Literatur
Im Krieg wohnen
Die ukrainische Gegenwartsliteratur hat uns seit 2014, seit der Annexion der Krym und der Besetzung der Ostukraine durch prorussische Separatisten, sehr genau beschrieben, was es bedeutet, „im Krieg zu wohnen“. Jetzt sind viele Autor:innen und Künstler:innen selbst auf der Flucht. Zeit, ihnen genauer zuzuhören.
Poesie im Parlament: Naive Utopie oder Alternative zum Maschinendenken?
Braucht es politische Poesie oder poetische Politik? Vor kurzem erhob die Schriftstellerin Mithu Sanyal zusammen mit Dmitrij Kapitelman und Simone Buchholz die Forderung nach einer Parlamentspoetin. Was diese Forderung für Sprache und Politik bedeutet, fragt der Kunstwissenschaftler Jörg Scheller bei Mithu Sanyal nach.
Problembücher für Bildungsbürger:innen
Der „neue Franzen“ ist da, und die Feuilletons jubeln. Das Problem: Franzen ist als Welterklärer so sehr zur Marke geworden, dass seine Romane als Gegenwartsdiagnosen gelesen werden. Doch woraus sind sie gemacht?
Nature Writing. Wie Literatur die Augen für die Welt der Tiere öffnet
Um die Klimakatastrophe abzuwenden, braucht es politische Maßnahmen – und darüber hinaus ein grundlegend anderes Verhältnis der Menschen zu den nicht-menschlichen Wesen, mit denen sie zusammenleben. Im Genre des Nature Writing entfaltet sich im besten Fall eine vielschichtige Perspektive auf die Wirklichkeit.
Schräg durch die Zeit – Emily Dickinson als Serie
Emily Dickinson gilt heute als die bedeutendste amerikanische Dichterin des 19. Jahrhunderts. Zu Lebzeiten war sie unbekannt. Ihre Gedichte rasen seither durch die Zeit. Die TV-Serie »Dickinson« kommt ihnen dabei entgegen.
Poetik des Staunens. Ein Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin Nicola Gess
Die gegenwärtige Medienkultur ist stark aufs Staunen, auf den schnellen Effekt hin angelegt. Doch der Begriff des Staunens selbst bleibt dabei unreflektiert. Was also ist «Staunen» – oder was könnte es sein? Hat das Staunen gar einen kritischen, ja politischen Stachel?
Zähne ziehen. Literatur und Legitimation
Was ist die Aufgabe der Literatur? Wie politisch darf, ja muss sie sein? Immer wieder hört man, dass Literatur, die wirksam werden will, sich über ausserliterarische Kriterien legitimieren muss. Das gilt von der politischen Bühne bis in die Kinderzimmer hinein.
J.K. Rowling und die Sehnsucht nach der heilen Welt der sauberen Kategorien
J.K. Rowling steht massiv in der Kritik: Die Autorin der Harry Potter-Romane hatte wiederholt Cisfrauen gegen Transfrauen ausgespielt. Nach Erscheinen des neuen Krimis Troubled Blood wird diskutiert, ob auch Rowlings Werk transfeindlich sei. Höchste Zeit, einen literaturwissenschaftlichen Blick auf den Fall zu werfen
„Zermenschlichung“. Wie Literatur extreme Erfahrung fortschreibt
Was bedeutet es, in Situationen zu geraten, die an die Grenzen des Menschlichen gehen? Literatur speichert nicht nur das Wissen darüber, sondern auch die Formen, die es ermöglichen, über extreme Erfahrungen von Entwürdigung und Entpersönlichung zu schreiben.
Über Selbstlosigkeit
Die Änderungen unserer Lebensweisen in den vergangenen Wochen haben gezeigt, dass es an der Zeit ist, unsere Annahmen über die Bedingungen individuellen Lebens zu überprüfen. Gut, dass einige Autor*innen in den letzten Jahren schon darüber nachgedacht haben.
Akute Dichtung: Celans Zumutungen
Vor fünfzig Jahren nahm Paul Celan sich das Leben. Vor knapp hundert Jahren kam er zur Welt. Er hinterließ Gedichte, die er als Händedruck oder als Flaschenpost verstand: Wen oder wer ein Gedicht trifft, sollte verändert aus der Begegnung hervorgehen.
Geschichtengläubigkeit. Was Literatur zum Storytelling zu sagen hat
Der "Fall Relotius" wird gerade zu den Akten gelegt. Die Diskussion um das Storytelling im Journalismus ist aber noch nicht abgeschlossen. Und wo findet man den besten Kommentar dazu? Bei Heinrich von Kleist!











