Nach 1945 und bis Ende der 1950er Jahre ging eine Welle von Anschuldigungen wegen Hexerei durch Deutschland, und Zehntausende strömten zu Wunderheilern. Warum? Und was verbindet diese Phänomene mit heutigen Verschwörungsmythen? Ein Gespräch mit der amerikanischen Historikerin Monica Black.

20. Dezember 2020Lesezeit ca. 10 MinutenArtikel druckenIn Pocket speichern

Svenja Golter­mann: Verschwö­rungs­theo­rien ziehen Millionen von Menschen in ihren Bann; dies wird im Zusam­men­hang mit der Corona-Pandemie sehr deut­lich. Das Spek­trum an irre­füh­ren­denden und gele­gent­lich auch gefähr­li­chen Fake News ist breit, es reicht von der Behaup­tung, geheime Mächte hätten die Pandemie in Gang gesetzt, um eine „neue Welt­ord­nung“ zu etablieren, bis hin zu Erklä­rungen aus dem Kreis der Esoteriker:innen, einen Beweis für das Corona-Virus gäbe es über­haupt nicht, entspre­chend müsse man sich auch dem „Impf­wahn­sinn“ widersetzen.

Monica, Du bist Histo­ri­kerin und forschst seit Jahren zur euro­päi­schen Geschichte im 20.  Jahr­hun­dert, insbe­son­dere zur deut­schen Nach­kriegs­ge­schichte. Dein jüngstes Buch ist gerade erschienen A Demon-Haunted Land: Witches, Wonder Doctors, and the Ghosts of the Past in Post-WWII Germany. Handelt es sich um ein Buch über Verschwörungsmythen?

Monica Black: Ja und nein, würde ich sagen – wobei es in meinem Buch defi­nitiv um Zugänge geht, die Welt zu begreifen, die heute schwer zu verstehen sind und uns manchmal ziem­lich absto­ßend erscheinen können. Im Wesent­li­chen versucht das Buch, einen Aspekt der west­deut­schen Nach­kriegs­ge­schichte zu erfassen, der für Historiker:innen oft schwer zugäng­lich ist: Es geht um die spiri­tu­ellen und sozi­al­psy­cho­lo­gi­schen Effekte, die die Nieder­lage im Zweiten Welt­krieg und die Offen­le­gung des Holo­caust auf die deut­sche Gesell­schaft hatten. Ich behaupte, dass Deutsch­land nach der Nieder­lage sowohl in physi­scher als auch in meta­phy­si­scher Hinsicht zerbro­chen war. Die Nieder­lage warf eine Reihe äußerst schwie­riger Fragen nach mora­li­scher Schuld und Verant­wor­tung sowie nach Verur­tei­lung und juris­ti­scher Schuld auf.

Hannah Arendt beschrieb bekannt­lich die „Reali­täts­flucht“ der Nach­kriegs­deut­schen und ihre Unfä­hig­keit, „zwischen Fakten und Meinungen zu unter­scheiden“. Aber es gab auch Gründe dafür, dass die Realität keinen Sinn mehr machte. Die Welt an sich – das Leben, die Alltags­wirk­lich­keit, die physi­sche Umwelt, die mensch­li­chen Bezie­hungen, die ganze Art und Weise, wie man die Welt wahr­nahm und verstand – war drama­tisch und gewaltsam erschüt­tert worden. Ich unter­suche das Unbe­hagen, die Verwer­fungen und die Entfrem­dung, die die Menschen in diesen Jahren empfanden; in einer Zeit, die wir gewöhn­lich mit dem Wirt­schafts­wunder und dem raschen Wieder­aufbau in Verbin­dung bringen. Es war aber eben auch die Zeit, in der der Wunder­heiler Bruno Gröning berühmt wurde; eine Zeit, in der es einen rasanten Anstieg von Anschul­di­gungen zwischen Nach­barn gab, die sich der Hexerei bezich­tigten, und in der sich auch die Zahl der Mari­en­er­schei­nungen und weiterer scheinbar „unzeit­ge­mäßer“ Phäno­mene erheb­lich vervielfältigte.

