Kolonialismus

Impe­riale Blind­heit und russi­sche Identität

Putins Behauptung, die Idee einer eigenständigen nationalen Identität der Ukraine sei nichts als eine Verschwörung der westlichen Feinde Russlands, lässt tief blicken. Denn sie ist untrennbar mit der Entstehung des Russischen Reiches, seiner Geographie und der Art seiner kolonialen Herrschaft über andere Nationen verbunden.

Die Ruine. Nach­ge­danken zum Berliner Humboldt Forum

Totgesagte leben länger. Nach jahrelangem Streit um das Humboldt Forum hat die Macht des Faktischen gesiegt. Eine historische Bestandsaufnahme.

#Univer­sa­lismus. Über die Schwie­rig­keit, das Mensch­liche zu begründen

Ist der Universalismus der Aufklärung angesichts postkolonialer Kritik noch zu retten? Der Philosoph Omri Boehm glaubt an die Möglichkeit eines „radikalen Universalismus“ jenseits aller Geschichte. Andere sehen gerade in seiner menschlichen Relativität die Chance seiner Erneuerung.

Wem gehört Afrikas Kultur­erbe? Die Rück­gabe der Benin-Bronzen und die Zukunft des Museums

Die aktuelle Debatte zur angeblich gescheiterten Restitution der Benin-Bronzen verdeckt mehr als sie aufklärt. Vor allem schneidet sie eine Diskussion ab, bevor diese überhaupt begonnen hat.

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Geschichte der Gegenwart
Geschichte der Gegenwart
Koloniale Kontaktzonen. Annemarie Schwarzenbachs Reisen zwischen Engagement und Imperialismus
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  • Koloniale Kontaktzonen. Annemarie Schwarzenbachs Reisen zwischen Engagement und Imperialismus

    Koloniale Kontaktzonen. Annemarie Schwarzenbachs Reisen zwischen Engagement und Imperialismus

    Feb 11, 2024 • 15:07

    Im Zentrum postkolonialer Analysen steht nicht die moralische Anklage, sondern das kritische Verstehen historischer Diskurse. Was es bedeuten kann, die damit einhergehenden Ambivalenzen auszuloten, zeigt sich in der Auseinandersetzung mit Annemarie Schwarzenbach, einer der wichtigsten Autorinnen der Schweizer Literatur.

  • Kinderbuchklassiker postkolonial lesen, oder: Warum Literatur(vermittlung) und Lektüre immer schon politisch sind

    Kinderbuchklassiker postkolonial lesen, oder: Warum Literatur(vermittlung) und Lektüre immer schon politisch sind

    Nov 12, 2023 • 13:24

    Die Diskussion um rassistische Sprache in Klassikern wird hitzig geführt, vor allem wenn es um Kinderbücher geht. Doch der Kulturbetrieb muss beweglicher werden und endlich die Perspektiven derjenigen wertschätzen, die von rassistischer Sprache diskriminiert und ausgeschlossen werden.

  • Frankreichs versehrte Jugend in den Banlieues. Eine jugendliche Existenz, in der Gewalt allgegenwärtig ist

    Frankreichs versehrte Jugend in den Banlieues. Eine jugendliche Existenz, in der Gewalt allgegenwärtig ist

    Oct 22, 2023 • 14:59

    Über die jüngsten Vorstadtunruhen in Frankreich wurde auch in deutschsprachigen Medien umfassend berichtet. Doch moralische Schlagseiten in der Debatte sowie einseitige Sichtweisen auf das Geschehen werden den vielfältigen Ursachen nicht gerecht.

  • „Wir weigern uns zu gehorchen.“ Der lange Kampf gegen rassistische Gewalt in Frankreich

    „Wir weigern uns zu gehorchen.“ Der lange Kampf gegen rassistische Gewalt in Frankreich

    Oct 8, 2023 • 19:50

    Im vergangenen Juni wurde der 17jährige Nahel in einer Pariser Banlieue von einem Polizisten erschossen. Seit den 1970er Jahren rufen Polizeigewalt und der sie ermöglichende struktureller Rassismus immer wieder große Proteste hervor – so schon vor 50 Jahren in Marseille.

  • Wissenschaftssimulation

    Wissenschaftssimulation

    Sep 24, 2023 • 1:04:11

    Podiumsgespräch mit Nicola Gess und Katja Berlin.

  • Seriensommer, Folge 3: Gespenstisch transparent

    Seriensommer, Folge 3: Gespenstisch transparent

    Aug 13, 2023 • 15:37

    Mit dem Coming Out einer pensionierten Professorin rückt die Serie „Transparent“ (2014–2019) das Thema Transgender ins Zentrum. Angesichts der Auflösung fester Geschlechterrollen sowie aktueller Verschiebungen im amerikanisch-jüdischen Selbstbild stellt sie die Frage nach Herkunft und Identität.

