Kunst
Zwischen individueller und kollektiver Schuld: Femizide und philologische Erkenntnis
Femizide sind ein universales Phänomen. Die philologische Art der Erkenntnis kann der Problematik anders begegnen als die Justiz. Um die systemischen und die individuellen Dimensionen tödlicher geschlechtsbezogener Gewalt gleichermaßen durchleuchten zu können, ist ein Nachdenken in unterschiedlichen Disziplinen nötig.
Kunst als Gegenarchiv: Der Dokumentarfilm „18 Minuten Zivilcourage“
Das Vergessen und die Nichtanerkennung von rassistischer Gewalt prägen migrantisches Leben in Deutschland bis heute. Umso wichtiger ist das Potenzial künstlerischer Praxis als alternativer Erinnerungsarbeit und Form des Gegen-Archivierens.
Erzwungene Harmlosigkeit. Iryna Herasimovich im Gespräch mit dem belarusischen Künstler Mikhail Gulin
Diktaturen lieben es, möglichst harmlose Kunst in Auftrag zu geben. Iryna Herasimovich und Mikhail Gulin erzählen von Kunstausstellungen in Belarus über Fahrräder und Märzkatzen und darüber, wie diese Austellungen so harmlos nicht sind, weil sie immer mehr Abhängigkeit vom Regime schaffen.
Die russische Kultur muss lernen zu schweigen
Über russische Kultur reden, während Russland Krieg gegen die Ukraine führt? Vadim Zakharov über zwei unterschiedliche Arten des Schweigens und über die Aktualität der Erfahrungen aus dem sowjetischen Underground.
Die documenta15, Indonesien und das Problem geschlossener Welten
Der berechtigte Antisemitismus-Vorwurf gegen das indonesische Künstlerkollektiv Taring Padi auf der documenta15 wird international diskutiert. Doch wie kann man aus der Dialektik von Anklage und Verteidigung herausfinden und die „geschlossenen Welten“ zwischen Norden und Süden öffnen?
Wer war Khalil Sakakini? Eine Tagebuchreise nach Palästina
Der Documenta wird Antisemitismus vorgeworfen. Angeblich sei Khalil Sakakini, der Namengeber des Khalil Sakakini Cultural Center, aus dem die eingeladene palästinischen Künstlergruppe hervorgegangen ist, Nazi-Anhänger gewesen. Aber stimmt das denn auch – und wie kommt ein solches Gerücht zustande?
Im Krieg wohnen
Die ukrainische Gegenwartsliteratur hat uns seit 2014, seit der Annexion der Krym und der Besetzung der Ostukraine durch prorussische Separatisten, sehr genau beschrieben, was es bedeutet, „im Krieg zu wohnen“. Jetzt sind viele Autor:innen und Künstler:innen selbst auf der Flucht. Zeit, ihnen genauer zuzuhören.
Auftragsforschung und Restitution. Ein Gespräch über Wissenschaft und Politik
Die Diskussionen um die Sammlung Bührle werfen grundsätzliche Fragen auf, weit über diesen einen Fall hinaus. Die GdG-Herausgeber:innen Gesine Krüger, Svenja Goltermann, Philipp Sarasin und Janosch Steuwer sprechen über Auftragsforschung, Restitution und die ethische und politische Dimension historischer Forschung heute.
Heimsuchungen am Heimplatz. Wie der Waffenfabrikant Emil G. Bührle in Zürich Kulturpolitik betrieb
Umbau in der Zürcher Kulturlandschaft: Ein Neubau für das Kunsthaus wird eröffnet, zugleich debattiert man über die Zukunft der gegenüberliegenden, altehrwürdigen Pfauen-Bühne des Schauspielhauses. Beide Institutionen sind historisch eng verbunden mit Emil G. Bührle, dem umstrittenen Mäzen und Waffenfabrikanten.
„Schleifen“. Ein Buch über den Reiz der Wiederholung.
Sind Wiederholungen langweilig? Nein! Der Medienwissenschaftler Tilman Baumgärtel, der in einem lesenswerten Buch die Geschichte der „Schleifen“ in der Kunst und vor allem der Musik der zweiten Hälfte des 20. Jh. erzählt, überzeugt einem leichter Hand vom Reiz endloser Loops.
Akute Dichtung: Celans Zumutungen
Vor fünfzig Jahren nahm Paul Celan sich das Leben. Vor knapp hundert Jahren kam er zur Welt. Er hinterließ Gedichte, die er als Händedruck oder als Flaschenpost verstand: Wen oder wer ein Gedicht trifft, sollte verändert aus der Begegnung hervorgehen.











