Die Rubrik für Themen und Hintergrundgeschichten. Die Beiträge analysieren aus geistes- und kulturwissenschaftlicher Perspektive die Gegenwart, befragen Vergangenes und rufen fast Vergessenes ins Gedächtnis.
Geschichten der Gegenwart
Trauer als Widerstand. Über ein Symbol der revolutionären Bewegung „Frau Leben Freiheit“
Die Proteste im Iran begannen mit einem revolutionären Akt des Trauerns, der zum Symbol der Bewegung wurde: das Abschneiden der Haare. Die Prostestierenden antworten damit auf ein Regime, das nicht jedem Toten erlaubt, betrauert zu werden.
Mourning as Resistance. On a Symbol of the Revolutionary Movement “Woman Life Freedom”
The protests in Iran began with a revolutionary act of mourning that became a symbol of the movement: cutting off the hair. The protesters are responding to a regime that does not allow every dead person to be mourned.
Verletzbarkeit von Menschen mit Behinderungen im Spiegel der Pandemie
Die Pandemie hat Menschen mit Behinderungen als „besonders vulnerable Gruppe“ kurzfristig in die Aufmerksamkeit gerückt. Doch sie hat lediglich schlaglichtartig sichtbar gemacht, was häufig nicht wahrgenommen wird – dass deren Existenz immer noch in vielerlei Hinsichten eine prekäre und gefährdete ist.
Spaltung von oben. Zur anti-demokratischen und rassistischen Logik der Integration
Seit der Berliner Silvesternacht eskaliert der Diskurs um Integration. Warum wir uns endlich verabschieden müssen vom Phantasma der homogenen Gemeinschaft.
Den Krieg aus der Nahsicht filmen: Combat Footage als dokumentarisches Genre im Ukraine-Krieg
Der Krieg in der Ukraine ist nicht nur geografisch nah, sondern durch die Fülle an Filmaufnahmen direkt aus dem Kriegsgeschehen auch visuell. Welche Wirkungsweisen entfaltet diese neue technische Reproduzierbarkeit von Kriegsbildern?
Comeback der Bombe? Nukleare Drohungen im Kalten Krieg und in der Gegenwart
Putins Atomdrohung löste im Westen ganz unterschiedliche Reaktionen aus: Angst, Kopfschütteln und neue Bekenntnisse zum „nuklearen Tabu“. Ein Blick in die Geschichte der Atomdrohungen seit 1953 zeigt, wie die aktuelle Situation einzuschätzen ist.
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Zurück! Krise, Kritik, Academia
„Wir machen Tempo!“ Muss es eigentlich immer voran gehen, immer schneller? Plädoyer für ein neues Denken von Wandel und Wissen in Krisenzeiten
Sicherheit für alle, Sicherheit für einige: Wie US-Hochschulen mit #Safe Spaces Ungleichheiten zementieren
Safe Spaces, also Räume, die Marginalisierten Sicherheit verschaffen sollen, werden heiß diskutiert. Und tatsächlich sollte dieses Konzept beunruhigen, aber aus anderen Gründen als vielfach angenommen. Denn an US-Hochschulen sind Safe Spaces gegenwärtig Teil eines Sicherheitsdispositivs, das rassifiziert, bedrängt und ausschließt.
#StandWithUkraine – gerade jetzt im Winter
10 Monate dauert der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, nun zerstört Russland unmittelbar vor dem Winter gezielt die Infrastruktur. Wir zeigen hier, wie jede:r den Ukrainer:innen helfen kann, diesen Winter zu überstehen.
Lueger Unser. Eine Polemik
In Wien stehen viele Denkmäler herum, die einen antisemitischen Politiker ehren. Auf eine Intervention reagierte die Stadt erst mit Schweigen, dann mit Kunst und altbekannten Ausflüchten zur Geschichtspolitik. Da hilft nur noch Polemik.
Die Politik aus dem Nirgendwo. Humanitäre Hilfe und die Geschichte schwereloser Institutionen
Humanitäre Institutionen erscheinen oft als über dem politischen und lokalen Geschehen schwebende Institutionen, neutral, unparteilich, universalistisch. Doch wer Leben rettet, agiert politisch und ortsgebunden. Wie lässt sich das vereinbaren?
Mölln 1992. Gewalt und Angst, Missachtung und Solidarität
In Mölln setzen am 23. November 1992 Skinheads zwei Wohnhäuser türkischer Familien in Brand. Drei Menschen sterben, weitere werden teils schwer verletzt. Der Anschlag verändert migrantisches Leben im vereinten Deutschland ebenso wie den Umgang von Staat und Gesellschaft mit der rechten Gewalt der frühen 1990er Jahre. Ein Blick zurück.