Erinnerung

Say Their Names. Drei Jahre Erin­ne­rung an Hanau

Am 19. Februar 2020 ermordete ein Rechtsextremist in Hanau neun Menschen. Die Essayistin Asal Dardan blickt in einer Rede am Brechtfestival in Augsburg zurück auf drei Jahre Erinnerung an Hanau und auf jene politischen Haltungen, die die strukturellen Hintergründe dieser Tat ausblenden. Wir dokumentieren ihre Rede hier geringfügig gekürzt im Wortlaut.

Den Krieg aus der Nahsicht filmen: Combat Footage als doku­men­ta­ri­sches Genre im Ukraine-Krieg

Der Krieg in der Ukraine ist nicht nur geografisch nah, sondern durch die Fülle an Filmaufnahmen direkt aus dem Kriegsgeschehen auch visuell. Welche Wirkungsweisen entfaltet diese neue technische Reproduzierbarkeit von Kriegsbildern?

Das wunder­bare Leben der Margot Heuman. Theater, Holo­caust und queere Geschichte

„Das wunderbare Leben der Margot Heuman“ erzählt auf der Bühne eine facettenreiche Lebensgeschichte, die die dominante Erzählung vom Holocaust herausfordert. Ein Gespräch über die Notwendigkeit, tabuisierte Geschichten und stigmatisierte Themen sichtbar zu machen.

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„Nie wieder“. Migra­tion, Sozia­li­sa­tion und Erin­ne­rung in Westdeutschland

In den Debatten über die deutsche Erinnerungspolitik und das „Nie wieder“ werden die Verbindungen von antisemitischem und antimuslimischem Rassismus in der Regel ausgeblendet. Postmigrantische Erfahrungen und Perspektiven könnten helfen, diese Spaltung zu überwinden.

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Geschichte der Gegenwart
Geschichte der Gegenwart
Das Gewicht der Worte. Antisemitische Gewalt und Öffentlichkeit
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  • Das Gewicht der Worte. Antisemitische Gewalt und Öffentlichkeit

    Das Gewicht der Worte. Antisemitische Gewalt und Öffentlichkeit

    Mar 10, 2024 • 15:33

    Hannah Arendt hielt fest, dass man „sich immer nur als das wehren kann, als was man angegriffen wird.“ Um Antisemitismus in Wort und Tat wirksam zu bekämpfen, muss deshalb auch die spezifisch judenfeindliche Form dieser Gewalt öffentlich anerkannt und benannt werden.

  • Koloniale Kontaktzonen. Annemarie Schwarzenbachs Reisen zwischen Engagement und Imperialismus

    Koloniale Kontaktzonen. Annemarie Schwarzenbachs Reisen zwischen Engagement und Imperialismus

    Feb 11, 2024 • 15:07

    Im Zentrum postkolonialer Analysen steht nicht die moralische Anklage, sondern das kritische Verstehen historischer Diskurse. Was es bedeuten kann, die damit einhergehenden Ambivalenzen auszuloten, zeigt sich in der Auseinandersetzung mit Annemarie Schwarzenbach, einer der wichtigsten Autorinnen der Schweizer Literatur.

  • Kinderbuchklassiker postkolonial lesen, oder: Warum Literatur(vermittlung) und Lektüre immer schon politisch sind

    Kinderbuchklassiker postkolonial lesen, oder: Warum Literatur(vermittlung) und Lektüre immer schon politisch sind

    Nov 12, 2023 • 13:24

    Die Diskussion um rassistische Sprache in Klassikern wird hitzig geführt, vor allem wenn es um Kinderbücher geht. Doch der Kulturbetrieb muss beweglicher werden und endlich die Perspektiven derjenigen wertschätzen, die von rassistischer Sprache diskriminiert und ausgeschlossen werden.

  • Frankreichs versehrte Jugend in den Banlieues. Eine jugendliche Existenz, in der Gewalt allgegenwärtig ist

    Frankreichs versehrte Jugend in den Banlieues. Eine jugendliche Existenz, in der Gewalt allgegenwärtig ist

    Oct 22, 2023 • 14:59

    Über die jüngsten Vorstadtunruhen in Frankreich wurde auch in deutschsprachigen Medien umfassend berichtet. Doch moralische Schlagseiten in der Debatte sowie einseitige Sichtweisen auf das Geschehen werden den vielfältigen Ursachen nicht gerecht.

  • „Wir weigern uns zu gehorchen.“ Der lange Kampf gegen rassistische Gewalt in Frankreich

    „Wir weigern uns zu gehorchen.“ Der lange Kampf gegen rassistische Gewalt in Frankreich

    Oct 8, 2023 • 19:50

    Im vergangenen Juni wurde der 17jährige Nahel in einer Pariser Banlieue von einem Polizisten erschossen. Seit den 1970er Jahren rufen Polizeigewalt und der sie ermöglichende struktureller Rassismus immer wieder große Proteste hervor – so schon vor 50 Jahren in Marseille.

  • Wissenschaftssimulation

    Wissenschaftssimulation

    Sep 24, 2023 • 1:04:11

    Podiumsgespräch mit Nicola Gess und Katja Berlin.

