Universität
Die Rolle von Hochschulen in autoritären Zeiten
Hochschulen verstehen sich selbst als weltoffen, vielfältig und fortschrittsorientiert. Doch wie verteidigen sie die Freiheit von Wissenschaft und Bildung vor autokratischen Eingriffen? Christoph Haker und Lukas Otterspeer mit einem Blick auf die deutschen Universitäten im 20. Jahrhundert.
Beamtet auf Zeit? Privilegien und Prekaritäten im Hochschulwesen
Wissenschaftsfreiheit und Treueverhältnis – das Beamtentum an Hochschulen kennzeichnet eine Gratwanderung zwischen Pflichten und Privilegien, die sich erst im historischen Rückblick erhellt. Die bildungspolitischen Debatten zeigen bis heute, welche zentrale Rolle sie nach wie vor bei der „Bestenauslese“ der Hochschule spielt.
Harvard und der Antisemitismus, oder: der rechte Angriff auf die US-amerikanischen Eliteuniversitäten
US-amerikanische Eliteuniversitäten wie Harvard sehen sich inmitten in einem doppelten Kulturkampf. Einerseits wird der Kampf gegen Antisemitismus von rechts instrumentalisiert, andererseits müssen Einschüchterungen und Diskriminierungen gegenüber jüdischen Studierenden ernst genommen werden.
Verunmöglichte Forschung? Internationaler Wettbewerb versus transnationale Solidarität im Wissenschafstbetrieb
Auch die Wissenschaft ficht Arbeitskämpfe aus. In Deutschland wurde das Reformvorhaben zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) zurecht von den betroffenen Wissenschaftler:innen abgelehnt. Aber statt der vorgetragenen Sorge um die „internationale Wettbewerbsfähigkeit“ der deutschen Wissenschaft wäre transnationale Solidarität angesichts vielerorts ähnlicher neoliberaler Regierungsmechanismen gefragt.
Zurück zur Universitätsdiplomatie? Akademisches Charisma und die deutsch-amerikanischen Beziehungen
Nach dem Willen von US-Präsident Joe Biden soll Amy Gutmann US-Botschafterin in Berlin werden. Die Universitätspräsidentin bringt nicht nur akademisches Charisma auf das diplomatische Parkett. Mit ihr nehmen die USA auch eine lange Tradition in den deutsch-amerikanischen Beziehungen wieder auf.
Die Universität als ästhetisch-digitaler Raum. Ein Gespräch mit Oliver Ruf
Wer an einer Hochschule forscht und lehrt, dürfte spätestens in den vergangenen Monaten einen Großteil der Kommunikation und Arbeit in digitale Räume verlegt haben. Doch was könnte oder sollte dieser Prozess über die bloße Anwendung von elektronischen „Tools“ hinaus bedeuten?
Die Bedrohung der akademischen Freiheit in Indien
Seit seiner Machtübernahme im Jahr 2014 hat Indiens hindu-nationalistisches Regime die Räume der politischen und akademischen Freiheit immer weiter beschnitten. Seine jüngsten Schritte zeigen die anhaltende Tendenz, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen und seine engen Ansichten über Geschichte und Gesellschaft durchzusetzen.
„Zweiundvierzig“. Nazis-Zählen als unsinniges Ritual
In Deutschland demonstrieren Behörden und andere Staatseinrichtungen Geschichtsbewusstsein mit dem Zählen von „Nazis“. Zuletzt meldete die Universität Hannover, dass 70 Prozent ihrer Professoren „Nationalsozialisten“ waren. Doch was ist mit solchen Zahlen gesagt? Und was ist damit für eine kritische Aufarbeitung gewonnen?
Die Sprache im Auge behalten. Wissenschaftler:innen schreiben für die Öffentlichkeit
„Geschichte der Gegenwart” wird heute fünf Jahre alt! Die Herausgeber:innen sprechen in diesem längeren Gespräch darüber, wie sie und die vielen Autor:innen von GdG sich als Wissenschaftler:innen ganz ohne akademisches Geländer in die öffentliche Debatte einmischen. Zusammengefasst: Es reizt uns immer noch sehr!
„Wer hat denn hier vor wem eigentlich Angst?“ – „Stimmen aus Belarus“ über Repressionen an den Universitäten
In Belarus wird die Repression auch an den Universitäten immer massiver. „Stimmen aus Belarus“, eine Initiative auf Facebook, haben die Protokolle von Historiker:innen veröffentlicht, die ihre Repressionserfahrungen beschreiben. Ein Gespräch mit Felix Ackermann und Nina Weller über Solidarität, Gewalt und Gewöhnung.
Die (un)bedingte Universität. Derridas Vortrag nach zwanzig Jahren
Der französische Philosoph Jacques Derrida (1930-2004) widmete sich in seinen letzten Lebensjahren unter anderem der Frage nach der Zukunft der Universität. In einem Vortrag zur ›unbedingten‹ Universität formulierte er dazu einige Vorschläge. Zeit für eine Relektüre.
‚Katastrophe‘ ist gar kein Ausdruck. Über Bildung – heute
1964 konstatierte der Altphilologe Georg Picht eine „bundesdeutsche Bildungskatastrophe“. Die Zahlenverhältnisse haben sich seither zwar drastisch verändert. Doch die Lage der Bildung ist dramatischer denn je. Die Universitäten sind durch Pädagogisierung, Didaktisierung, Ökonomisierung zu bloßen Ausbildungsstätten geworden. Eine Streitschrift.











