Die Rubrik für Themen und Hintergrundgeschichten. Die Beiträge analysieren aus geistes- und kulturwissenschaftlicher Perspektive die Gegenwart, befragen Vergangenes und rufen fast Vergessenes ins Gedächtnis.
Geschichten der Gegenwart
Der Sound der Basis: Musikvereine als Chance?
Chorsingen und Blasmusik in ihren lokalen und nationalen Vereinigungen zählen – ebenso wie das Vereinswesen allgemein mit seinen 80-100′000 Vereinen – zur Schweizer Kulturerbe-Liste der Lebendigen Traditionen. Dazu kommen zahlreiche Vereine, die sich Kammer- und Orchestermusik widmen: Sind sie Relikt einer sich überlebenden Gesellschaftskultur – oder ein Erfolgsmodell mit Zukunft?
„The Odyssey ist ein Kriegsfilm, ein Film über Trauma und Erinnerung“
"Die Filmsprache, die Schnitte, die Kameraführung, die Farben, die Musik. Wer den Film auf die Handlung reduziert, übersieht wesentliche Dimensionen" - Ein Gespräch von Christine Lötscher mit der Kulturwissenschaftlerin und Amerikanistin Elisabeth Bronfen.
Der Sound zum Buch: Transmedia Storytelling durch Playlists
„Stille“ Tätigkeiten wie Lesen oder Lernen sind in der gegenwärtigen Populärkultur zunehmend von Musik begleitet, von kuratierten Playlists. Im Rahmen des GdG-Musiksommers fragt sich Christine Lötscher, worin die Faszination des Lesens mit Musik besteht.
Revolte gegen Moskau? Kehlkopfgesang und Rap aus Sibirien
Von Tywa bis zum Omsker Gebiet positionieren sich sibirische Musiker*innen auffällig oft als sibirisch und lassen dabei ein Wort bezeichnenderweise aus: Russland. Ein Streifzug durch die Popkultur, die Ethno-Szene und den Underground Sibiriens auf der Suche nach einer Selbstverortung, die vor allem nach dem Februar 2022 mehr als eine geografische Angabe ist.
Ein (un)komplizierter Held: Christopher Nolan saniert die Antike
Die Altphilologin Katharina Wesselmann ist für Geschichte der Gegenwart ins Kino gegangen und hat dabei zugeschaut, wie Christopher Nolan die Ambivalenzen der berühmten literarischen Vorlage zu Action verarbeitet. Doch wird der Blockbuster der literarischen Vielschichtigkeit seines antiken Helden gerecht und zu welcher Projektionsfläche stilisiert er ihn?
Ein Abschluss, den es nicht gibt
Am 28. Juni, dem Tag der Verfassung der Ukraine, präsentierte Präsident Wolodymyr Selenskyj einen Gesetzesentwurf für ein ukrainisches Nationalpantheon. Was steckt hinter dieser Entscheidung?
„Etwas zu tun heisst, Hoffnung zu haben“. Zwei Generationen zivilgesellschaftliches Engagement
Seit 2020 sind knapp 2000 NGOs in Belarus liquidiert worden. Auch weltweit wird zivilgesellschaftliches Engagement von autokratischer und illiberaler Politik diskreditiert und unterdrückt. Ina Rumiantseva, Gründerin und Vorsitzende von Belarus Taskforce e.V. (2024) und Irina Gruschewaja, Co-Gründerin der Organisation Den Kindern von Tschernobyl (1989) im Gespräch mit Philine Bickhardt.
#Eskapismus. Die (Ent-)Politisierung populärer Literatur
Alle reden von Eskapismus. Und zwar zumeist in vorwurfsvollem Ton. Aber Eskapismus kann vieles sein, eine Entpolitisierung von Kunst ebenso wie eine kritische Absage an politische, mediale und ökonomische Aufmerksamkeitslogiken.
Plebiszitäres Verführungspotential direktdemokratischer Instrumente
Rechtspopulistische Parteien fordern mehr direkte Demokratie. Doch das Beispiel der Schweiz zeigt, wie manipulativ Populisten die Instrumente der direkten Demokratie nutzen, um Grundrechte der Verfassung, aber auch das Völkerrecht zu relativeren sowie rechtsstaatliche Grundsätze zu unterminieren.
Gewalt gegen Frauen im deutschen „Stadtbild“
Der gefährlichste Ort für Frauen war immer schon ihre Beziehung. Doch anstatt sich mit den Ursachen auseinanderzusetzen, wird Gewalt gegen Frauen häufig als Problem der vermeintlich „Anderen“ oder „Fremden“ dargestellt. Diese Projektion hat eine lange Geschichte.
Die Hungersnot in Irland als finanzpolitisches Verhängnis – Plädoyer für eine neue Hungerforschung
Was haben Geld- und Finanzmarktpolitik mit der Entstehung von Hungersnöten zu tun? Eine neuere Studie des Wirtschaftshistorikers Charles Read zeigt, wie Hungerforschung neu zu denken ist, weil wirtschaftspolitische Umstände, die scheinbar nichts mit Nahrungsmitteln zu tun haben, wesentlich zu Hunger beitragen können.
Missbrauchte Migration: Das doppelte Spiel der SVP mit der Zuwanderung
Am 14. Juni 2026 stimmen die Schweizer:innen über eine Volksinitiative der Schweizerischen Volkspartei (SVP) ab, die eine Bevölkerungsobergrenze von 10 Millionen in die Verfassung festschreiben will. Das Ziel der „Nachhaltigkeit“ ist vorgeschoben: Denn vor dem historischen Wechselspiel zwischen Asyl- und Sozialpolitik wird erkennbar, dass Abschottung immer auch der Einschränkung von Sozialleistungen dient.