  • Seriensommer, Folge 3: Gespenstisch transparent

    Seriensommer, Folge 3: Gespenstisch transparent

    Aug 13, 2023 • 15:37

    Mit dem Coming Out einer pensionierten Professorin rückt die Serie „Transparent“ (2014–2019) das Thema Transgender ins Zentrum. Angesichts der Auflösung fester Geschlechterrollen sowie aktueller Verschiebungen im amerikanisch-jüdischen Selbstbild stellt sie die Frage nach Herkunft und Identität.

  • Seriensommer, Folge 2: Drama, hochdosiert

    Seriensommer, Folge 2: Drama, hochdosiert

    Aug 6, 2023 • 18:55

    Arztserien gehören seit den 1950er Jahren weltweit zu den erfolgreichsten TV-Formaten. Mit ihrer hohen Reichweite prägen sie die Vorstellungen von Medizin, Gesundheitsversorgung und den Gesundheitsberufen massgeblich – und haben (un)erwünschte Nebenwirkungen.

  • Wer hat Angst vor multikulturellen Kinderbüchern?

    Wer hat Angst vor multikulturellen Kinderbüchern?

    May 21, 2023 • 22:29

    Ein Blick in die USA zeigt, dass die Warnung vor linker Cancel Culture und Wokeism in Wirklichkeit eine massive Verbotswelle von Kinder- und Jugendbüchern vorbereitet hat, die über Rassismus und Sexismus aufklären. Philip Nel über Geschichte und Aktualität des konservativen Zensureifers.

  • Über die Nakba sprechen lernen

    Über die Nakba sprechen lernen

    Apr 16, 2023 • 18:00

    Um eine stabile jüdische Mehrheit zu sichern, vertrieb Israel bei seiner Gründung hunderttausende Palästinenser:innen. Das Geschehen von 1948 ist wie ein Brennglas für aktuelle Fragen: nach der Zukunft eines jüdisch definierten Staates und nach der Utopie eines gleichberechtigten Einheimischseins.

Die Ukraine, Putin und die Rhetorik des Krieges

Putins Vorwand, die Ukraine zu „entnazifizieren“, baut auf der Rhetorik auf, den Gegner als „Faschisten“ zu bezeichnen. Hinter ihr verbirgt sich eine Geschichte, die bis in den Zweiten Weltkrieg zurückreicht und die die heute so unterschiedlichen Erinnerungskulturen der Ukraine und Russlands prägt.

Erin­ne­rung und Geschichte. 60 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen

Zum 60. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens feierten Politik und Zivilgesellschaft die Bundesrepublik im vergangenen Jahr als „Land mit Migrationshintergrund“. Das war ein überfälliger Schritt. Doch die Geschichte des Anwerbeabkommens ist vielschichtiger und sollte künftig in all ihren Facetten erinnert werden.

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Auftrags­for­schung und Resti­tu­tion. Ein Gespräch über Wissen­schaft und Politik

Die Diskussionen um die Sammlung Bührle werfen grundsätzliche Fragen auf, weit über diesen einen Fall hinaus. Die GdG-Herausgeber:innen Gesine Krüger, Svenja Goltermann, Philipp Sarasin und Janosch Steuwer sprechen über Auftragsforschung, Restitution und die ethische und politische Dimension historischer Forschung heute.

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Deut­sche Einheit, deut­sche Viel­falt. Auf der Suche nach einer neuen Erzäh­lung für den 3. Oktober

Angela Merkel beeindruckte mit ihrer Rede zum 3. Oktober. Doch ihr Plädoyer für mehr Verständnis zwischen Ost und West ließ Entscheidendes aus: migrantische Wendeerfahrungen und rassistische Gewalt, die auch zum Tag der Deutschen Einheit gehören. Wie sollte man ihn zukünftig feiern?

Und doch bleiben immer wieder Leerstellen

Was kann man über sexuelle Gewalt im Krieg wissen? Was wird von wem beschwiegen, und warum? Und was kann man über diese Gewalt in Erfahrung bringen, wenn das Geschehene Jahrzehnte zurückliegt? Die Historikerin Andrea Pető hat über diese Fragen ein bemerkenswertes Buch geschrieben.

Kommu­ni­zie­rende Röhren der Singu­la­ri­täten? Deut­sche Debatten um den Holo­caust aus Warschauer Perspektive

In der Debatte um Holocaust-Erinnerungspolitik fehlt oftmals die Rückbindung an konkrete Orte. Diese liegen zu bedeutenden Teilen auf polnischem Territorium und sind damit Teil polnischer Erinnerungspolitik. Ein Blick auf polnische Debatten und ein Plädoyer für einen Dialog auf Augenhöhe.

Die Narbe am anderen Ufer

Dresdens Japanisches Palais ist derzeit Experimentierraum für den Umgang mit kolonialen ethnographischen Sammlungen. Direktorin Léontine Meijer-van Mensch und Kuratorin Barbara Höffer deklinieren Modi musealer Selbstreflexion durch und zeigen, wie multidirektionale Erinnerung im Museum aussehen kann.

Der Weg ist das Ziel. Deut­sche Erin­ne­rungs­po­litik und ihre Widersprüche

Die deutsche Erinnerungspolitik lässt sich mit guten Argumenten kritisieren. Aber man sollte dabei ihre komplexe und widersprüchliche Vor- und Entstehungsgeschichte anerkennen.