Holocaust

Unsicht­bare Opfer, unsicht­bare Täter. „The Zone of Inte­rest“ und „SHTTL“ als Versuchs­an­ord­nungen des Holocaust-Films

Neue Filme über den Holocaust arbeiten mit Bildern, die man gar nicht sieht und die wir nur im Kopf haben. Das Formbewusstsein dieser Filme zeigt auch ein Bewusstsein für die Filmgeschichte, die sie lebendig halten.

Wozu queere Holo­caust­ge­schichte? Nach­denken über Anne Frank und heutigen Populismus

In Anne Franks weltbekanntem Tagebuch gibt es einige wenig beachtete Notizen zu queerer Sexualität. Diese werden in der Rezeption teilweise als skandalös gewertet, dabei können sie für zeitgenössische Leser:innen ganz neue Zugänge zum Tagebuch und eine neue Verbundenheit mit Anne Frank schaffen.

„The Zone of Inte­rest“. Ausch­witz als Hölle und „Para­dies­garten“

Der mit einem Oscar preisgekrönte Film „The Zone of Interest“ erzählt das Alltagsleben des KZ-Kommandanten Höß und seiner Familie, die direkt neben dem Konzentrationslager Auschwitz wohnten. Doch lassen sich die namenlose Gewalt im Vernichtungslager und die bürgerliche Idylle nebenan überhaupt in Szene setzen?

Ambi­va­lenzen poli­ti­scher Antisemitismus-Bekämpfung

Masha Gessens Artikel »In the Shadow of the Holocaust« zieht einen vieldeutigen Vergleich zwischen Gaza und den Ghettos der Nazis. Aus diesem Grund wird die Verleihung des Hannah-Arendt-Preises an Gessen stark kritisiert – doch die Fragen, die der Artikel aufwirft, müssen von einer demokratischen Öffentlichkeit diskutiert werden können.

968 Artikel - kostenlos & werbefrei!

Hierfür investieren wir viel Zeit und Herzblut. Die Autor:innen schreiben ohne Honorar, und die Herausgeber:innen arbeiten ehrenamtlich. Dennoch fallen erhebliche Betriebskosten an.

Mit einem Abo bei Steady können Sie unsere Arbeit schon ab 2,50 € wirkungsvoll unterstützen! Mehr erfahren

Geschichte der Gegenwart
Geschichte der Gegenwart
Schweizer Filme über das Recht auf Abtreibung
Loading
/
  • Schweizer Filme über das Recht auf Abtreibung

    Schweizer Filme über das Recht auf Abtreibung

    Sep 21, 2025 • 13:31

    1975 war das internationale Jahr der Frau. Die Abtreibungsfrage war in der Schweiz eines der großen Themen. Feminist:innen nutzten das Medium Film, um illegale Schwangerschaftsabbrüche aus der Tabuisierung zu befreien und für eine Liberalisierung zu mobilisieren.

  • Russland führt einen ideologischen Krieg

    Russland führt einen ideologischen Krieg

    Sep 14, 2025 • 16:58

    Die Russische Föderation wurde wiederholt als korrupter und ideologieloser Mafiastaat bezeichnet, um den russischen Nationalismus und die messianischen Ideen eines kommenden russischen Imperiums herunterzuspielen. Warum diese Perspektive falsch und vielleicht sogar gefährlich ist.

  • Zeigen oder Nicht-Zeigen? – Das ist nur eine der Fragen

    Zeigen oder Nicht-Zeigen? – Das ist nur eine der Fragen

    Aug 31, 2025 • 14:03

    Bilder können erinnern, bewahren und Wissen erzeugen – zugleich aber auch Gewalt und Diskriminierung fortschreiben. Mario Schulze und Sarine Waltenspül erörtern, wie Archive, Ausstellungen und Forschung verantwortungsvoll mit solchen Bildbeständen umgehen können – zwischen Ethik, Kontextualisierung und kollaborativer Praxis.

  • Essen von oben

    Essen von oben

    Aug 24, 2025 • 13:52

    Digitale Bilder von Essen sind allgegenwärtig, sie übernehmen vielfältige kommunikative Funktionen. Als visuelle Markierungen von Identität, Erinnerung und Zugehörigkeit sind sie Teil eines ironischen Spiels, werden aber auch in einem Kulturkampf von rechts instrumentalisiert.

  • Das deutsche Passfoto. Geschichte und Geschlecht

    Das deutsche Passfoto. Geschichte und Geschlecht

    Aug 17, 2025 • 13:03

    Seit wann und warum gibt es Fotos in Ausweisen? Ein Passfoto lässt unwillkürlich auf das Geschlecht der abgelichteten Person schließen. Doch was geschieht, wenn die Angabe des Geschlechts im Reisepass nicht mehr den tradierten binären visuellen Codierungen von Geschlecht entspricht? Britta Lange im GdG-Bildersommer über die Geschichte des Passbildes.

  • Hothouse Earth: Dass es so weitergeht, ist die Katastrophe

    Hothouse Earth: Dass es so weitergeht, ist die Katastrophe

    Aug 10, 2025 • 13:46

    Klimadiagramme sind mehr als visualisierte Daten, sie entwerfen ihre eigenen Narrative und prägen unser visuelles Verständnis der Klimakrise. Birgit Schneider analysiert, wie die Bilder emotionale Zugänge zur Klimakrise schaffen und zum Handeln aufrufen.

