Geschichten der Gegenwart

Die Rubrik für Themen und Hinter­grund­ge­schichten. Die Beiträge analy­sieren aus geistes- und kultur­wis­sen­schaft­li­cher Perspek­tive die Gegen­wart, befragen Vergan­genes und rufen fast Verges­senes ins Gedächtnis.

Stra­te­gi­sche Verknüp­fungen, „oppor­tu­nis­ti­sche Synergien“

Was haben Impfgegner:innen mit Putinunterstützer:innen gemein? Wozu verwenden Diktatoren, die andere Länder besetzen, postkoloniale Theorien? Über strategische Verknüpfungen und „opportunistische Synergien“.

Texte, die es nicht geben sollte und die trotzdem geschrieben werden müssen. Zwei Jahre Angriffs­krieg gegen die Ukraine

Wir geben heute einen Überblick über die Texte, die seit Beginn des russländischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auf GdG publiziert worden sind: Texte über die ukrainische Geschichte und Literatur, über Flucht, Desinformation und das Verhältnis von kulturellem und realem Krieg.

Impe­riale Blind­heit und russi­sche Identität

Putins Behauptung, die Idee einer eigenständigen nationalen Identität der Ukraine sei nichts als eine Verschwörung der westlichen Feinde Russlands, lässt tief blicken. Denn sie ist untrennbar mit der Entstehung des Russischen Reiches, seiner Geographie und der Art seiner kolonialen Herrschaft über andere Nationen verbunden.

Klasse im Anzug

In modernen Klassengesellschaften markieren Kleider, welche Stellung man im sozialen Gefüge einnimmt. Diskutiert wird zwar mehr über weibliche Bekleidung (nicht zuletzt dann, wenn Männer sie tragen möchten). In den Kämpfen um Macht und Anerkennung zentral ist aber bis heute der Männeranzug.

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Geschichte der Gegenwart
Geschichte der Gegenwart
Koloniale Kontaktzonen. Annemarie Schwarzenbachs Reisen zwischen Engagement und Imperialismus
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  • Koloniale Kontaktzonen. Annemarie Schwarzenbachs Reisen zwischen Engagement und Imperialismus

    Koloniale Kontaktzonen. Annemarie Schwarzenbachs Reisen zwischen Engagement und Imperialismus

    Feb 11, 2024 • 15:07

    Im Zentrum postkolonialer Analysen steht nicht die moralische Anklage, sondern das kritische Verstehen historischer Diskurse. Was es bedeuten kann, die damit einhergehenden Ambivalenzen auszuloten, zeigt sich in der Auseinandersetzung mit Annemarie Schwarzenbach, einer der wichtigsten Autorinnen der Schweizer Literatur.

  • Kinderbuchklassiker postkolonial lesen, oder: Warum Literatur(vermittlung) und Lektüre immer schon politisch sind

    Kinderbuchklassiker postkolonial lesen, oder: Warum Literatur(vermittlung) und Lektüre immer schon politisch sind

    Nov 12, 2023 • 13:24

    Die Diskussion um rassistische Sprache in Klassikern wird hitzig geführt, vor allem wenn es um Kinderbücher geht. Doch der Kulturbetrieb muss beweglicher werden und endlich die Perspektiven derjenigen wertschätzen, die von rassistischer Sprache diskriminiert und ausgeschlossen werden.

  • Frankreichs versehrte Jugend in den Banlieues. Eine jugendliche Existenz, in der Gewalt allgegenwärtig ist

    Frankreichs versehrte Jugend in den Banlieues. Eine jugendliche Existenz, in der Gewalt allgegenwärtig ist

    Oct 22, 2023 • 14:59

    Über die jüngsten Vorstadtunruhen in Frankreich wurde auch in deutschsprachigen Medien umfassend berichtet. Doch moralische Schlagseiten in der Debatte sowie einseitige Sichtweisen auf das Geschehen werden den vielfältigen Ursachen nicht gerecht.

  • „Wir weigern uns zu gehorchen.“ Der lange Kampf gegen rassistische Gewalt in Frankreich

    „Wir weigern uns zu gehorchen.“ Der lange Kampf gegen rassistische Gewalt in Frankreich

    Oct 8, 2023 • 19:50

    Im vergangenen Juni wurde der 17jährige Nahel in einer Pariser Banlieue von einem Polizisten erschossen. Seit den 1970er Jahren rufen Polizeigewalt und der sie ermöglichende struktureller Rassismus immer wieder große Proteste hervor – so schon vor 50 Jahren in Marseille.

  • Wissenschaftssimulation

    Wissenschaftssimulation

    Sep 24, 2023 • 1:04:11

    Podiumsgespräch mit Nicola Gess und Katja Berlin.

  • Seriensommer, Folge 3: Gespenstisch transparent

    Seriensommer, Folge 3: Gespenstisch transparent

    Aug 13, 2023 • 15:37

    Mit dem Coming Out einer pensionierten Professorin rückt die Serie „Transparent“ (2014–2019) das Thema Transgender ins Zentrum. Angesichts der Auflösung fester Geschlechterrollen sowie aktueller Verschiebungen im amerikanisch-jüdischen Selbstbild stellt sie die Frage nach Herkunft und Identität.

