Gewalt

In den Köpfen, in den Straßen. Zwei Bücher erzählen vom 30. Januar 1933

Der 1933 in Deutschland geschriebene Roman Unsere Straße hat einmal einen Klassiker der antifaschistischen Erinnerung an den Beginn des Nationalsozialismus gebildet. Heute ist er weitgehend vergessen. Warum lohnt seine Wiederlektüre zum 90. Jahrestag der „Machtergreifung“?

Verletz­bar­keit von Menschen mit Behin­de­rungen im Spiegel der Pandemie

Die Pandemie hat Menschen mit Behinderungen als „besonders vulnerable Gruppe“ kurzfristig in die Aufmerksamkeit gerückt. Doch sie hat lediglich schlaglichtartig sichtbar gemacht, was häufig nicht wahrgenommen wird – dass deren Existenz immer noch in vielerlei Hinsichten eine prekäre und gefährdete ist.

Spal­tung von oben. Zur anti-demokratischen und rassis­ti­schen Logik der Integration

Seit der Berliner Silvesternacht eskaliert der Diskurs um Integration. Warum wir uns endlich verabschieden müssen vom Phantasma der homogenen Gemeinschaft.

und

Mölln 1992. Gewalt und Angst, Miss­ach­tung und Solidarität

In Mölln setzen am 23. November 1992 Skinheads zwei Wohnhäuser türkischer Familien in Brand. Drei Menschen sterben, weitere werden teils schwer verletzt. Der Anschlag verändert migrantisches Leben im vereinten Deutschland ebenso wie den Umgang von Staat und Gesellschaft mit der rechten Gewalt der frühen 1990er Jahre. Ein Blick zurück.

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Geschichte der Gegenwart
Geschichte der Gegenwart
Reine Leere als Ware: der schöne Schein des Minimalismus
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  • Reine Leere als Ware: der schöne Schein des Minimalismus

    Reine Leere als Ware: der schöne Schein des Minimalismus

    Jan 29, 2023 • 13:15

    Ist das Leben mit den ganz wenigen edlen Dingen wirklich die Erlösung aus dem Konsum? Von Apple bis Marie Kondo gibt es die konzentrierte Klarheit und die schöne Leere nicht umsonst: Reduktion muss man sich leisten können.

  • Trauer als Widerstand. Über ein Symbol der revolutionären Bewegung „Frau Leben Freiheit“

    Trauer als Widerstand. Über ein Symbol der revolutionären Bewegung „Frau Leben Freiheit“

    Jan 22, 2023 • 11:22

    Die Proteste im Iran begannen mit einem revolutionären Akt des Trauerns, der zum Symbol der Bewegung wurde: das Abschneiden der Haare. Die Prostestierenden antworten damit auf ein Regime, das nicht jedem Toten erlaubt, betrauert zu werden.

  • Spaltung von oben. Zur anti-demokratischen und rassistischen Logik der Integration

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    Jan 15, 2023 • 16:54

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  • Die Politik aus dem Nirgendwo. Humanitäre Hilfe und die Geschichte schwereloser Institutionen

    Die Politik aus dem Nirgendwo. Humanitäre Hilfe und die Geschichte schwereloser Institutionen

    Nov 27, 2022 • 14:58

    Humanitäre Institutionen erscheinen oft als über dem politischen und lokalen Geschehen schwebende Institutionen, neutral, unparteilich, universalistisch. Doch wer Leben rettet, agiert politisch und ortsgebunden. Wie lässt sich das vereinbaren?

  • Transfeindlichkeit: Radikalisierungs-Pipeline der amerikanischen Rechten

    Transfeindlichkeit: Radikalisierungs-Pipeline der amerikanischen Rechten

    Nov 6, 2022 • 17:20

    Die Rechte in den USA – aber auch andernorts – hat ein neues Angriffsziel entdeckt: trans Menschen. Was bedeutet es konkret, rechtlich und politisch, wenn die Religiöse Rechte ihre transfeindlichen Ressentiments umsetzen kann?

  • Rechte Rechtskämpfe

    Rechte Rechtskämpfe

    Oct 23, 2022 • 12:53

    Rechte Bewegungen und Akteur:innen haben das Recht zum zentralen Kampffeld erkoren: Sie führen jedoch nicht nur (erfolgreiche) Klageverfahren, sondern greifen die relationale Autonomie des Rechts an. Für progressive Bewegungen soll das Recht nicht mehr als emanzipatorischer Hebel ihrer Interessenspolitik fungieren.

  • Menschen und Nichtmenschen. Zum Tod von Bruno Latour

    Menschen und Nichtmenschen. Zum Tod von Bruno Latour

    Oct 16, 2022 • 16:24

    Mehr als menschlich: Bruno Latour hinterlässt ein ungewöhnliches Werk, das mitten in die Frage nach der Gemachtheit von wissenschaftlichen Wahrheiten führt. Er entfaltete eine Philosophie des Relationalen, das rein menschliche Beziehungen übersteigt.