SG: Ich habe ein wenig über diesen Wunder­heiler Bruno Gröning recher­chiert, der in Deinem Buch eine zentrale Rolle spielt. Er starb 1959 und doch ist er heute alles andere als vergessen, wofür der 1979 ins Leben geru­fene „Bruno Gröning-Freundeskreis“ sorgt, der nach wie vor den „Heil­fluss“ Grönings beschwört, der auch heute noch wirke. 12.000 bis 60.000 Anhänger:innen sollen dem „Freun­des­kreis“ heute ange­hören. Laut FAZ war er damit 2018 „eine der größten Psycho­gruppen im Land“. Was macht nun die Figur Bruno Gröning histo­risch interessant?

Bruno Gröning in Herford, 1949, mit Briefen von Anhän­gern; Quelle: youtube.com

MB: Mich inter­es­siert weniger die Person Gröning als viel­mehr das, was wir durch sie über die Nach­kriegs­ge­sell­schaft raus­kriegen können. Als Gröning in Herford auftauchte, hatte gerade eine Flut apoka­lyp­ti­scher Gerüchte das Land aufge­wir­belt. Sein Besuch fiel buch­stäb­lich mit dem Datum zusammen, für das diese Gerüchte, die über Mund-zu-Mund-Propaganda und über Zeitungen weit verbreitet worden waren, das Ende der Welt voraus­ge­sagt hatten. Dadurch erhielt seine Erschei­nung eine spezi­fi­sche Bedeu­tung: Der erwar­tete Welt­un­ter­gang war einer Zeit der Heilung und Erlö­sung gewi­chen. Dies ist nur ein Beispiel, an dem wir etwas von der heil­brin­genden Wirkung wahr­nehmen können, die Menschen mit Gröning verbanden.

SG: Könnte es auch sein, dass Gröning im Hinblick auf die Medizin eine Leer­stelle füllte?

MB: Ja, tatsäch­lich nahm Gröning in der Nach­kriegs­zeit eine ganz beson­dere Stel­lung ein. Zwar waren Formen der über­na­tür­li­chen oder magi­schen Heilung für eine große Anzahl von Menschen sehr attraktiv; das war schon vor dem NS-Regime so, während­dessen und nach dessen Ende. In diesem Sinne war Gröning Teil eines umfas­sen­deren und schon länger bestehenden Phäno­mens. In der Nach­kriegs­zeit war Gröning jedoch für weite Teile der Bevöl­ke­rung ein Objekt enormer Anzie­hungs­kraft – auch für solche, die einen Heiler wie ihn eigent­lich nicht aufge­sucht hätten. Die Medizin war im „Dritten Reich“ bekannt­lich korrum­piert, perver­tiert und zu euge­ni­schen Zwecken einge­setzt worden.

Viele Menschen waren in den Nach­kriegs­jahren Ärzten gegen­über miss­trau­isch oder hatten das Gefühl, die Medizin habe sie im Stich gelassen. Doch während Menschen mit allen erdenk­li­chen Beschwerden zu Gröning kamen, hatte er seine größten Erfolge angeb­lich bei der Behand­lung von Menschen mit Formen plötz­li­cher Lähmungen – Menschen etwa, die nicht mehr gehen konnten –, aber auch von vorüber­ge­hender Blindheit.

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Das fand ich beson­ders inter­es­sant, weil es in meinen Augen die Frage aufwirft, was denn genau die Gesell­schaft nach dem Krieg plagte und was Bruno Gröning heilte, wenn er Menschen behan­delte. Es waren soziale Formen von Krank­heit, Formen von Krank­heit, die aus Miss­trauen und Entfrem­dung entstanden. Die Menschen vertrauten Gröning in einer Weise, in der sie meinten, anderen, auch ihren Ärzten, nicht mehr vertrauen zu können. Sie wollten ihn treffen, mit ihm sitzen, ihm nahe sein, mit ihm sprechen.

