Reizwörter

Die Rubrik für Wörter, die kursieren und unsere Wahr­neh­mung prägen. Wir fragen nach ihrer Geschichte und ihren Effekten.

Die ‚guten‘ Seiten des #Kolo­nia­lismus

Warum taucht in letzter Zeit – fast 60 Jahre nach der Dekolonisierung – immer wieder die Forderung auf, das gut erforschte System des Kolonialismus heute noch einmal „gerecht“ und „neutral“ zu bewerten? Hinter Revisionismus und Apologetik steht die alte (koloniale) Überzeugung europäischer Überlegenheit.

Wer braucht einen euro­päi­schen #Kanon?

Was sind europäische Traditionen – und wie sollten wir mit ihnen umgehen? Wäre ein Kanon dafür eine gute Idee? Über Fallstricke eines Begriffs in der öffentlichen Diskussion.

Anti­deut­sche #Romantik. Wie die AfD die Romantik spaltet, um sie zu regieren

Zu den geschichtspolitischen Strategien der AfD gehört die Selbstverlängerung in die Romantik. Kaum etwas könnte beim näheren Hinsehen absurder sein, denn in der Romantik sieht man alles, was die AfD gerne ausschliessen würde.

Die Logik des #Bürger­kriegs

Viele finden die Sprache von AfD und populistischer Rechte drastisch und verroht. Das Gerede vom „Bürgerkrieg“ scheint dafür das beste Beispiel. Doch hinter ihm versteckt sich mehr als entgleiste Rhetorik.

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Geschichte der Gegenwart
Geschichte der Gegenwart
Die Politik aus dem Nirgendwo. Humanitäre Hilfe und die Geschichte schwereloser Institutionen
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  • Die Politik aus dem Nirgendwo. Humanitäre Hilfe und die Geschichte schwereloser Institutionen

    Die Politik aus dem Nirgendwo. Humanitäre Hilfe und die Geschichte schwereloser Institutionen

    Nov 27, 2022 • 14:58

    Humanitäre Institutionen erscheinen oft als über dem politischen und lokalen Geschehen schwebende Institutionen, neutral, unparteilich, universalistisch. Doch wer Leben rettet, agiert politisch und ortsgebunden. Wie lässt sich das vereinbaren?

  • Transfeindlichkeit: Radikalisierungs-Pipeline der amerikanischen Rechten

    Transfeindlichkeit: Radikalisierungs-Pipeline der amerikanischen Rechten

    Nov 6, 2022 • 17:20

    Die Rechte in den USA – aber auch andernorts – hat ein neues Angriffsziel entdeckt: trans Menschen. Was bedeutet es konkret, rechtlich und politisch, wenn die Religiöse Rechte ihre transfeindlichen Ressentiments umsetzen kann?

  • Rechte Rechtskämpfe

    Rechte Rechtskämpfe

    Oct 23, 2022 • 12:53

    Rechte Bewegungen und Akteur:innen haben das Recht zum zentralen Kampffeld erkoren: Sie führen jedoch nicht nur (erfolgreiche) Klageverfahren, sondern greifen die relationale Autonomie des Rechts an. Für progressive Bewegungen soll das Recht nicht mehr als emanzipatorischer Hebel ihrer Interessenspolitik fungieren.

  • Menschen und Nichtmenschen. Zum Tod von Bruno Latour

    Menschen und Nichtmenschen. Zum Tod von Bruno Latour

    Oct 16, 2022 • 16:24

    Mehr als menschlich: Bruno Latour hinterlässt ein ungewöhnliches Werk, das mitten in die Frage nach der Gemachtheit von wissenschaftlichen Wahrheiten führt. Er entfaltete eine Philosophie des Relationalen, das rein menschliche Beziehungen übersteigt.

  • Unheilvolle Parallelen. Ideologisch-nationalistische Rhetorik in Russland und Serbien

    Unheilvolle Parallelen. Ideologisch-nationalistische Rhetorik in Russland und Serbien

    Oct 9, 2022 • 15:59

    Eine Ethnisierung des Diskurses, aus der Luft gegriffene Genozidvorwürfe, wechselnde Leugnungen und Rechtfertigungen für die eigenen Kriegsverbrechen: All das ist nicht neu. Dunja Melčić analysiert die Parallelen zwischen russischem und serbischem Kriegsdiskurs in den 1990er Jahren und heute.

  • Edle Wilde. Der Mythos vom afghanischen „Kriegervolk“

    Edle Wilde. Der Mythos vom afghanischen „Kriegervolk“

    Sep 25, 2022 • 18:02

    Afghanistan – ob magisches Reiseland für Hippies oder mittelalterlich anmutendes Land ganzer Generationen von Kriegern. Die westlichen Klischees blenden aus, wie die Konflikte in der afghanischen Politik von den Interessen der US-amerikanischen und europäischen Außenpolitiken abhängen.