  • Unheilvolle Parallelen. Ideologisch-nationalistische Rhetorik in Russland und Serbien

    Unheilvolle Parallelen. Ideologisch-nationalistische Rhetorik in Russland und Serbien

    Oct 9, 2022 • 15:59

    Eine Ethnisierung des Diskurses, aus der Luft gegriffene Genozidvorwürfe, wechselnde Leugnungen und Rechtfertigungen für die eigenen Kriegsverbrechen: All das ist nicht neu. Dunja Melčić analysiert die Parallelen zwischen russischem und serbischem Kriegsdiskurs in den 1990er Jahren und heute.

  • Edle Wilde. Der Mythos vom afghanischen „Kriegervolk“

    Edle Wilde. Der Mythos vom afghanischen „Kriegervolk“

    Sep 25, 2022 • 18:02

    Afghanistan – ob magisches Reiseland für Hippies oder mittelalterlich anmutendes Land ganzer Generationen von Kriegern. Die westlichen Klischees blenden aus, wie die Konflikte in der afghanischen Politik von den Interessen der US-amerikanischen und europäischen Außenpolitiken abhängen.

  • Der Mann ohne Eigenschaften. Robert Musils Klassiker entschlüsselt die Moderne

    Der Mann ohne Eigenschaften. Robert Musils Klassiker entschlüsselt die Moderne

    Sep 4, 2022 • 17:47

    Der Sommer ist fast vorbei, und mit ihm unser Sommerprogramm. Sie hätten jetzt also ein Jahr lang Zeit, um Robert Musils monumentales Hauptwerk zu lesen. Tun Sie es – abgesehen vom Lesevergnügen werden Sie auch die postmoderne Gegenwart besser verstehen.

Der lange Schatten fürsor­ge­ri­scher Zwangs­maß­nahmen in der Schweiz

Bis in die 1980er Jahre wurden in der Schweiz armutsbetroffene oder unangepasste Kinder, Jugendliche und Erwachsene fremdplatziert und administrativ versorgt. Die psychischen, sozialen und finanziellen Folgen währten ein Leben lang – und werden den Nachkommen weitergegeben.

Das Böse besiegen. Kinder und Schuss­waffen in den USA

Nach dem School-Shooting in Uvalde (TX) wird in den USA zum x-ten Mal über Schusswaffen diskutiert. Doch obwohl Schussverletzungen mittlerweile die häufigste Todesursache von Kindern und Jugendlichen sind, bleibt die eigene Schusswaffe auch als sentimentales Kindheitserlebnis unangefochten.

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Das Credo der Gewalt­lo­sig­keit. Eine Kritik

Die Friedensbewegung erfährt in Deutschland gerade scharfe Kritik an ihrem Widerstand gegen Waffenlieferungen an die Ukraine. Doch wer das Credo der Gewaltlosigkeit und dessen Effekte verstehen will, sollte sich nicht an der Friedensbewegung festbeissen.

Deut­sche Einheit, deut­sche Viel­falt. Auf der Suche nach einer neuen Erzäh­lung für den 3. Oktober

Angela Merkel beeindruckte mit ihrer Rede zum 3. Oktober. Doch ihr Plädoyer für mehr Verständnis zwischen Ost und West ließ Entscheidendes aus: migrantische Wendeerfahrungen und rassistische Gewalt, die auch zum Tag der Deutschen Einheit gehören. Wie sollte man ihn zukünftig feiern?

Der Traum von Freiheit

Was steckt hinter den Unruhen in Südafrika, die im vergangenen Juni nach der Verhaftung des Ex-Präsidenten Jacob Zuma mit großer Heftigkeit ausgebrochen sind? Welche Rolle spielt dabei die Erinnerung an die erste Zeit der Unabhängigkeit – und der damit verbundene Traum von Freiheit?

Die Narbe am anderen Ufer

Dresdens Japanisches Palais ist derzeit Experimentierraum für den Umgang mit kolonialen ethnographischen Sammlungen. Direktorin Léontine Meijer-van Mensch und Kuratorin Barbara Höffer deklinieren Modi musealer Selbstreflexion durch und zeigen, wie multidirektionale Erinnerung im Museum aussehen kann.

QAnon, Kinder­schän­dung und die Geschichte des Kinderschutzes

Seit einigen Jahren verbreitet die QAnon-Bewegung rechtsextreme Verschwörungstheorien, die um den Missbrauch von Kindern kreisen. Diese Theorien sind abstrus. Historisch betrachtet bilden sie allerdings nur das gegenwärtige Ende einer langen Geschichte der rechten Instrumentalisierung von Kinderschutz und Missbraucherzählungen.

„Vigi­lante Spirit“: Vom ameri­ka­ni­schen Recht auf Land, Waffen und Selbstverteidigung

In den vergangenen Monaten traten in den USA immer häufiger martialisch bewaffnete Bürgerwehren in Erscheinung – meist nur als medienwirksame Drohgeste, zuweilen aber auch mit tödlicher Gewalt. Sie glauben, es sei ihre Pflicht, für „Recht und Ordnung“ zu sorgen.