Behinderung
Falsche Versprechungen: Pränataldiagnostik und das Recht auf Nichtwissen
Es ist eine Fantasie, dass sich „Behinderung“ mit medizintechnologischen Instrumenten kontrollieren lässt. Dies wird jedoch oft in der gynäkologischen Sprechstunde verbreitet und bestimmt zudem auch die Darstellung der Pränataldiagnostik in populären Fernsehserien, die sich für Inklusion stark machen. Erzählungen von Eltern behinderter Kinder hingegen zeigen: Behinderung ist der Inbegriff des Unverfügbaren.
Behinderung als „Bereicherung für alle“?
Wie gefährlich es ist, wenn Inklusion und Teilhabe mit dem Versprechen auf „Bereicherung“ propagiert werden, führt die US-amerikanische Schriftstellerin Flannery O’Connor in ihren brillanten Erzählungen aus den 1950er Jahren vor. Ihre Analyse ist hochaktuell.
Beiträge zur Demokratie. Politische Teilhabe von Menschen mit Lernschwierigkeiten
Menschen mit Behinderung haben das Recht politisch teilzuhaben. Dafür braucht es eine inklusive Ausrichtung des politischen Systems. Das Berliner Behindertenparlament bietet ein Forum zur direkten Mitbestimmung.
Verletzbarkeit von Menschen mit Behinderungen im Spiegel der Pandemie
Die Pandemie hat Menschen mit Behinderungen als „besonders vulnerable Gruppe“ kurzfristig in die Aufmerksamkeit gerückt. Doch sie hat lediglich schlaglichtartig sichtbar gemacht, was häufig nicht wahrgenommen wird – dass deren Existenz immer noch in vielerlei Hinsichten eine prekäre und gefährdete ist.
Der Blickwinkel von Menschen mit geistiger Behinderung – ein Problem der Gerechtigkeit
Menschen mit geistigen Behinderungen werden nicht nur materiell und sozial diskriminiert, sondern auch, indem sie gesellschaftlich nicht als vollwertige Personen gelten. Ihre Inklusion erfordert zusätzlich zum Aufbrechen von physischen und strukturellen Barrieren die Gleichheit als Wissenssubjekte.
Benachteiligung verboten? ‚Triage‘ und das uneingelöste Gleichstellungsversprechen
Das Grundgesetz verbietet die Benachteiligung von Menschen mit Behinderung. Trotzdem sollten während der Pandemie Beatmungsgeräte nach „Gebrechlichkeit“ verteilt werden, bis das Bundesverfassungsgericht dies untersagte. Zwischen der juristischen Gleichberechtigung und der tatsächlichen Gleichstellung klafft eine gewaltige Lücke.





