) – in einen sexuell verklemmten russi­schen Eiskunst­läufer, der wie der russi­sche Revo­lu­ti­ons­führer Lenin heißt: Vladimir Il’ič. Der gastie­rende Künstler wird zum Mörder, er enthauptet die Reich-Anhängerin Milena, nachdem sie ihn verführte, mit einem Schlitt­schuh. Ihr rumpf­loser Kopf hält noch eine Rede und bekennt: „Genossen, sogar jetzt schäme ich mich nicht meiner kommu­nis­ti­schen Vergan­gen­heit“. Vladimir Il’ič nennt er einen „echten roten Faschisten“, sprich einen Stali­nisten. Damit war der These Reichs, dass Führer­kult und Auto­ri­ta­rismus auf sexu­eller Unter­drü­ckung grün­deten, plas­tisch genug Ausdruck gegeben.

„Sozia­lismus mit mensch­li­chem Körper“

Auch der provo­kan­teste Schnitt des Films ist eine poli­ti­sche Provo­ka­tion: ein Match Cut ‚von Dildo auf Stalin‘. Er war in den Diskus­sionen um den Film immer präsent – und dies zu Recht, denn er ist entschei­dend für sein Verständnis. Maka­vejev baute eine Gele­gen­heits­auf­nahme ein, in der die Künst­lerin Nancy Godfrey einen Gips­ab­druck des erigierten Glieds von Jim Buckley abnahm, dem Chef­re­dak­teur der kontra­kul­tu­rellen Zeit­schrift Screw. Vom fertig in Gummi gegos­senen und aufge­stellten Phallus wird auf die steife Gestalt Stalins geschnitten, verkör­pert durch den Schau­spieler Micheil Gelo­vani aus Micheil Tschi­au­relis Spiel­film Der Schwur (Kljatwa, UdSSR, 1946). Der Diktator verkündet unter dem Applaus seiner Anhänger, dass die erste Phase des Kommu­nismus reali­siert sei.

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In einem Inter­view im Erschei­nungs­jahr von WR bezeichnet Maka­vejev diesen Schnitt als einen „Witz“, und in der Tat lässt sich die Montage gut mit der Freud’schen Witz­theorie erklären: ein über die Technik des Unbe­wussten, hier die Ähnlich­keit der Gestalt, herge­stellter ‚unmög­li­cher Vergleich‘, bei dem schlag­artig der Sinn im Unsinn bewusst wird.

Der Witz ist aller­dings komplex und hat drei Tendenzen. Erstens die aggres­sive: Stalin ist eine leblose, falsche Verkör­pe­rung der Kraft der Revo­lu­tion. Liest man über­dies mit Reich, ist die Führer­figur das Produkt der neuro­tisch fehl­ge­lei­teten eroti­schen Ener­gien der sexuell unter­drückten Massen. Zwei­tens die sexu­elle Tendenz: Der poli­ti­sche Witz legi­ti­miert die exhi­bi­tio­nis­ti­sche Lust an der im jugo­sla­wi­schen Kino bis dato präze­denz­losen Darstel­lung des Mastur­ba­ti­ons­akts (mit dem Godfrey den Gips­ab­druck vorbe­rei­tete). Drit­tens geht es hier jedoch nicht nur um poli­ti­sche Kritik und sexu­ellen Tabu­bruch, sondern auch – wie der Film­his­to­riker Daniel Goul­ding bereits 1986 bemerkte – um eine Satire auf Formen der sexu­ellen Revolte, die Maka­vejev in den USA beob­ach­tete. Im noto­ri­schen Match Cut Dildo–Stalin wird nicht nur Stalin als Fetisch der Revo­lu­tion, sondern – in umge­kehrter Rich­tung gelesen – auch die Feti­schi­sie­rung von Sexua­lität kritisiert.

Im Hinter­grund steht hier Maka­vejevs huma­nis­ti­sche Forde­rung, die Goul­ding tref­fend zusam­men­ge­fasst hat als „Sozia­lismus mit mensch­li­chem Körper“ – in Anleh­nung an die Losung des Prager Früh­lings eines „Sozia­lismus mit mensch­li­chem Antlitz“. Maka­vejev war alles andere als ein Reich-Dogmatiker, aber er meinte im Sinne Reichs die Sexua­lität als Angriffs­punkt einer Forde­rung nach indi­vi­du­ellem Glück ansehen zu dürfen, ohne das kollek­tives Glück nicht herstellbar erscheint. Maka­vejevs viel­leicht bester Film, Man is not a Bird (Čovek nije tica, 1965) veran­schau­licht dies als Fusion von sozia­lis­ti­schem Produk­ti­ons­film und Liebesfilm.