Anhänger Grönings beim Traberhof in Rosen­heim, 1949; Quelle: YouTube.com

SG: Gröning war aber nicht unum­stritten, richtig?

MB: Anfang der 1950er Jahre wurde Gröning wegen Verstoßes gegen das Heil­prak­ti­ker­ge­setz vor Gericht gestellt und von Alex­ander Mitscher­lich einer Fern­ana­lyse unter­zogen, der in ihm eine Art Hitler 2.0 sah. Mitscher­lich wies darauf hin, dass Gröning eine gewisse Mystik kulti­vierte, die solche Meinungen stärkte – seine Neigung, sich ganz in Schwarz zu kleiden und auf Balkonen zu stehen, um die Menschen bei seinen Versamm­lungen anzu­spre­chen. Und Mitscher­lich war nicht der Einzige, der Gröning mit einer Mischung aus Skepsis und Furcht betrach­tete. Vielen war nicht klar, was er genau reprä­sen­tierte, welche Wirkung er hatte und was genau seine Absichten waren. Aber in vielerlei Hinsicht scheint Gröning über die Reak­tionen, die er von der Öffent­lich­keit erhielt, genauso über­rascht (und sogar alar­miert) gewesen zu sein wie seine Kritiker. Er war beispiels­weise fassungslos, wie viele Menschen bei manchen Anlässen zu ihm kamen. Einmal sagte er der Presse: „Jedes Wohn­haus ist ein Kran­ken­haus“, als sei er scho­ckiert von der schieren Menge der mensch­li­chen Not. Deshalb wollte ich auch hier die Art dieser Reak­tionen verstehen, um die Bedürf­nisse und was sie ausdrückten, entzif­fern zu können –  also die verschie­denen Arten des Leidens, die in diesen Versamm­lungen um seine Person zum Ausdruck kamen, und die eben nicht alle biolo­gisch oder physisch waren.

SG: Es gibt ein weiteres, bemer­kens­wertes Phänomen in der Nach­kriegs­zeit, das Du eingangs bereits erwähnt hast, und das sind die Anschul­di­gungen, Hexerei zu betreiben. Zwischen Ende der 1940er bis Ende der 1950er Jahre stiegen diese Fälle beträcht­lich. Trotzdem haben Zeithistoriker:innen bisher nichts darüber geschrieben. …

MB: Ja, erstaun­lich, denn verschie­dene über­re­gio­nale Medien berich­teten ausführ­lich über diesen Anstieg; und in den Landes­re­gie­rungen, unter Kleri­kern, Jour­na­listen, Akade­mi­kern, Meinungs­for­schern und vielen anderen war man über diese Entwick­lung ziem­lich besorgt. Auch wenn wir Anschul­di­gungen wegen Hexerei mit der Frühen Neuzeit in Verbin­dung bringen, hörten solche Denun­zia­tionen eigent­lich nie auf. Sie führten nach dem 18. Jahr­hun­dert einfach nicht mehr zu groß­an­ge­legten kleri­kalen Unter­su­chungen und Hinrich­tungen. Seine Nach­barin oder seinen Nach­barn der Hexerei zu bezich­tigen, war also weder ein unbe­kanntes Phänomen noch war es für Deutsch­land spezi­fisch. Die Frage aller­dings ist: Warum dieser plötz­liche Anstieg nach dem Zweiten Weltkrieg?

Anthropolog:innen und Historiker:innen, die sich mit dem Thema Hexen beschäf­tigen, würden sagen, dass Ängste vor Hexen – und Hexen­vor­würfe – eher in Momenten der Insta­bi­lität und Unsi­cher­heit auftau­chen, in Momenten, die der Situa­tion nach dem Zweiten Welt­krieg in Deutsch­land sehr ähnlich sind. Im Grunde genommen ist die Beschul­di­gung, eine Hexe zu sein, gleich­be­deu­tend mit der Beschul­di­gung, an einer Verschwö­rung betei­ligt zu sein, sich mit dämo­ni­schen Kräften verschworen zu haben, um verdeckt Böses zu tun – um Schaden, Unglück und Krank­heit zu verur­sa­chen. In diesem Sinne kann man den Vorwurf der Hexerei als einen Ausdruck des zwischen­mensch­li­chen und gemein­schaft­li­chen Konflikts verstehen.

