Kategorie: Reiz­wörter

Die Rubrik für histo­ri­sche Begriffs­kunde. Hier werden Schlag­wörter seziert, die neu in der öffent­li­chen Debatte auftau­chen.

Wer braucht einen euro­päi­schen #Kanon?

Was sind europäische Traditionen – und wie sollten wir mit ihnen umgehen? Wäre ein Kanon dafür eine gute Idee? Über Fallstricke eines Begriffs in der öffentlichen Diskussion.

Anti­deut­sche #Romantik. Wie die AfD die Romantik spaltet, um sie zu regieren

Zu den geschichtspolitischen Strategien der AfD gehört die Selbstverlängerung in die Romantik. Kaum etwas könnte beim näheren Hinsehen absurder sein, denn in der Romantik sieht man alles, was die AfD gerne ausschliessen würde.

Die Logik des #Bürger­kriegs

Viele finden die Sprache von AfD und populistischer Rechte drastisch und verroht. Das Gerede vom „Bürgerkrieg“ scheint dafür das beste Beispiel. Doch hinter ihm versteckt sich mehr als entgleiste Rhetorik.

Konti­nuität oder Knall? Über die #Kata­strophe spre­chen.

Das Reden über „Katastrophen“ ist ein fester Teil unseres Alltags – obwohl der Begriff Ereignisse bezeichnet, die das Alltägliche zumindest vorübergehend unterbrechen. Dass so viel über Katastrophen gesprochen wird, führt oft dazu, dass sie uns egal werden oder wir ihre strukturellen Voraussetzungen ausblenden.

„We have a Situa­tion“: Von Hegels Philo­so­phie der #Situa­tion zur poli­ti­schen Kunst heute

Bei dem Wort „Situation“ denkt man an die Sprache amerikanischer TV-Serien, französischer Existentialisten oder deutscher Bürokraten. Dabei hat der Philosoph Hegel schon 1817 eine Theorie der „Situation“ entworfen, die bis heute wichtig ist und politischen Widerstand und zeitgenössische Kunst neu zu denken gibt.

#Über­ge­wicht. Wie das Kalo­ri­en­zählen zur Selbst­technik wurde

Dicke Menschen werden heutzutage stigmatisiert, ‚Übergewicht‘ gilt als Zeichen individuellen Scheiterns. Die Kalorie hat dazu beigetragen, dass Dicksein so verstanden werden kann. Ihre Geschichte zeigt das – und macht auch deutlich, dass es beim Abnehmen um gesellschaftliche Fragen geht.

Der Welt­raum als Wohn­raum. Warum die Ära der Entgren­zung eine Ära des #Spies­ser­tums ist

Wer denkt, das Kennzeichen von Spiessigkeit sei die beflissene Überanpassung des Selbst an die Welt, der kennt die spiessige Kehrseite dieser Spiessigkeit noch nicht: den permanenten Versuch, das Eigene ins Andere zu exportieren.

Die Kinder der #Moderne

Was war die Moderne – eine Epoche? Oder ist die Moderne so etwas wie eine „Haltung“, ein „unvollendetes Projekt“, das wir von der Aufklärung geerbt haben? Und sind daher nur die, die sich auf die Aufklärung beziehen, die rechtmässigen „Kinder der Moderne“?

#Zuhören. Die poli­ti­schen Fall­stricke einer schönen Idee

Alle reden über das Zuhören – als Forderung, als Wunsch und als Diagnose, dass es am Zuhören mangle. Woher kommt die Idee, dass die Demokratie „Zuhören“ verlangt – und was könnte daran falsch sein? Eine Spurensuche.

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#Mythos (und Aufklä­rung)

Sind Mythen notwendig falsch? Kann oder muss die aufgeklärte Vernunft also auf Mythen verzichten? Oder gehören sie notwendig zu ihr? Plädoyer für einen neuen Blick auf eine alte Form, der Welt Sinn zu verleihen.

Mono­lo­gi­sche #Viel­falt

„Vielfalt“ und „Ausgewogenheit“ werden von einigen Medien neuerdings als hohes Qualitätsmerkmal eingestuft. Das ist eigentlich toll. Aber was bedeutet es konkret? Sind Medien, die keine „rechten“ oder „populistischen“ Meinungen bringen, „einseitig“? Über „Vielfalt“ als Legitimation für Propaganda.

#Tradi­tion. Können wir einfach wieder „tradi­tio­nell“ sein?

Autoritäre Regime und rechtspopulistische Parteien reklamieren öffentlich für sich, alleinige Vertreter der Tradition zu sein. Diese dogmatische Setzung dient vor allem dem Gewinn und der Konsolidierung politischer Macht. Eine zukunftsgerichtete Politik hingegen wird mit dem Beschwören von "Tradition" verhindert.