Blut und Spiele – Mixed Martial Arts als reaktionärer Code
Dieses Jahr sind erstmals Mixed-Martial-Arts-Kämpfe im Weissen Haus geplant. Angekündigt als „UFC White House“ zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung, finden sie jedoch nicht am Fourth of July statt, sondern an Donald Trumps 80. Geburtstag. Damit festigt die Kampfdisziplin ihre Funktion als antiliberaler reaktionärer Code.
Imperiale Wiederkehr? Lateinamerika im Fokus der National Security Strategy
Mit der neuen National Security Strategy kehren die USA zu einer Politik offener Machtdemonstration in Lateinamerika zurück. Doch die Wiederbelebung der Monroe-Doktrin offenbart weniger Stärke als vielmehr die Unsicherheit einer schwindenden Vormacht.
Postkommunismus ade. Warum Polen den Runden Tisch von 1989 ins Museum verbannt
Der Runde Tisch, an dem sich 1989 in Polen das sozialistische Regime und die demokratischen Opposition über einen schrittweisen friedlichen Systemwechsel verständigten, wurde vom aktuellen Präsidenten Karol Nawrocki aus dem Präsidentenpalast ins Museum entsorgt. Wenn Symbole von Widerstand, Opposition und Kompromiss aus der politischen Praxis verschwinden...
GdG-Buchtipps für Weihnachten 2025
Als GdG-Herausgeber:innen haben wir uns erneut auf ein paar Bücher besonnen, die uns im laufenden Jahr beschäftigt haben. Eskapismus? Nein danke: Hier folgen unsere GdG-Weihnachtsempfehlungen 2025!
Das Comeback des narrativen Lebenslaufs
In den letzten Jahren haben wissenschaftliche Förderorganisationen ihre Bewerbungsunterlagen von tabellarischen auf narrative Lebensläufe umgestellt. Die Vergangenheit lehrt einiges über die Risiken und Nebenwirkungen dieser Formentscheidung.
Eine koreanische Krone für Donald Trump
Der koreanische Präsident Lee Jae Myung schenkte Trump die Replikation einer goldenen Krone. Auf den ersten Blick vielleicht eine Ehrerbietung an den Liebhaber von Glanz und Protz, zeigt aber ein Blick auf die Geschichte der Kronen aus dem Silla-Reich, dass eine andere Botschaft dahintersteckt.
Unerreichbare Vergangenheit. Zum 50. Geburtstag von „Barry Lyndon“
Das Heraufbeschwören vergangener – angeblich – heroischer Zeiten war schon immer eine Spezialität Hollywoods. Die Behauptung dahinter ist stets, dass Geschichte mit dem nötigen Budget für Kulissen und Kostüme erfahrbar gemacht werden kann. Mit Barry Lyndon feiert dieses Jahr ein Film seinen 50. Geburtstag, der diese These radikal in Frage stellt. Stanley Kubricks Anti-Historienfilm beschwört das ausgehende 18. Jahrhundert in all seinen Details und macht dabei doch stets deutlich, dass uns die Vergangenheit für immer verschlossen bleiben muss.
Gear Porn und die Ästhetisierung des Krieges
Die Ästhetisierung des Krieges in Videospielen hat den Faszinationstypus des Elitekriegers kreiert. In dieser Figur kristallisiert sich eine modische Aufladung von Waffen und Rüstungstechnologien, die vor allem in den USA den Alltag und die Politik prägt.
Zurück zur Natur? Wie Naturschutz mit Vergangenheit Politik macht
Naturschutz verspricht Zukunft – ist aber oft ein Rückgriff auf romantisierte Vergangenheiten. Wer entscheidet, wohin „zurück“ gegangen wird, bestimmt auch, wer und was in der Natur künftig keinen Platz mehr hat. Dahinter verbergen sich die Interessen und Geschichten der Mächtigen sowie koloniale Kontinuitäten.
Behinderung als „Bereicherung für alle“?
Wie gefährlich es ist, wenn Inklusion und Teilhabe mit dem Versprechen auf „Bereicherung“ propagiert werden, führt die US-amerikanische Schriftstellerin Flannery O’Connor in ihren brillanten Erzählungen aus den 1950er Jahren vor. Ihre Analyse ist hochaktuell.
Was hat Mütterlichkeit mit Demokratie zu tun?
Wer glaubt, dass Elternschaft längst gleichberechtigt erfolgt, sollte sich folgende Zahlen ansehen: Der sogenannte „Gender Care-Gap“ – der geschlechtsspezifische Unterschied in der Aufteilung der unbezahlten Sorgearbeit zwischen Müttern und Vätern – betrug in Deutschland laut Statistischem Bundesamt für das Jahr 2022 immer noch 43,8 %. Im Klartext heißt das, dass Mütter auch weiterhin den unbezahlten Großteil der Erziehungsarbeit und damit einen wesentlichen Beitrag zum Bruttosozialprodukt leisten.
„Ich verstehe Science Fiction inzwischen als rhetorische Strategie“
Science Fiction ist nicht nur ein künstlerisches Genre, sondern hat unseren Alltag erfasst. Dabei hat Science Fiction emanzipatorisches Potenzial und kann genauso gut antiliberal und populistisch vereinnahmt werden. Die US-amerikanische Medienwissenschaftlerin und Sciencefiction-Forscherin Sherryl Vint im Gespräch mit Christine Lötscher von GdG.
































