Die Rubrik für Literatur, Kunst und Kultur. In diesen Beiträgen denken wir über ein Buch oder einen Film, ein Theater oder eine Ausstellung nach – und mit ihnen über die Gegenwart.
Lesezeichen
Thomas Mann und Magnus Hirschfeld
2025 ist nicht nur der 150. Geburtstag Thomas Manns, sondern auch der 90. Todestag Magnus Hirschfelds. Während Mann seine ersten Erzählungen und Romane schrieb, erfand Hirschfeld die Theorie der sexuellen Zwischenstufen und bekämpfte den Paragrafen 175. Der Einfluss des Sexualwissenschaftlers auf den Träger des Nobelpreises für Literatur wird oft verkannt.
„Leider höre ich, wie es klingt“. Faschismus nach Elfriede Jelinek
In nur fünf Tagen nach der erneuten Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA schrieb die Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek einen Text mit dem Titel ENDSIEG: Stoff zum Nachdenken auch für die Zeit nach den heute in Deutschland stattfindenden Bundestagswahlen.
Bücher unterm Weihnachtsbaum
Weltraumidylle, Literatur als Droge, Sinnlöcher: drei GdG-Buchempfehlungen zu Weihnachten 2024.
Zwischen individueller und kollektiver Schuld: Femizide und philologische Erkenntnis
Femizide sind ein universales Phänomen. Die philologische Art der Erkenntnis kann der Problematik anders begegnen als die Justiz. Um die systemischen und die individuellen Dimensionen tödlicher geschlechtsbezogener Gewalt gleichermaßen durchleuchten zu können, ist ein Nachdenken in unterschiedlichen Disziplinen nötig.
Kunst als Gegenarchiv: Der Dokumentarfilm „18 Minuten Zivilcourage“
Das Vergessen und die Nichtanerkennung von rassistischer Gewalt prägen migrantisches Leben in Deutschland bis heute. Umso wichtiger ist das Potenzial künstlerischer Praxis als alternativer Erinnerungsarbeit und Form des Gegen-Archivierens.
Die Monster des Patriarchats. The Substance
Der französischen Regisseurin Coralie Fargeat ist mit "The Substance" (2024) ein zutiefst verstörender und durchgedrehter Film gelungen. Mit ihrer drastischen und grotesken Bildsprache macht sie die Substanz des Patriarchats sichtbar.
Naturphilologie. Gustav Sjöbergs norrländische Renaissance
In seiner Poetik und Poesie umkreist der Schwede Gustav Sjöberg die Idee einer Naturphilologie. Mit Rückgriff auf die italienische Renaissance und die klassischen Avantgarden nimmt er eine sehr eigenwillige Position im Feld ökokritischer Schreibweisen ein, die stärker darauf setzt, Natur sprachlich-poetisch zu potenzieren als Natur abzubilden.
Pasolinis „letztes“ Gedicht: Dialog mit einem Faschisten
Pier Paolo Pasolini hat stets Politik und Dichtung miteinander verbunden. Damit wurde er zu einer der umstrittensten öffentlichen Personen der italienischen Kultur – bis heute. Eines seiner späten Gedichte – „Saluto e augurio“ („Gruß und Wunsch“) – gibt Anlass zu einer kritischen Relektüre.
Sharing is Caring – Musik, TikTok und #MentalHealth
Jack Harris verarbeitet in seinen Liedtexten depressive Episoden, psychotische Schübe und Angstzustände. In seinem Song „Careful What You Wish For“ kritisiert er die Verschreibung von Antidepressiva und erreichte damit auf TikTok ein Millionenpublikum. Sein Song ist zu einer Hymne der Generation Z geworden, die TikTok als primäre Informationsquelle für Fragen rund um die Psychische Gesundheit nutzt.
Gedichte als Tagebuch. „Trost“ finden in Elke Erbs „Mensch sein, nicht“
Nicht ganz bei Trost sein? Oder doch? Wie das gehen könnte, zeigt Elke Erb in ihren Gedichten und Tagebuchnotizen
„mit dem drachen darf man nicht in der sprache der gewalt sprechen“ – Iryna Herasimovich im Gespräch mit dem Dichter und Verleger Dmitri Strozew
Im Sommer vor genau vier Jahren schuf gerade Poesie in Belarus eine gemeinsame Sprache für die Protestierenden. Einzelne Gedichte verbreiteten sich rasant und konnten Erlebnisse, Eindrücke, Stimmungen, Erwartungen und Überlegungen für alle zugänglich machen. Iryna Herasimovich im Gespräch mit dem Lyriker und Verleger Dmitri Strozew über die Rolle der Lyrik während der Revolution und im Exil.
Nicht aufhören zu singen
Mit seinen späten Songs inszeniert Leonard Cohen sein Abtreten, und zwar ebenso pathetisch wie ironisch. Dies zeigt exemplarisch die existenziell tröstliche Wirkung von Lyrik.