Ange­sichts der Ubiquität auto­ri­tärer Führer­fi­guren (Bolso­naro, Erdogan, Putin, Trump), die alle zumin­dest vorder­gründig einer konser­va­tiven, hete­ro­nor­ma­tiven Sexu­al­moral das Wort reden, lässt sich fragen, ob Reichs Thesen nicht wieder an Aktua­lität gewonnen haben? Einer­seits ja – wir wähnen uns noch im Zeit­alter ‚libe­raler Gouver­ne­men­ta­lität‘ (Michel Foucault), das schützt die Menschen jedoch nicht gegen die Wieder­kehr ‚älterer‘ repres­siver Macht­tech­niken. Skep­tisch stimmt ande­rer­seits, dass Reich selbst auf die Ent-Entfremdungder Sexua­lität‘ ausge­richtet scheint, und seiner­seits einen Maßstab einer ‚natür­li­chen‘ geni­talen Sexua­lität anlegt, der viel rigider ist als bei Freud (auch wenn selbst Reich in einer Relek­türe gequeert werden mag). Eine solche (hetero-)normative Ausrich­tung gehört zur sexu­ellen Revo­lu­tion von 1968 ebenso dazu wie die begin­nende Frag­men­tie­rung der Sexua­lität. Diese Norma­ti­vität ist auch in Maka­vejevs Huma­nismus spürbar, etwa in einer milden Abwer­tung einiger Mani­fes­ta­tionen der sexu­ellen Revo­lu­tion (etwa der von Warhol entdeckten, und von WR ‚über­nom­menen‘ Trans­gen­der­frau Jackie Curtis). Naiv hinsicht­lich der Kommer­zia­li­sie­rung der Sexua­lität in der sexu­ellen Revo­lu­tion zeigt sich Maka­vejev jeden­falls nicht, eher ist es so, dass er das eman­zi­pa­tive Poten­zial der 1968 begin­nenden Reha­bi­li­tie­rung der ‚Perver­sionen‘ als sexu­elle Iden­ti­täten unter­schätzt. Ironi­scher­weise wurde er darin von seinen jugo­sla­wi­schen Kriti­kern verkannt: Sie geißelten Maka­vejev als Verfechter aller Emana­tionen sexu­eller Befreiung, die er gefilmt hatte.

Die Skan­da­li­sie­rung

Der Skandal in Jugo­sla­wien begann, noch bevor der Film öffent­lich zum ersten Mal gezeigt wurde. Das Belgrader eroti­sche Unter­hal­tungs­ma­gazin Fleš (Flash) veröf­fent­lichte eine Serie von Foto­gra­phien vom Set von WR, die als kontext­lose Assem­blagen der Elemente ‚Lenin-Poster‘, ‚nackte Frau‘ (Jagoda Kaloper) und ‚Hitler-Photographie‘ scho­ckie­rend wirken mussten. Maka­vejev witterte in Fleš eine aus Russ­land finan­zierte Provo­ka­tion. Das aufge­schreckte serbi­sche Kultur­se­kre­ta­riat reagierte und versuchte, die bereits erteilte Zulas­sung des Films für die Kinos zu annul­lieren. Dagegen oppo­nierte die vojvo­di­sche Kommis­sion für Kine­ma­to­gra­phie in Novi Sad, die im Verbot eine Einschrän­kung ihrer Selbst­ver­wal­tungs­kom­pe­tenz sah. Sie orga­ni­sierte statt­dessen am 5. Juni 1971 in Novi Sad eine öffent­liche Vorfüh­rung und Diskus­sion von WR, die lang und turbu­lent wurde.

Die Vertei­diger des Films – Intel­lek­tu­elle und Film­schaf­fende – führten den inter­na­tio­nalen Erfolg Maka­vejevs und sein befrei­endes filmi­sches Denken ins Feld. Die Kritiker hingegen, die durch und aus dem Verband der Vete­ranen des Volks­be­frei­ungs­kriegs (SUBNOR) rekru­tiert wurden, empörten sich über Unsitt­lich­keit und Anti­kom­mu­nismus. Zwar hatte Tito schon 1948 mit dem sowje­ti­schen Stali­nismus gebro­chen, dennoch erschien der Film vielen Zuschauern als zu aggressiv ‚gegen das sozia­lis­ti­sche Bruder­volk‘. Ihnen miss­fiel auch die von Maka­vejev lustig und lust­voll insze­nierte Reko­die­rung des sozia­lis­ti­schen Sonder­wegs Jugo­sla­wiens als sexu­ellem Befrei­ungs­pro­jekt. Als die salbungs­volle Hymne an die Kommu­nis­ti­sche Partei durch die Aufnahme eines zärt­li­chen Geschlechts­ver­kehrs begleitet wurde, inter­pre­tierten die Gegner die Szene als Miss­brauch patrio­ti­scher Emblematik.