  • Bilder, paranoid gelesen. Die Netflix-Serie Adolescence

    Bilder, paranoid gelesen. Die Netflix-Serie Adolescence

    Jul 27, 2025 • 12:07

    Die Netflix-Serie Adolescence wird als Warnstück gelesen, obwohl ihre Bildsprache eine vielschichtige Gegenwartsanalyse anbietet: eine subtile Kritik an der populären Interpretationspraxis, die hinter allem, was man sieht, eine verborgene Wahrheit finden will.

  • Freie Bilder und die Verantwortung von Museen

    Freie Bilder und die Verantwortung von Museen

    Jul 20, 2025 • 16:43

    Was bedeutet die Forderung nach freien Bildern für Museen? Welche Schwierigkeiten und neuen Ansätze gibt es im Bereich von #OpenSource und #CreativeCommons? Wie wirken sich diese auf die Verantwortung von Museen im postkolonialen Kontext aus? Ein Plädoyer für die Wissensallmende.

  • Ist es nun „echter“? Wie die digitale Kolorierung historischer Filmaufnahmen falsche Versprechungen erzeugt

    Ist es nun „echter“? Wie die digitale Kolorierung historischer Filmaufnahmen falsche Versprechungen erzeugt

    Jul 13, 2025 • 15:09

    Digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz scheinen den Wunsch nach einer unmittelbar erlebbaren Vergangenheit Wirklichkeit werden zu lassen. Die Nachbearbeitung von Filmaufnahmen löst Faszination aus, zeigt aber auch Probleme und Irrtümer im Umgang mit historischen Quellen.

  • Der Blick nach rechts von uns. Paul Klees „Angelus novus“ (1920)

    Der Blick nach rechts von uns. Paul Klees „Angelus novus“ (1920)

    Jul 9, 2025 • 10:00

    Heute startet der GdG-Bildersommer. Den Auftakt bildet ein Aquarellbild von Paul Klee, das durch seinen ersten Besitzer Walter Benjamin eine wirkungsmächtige Deutung erhalten hat. Klees „Angelus novus“ von 1920 ist zum Engel der Geschichte geworden. Doch was ist auf dem Bild zu sehen?

Volks­ge­mein­schaft der Täter. Martin Walsers deut­sche Iden­ti­täts­po­litik der Schuld

Mit Martin Walser ist einer der letzten großen Vertreter der „skeptischen Generation“ gestorben. Mit ihr neigt sich auch die von ihr durchgesetzte negative deutsche Identitätspolitik ihrem Ende zu.

Bad Memory. Die deut­sche Vergan­gen­heits­be­wäl­ti­gung am Scheideweg

Die Welt rühmt Deutschland für seine Aufarbeitung des Holocaust. Aber die Vergangenheitsbewältigung ist zu einem Instrument der Ausgrenzung geworden. – Dieser Text ist die etwas gekürzte Fassung der redaktionellen Kolumne „Responsa“ von Jewish Currents und erscheint zeitgleich in JC und auf GdG.

Abonnieren Sie unseren Newsletter, um keine Artikel zu verpassen.

Die falschen Lehren aus dem Holocaust

Man muss den Kampf gegen den Antisemitismus ernst nehmen. Aber diese Aufgabe darf die Unterdrückung der Palästinenser durch Israel nicht verdecken. Ein Kommentar.

Die Frauen der Rosen­strasse. NS-Widerstand als Problem der NS-Geschichtsschreibung

Wenn Widerstand nicht als solcher anerkannt wird, um das etablierte Bild vom Nationalsozialismus nicht korrigieren zu müssen, läuft etwas schief in der historischen Forschung. Das ist der Fall, wenn es um die Proteste in der Rosentrasse geht.

Multi­di­rek­tio­nale Erin­ne­rung – ein soli­da­ri­sches Archiv

Die deutsche Übersetzung von Michael Rothbergs Buch zur Multidirektionalen Erinnerung hat für einige Aufregung gesorgt. In den oft sorgenvollen, teilweise auch gehässigen Besprechungen ist eins zu kurz gekommen, nämlich der Inhalt des Textes. Worum geht es Rothberg?

Afri­ka­ni­sche Perspek­tiven auf Holo­caust und Erin­ne­rung. Ein Essay über Welt­ge­dächtnis, Pres­tige und Opferhierarchien

Die Auseinandersetzungen mit dem Holocaust auf dem afrikanischen Kontinent sind ebenso wenig bekannt, wie die reiche Literatur zum Thema. Unterschiedliche Erfahrungen und andere Formen des Gedächtnisses können zur Utopie einer Begegnung von Gleichberechtigten auf der Bühne des Weltgedächtnisses beitragen.

Das wunder­bare Leben der Margot Heuman. Theater, Holo­caust und queere Geschichte

„Das wunderbare Leben der Margot Heuman“ erzählt auf der Bühne eine facettenreiche Lebensgeschichte, die die dominante Erzählung vom Holocaust herausfordert. Ein Gespräch über die Notwendigkeit, tabuisierte Geschichten und stigmatisierte Themen sichtbar zu machen.

, und

Babyn Jar, Anti­se­mi­tismus und der Angriff auf die Ukraine

Nach dem russischen Angriff auf die Gedenkstätte Babyn Jar erklärte Präsident Selenskyi umgehend, es drohe die Gefahr, dass der Holocaust sich wiederhole. Ist das bloßer Krieg der Worte – oder angesichts der antisemitischen Kampagnen und der Verstöße gegen das Völkerrecht nicht mehr als berechtigt?