Kategorie: Geschichten der Gegenwart

Die Rubrik für Themen und Hinter­grund­ge­schichten. Die Beiträge analy­sieren aus geistes- und kultur­wis­sen­schaft­li­cher Perspek­tive die Gegen­wart, befragen Vergan­genes und rufen fast Verges­senes ins Gedächtnis.

Eine Aufgabe für die ganze Gesell­schaft. Historisch-politische Bildung in und außer­halb von Gedenk­stätten

Immer wieder fordern Politiker verpflichtende Schulbesuche in KZ-Gedenkstätten. Dahinter verbirgt sich eine unrealistische Erwartungshaltung an die Möglichkeiten der historisch-politischen Bildung in diesen Einrichtungen. Doch antirassistische Bildungsarbeit ist Aufgabe der gesamten Gesellschaft.

Hong­kongs Proteste, post­ko­lo­nial

Die Hongkonger Proteste sorgen weltweit für Aufmerksamkeit. Vollkommen zu Recht, veranschaulichen sie doch grundsätzliche Themen sowie Konfliktlinien vieler kapitalistischer Gesellschaften. Gleichzeitig stehen die Proteste in direktem Zusammenhang mit Hongkongs kolonialer Geschichte – was allerdings selten erwähnt wird.

1979 – 1999 – 2019: „Kriti­sche Erin­ne­rungs­kultur“ in Deutsch­land vierzig Jahre nach ihrer Entste­hung

Die kritische Erinnerungskultur feiert 2019 ihren 40. Geburtstag. Braucht es heute provokante und spektakuläre Aktionen, um sie der Routinisierung und Entpolitisierung zu entreißen? Besser wäre es, sich auf ihr Kernanliegen zu besinnen: es mit dem Nationalsozialismus genau zu nehmen.

Gegen die Sprach­lo­sig­keit. Als häus­liche Gewalt einen Namen bekam: zur Geschichte der Frauenhaus-Bewegung

Häusliche Gewalt gegen Frauen ist seit geraumer Zeit zu einem vieldiskutierten Thema geworden. Dies war nicht immer so. Dazu, dass sich dies änderte, leisteten autonome Feministinnen und die von ihnen geschaffenen Infrastrukturen in den 1970er-Jahren einen entscheidenden Beitrag.

Im Zeichen der Resi­lienz: 9/11, elas­ti­sche Bürger und der Nahost­kon­flikt

Resilienz-Trainings, wie sie seit gut zehn Jahren von amerikanischen Soldaten und israelischen Schulkindern absolviert werden, entstammen einem neuen, in den USA entwickelten, psychologischen Ansatz. Sie entsprechen einem neuen Gesellschaftsvertrag, der aus der existenziellen Verunsicherung des Westens nach 9/11 entstand.

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Von FARC zu FARC: Die Irrwege des kolum­bia­ni­schen Tran­si­ti­ons­pro­zesses

In Kolumbien gehen derzeit die Menschen auf die Straße, auch um die Umsetzung des Friedensabkommens zu fordern, das 2016 mit der FARC-Guerilla geschlossen wurde. Dieses droht an politischen Hindernissen und den Mängeln der juristischen Aufarbeitung der jahrzehntelangen Gewalt zu scheitern.

Krampf­haftes Kontrast­sehen: Handke, Srebre­nica und der Nobel­preis

Seit die Schwedische Akademie im Oktober 2019 verkündet hat, Peter Handke den Nobelpreis zu verleihen, reisst Kritik an dieser Entscheidung nicht ab. Verdient Handke den Literaturnobelpreis? Verharmlost er Kriegsverbrechen? Verhöhnt er Kriegsopfer? Nimmt er wahr, was andere nicht sehen oder ist er vielmehr blind?

Gespens­ter­be­le­bung. Autor­schaft und Auto­rität

Seit fünfzig Jahren geht die Frage um: Was ist ein Autor? Roland Barthes und Michel Foucault lieferten die entsprechenden Stichwörter. Doch mit welchen Gespenstern, die vom „Tod“ und den „Funktionen“ des Autors übriggeblieben sind, sollte man sich heute abgeben?

No Exit. Warum es so schwer ist, die EU zu verlassen

Anders als oft behauptet, stellt der Brexit nicht den ersten Versuch eines Landes dar, die Europäische Union (inkl. ihrer Vorläufer) zu verlassen. Und dennoch ist alles anders als bei früheren Austrittsprozessen. Warum das so ist, erklärt dieser Essay.

Die Einhe­gung der digi­talen Welt

Soziale Medien eröffnen neue Möglichkeiten der Manipulation und Verunsicherung. Sie politisch regulieren zu wollen, ist nachvollziehbar – aber auch zweischneidig. Denn wenn es demokratiefeindlichen Kräften schwerer gemacht werden soll, müssten wohl auch liberale Normen relativiert werden.

Die Klima­blo­ckade

11.000 Wissenschaftler warnen vor dem «Klimanotfall» – der Menschheit drohe durch die Klimaerwärmung «noch nie dagewesenes Leid». Gleichzeitig werden die ideologischen Konflikte in der Klimafrage immer härter. Sollen diese überwunden werden, braucht es eine Rückbesinnung auf historische Momente, in denen ein Klimakonsens möglich wurde. >>> AusdemArchiv #WiederAktuell

#men, too?

Die #MeToo-Debatte hat einmal mehr gezeigt: Es wäre höchste Zeit, dass die Männer, die das Verhalten der Weinsteins, Trumps etc. beschämend finden, selbst sagen, was sie von sich und ihren Geschlechtsgenossen erwarten.