Obwohl die Diskus­sion für den anwe­senden Regis­seur letzt­lich recht gut verlief, behielt der Vete­ra­nen­ver­band dennoch die Über­hand und weitere Auffüh­rungen des Films wurden verboten. Der Bann gegen den Film wird in Serbien noch heute als eines der Ereig­nisse erin­nert, die das Ende der kultu­rellen Libe­ra­li­sie­rung der 1960er Jahre und den Beginn einer Verknö­che­rung des Staats­we­sens markieren, die dem Natio­na­lismus den Weg ebnen sollte.

WR als Doku­ment einer Utopie Jugoslawiens

2019 erschien Goran Rado­va­no­vićs The Maka­vejev Trial, Or Trial in a Movie Theater (2019), ein Doku­men­tar­film über die Debatte in Novi Sad mit Elementen eines Reenact­ments. In seinem director’s state­ment schreibt Rado­va­no­vićs, der Film bringe das größte Trauma des sozia­lis­ti­schen Jugo­sla­wiens zum Vorschein: das Schei­tern des Versuchs, Demo­kratie ohne wirk­liche Frei­heit, und Frei­heit ohne wirk­liche Demo­kratie zu etablieren. Der Film fragt auch, wo der Ort und was die Sprache einer Erin­ne­rung an ein solches Trauma sein könnte in einer Gesell­schaft, die durch die unsäg­lich viel größeren Trau­mata und Verbre­chen der 1990er Jahre von dieser seiner Geschichte abge­schnitten ist.

Still aus Dušan Maka­vejevs „WR – Myste­rien des Orga­nismus“, Quelle: arsenal-berlin.de

Auch wenn Maka­vejevs Film wenig in der jugo­sla­wi­schen Wirk­lich­keit situ­iert war – die Spiel­film­hand­lung um Milena war ganz als Satire einer Reich’schen Utopie konzi­piert –, so hatte er doch große eman­zi­pa­tive Kraft. Maka­vejev hatte die Hoff­nung, dass alle Bilder, die er welt­weit sammelte, in seiner Heimat, einem sozia­lis­ti­schen Staat, nicht nur herzeigbar, sondern sogar frei kombi­nierbar mit der Emble­matik des sozia­lis­ti­schen Staates wären. In dieser Möglich­keit des ‚thera­peu­ti­schen‘ Tabu­bruchs – in dem etwa der sexua­li­sierte gegen den poli­tisch ästhe­ti­sierten Körper instru­men­ta­li­siert wird – sollte sich Jugo­sla­wien unter­scheiden von der Sowjet­union. Wie es ein Diskus­si­ons­teil­nehmer 1971 in Novi Sad ausdrückte, solle man stolz sein auf Jugo­sla­wien, dass es diesen Film hervor­bringen konnte, und wenn es ihn aushalten kann. Diese ‚welt­re­vo­lu­tio­näre‘ Utopie zerbrach in Jugo­sla­wien zu Beginn der 1970er Jahre, auch wenn sie nach außen weiter gespielt wurde, etwa indem WR weiter ins Ausland verliehen wurde.

Zwar gibt es erstaun­lich viele Menschen in Serbien, in den jugo­sla­wi­schen Nach­fol­ge­staaten, und welt­weit, die heute passio­niert das filmi­sche Erbe Jugo­sla­wiens bewahren. Es gibt sogar eine eigens Maka­vejev gewid­mete Ausstel­lung im neuen Gebäude des Jugo­sla­wi­schen Film­ar­chivs in Belgrad. Jedoch erscheint diese Erin­ne­rung unter der nur schlecht bemän­telten Hege­monie des Natio­na­lismus und den schlechten Lebens­be­din­gungen an der Peri­pherie Europas, gesamt­ge­sell­schaft­lich margi­na­li­siert. Jedoch nicht nur dort, sondern überall in unserer natio­na­lis­ti­schen und turbo­ka­pi­ta­lis­ti­schen Welt hier, lohnt es sich, ohne Nost­algie und ohne Zynismus, an World Revo­lu­tion zu erinnern.

  • Matthias Meindl ist Slavist und habilitiert sich an der Universität Zürich mit einer Arbeit zur sexuellen Revolution in Jugoslawien um 1968. Zuletzt hat er mit Georg Witte Kirill Medvedevs "Antifaschismus für alle" herausgegeben.