  • Der Mann ohne Eigenschaften. Robert Musils Klassiker entschlüsselt die Moderne

    Der Mann ohne Eigenschaften. Robert Musils Klassiker entschlüsselt die Moderne

    Sep 4, 2022 • 17:47

    Der Sommer ist fast vorbei, und mit ihm unser Sommerprogramm. Sie hätten jetzt also ein Jahr lang Zeit, um Robert Musils monumentales Hauptwerk zu lesen. Tun Sie es – abgesehen vom Lesevergnügen werden Sie auch die postmoderne Gegenwart besser verstehen.

  • Multidirektionale Erinnerung – ein solidarisches Archiv

    Multidirektionale Erinnerung – ein solidarisches Archiv

    Aug 28, 2022 • 16:10

    Die deutsche Übersetzung von Michael Rothbergs Buch zur Multidirektionalen Erinnerung hat für einige Aufregung gesorgt. In den oft sorgenvollen, teilweise auch gehässigen Besprechungen ist eins zu kurz gekommen, nämlich der Inhalt des Textes. Worum geht es Rothberg?

  • Theater ohne Handlung. Erinnerungen an Hans-Thies Lehmann und sein Buch »Postdramatisches Theater«

    Theater ohne Handlung. Erinnerungen an Hans-Thies Lehmann und sein Buch »Postdramatisches Theater«

    Aug 21, 2022 • 17:53

    1999 veröffentlichte der kürzlich verstorbene Theaterwissenschaftler Hans-Thies Lehmann seine umfangreiche Studie »Postdramatisches Theater«. Sie eröffnete einen Zugang zum Theater der Gegenwart, der bis heute nachwirkt.

  • Superheldinnen. Wonder Woman und die Frauenbewegung

    Superheldinnen. Wonder Woman und die Frauenbewegung

    Aug 14, 2022 • 12:10

    Wonder Woman hat, wie alle Superheldinnen, eine Secret Identity. Die US-amerikanische Historikerin Jill Lepore kitzelt jedoch noch ganz andere Geschichten aus der Geschichte um die Amazone mit dem magischen Lasso heraus.

Konti­nuität oder Knall? Über die #Kata­strophe sprechen.

Das Reden über „Katastrophen“ ist ein fester Teil unseres Alltags – obwohl der Begriff Ereignisse bezeichnet, die das Alltägliche zumindest vorübergehend unterbrechen. Dass so viel über Katastrophen gesprochen wird, führt oft dazu, dass sie uns egal werden oder wir ihre strukturellen Voraussetzungen ausblenden.

„We have a Situa­tion“: Von Hegels Philo­so­phie der #Situa­tion zur poli­ti­schen Kunst heute

Bei dem Wort „Situation“ denkt man an die Sprache amerikanischer TV-Serien, französischer Existentialisten oder deutscher Bürokraten. Dabei hat der Philosoph Hegel schon 1817 eine Theorie der „Situation“ entworfen, die bis heute wichtig ist und politischen Widerstand und zeitgenössische Kunst neu zu denken gibt.

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#Über­ge­wicht. Wie das Kalo­ri­en­zählen zur Selbst­technik wurde

Dicke Menschen werden heutzutage stigmatisiert, ‚Übergewicht‘ gilt als Zeichen individuellen Scheiterns. Die Kalorie hat dazu beigetragen, dass Dicksein so verstanden werden kann. Ihre Geschichte zeigt das – und macht auch deutlich, dass es beim Abnehmen um gesellschaftliche Fragen geht.

Der Welt­raum als Wohn­raum. Warum die Ära der Entgren­zung eine Ära des #Spies­ser­tums ist

Wer denkt, das Kennzeichen von Spiessigkeit sei die beflissene Überanpassung des Selbst an die Welt, der kennt die spiessige Kehrseite dieser Spiessigkeit noch nicht: den permanenten Versuch, das Eigene ins Andere zu exportieren.

Die Kinder der #Moderne

Was war die Moderne – eine Epoche? Oder ist die Moderne so etwas wie eine „Haltung“, ein „unvollendetes Projekt“, das wir von der Aufklärung geerbt haben? Und sind daher nur die, die sich auf die Aufklärung beziehen, die rechtmässigen „Kinder der Moderne“?

#Zuhören. Die poli­ti­schen Fall­stricke einer schönen Idee

Alle reden über das Zuhören – als Forderung, als Wunsch und als Diagnose, dass es am Zuhören mangle. Woher kommt die Idee, dass die Demokratie „Zuhören“ verlangt – und was könnte daran falsch sein? Eine Spurensuche.

und

#Mythos (und Aufklärung)

Sind Mythen notwendig falsch? Kann oder muss die aufgeklärte Vernunft also auf Mythen verzichten? Oder gehören sie notwendig zu ihr? Plädoyer für einen neuen Blick auf eine alte Form, der Welt Sinn zu verleihen.

Mono­lo­gi­sche #Viel­falt

„Vielfalt“ und „Ausgewogenheit“ werden von einigen Medien neuerdings als hohes Qualitätsmerkmal eingestuft. Das ist eigentlich toll. Aber was bedeutet es konkret? Sind Medien, die keine „rechten“ oder „populistischen“ Meinungen bringen, „einseitig“? Über „Vielfalt“ als Legitimation für Propaganda.