Kategorie: Geschichten der Gegen­wart

Die Rubrik für Themen und Hinter­grund­ge­schichten. Die Beiträge analy­sieren aus geistes- und kultur­wis­sen­schaft­li­cher Perspek­tive die Gegen­wart, befragen Vergan­genes und rufen fast Verges­senes ins Gedächtnis.

Lektüre: Peter Doggett, The Man Who Sold the World. David Bowie and the 1970s

Sommerzeit – Lesezeit. Heute reisen wir in den Weltraum, zurück in die 1970er Jahre, nach London, Los Angeles und nach West-Berlin. Mit im Gepäck: die David Bowie-Monografie von Peter Doggett.

Lektüre: Sontag, „Ich schreibe, um heraus­zu­finden, was ich denke“. Tage­bü­cher 1964–1980

Nach wie vor sind wir in der Sommerpause. Der Liegestuhl ist ausgeklappt. Erholung kehrt ein. Lesezeit! Heute stellen wir vor: Susan Sontags Tagebücher 1964-1980.

Lektüre: Margue­rite Abouet, Clément Oubrerie, Aya, Leben in Yop City

Von Anfang August bis Anfang September sind wir in der Sommerpause. Das heißt: Zeit zum Ausruhen, Nachdenken, Pläneschmieden. Aber auch: Zeit zum Lesen! Halbwöchentlich stellen wir Bücher vor, die wir als Ferienlektüren empfehlen. Heute: die Graphic Novel-Serie ‚Aya‘ von Marguerite Abouet und Clément Oubrerie.

Und wenn der Herr diese Tage nicht verkürzt hätte… Ein Kommentar zu den „beschleu­nigten Verfahren“ des neuen Schwei­ze­ri­schen Asyl­ge­setzes

Das neue Asylgesetz operiert mit dem vielversprechenden Konzept der „beschleunigten Verfahren“. Es liest sich wie ein Heilsversprechen: bürokratische Effizienz, Ordnung der Strukturen, Kontrolle über juristische Abläufe. In Wahrheit ersetzt es Rechtsstaatlichkeit durch eine fatale Mischung von gesundem Menschenverstand und christlicher Barmherzigkeit.

Fitter, healt­hier, and more produc­tive: Das Ideal des selb­st­op­ti­mierten Menschen ist der Cyborg

Cyborgs haben Konjunktur und sind mitten unter uns. Ein Rückblick in die Geschichte dieses Konzepts kann helfen, die ökonomischen Hintergründe unseres Dranges zur Selbstoptimierung durch Anpassung zu verstehen.

Gender, Femi­nismus und der rechts­na­tio­nale Ekel vor der „Gleich­ma­cherei“

Gender- und Feminismus-Bashing gehört genauso zur neuen Rechten wie die rassistische Abwertung des Fremden. Überlegungen zu Geschlecht und rechter Politik.

Bye Bye Brazil. Eine Krimi­nal­farce

Die liberale Presse jubelt: Nach dem Sturz der gewählten Präsidentin Rousseff sei Brasilien „auf neuem Kurs“ (NZZ); das Land erwarte „einen radikalen Bruch mit dem linken Interventionismus“ (The Economist). Dabei ist die neue Regierung eine Clique von Korrupten und Kriminellen.

Der krea­tive Impe­rativ. Arbeiten – immer schöner und immer prekärer

Der aktuelle Wandel der Arbeit wirft viele Fragen auf. Auch die laufende Manifesta 11 will die Bedingungen, unter denen wir heute arbeiten, künstlerisch-kritisch beleuchten. Paradoxerweise wird die Prekarisierung der Arbeit dabei aber eher verstärkt als reflektiert.

Stachel­draht und volles Boot (Nach­trag: Glarner II)

Es ist nicht das erste Mal, dass das Selbstbild des „Asyllandes Schweiz“ und die reflexartige Abwehr von Flüchtlingen kollidieren. 1942 sprach Albert Oeri von „Grausamkeit auf Vorrat“. Können die Lehren der Geschichte uns davor bewahren, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen?

Hürden­po­litik. Wie Forschungs­för­de­rung Forschung verhin­dert

Die Förderpolitik des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) entfernt sich in den letzten Jahren immer mehr vom Kriterium der Qualität als einzigem Kriterium für die Förderung von Forschung. Stattdessen werden in erzieherischer Manier immer mehr Hürden eingeführt, die zunehmend eine forschende Kunstfigur erschaffen.

Das chro­ni­sche Leiden der Univer­sität. Auch Hoch­schul­re­formen haben eine lange Geschichte

Die Universitäten befinden sich in einer Krise. Doch ist diese alt oder neu – und wird sie durch die Bologna-Reform gemildert oder erst produziert? Vielleicht ist die Krise der Universität gar „chronisch“, wie Jürgen Habermas schon in den 1960er Jahren vermutete.

Unbe­lehr­bare alte Männer. „Der Spiegel“ und der deut­sche Kolo­ni­al­krieg in Namibia

Anlässlich der Armenien-Resolution des Deutschen Bundestages empfahl Präsident Erdogan den Deutschen, erst einmal ihre eigene Kolonialvergangenheit aufzuarbeiten. „Spiegel“-Journalist Bartholomäus Grill fuhr zur Geschichtsstunde nach Namibia und kam mit aufgewärmten Thesen und einer Verschwörungstheorie zurück.