  • Seriensommer, Folge 2: Drama, hochdosiert

    Seriensommer, Folge 2: Drama, hochdosiert

    Aug 6, 2023 • 18:55

    Arztserien gehören seit den 1950er Jahren weltweit zu den erfolgreichsten TV-Formaten. Mit ihrer hohen Reichweite prägen sie die Vorstellungen von Medizin, Gesundheitsversorgung und den Gesundheitsberufen massgeblich – und haben (un)erwünschte Nebenwirkungen.

  • Wer hat Angst vor multikulturellen Kinderbüchern?

    Wer hat Angst vor multikulturellen Kinderbüchern?

    May 21, 2023 • 22:29

    Ein Blick in die USA zeigt, dass die Warnung vor linker Cancel Culture und Wokeism in Wirklichkeit eine massive Verbotswelle von Kinder- und Jugendbüchern vorbereitet hat, die über Rassismus und Sexismus aufklären. Philip Nel über Geschichte und Aktualität des konservativen Zensureifers.

  • Über die Nakba sprechen lernen

    Über die Nakba sprechen lernen

    Apr 16, 2023 • 18:00

    Um eine stabile jüdische Mehrheit zu sichern, vertrieb Israel bei seiner Gründung hunderttausende Palästinenser:innen. Das Geschehen von 1948 ist wie ein Brennglas für aktuelle Fragen: nach der Zukunft eines jüdisch definierten Staates und nach der Utopie eines gleichberechtigten Einheimischseins.

  • Lob des Verbots

    Lob des Verbots

    Mar 19, 2023 • 15:11

    Verbote sind im Zeitalter des Neoliberalismus verpönt. Aber sie werden immer dringender dort, wo es am meisten brennt: in der Klimapolitik

Prähis­torie als Geschichte der Gegen­wart? Ein Gespräch über Anfänge von David Graeber und David Wengrow

Anfänge – eine neue Geschichte der Menschheit, geschrieben von dem Anthropogen David Graeber und dem Archäologen David Wengrow, hat große Wellen geschlagen. Kein Wunder, schließlich bieten sie eine neue Perspektive auf die Menschheitsgeschichte – und Aussichten auf herrschaftsfreie Gesellschaften.

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Fleisch­kul­turen. Künst­liche Fleisch­pro­duk­tion und kolo­niales Erbe in Israel

„Cultured Meat“ revolutioniere die Landwirtschaft und bremse den Klimawandel, sagt die Biotech-Industrie. Doch in Israel, neben Kalifornien der wichtigste Forschungs- und Produktionsstandort für künstliche Fleischproduktion, verweist dieses Fleisch nicht nur auf die Zukunft, sondern auch auf die koloniale Vergangenheit des Landes.

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Auftrags­for­schung und Resti­tu­tion. Ein Gespräch über Wissen­schaft und Politik

Die Diskussionen um die Sammlung Bührle werfen grundsätzliche Fragen auf, weit über diesen einen Fall hinaus. Die GdG-Herausgeber:innen Gesine Krüger, Svenja Goltermann, Philipp Sarasin und Janosch Steuwer sprechen über Auftragsforschung, Restitution und die ethische und politische Dimension historischer Forschung heute.

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„There’s a black male running down the street.“ Zur Krimi­na­li­sie­rung schwarzer Mobi­lität in den USA

Immer wieder werden Afroamerikaner:innen Opfer von Polizeigewalt. Dies lässt sich nicht allein mit veralteten Polizeitaktiken oder Alltagsrassismus erklären. Vielmehr finden sich hier die Echos historischer Praktiken, die vor allem schwarze Mobilität kriminalisieren.

Wir Barbaren. „Inneres Afrika“, „Unzi­vi­li­sierte“ und „Entar­tete“ in der euro­päi­schen Moderne

Europäische Gesellschaften suchten im 19. Jahrhundert ihre „Zivilisation“ in alle Welt zu exportieren. Die „Fremden“, darunter auch die Armen, erschienen dem gegenüber als „Barbaren“. Ist diese Geschichte schon zu Ende?

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Wieder zu Ahnen werden. Sterb­liche Über­reste im Museum

Die Diskussion über die Rückgabe von Kunst und Kulturgüter lässt manchmal vergessen, dass auch zahllose sterbliche Überreste zu den einstigen kolonialen Sammlungen gehören und heute zurückgefordert werden. Wie aber können die Knochen und Schädel wieder zu Ahnen werden?

Der Klang des Kolonialarchivs

Die Neuübersetzung und Kontextualisierung von historischen Sprachaufnahmen lässt die Gegenrede Kolonisierter und ihre Kritik an kolonialer Gewalt noch einmal hörbar werden. Im Buch „Kolonialgeschichte hören“ erzählt Anette Hoffmann von der Ton-Sammlung des österreichischen Arztes und Anthropologen Rudolf Pöch.

Kolo­niale Asym­me­trien der Gegen­wart. Zum deutsch-namibischen „Versöh­nungs­ab­kommen“

Die Bundesregierung hat den kolonialen Völkermord in Namibia anerkannt und Gelder versprochen. Doch das Abkommen wird in Namibia und in der Diaspora scharf kritisiert. Dass koloniale Asymmetrien bis in die Gegenwart wirken, bedarf ebenfalls einer Anerkennung, wenn Versöhnung gelingen soll.