Nationalismus

„Anti-Russland“? Die Ukraine als poli­ti­sches Projekt

Vladimir Putin legitimiert seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine unter anderem mit dem Kampf gegen den dort vermeintlich weitverbreiteten extremen Nationalismus. Tatsächlich war der ukrainische Nationalismus dem russischen Staat immer ein Dorn im Auge – vor allem aber aufgrund seiner emanzipatorischen Eigenschaften.

Belgrader Reise­be­richt: Nacht­wölfe, Vladimir Putin und die rote Fahne des Kommunismus

Miljenko Jergović fährt nach Kriegsbeginn von Zagreb nach Belgrad und findet sich zwischen den mentalen Fronten und den Nachtwölfen wieder, dem 1989 gegründeten ultranationalistischen, ultraorthodoxen Bikerclub, der seit Jahren vom Kreml finanziert gegen die russische Opposition, gegen den Euromaidan, für die Annexion der Krym und jetzt für den Krieg demonstriert.

Kampf um den Regen­bogen – Zur (Un-) Sicht­bar­ma­chung der LGBT*-Bewegung in Polen

Die homophobe Politik hat in Polen einen regelrechten „Krieg der Bilder“ entfacht, in dem die Regenbogenfahne, Symbol der globalen LGBT*-Bewegung, zum Feindbild eines eng gefassten Nationskonzeptes geworden ist.

Die Poli­ti­sie­rungs­ma­schine. Inter­na­tio­nale Kultur­po­litik und Bürger­krieg in Äthiopien

Der äthiopische Bürgerkrieg um die Provinz Tigray ist nicht nur ein „lokaler“ ethno-nationalistischer Konflikt um Souveränitäts- und Territorialansprüche irgendwo im fernen Afrika. Ganz im Gegenteil: Der aggressive Nationalismus der äthiopischen Eliten wird seit Jahrzehnten auch durch die internationale Kulturpolitik befeuert.

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Geschichte der Gegenwart
Geschichte der Gegenwart
Edle Wilde. Der Mythos vom afghanischen „Kriegervolk“
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  • Edle Wilde. Der Mythos vom afghanischen „Kriegervolk“

    Edle Wilde. Der Mythos vom afghanischen „Kriegervolk“

    Sep 25, 2022 • 18:02

    Afghanistan – ob magisches Reiseland für Hippies oder mittelalterlich anmutendes Land ganzer Generationen von Kriegern. Die westlichen Klischees blenden aus, wie die Konflikte in der afghanischen Politik von den Interessen der US-amerikanischen und europäischen Außenpolitiken abhängen.

  • Der Mann ohne Eigenschaften. Robert Musils Klassiker entschlüsselt die Moderne

    Der Mann ohne Eigenschaften. Robert Musils Klassiker entschlüsselt die Moderne

    Sep 4, 2022 • 17:47

    Der Sommer ist fast vorbei, und mit ihm unser Sommerprogramm. Sie hätten jetzt also ein Jahr lang Zeit, um Robert Musils monumentales Hauptwerk zu lesen. Tun Sie es – abgesehen vom Lesevergnügen werden Sie auch die postmoderne Gegenwart besser verstehen.

  • Multidirektionale Erinnerung – ein solidarisches Archiv

    Multidirektionale Erinnerung – ein solidarisches Archiv

    Aug 28, 2022 • 16:10

    Die deutsche Übersetzung von Michael Rothbergs Buch zur Multidirektionalen Erinnerung hat für einige Aufregung gesorgt. In den oft sorgenvollen, teilweise auch gehässigen Besprechungen ist eins zu kurz gekommen, nämlich der Inhalt des Textes. Worum geht es Rothberg?

  • Theater ohne Handlung. Erinnerungen an Hans-Thies Lehmann und sein Buch »Postdramatisches Theater«

    Theater ohne Handlung. Erinnerungen an Hans-Thies Lehmann und sein Buch »Postdramatisches Theater«

    Aug 21, 2022 • 17:53

    1999 veröffentlichte der kürzlich verstorbene Theaterwissenschaftler Hans-Thies Lehmann seine umfangreiche Studie »Postdramatisches Theater«. Sie eröffnete einen Zugang zum Theater der Gegenwart, der bis heute nachwirkt.

  • Superheldinnen. Wonder Woman und die Frauenbewegung

    Superheldinnen. Wonder Woman und die Frauenbewegung

    Aug 14, 2022 • 12:10

    Wonder Woman hat, wie alle Superheldinnen, eine Secret Identity. Die US-amerikanische Historikerin Jill Lepore kitzelt jedoch noch ganz andere Geschichten aus der Geschichte um die Amazone mit dem magischen Lasso heraus.

  • Einen anderen Körper einüben.  Édouard Louis’ Geschichte der Gegendressur

    Einen anderen Körper einüben. Édouard Louis’ Geschichte der Gegendressur

    Aug 7, 2022 • 14:35

    Ungleichheit schlägt sich körperlich nieder, das macht die Literatur von Édouard Louis schmerzhaft sichtbar. In „Changer: méthode“ beschreibt er seinen Bildungsgang als gewaltvolle Gegendressur.

  • Prüfungskultur und Medienwandel. Was sich ändern muss

    Prüfungskultur und Medienwandel. Was sich ändern muss

    Jul 17, 2022 • 16:39

    Was haben Prüfungskultur in Schule und Universität mit dem geschichtlichen und gegenwärtigen Medienwandel zu tun? Und wo sollte die künftige Prüfungsentwicklung nicht falsch abbiegen? Zur historischen Einordnung und digitalen Zukunft der heutigen Prüfungskultur.