SG: Könn­test Du noch etwas genauer ausführen, was das mit Blick auf die Nach­kriegs­zeit meint?

Quelle: Der Spiegel, 4. April 1951

MB: Ein Fall, für den es noch zahl­reiche Zeug­nisse gibt, ereig­nete sich in Dith­mar­schen, als ein örtli­cher Heiler eine Flut von Gerüchten über Hexen in der Nach­bar­schaft auslöste. Als ich diese riesige Akte in den Archiven in Schleswig las, entdeckte ich, wie dicht unter der Ober­fläche des tägli­chen Lebens verschie­dene soziale Span­nungen fort­be­standen, die mit der Nazi-Vergangenheit zusam­men­hingen, und wie leicht ein Gefühl des Unbe­ha­gens und des Miss­trauens  auch noch zehn Jahre nach Kriegs­ende entfacht werden konnte.

Wir müssen uns klar­ma­chen, was für eine ange­spannte Atmo­sphäre in einigen Gemeinden herrschte, vor allem in Gegenden, in denen jeder jeden kannte. Viele Menschen in den 1950er Jahren erin­nerten sich nur allzu gut daran, wie sich die neue natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ordnung mit der Macht­über­nahme durch die Diktatur etabliert hatte – an die Art und Weise, wie die neuen Macht­haber Eigentum, Macht und Posi­tionen an sich rissen und unter Freunden und Verbün­deten verteilten. Nach 1945 verloren dieselben Freunde und Verbün­deten dann manchmal ihre unrecht­mäßig erwor­benen Besitz­stände. Dieje­nigen, die im „Dritten Reich“ soziale und andere Formen der Macht besaßen und sie dann wieder verloren, lebten Seite an Seite mit denje­nigen, die ihre Macht zuvor einge­büßt hatten und sie jetzt nach dem Krieg zurück­ge­wannen. In Gemein­schaften, in denen ‚Hexerei‘ ein Idiom des sozialen Konflikts war, war das eine Situa­tion, in der solche Anschul­di­gungen hochkamen.

Die ganze Geschichte war nicht so unglaub­lich, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Schließ­lich hatten die Hexerei-Vorwürfe gewisse struk­tu­relle Ähnlich­keiten mit dem natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Anti­se­mi­tismus. Eine der Haupt­fi­guren des Buches, ein ehema­liger Schul­lehrer namens Johann Kruse, der sich intensiv darum bemühte, die Öffent­lich­keit über die sozial verhee­renden Aspekte von Hexerei-Vorwürfen aufzu­klären, erkannte dieses Problem bereits in den 1920er Jahren. Er beob­ach­tete, wie oft die Menschen in schwie­rigen Zeiten nach einem Schul­digen suchten, wenn es Probleme gab. Und nicht selten, so stellte er fest, hing dies mit dem zusammen, was er Juden­hetze nannte. Anders formu­liert: Sowohl Hexerei-Vorwürfe als auch Anti­se­mi­tismus waren Formen des sozialen ‚Othe­ring‘, die die Suche nach einem Sünden­bock beinhal­teten, nach jemandem, dem man die Schuld geben kann, wenn etwas schiefläuft.

SG: Anfang der 1960er Jahre war diese Welle an Hexerei-Anschuldigungen wieder abge­ebbt. Hast Du eine Erklä­rung dafür?

