Deutschland

Der Kate­chismus der Deutschen

Die Erinnerung an den Holocaust als Zivilisationsbruch ist für viele das moralische Fundament der Bundesrepublik. Diesen mit anderen Genoziden zu vergleichen, gilt ihnen daher als eine Häresie, als Abfall vom rechten Glauben. Es ist an der Zeit, diesen Katechismus aufzugeben.

„Zwei­und­vierzig“. Nazis-Zählen als unsin­niges Ritual

In Deutschland demonstrieren Behörden und andere Staatseinrichtungen Geschichtsbewusstsein mit dem Zählen von „Nazis“. Zuletzt meldete die Universität Hannover, dass 70 Prozent ihrer Professoren „Nationalsozialisten“ waren. Doch was ist mit solchen Zahlen gesagt? Und was ist damit für eine kritische Aufarbeitung gewonnen?

Phäno­mene des Irra­tio­nalen. Wunder­heiler, Hexen und Verschwörungsmythen

Nach 1945 und bis Ende der 1950er Jahre ging eine Welle von Anschuldigungen wegen Hexerei durch Deutschland, und Zehntausende strömten zu Wunderheilern. Warum? Und was verbindet diese Phänomene mit heutigen Verschwörungsmythen? Ein Gespräch mit der amerikanischen Historikerin Monica Black.

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Umkämpfte Erin­ne­rung. Die „Trostfrauen“-Statue in Berlin und der Umgang mit sexu­eller Kriegsgewalt

Die Aufstellung einer Bronze zur Erinnerung an die Opfer sexueller Gewaltverbrechen durch die japanische Armee im Zweiten Weltkrieg sorgt für diplomatische Spannungen zwischen Berlin und Tokio. Aber es gibt gute Gründe, warum die Figur in Deutschland einen Platz hat.

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Geschichte der Gegenwart
Geschichte der Gegenwart
Schweizer Filme über das Recht auf Abtreibung
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  • Schweizer Filme über das Recht auf Abtreibung

    Schweizer Filme über das Recht auf Abtreibung

    Sep 21, 2025 • 13:31

    1975 war das internationale Jahr der Frau. Die Abtreibungsfrage war in der Schweiz eines der großen Themen. Feminist:innen nutzten das Medium Film, um illegale Schwangerschaftsabbrüche aus der Tabuisierung zu befreien und für eine Liberalisierung zu mobilisieren.

  • Russland führt einen ideologischen Krieg

    Russland führt einen ideologischen Krieg

    Sep 14, 2025 • 16:58

    Die Russische Föderation wurde wiederholt als korrupter und ideologieloser Mafiastaat bezeichnet, um den russischen Nationalismus und die messianischen Ideen eines kommenden russischen Imperiums herunterzuspielen. Warum diese Perspektive falsch und vielleicht sogar gefährlich ist.

  • Zeigen oder Nicht-Zeigen? – Das ist nur eine der Fragen

    Zeigen oder Nicht-Zeigen? – Das ist nur eine der Fragen

    Aug 31, 2025 • 14:03

    Bilder können erinnern, bewahren und Wissen erzeugen – zugleich aber auch Gewalt und Diskriminierung fortschreiben. Mario Schulze und Sarine Waltenspül erörtern, wie Archive, Ausstellungen und Forschung verantwortungsvoll mit solchen Bildbeständen umgehen können – zwischen Ethik, Kontextualisierung und kollaborativer Praxis.

  • Essen von oben

    Essen von oben

    Aug 24, 2025 • 13:52

    Digitale Bilder von Essen sind allgegenwärtig, sie übernehmen vielfältige kommunikative Funktionen. Als visuelle Markierungen von Identität, Erinnerung und Zugehörigkeit sind sie Teil eines ironischen Spiels, werden aber auch in einem Kulturkampf von rechts instrumentalisiert.

  • Das deutsche Passfoto. Geschichte und Geschlecht

    Das deutsche Passfoto. Geschichte und Geschlecht

    Aug 17, 2025 • 13:03

    Seit wann und warum gibt es Fotos in Ausweisen? Ein Passfoto lässt unwillkürlich auf das Geschlecht der abgelichteten Person schließen. Doch was geschieht, wenn die Angabe des Geschlechts im Reisepass nicht mehr den tradierten binären visuellen Codierungen von Geschlecht entspricht? Britta Lange im GdG-Bildersommer über die Geschichte des Passbildes.

  • Hothouse Earth: Dass es so weitergeht, ist die Katastrophe

    Hothouse Earth: Dass es so weitergeht, ist die Katastrophe

    Aug 10, 2025 • 13:46

    Klimadiagramme sind mehr als visualisierte Daten, sie entwerfen ihre eigenen Narrative und prägen unser visuelles Verständnis der Klimakrise. Birgit Schneider analysiert, wie die Bilder emotionale Zugänge zur Klimakrise schaffen und zum Handeln aufrufen.

  • Bilder, paranoid gelesen. Die Netflix-Serie Adolescence

    Bilder, paranoid gelesen. Die Netflix-Serie Adolescence

    Jul 27, 2025 • 12:07

    Die Netflix-Serie Adolescence wird als Warnstück gelesen, obwohl ihre Bildsprache eine vielschichtige Gegenwartsanalyse anbietet: eine subtile Kritik an der populären Interpretationspraxis, die hinter allem, was man sieht, eine verborgene Wahrheit finden will.