  • Seriensommer, Folge 2: Drama, hochdosiert

    Seriensommer, Folge 2: Drama, hochdosiert

    Aug 6, 2023 • 18:55

    Arztserien gehören seit den 1950er Jahren weltweit zu den erfolgreichsten TV-Formaten. Mit ihrer hohen Reichweite prägen sie die Vorstellungen von Medizin, Gesundheitsversorgung und den Gesundheitsberufen massgeblich – und haben (un)erwünschte Nebenwirkungen.

  • Wer hat Angst vor multikulturellen Kinderbüchern?

    Wer hat Angst vor multikulturellen Kinderbüchern?

    May 21, 2023 • 22:29

    Ein Blick in die USA zeigt, dass die Warnung vor linker Cancel Culture und Wokeism in Wirklichkeit eine massive Verbotswelle von Kinder- und Jugendbüchern vorbereitet hat, die über Rassismus und Sexismus aufklären. Philip Nel über Geschichte und Aktualität des konservativen Zensureifers.

  • Über die Nakba sprechen lernen

    Über die Nakba sprechen lernen

    Apr 16, 2023 • 18:00

    Um eine stabile jüdische Mehrheit zu sichern, vertrieb Israel bei seiner Gründung hunderttausende Palästinenser:innen. Das Geschehen von 1948 ist wie ein Brennglas für aktuelle Fragen: nach der Zukunft eines jüdisch definierten Staates und nach der Utopie eines gleichberechtigten Einheimischseins.

  • Lob des Verbots

    Lob des Verbots

    Mar 19, 2023 • 15:11

    Verbote sind im Zeitalter des Neoliberalismus verpönt. Aber sie werden immer dringender dort, wo es am meisten brennt: in der Klimapolitik

Kolo­niale Kontakt­zonen. Anne­marie Schwar­zen­bachs Reisen zwischen Enga­ge­ment und Imperialismus

Im Zentrum postkolonialer Analysen steht nicht die moralische Anklage, sondern das kritische Verstehen historischer Diskurse. Was es bedeuten kann, die damit einhergehenden Ambivalenzen auszuloten, zeigt sich in der Auseinandersetzung mit Annemarie Schwarzenbach, einer der wichtigsten Autorinnen der Schweizer Literatur.

Von Mythen und Para­digmen. Graham Hancocks „Ancient Apoca­lypse“ auf Netflix

Netflix bietet mit der Doku-Serie „Ancient Apocalypse“ dem britischen Investigativjournalisten und Bestsellerautor Graham Hancock die große Bühne für seine umstrittene Rekonstruktion der menschlichen Frühgeschichte. Was ist dran an diesem schillernden Mix aus historischer Wahrheitssuche und verschwörungstheoretischen Argumentationsmustern?

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Verän­derte Selbst­ver­ständ­nisse. Plädoyer für eine Neube­nen­nung der Person

Heute verstärken sich Argumente gegen das Individuelle, dem als westliches Konzept die Gemeinschaftsorientierung fehlt. Dividuation hingegen geht von einem erweiterten Verständnis aus und berücksichtigt soziale, kulturelle und ökologische Faktoren, die eine Person ebenfalls ausmachen und zu ihrer Gesamtverfassung beitragen.

From the River to the Sea gibt’s viel Raum für Interpretationen.

Der Slogan „From the river to the sea palestine will be free“, der auf Demonstrationen in Europa und Nordamerika skandiert wird, ist weitaus vieldeutiger, als es scheint. Ihn pauschal als antisemitisch zu verurteilen, führt in die Irre.

und

Wer will nicht zu den Soldaten? Russi­sche und ukrai­ni­sche Deser­teure – vor dem Hinter­grund der deut­schen Geschichte

Deserteure gehören zum Krieg, seit es Soldaten gibt. Doch welche Fahnenflucht als feige und welche als heroisch gilt, hängt stets von der Parteinahme in einem Konflikt ab.

Lachen im Krieg. Humor als Waffe des Widerstands

Humor stellt Gesellschaft her und macht Hoffnung auf eine andere Zukunft. Leidet eine Bevölkerung unter einer Besatzung, dann gehören frecher Humor und subtiler Sprachwitz zu den Waffen der Unterdrückten, sei es in der Ukraine heute oder im besetzten Frankreich im Zweiten Weltkrieg.

Ernäh­rung im Zeichen der Rein­heit: Verfloch­tene Debatten über Vege­ta­rismus in Europa, den USA und Indien (ca. 1850–1957)

Der Siegeszug vegetarischer und veganer Lebensweisen im Westen seit Mitte des 19 Jahrhunderts geht auf recht freie Übernahmen indischer Esskulturen zurück, deren westliche Interpretationen sich zwischen Körperpraktiken und Rassetheorien bewegten. Dabei wirkte die Internationalisierung des Vegetarismus wieder auf die indischen Ernährungsbewegungen zurück.

Die Schul­den­bremse. Über eine para­doxe Regie­rungs­tech­no­logie der Austerität

Das ordoliberale Regelwerk, zu dessen wichtigsten Instrumenten die Schuldenbremse gehört, zielt darauf, die Wirtschaftspolitik vor der Macht wirtschaftlicher Interessengruppen zu schützen. Doch diese scheinbar entpolitisierte Regierungsrationalität hat paradoxe politische Effekte.