MB: Die Ängste und das soziale Miss­trauen, die diese Anschul­di­gungen in erster Linie auslösten, schwächten sich in den zwei Jahr­zehnten nach dem Krieg allmäh­lich ab. Aller­dings wird der Vorwurf der Hexerei auch oft durch eine Viel­zahl von Ereig­nissen ange­trieben, und eine damit in Gang gesetzte Suche nach Antworten, die erklärbar machen, warum man eine Pech­strähne nach der anderen erlebt. In den späten 1950er und frühen 60er Jahren begann sich das Leben vieler Menschen erheb­lich zu verbes­sern. Mate­riell gesehen standen viele besser da als jemals zuvor. Und mit zuneh­mendem Abstand zum Kriegs­ende schwand allmäh­lich die Angst, der Nachbar könnte einen latenten Groll hegen oder einen wegen eines früheren Verge­hens bloßstellen.

SG: Eine letzte Frage, mit der ich gerne noch einmal den Bogen in die Gegen­wart schlagen würde. Gibt es etwas, was Du aus Deiner Beschäf­ti­gung mit den Verschwö­rungs­my­then und Phan­tasmen der Nach­kriegs­zeit ziehen konn­test, um die gegen­wär­tige Konjunktur an Verschwö­rungs­my­then besser zu verstehen?

MB: Wichtig wäre mir Folgendes: In einer Gesell­schaft wie der Deinen oder der meinen – in Deutsch­land und den USA –, gibt es eine anhal­tende Neigung, ein Aufblühen von über­na­tür­li­chem Denken oder Verschwö­rungs­vor­stel­lungen nicht nur als zutiefst befremd­lich, sondern sogar als unver­ständ­lich zu betrachten, und eigent­lich als zu abstrus, um sich darüber viele Gedanken zu machen. Die moderne Welt soll sich ja unter anderem dadurch auszeichnen, dass sie sich von der Angst vor Hexen oder Vorstel­lungen von dämo­ni­schen Verschwö­rungen distan­ziert, die man übli­cher­weise mit einer früheren Zeit verbindet.

Als Histo­ri­kerin (und auch US-Amerikanerin!) erschien mir diese Annahme schon immer ganz offen­sicht­lich falsch. Wie Du schon sagst, verbreiten sich in der heutigen Zeit die wildesten Verschwö­rungs­theo­rien mit unglaub­li­cher Geschwin­dig­keit über modernste Tech­no­lo­gien – man denke nur an QAnon mit seinen Behaup­tungen über Satan anbe­tende kanni­ba­li­sche Sex-Händler in der Demo­kra­ti­schen Partei. Tatsäch­lich gibt es oftmals, so scheint mir, eine sonder­bare Über­schnei­dung zwischen der Verbrei­tung neuer Tech­no­lo­gien in unserer Welt und vermeint­lich über­holten Ängsten. Das müsste eigent­lich denje­nigen, die von der Ratio­na­lität der Moderne über­zeugt sind, zu denken geben.

Fest­halten würde ich aber auch: Elemente der QAnon-Verschwörungstheorie haben eine frap­pie­rende Ähnlich­keit mit der soge­nannten „sata­ni­schen Panik“ der 1980er Jahre in den USA und in Groß­bri­tan­nien. Es gibt nur wenige Berichte, die ich gelesen habe, in denen versucht wurde, diese Verbin­dungen genauer heraus­zu­ar­beiten. Aller­dings scheint es hier sowohl um ein kultu­relles Gedächtnis zu gehen – das heißt, um die Art von Motiven und Ideen, die immer wieder aufge­griffen werden – als auch um eine anthro­po­lo­gi­sche Frage. Warum sind Menschen über alle Zeiten und Kulturen hinweg so faszi­niert von Vorstel­lungen über das über­na­tür­lich Böse, und warum sind diese Vorstel­lungen so oft mit dem Trinken von Blut und anderen Formen der körper­li­chen Verlet­zung verbunden? Für mich als Histo­ri­kerin gehört dies zu den Fragen, über die ich gerne mehr heraus­finden würde.

Monica Black, A Demon-Haunted Land: Witches, Wonder Doctors, and the Ghosts in Post-WWII Germany, New York 2020
Das Buch erscheint 2021 in deut­scher Über­set­zung bei Klett-Cotta.
Über­set­zung: Svenja Goltermann

 

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