Die Rubrik für Literatur, Kunst und Kultur. In diesen Beiträgen denken wir über ein Buch oder einen Film, ein Theater oder eine Ausstellung nach – und mit ihnen über die Gegenwart.
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Zeit- und Medienkritik nach Jean-François Lyotard
In einer Reflexion über das „Inhumane“ aus dem Jahr 1988 skizzierte Jean-François Lyotard, Denker der Postmoderne, eine bedenkliche Diagnose seiner Zeit. Schon damals lösten nach ihm wissenschaftliche und mediale Entwicklungen die Gegenwart zunehmend auf. Zu fragen bleibt, wie dieser Vision heute zu begegnen ist.
GdG-Buchtipps für Weihnachten 2025
Als GdG-Herausgeber:innen haben wir uns erneut auf ein paar Bücher besonnen, die uns im laufenden Jahr beschäftigt haben. Eskapismus? Nein danke: Hier folgen unsere GdG-Weihnachtsempfehlungen 2025!
Behinderung als „Bereicherung für alle“?
Wie gefährlich es ist, wenn Inklusion und Teilhabe mit dem Versprechen auf „Bereicherung“ propagiert werden, führt die US-amerikanische Schriftstellerin Flannery O’Connor in ihren brillanten Erzählungen aus den 1950er Jahren vor. Ihre Analyse ist hochaktuell.
Schweizer Filme über das Recht auf Abtreibung
1975 war das internationale Jahr der Frau. Die Abtreibungsfrage war in der Schweiz eines der großen Themen. Feminist:innen nutzten das Medium Film, um illegale Schwangerschaftsabbrüche aus der Tabuisierung zu befreien und für eine Liberalisierung zu mobilisieren.
Bilder, paranoid gelesen. Die Netflix-Serie Adolescence
Die Netflix-Serie Adolescence wird als Warnstück gelesen, obwohl ihre Bildsprache eine vielschichtige Gegenwartsanalyse anbietet: eine subtile Kritik an der populären Interpretationspraxis, die hinter allem, was man sieht, eine verborgene Wahrheit finden will.
Der Blick nach rechts von uns. Paul Klees „Angelus novus“ (1920)
Heute startet der GdG-Bildersommer. Den Auftakt bildet ein Aquarellbild von Paul Klee, das durch seinen ersten Besitzer Walter Benjamin eine wirkungsmächtige Deutung erhalten hat. Klees „Angelus novus“ von 1920 ist zum Engel der Geschichte geworden. Doch was ist auf dem Bild zu sehen?
Das Touristisch-Imaginäre. Tierische Blicke in The White Lotus
In der bitterbösen Satire "The White Lotus" über privilegierte Hotelgäste spielen Tiere eine besondere Rolle. Ihre Inszenierung in der Serie destabilisiert die anthropozentrische Perspektive, auf der das touristische Begehren basiert.
Thomas Mann und Magnus Hirschfeld
2025 ist nicht nur der 150. Geburtstag Thomas Manns, sondern auch der 90. Todestag Magnus Hirschfelds. Während Mann seine ersten Erzählungen und Romane schrieb, erfand Hirschfeld die Theorie der sexuellen Zwischenstufen und bekämpfte den Paragrafen 175. Der Einfluss des Sexualwissenschaftlers auf den Träger des Nobelpreises für Literatur wird oft verkannt.
„Leider höre ich, wie es klingt“. Faschismus nach Elfriede Jelinek
In nur fünf Tagen nach der erneuten Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA schrieb die Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek einen Text mit dem Titel ENDSIEG: Stoff zum Nachdenken auch für die Zeit nach den heute in Deutschland stattfindenden Bundestagswahlen.
Bücher unterm Weihnachtsbaum
Weltraumidylle, Literatur als Droge, Sinnlöcher: drei GdG-Buchempfehlungen zu Weihnachten 2024.
Zwischen individueller und kollektiver Schuld: Femizide und philologische Erkenntnis
Femizide sind ein universales Phänomen. Die philologische Art der Erkenntnis kann der Problematik anders begegnen als die Justiz. Um die systemischen und die individuellen Dimensionen tödlicher geschlechtsbezogener Gewalt gleichermaßen durchleuchten zu können, ist ein Nachdenken in unterschiedlichen Disziplinen nötig.
Kunst als Gegenarchiv: Der Dokumentarfilm „18 Minuten Zivilcourage“
Das Vergessen und die Nichtanerkennung von rassistischer Gewalt prägen migrantisches Leben in Deutschland bis heute. Umso wichtiger ist das Potenzial künstlerischer Praxis als alternativer Erinnerungsarbeit und Form des Gegen-Archivierens.











