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Die Rubrik für Lite­ratur, Kunst und Kultur. In diesen Beiträgen denken wir über ein Buch oder einen Film, ein Theater oder eine Ausstel­lung nach – und mit ihnen über die Gegenwart.

Der Glamour der Identität

Der Roman "Identitti" von Mithu Sanyal ist eine ironische Reflexion über ein in die Jahre gekommenes Zauberwort – und Grund zum Nachdenken über akademische Autoritäten, intellektuelle Spielregeln und die Halbwertszeit von Theorien.

Franz Boas und die Schule der Rebel­linnen. Eine andere Geschichte der Anthropologie

Ist die Geschichte der Anthropologie einfach nur Ausdruck von Kolonialismus und Rassismus? Mit dem aufregenden Buch „Schule der Rebellen“ des Historikers Charles King lässt sich diese trotz allem verkürzte Ansicht gewinnbringend korrigieren.

Der ‚Roboter‘ wird 100. Über eine (nicht nur) lite­ra­ri­sche Utopie

Vor hundert Jahren erfand Karel Čapek für sein Theaterstück „R.U.R.“ das Wort „Roboter“. Ist die damalige Reflexion zum Verhältnis zwischen Mensch, Umwelt und künstlicher Intelligenz noch aktuell?

Impf­stoff und Gerech­tig­keit – mit Karel Čapek

Der tschechische Autor Karel Čapek hat im Theaterstück „Die weiße Krankheit“ von 1937 einiges von der Corona-Pandemie vorweggenommen. Das eigentliche Drama beginnt allerdings, als ein Medikament gegen die Infektion entdeckt wird.

Mit Pilzen denken

Wie kommen wir aus der ökonomischen und ökologischen Sackgasse heraus? Indem wir lernen, mit Pilzen zu denken – und uns unsere Geschichte(n) auf eine andere Weise zu erzählen. So Anna Lowenhaupt Tsing in ihrem fast schon zum Kultbuch avancierten «Der Pilz am Ende der Welt».

Preco­lo­nia­lity: George Stein­metz trifft Felwine Sarr im Bücherregal

Der amerikanische Soziologe George Steinmetz forscht zum Einfluss vorkolonialer Ethnografien auf die deutsche Kolonialpolitik und zur Geburt der Soziologie aus der kolonialen Erfahrung. Ein guter Anlass, ihn gemeinsam mit Felwine Sarr zu lesen, der im vorkolonialen Wissen utopisches Potenzial findet.

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Die (un)bedingte Univer­sität. Derridas Vortrag nach zwanzig Jahren

Der französische Philosoph Jacques Derrida (1930-2004) widmete sich in seinen letzten Lebensjahren unter anderem der Frage nach der Zukunft der Universität. In einem Vortrag zur ›unbedingten‹ Universität formulierte er dazu einige Vorschläge. Zeit für eine Relektüre.

“Schleifen”. Ein Buch über den Reiz der Wiederholung.

Sind Wiederholungen langweilig? Nein! Der Medienwissenschaftler Tilman Baumgärtel, der in einem lesenswerten Buch die Geschichte der „Schleifen“ in der Kunst und vor allem der Musik der zweiten Hälfte des 20. Jh. erzählt, überzeugt einem leichter Hand vom Reiz endloser Loops.

Black Vibes Matter. „Babylon“ als anti­ras­sis­ti­scher Musik­film in That­chers England

Im Zuge des aktuellen länderübergreifenden Black-Lives-Matter-Proteste lohnt es sich, „Babylon“ (1980) wiederzusehen: Viel mehr als nur ein Reggae-Musikfilm thematisiert er Rassismus, Polizeigewalt und afrokaribisches Leben in Thatchers England und erinnert darüber hinaus an ein oft vergessenes Kapitel europäischer Clubkultur.

„Dark“. Im Sturz durch Raum und Zeit

Die deutsche Netflix-Serie „Dark“ ist eine in Bildern und Sound geformte Dystopie über Umweltzerstörung und Verantwortungslosigkeit, erzählt zu Dauerregen und als Sturz durch Raum und Zeit. Und eine Coming-of-Age-Story, die fragt, ob Pop-Kultur uns rettet. Dunkles Vergnügen ist garantiert.

Sommer­pro­gramm

Geschichte der Gegenwart startet ein spannendes Sommerprogramm mit Lese- und Filmtipps, jeden Sonntag! Und hier gibt's schon ein paar erste Empfehlungen.

Gefähr­liche Gerüchte und „fake news“. Die Pest in London im Jahr 1665

Das Stadtbild ist völlig verändert, Vergnügungsstätten sind geschlossen, die Strassen wie ausgestorben. Menschen kaufen Vorräte, backen Brot und hadern mit rigiden Ausgangssperren. In Daniel Defoes „Pest-Journal“ ist das erst der Anfang: Bald tauchen allerlei Geschichten, Gerüchte und „fake news“ auf.