  • Freie Bilder und die Verantwortung von Museen

    Freie Bilder und die Verantwortung von Museen

    Jul 20, 2025 • 16:43

    Was bedeutet die Forderung nach freien Bildern für Museen? Welche Schwierigkeiten und neuen Ansätze gibt es im Bereich von #OpenSource und #CreativeCommons? Wie wirken sich diese auf die Verantwortung von Museen im postkolonialen Kontext aus? Ein Plädoyer für die Wissensallmende.

  • Ist es nun „echter“? Wie die digitale Kolorierung historischer Filmaufnahmen falsche Versprechungen erzeugt

    Ist es nun „echter“? Wie die digitale Kolorierung historischer Filmaufnahmen falsche Versprechungen erzeugt

    Jul 13, 2025 • 15:09

    Digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz scheinen den Wunsch nach einer unmittelbar erlebbaren Vergangenheit Wirklichkeit werden zu lassen. Die Nachbearbeitung von Filmaufnahmen löst Faszination aus, zeigt aber auch Probleme und Irrtümer im Umgang mit historischen Quellen.

  • Der Blick nach rechts von uns. Paul Klees „Angelus novus“ (1920)

    Der Blick nach rechts von uns. Paul Klees „Angelus novus“ (1920)

    Jul 9, 2025 • 10:00

    Heute startet der GdG-Bildersommer. Den Auftakt bildet ein Aquarellbild von Paul Klee, das durch seinen ersten Besitzer Walter Benjamin eine wirkungsmächtige Deutung erhalten hat. Klees „Angelus novus“ von 1920 ist zum Engel der Geschichte geworden. Doch was ist auf dem Bild zu sehen?

Apart­heid, Aggres­sion, Arbeits­kon­flikte. Zur poli­ti­schen Geschichte von Mobbing

Dass „Mobbing“ ursprünglich im Zusammenhang mit Rassismus thematisiert wurde, weiß heute niemand mehr. Vergessen ist ebenso, dass die Warnung vor „Bullying“ mit einem Plädoyer für Disziplin und Körperstrafen einhergehen konnte. Ein Blick in die Geschichte zwingt zum Nachdenken.

Sinn ohne Wort. Vom „Volks­thum“ und anderen „Thum­heiten“

Die gegenwärtige Diskussion über ein Fortwirken des Nationalsozialismus in politischen Redeweisen zeigt: Sprache ist politisch. Sie formt Weltbilder. Manchmal stellen Wörter auch dann ein Problem der offenen Gesellschaft dar, wenn sie älter sind als der Nationalsozialismus oder rasseideologische Vorstellungen.

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Der 8. Mai – ein deut­scher Feiertag?

Im 8. Mai 1945 haben die Deutschen in den vergangenen 75 Jahren vieles gesehen: den Tag der „Niederlage“, der „Befreiung“, des „Zusammenbruchs“, der „Besatzung“, des „Neubeginns“. Seine Deutung blieb ambivalent, sein Platz im Gedächtnis unbestimmt. Soll er nun offizieller Feiertag werden?

Was ist los in Erfurt? Die ostdeut­sche Vergan­gen­heit und die demo­kra­ti­sche Krise der Gegenwart

Sind „die Ostdeutschen“ schlechte Demokraten, die der DDR nachtrauern – und ist der „Westen“ am Erfurter Debakel ganz unbeteiligt? Keineswegs. Thüringens Politik wurzelt zwar in der Erinnerung an die Deutsche Demokratische Republik, aber der aktuelle Rechtsextremismus-Skandal ist weit mehr als nur ein staatssozialistischer Kater.

„AIDS ist auch nicht mehr, was es mal war“. Was aus der Bedro­hung durch HIV im 21. Jahr­hun­dert geworden ist

Die Vereinten Nationen wollen der Erkrankung Aids bis 2030 weltweit ein Ende bereiten. Ist das realistisch? Ein Blick auf die Bundesrepublik offenbart Hindernisse, die dem wünschenswerten Ziel „Kein AIDS für alle!“ im Wege stehen: alte Ängste und neue Ignoranz.

Anti­deut­sche #Romantik. Wie die AfD die Romantik spaltet, um sie zu regieren

Zu den geschichtspolitischen Strategien der AfD gehört die Selbstverlängerung in die Romantik. Kaum etwas könnte beim näheren Hinsehen absurder sein, denn in der Romantik sieht man alles, was die AfD gerne ausschliessen würde.

Das Land, das ich nicht kenne

Georg Genoux hat in den letzten zwanzig Jahren in Moskau, Sofia und Kiev Theater gemacht. Jetzt ist er wieder in Deutschland und schreibt Tagebuch über sein neues Projekt. Dabei zeigt er fast wie nebenbei, wie unterschiedlich fremd man sein kann.

Kolo­niale Schuld und Afri­ka­ni­sche Geschichte. Es ist Zeit für einen neuen histo­ri­schen Blick auf das kolo­niale Afrika

Während die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder noch zögerte, den Völkermord in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika anzuerkennen, hat inzwischen die Diskussion über koloniale Verbrechen an Fahrt aufgenommen. Rückt damit auch die Afrikanische Geschichte stärker ins öffentliche und akademische Interesse?