Kolo­nia­lismus und Natio­nal­so­zia­lismus. Zur Politik des Vergleichs in den 1930er Jahren

Antikoloniale und panafrikanische Politiker sowie politische Aktivist*innen in Großbritannien haben in den späten 1930er Jahren den Nationalsozialismus mit dem Kolonialismus verglichen – und sich dabei gleichzeitig mit den bedrohten Juden und Jüdinnen in Deutschland solidarisiert.

Rinn­sale der Gross­zü­gig­keit: Wie der gelebte Islam mit Armut umgeht

Vor Gott sind alle Menschen gleich – und doch leben wir in ungleichen Gesellschaften. Der gelebte Islam kennt vielschichtige Umgangsformen, um mit diesem Paradox umzugehen: Ein Augenschein aus einer ethnografischen Feldforschung in der palästinensischen Stadt Nablus.

Vergleichs­weise: Analo­gien als Memes in den Sozialen Medien

Im Netz zirkulierende Memes artikulieren einfache Vergleiche in politischer Absicht, etwa als Analogie zwischen den USA heute und „Weimar“ damals, oder zwischen deutscher und amerikanischer Vergangenheitsbewältigung. Doch so eingängig solche Analogien sind, so viel Kontexte blenden sie auch aus.

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Like: Memetic Analo­gies in Social Media

Memes circulating on the net articulate simple comparisons with political intent, for example as an analogy between the USA today and "Weimar" back then, or between German and American coming to terms with the past. But as catchy as such analogies are, they also hide a lot of contexts.

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Der Marschall und die Menschen­rechte

Der Tschad ist ein hochkorruptes Land, in dem die Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Wegen seiner Bedeutung im Kampf gegen islamistische Terroristen aber wird das Regime von Präsident Idriss Déby Itno durch direkte Hilfe Frankreichs und der EU gestützt. Ist Besserung in Sicht?

Wem gehört der Müll?

Heute das Containern, früher das Holzsammeln: Straftaten aufgrund des westlichen Konzepts von Eigentum. Andreas Gehrlach blickt auf historische und aktuelle Parallelen in der Auseinandersetzung rund um Eigentum und fragt nach Alternativen.

Mit Pilzen denken

Wie kommen wir aus der ökonomischen und ökologischen Sackgasse heraus? Indem wir lernen, mit Pilzen zu denken – und uns unsere Geschichte(n) auf eine andere Weise zu erzählen. So Anna Lowenhaupt Tsing in ihrem fast schon zum Kultbuch avancierten «Der Pilz am Ende der Welt».

Preco­lo­nia­lity: George Stein­metz trifft Felwine Sarr im Bücher­regal

Der amerikanische Soziologe George Steinmetz forscht zum Einfluss vorkolonialer Ethnografien auf die deutsche Kolonialpolitik und zur Geburt der Soziologie aus der kolonialen Erfahrung. Ein guter Anlass, ihn gemeinsam mit Felwine Sarr zu lesen, der im vorkolonialen Wissen utopisches Potenzial findet.

Die (un)bedingte Univer­sität. Derridas Vortrag nach zwanzig Jahren

Der französische Philosoph Jacques Derrida (1930-2004) widmete sich in seinen letzten Lebensjahren unter anderem der Frage nach der Zukunft der Universität. In einem Vortrag zur ›unbedingten‹ Universität formulierte er dazu einige Vorschläge. Zeit für eine Relektüre.

„Schleifen“. Ein Buch über den Reiz der Wieder­ho­lung.

Sind Wiederholungen langweilig? Nein! Der Medienwissenschaftler Tilman Baumgärtel, der in einem lesenswerten Buch die Geschichte der „Schleifen“ in der Kunst und vor allem der Musik der zweiten Hälfte des 20. Jh. erzählt, überzeugt einem leichter Hand vom Reiz endloser Loops.

Black Vibes Matter. „Babylon“ als anti­ras­sis­ti­scher Musik­film in That­chers England

Im Zuge des aktuellen länderübergreifenden Black-Lives-Matter-Proteste lohnt es sich, „Babylon“ (1980) wiederzusehen: Viel mehr als nur ein Reggae-Musikfilm thematisiert er Rassismus, Polizeigewalt und afrokaribisches Leben in Thatchers England und erinnert darüber hinaus an ein oft vergessenes Kapitel europäischer Clubkultur.

„Dark“. Im Sturz durch Raum und Zeit

Die deutsche Netflix-Serie „Dark“ ist eine in Bildern und Sound geformte Dystopie über Umweltzerstörung und Verantwortungslosigkeit, erzählt zu Dauerregen und als Sturz durch Raum und Zeit. Und eine Coming-of-Age-Story, die fragt, ob Pop-Kultur uns rettet. Dunkles Vergnügen ist garantiert.