  • „Warum schicken sie uns Schwarze in die Hölle?“ Die Logik hinter dem Massaker von Melilla

    „Warum schicken sie uns Schwarze in die Hölle?“ Die Logik hinter dem Massaker von Melilla

    Jul 10, 2022 • 14:07

    Am Grenzzaun von Melilla wurden am 24. Juni mindestens 37 Menschen getötet und Dutzende verletzt. Zum Großteil aus dem Sudan geflohen, hatten sie in der spanischen Exklave einen Asylantrag stellen wollen. Die Tragödie ist die Konsequenz der Migrationspolitik im spanisch-marokkanischen Grenzraum.

  • „Männer als Beschützer, Frauen als Beschützte“ – Der Krieg als Herausforderung für den ukrainischen Feminismus

    „Männer als Beschützer, Frauen als Beschützte“ – Der Krieg als Herausforderung für den ukrainischen Feminismus

    Jul 3, 2022 • 15:59

    Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine stellt die auch Geschlechtsverhältnisse auf die Probe. Werden Geschlechterrollen aufgebrochen, weil viele Frauen und Queere als Soldat:innen an die Front gehen – oder überwiegen nach wie vor traditionelle Frauenbilder und die Vorurteile gegenüber LGBTQ+-Menschen?

  • Die ungefährliche Rückkehr eines unzeitgemäßen Genres. Der Offene Brief online

    Die ungefährliche Rückkehr eines unzeitgemäßen Genres. Der Offene Brief online

    May 29, 2022 • 17:47

    Derzeit erleben Offene Briefe Hochkonjunktur. In der Gegenwart beschwören die Unterzeichner:innen häufig ein Selbstbild moralisch integrer Intellektuellen herauf. Der Preis, der dafür bezahlt werden muss, ist jedoch unterschiedlich hoch, wie die Geschichte Offener Briefe zeigt.

Die Bedro­hung der akade­mi­schen Frei­heit in Indien

Seit seiner Machtübernahme im Jahr 2014 hat Indiens hindu-nationalistisches Regime die Räume der politischen und akademischen Freiheit immer weiter beschnitten. Seine jüngsten Schritte zeigen die anhaltende Tendenz, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen und seine engen Ansichten über Geschichte und Gesellschaft durchzusetzen.

Ende der #Globa­li­sie­rung? Eine histo­ri­sche Perspektive

Mit der Corona-Pandemie scheint der Nationalismus zurückgekehrt und das „Ende der Globalisierung“ gekommen. Nation und Globalisierung sind jedoch kein Widerspruch, sondern stehen in einem engen Wechselverhältnis.

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Zerbricht der Brexit das Verei­nigte König­reich? Natio­na­lismus und Auto­no­mie­streben in Groß­bri­tan­nien seit 1977

Der Brexit scheint die britische Politik vor eine neue Aufgabe zu stellen: das Vereinigte Königreich zusammenzuhalten. Doch die Sorge vor einem „Break-up of Britain“ ist älter und die Versuche, die Einheit zu bewahren, haben selbst zum britischen EU-Austritt beigetragen.

Die italie­ni­sche Ausnahme. Cris­to­foro Colombo in Genua

Am 12. Oktober, dem „Kolumbus-Tag“, war es in Genua ruhig. Niemand hat die Statue des Genueser Seefahrers angegriffen, Diskussionen über seine Rolle als Erzkolonialist gab es – anders als etwa in den USA – hier nicht. Wie ist diese italienische Ausnahme zu erklären?

Die Nation in Zeiten von Corona. Zeit­ge­schichts­for­schung auf dem Prüfstand

Die Corona-Pandemie ist global. Zugleich haben wir in Europa die Wucht des Nationalen lange nicht so stark gespürt wie in den ersten Wochen der Krise. Die Zeitgeschichtsforschung ist gefordert, das Verhältnis von Nation, Region und globaler Vernetzung neu zu denken.

Die „Völker­wan­de­rung“ kennt keine Völker

Die Bilder aus der Nibelungensage, mit Dietrich von Bern, dem grimmigen Hagen und dem tückischen Hunnenkönig Etzel prägten über Jahrhunderte das Bild der „Völkerwanderung“. Heute scheinen sie sich auf „Migration“ zu reimen. Doch was fand tatsächlich hinter dieser Historientapete statt?

Sinn ohne Wort. Vom „Volks­thum“ und anderen „Thum­heiten“

Die gegenwärtige Diskussion über ein Fortwirken des Nationalsozialismus in politischen Redeweisen zeigt: Sprache ist politisch. Sie formt Weltbilder. Manchmal stellen Wörter auch dann ein Problem der offenen Gesellschaft dar, wenn sie älter sind als der Nationalsozialismus oder rasseideologische Vorstellungen.

Wohin steuert die grösste Demo­kratie der Welt? Indiens poli­ti­sche Zukunft droht düster zu werden.

Millionen von Menschen protestieren in Indien gegen ein neues Staatsbürgerschaftsgesetz, das Muslime explizit ausschliesst. Seit Premierminister Modis Machtantritt wurde die muslimische Bevölkerung des Landes vermehrt Ziel politischer Angriffe. Indiens säkulare und demokratische Tradition droht durch Modis hindu-nationalistische Politik ausgehöhlt zu werden.