Das chro­ni­sche Leiden der Univer­sität. Auch Hoch­schul­re­formen haben eine lange Geschichte

Die Universitäten befinden sich in einer Krise. Doch ist diese alt oder neu – und wird sie durch die Bologna-Reform gemildert oder erst produziert? Vielleicht ist die Krise der Universität gar „chronisch“, wie Jürgen Habermas schon in den 1960er Jahren vermutete.

Unbe­lehr­bare alte Männer. „Der Spiegel“ und der deut­sche Kolo­ni­al­krieg in Namibia

Anlässlich der Armenien-Resolution des Deutschen Bundestages empfahl Präsident Erdogan den Deutschen, erst einmal ihre eigene Kolonialvergangenheit aufzuarbeiten. „Spiegel“-Journalist Bartholomäus Grill fuhr zur Geschichtsstunde nach Namibia und kam mit aufgewärmten Thesen und einer Verschwörungstheorie zurück.

Ausge­schlafen zum Erfolg? Der selb­st­op­ti­mierte „gute Schlaf“ hat indus­tri­elle und mili­tä­ri­sche Vorge­schichten

Der Schlaf erscheint als natürliche "Maximalschranke“ des Arbeitstages (K. Marx). Die Versuche, diese Schranke zu überwinden, sind ebenso faszinierend wie beängstigend.

Herdo­logie, oder Worum syt dir so truurig?

Prähistorische Geschlechterdebatten und salopper Rassismus in den Medien: Soll man sich darüber ärgern, gar "Kritik üben"? Nicht immer und nicht nur: Sich an seinen Gegnern abzuarbeiten, macht abhängig, traurig und handlungsunfähig.

Der gestoh­lene Schlaf, die verlo­renen Pausen. Vom Verlust der Krea­ti­vität und der Fähig­keit zur Selbst­be­stim­mung

Lichtverschmutzung in den Städten, 24 Stunden Ladenöffnungszeiten, 24 Stunden Onlinepräsenz. Es soll rund um die Uhr konsumiert werden – allein, der Schlaf mit seiner behäbigen Physiologie hindert uns daran. Die Verlockung, ihn zu überlisten, ist gross.

Das #Post­mi­gran­ti­sche ist kein Kind der Akademie

Ein neues Wort geht um: postmigrantisch. Doch was ist damit gemeint? Was ist sein Einsatz in einer Zeit, in der ein ebenso obsessiver wie omnipräsenter Migrations- und Integrationsdiskurs die Gesellschaft organisiert? Eines ist klar: Das Postmigrantische ist kein Kind der Akademie.

Der post­mo­derne #öffentliche_Raum. Ein Gespräch mit Chris­toph Haerle (Teil 2)

Seit den 1970er Jahren verschieben sich die Begriffe ‚öffentlich’ und ‚privat’: Das Individuum zelebriert sich im öffentlichen Raum, einzeln oder in der Masse. Der öffentliche Raum mutiert zum Eventraum – und wird dabei vom Kapital aufgesogen.

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Der #öffentliche_Raum ist immer poli­tisch. Ein Gespräch mit Chris­toph Haerle (Teil 1)

Was ist der öffentliche Raum? Ist er ein Ort der Macht oder der demokratischen Teilhabe? Der Architekt, Stadtplaner und Künstler Christoph Haerle über die politische Funktion des öffentlichen Raums in der europäischen Geschichte.

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Rück­kehr der #Assi­mi­la­tion. Zur Geschichte gegen­wär­tiger Anpas­sungs­for­de­rungen

Unter dem Eindruck anhaltender Flüchtlingsbewegungen werden gegenwärtig Forderungen nach Assimilation immer lauter. Dabei ist dieses Konzept ein Produkt des Nationalstaatsgedankens des 19. Jahrhunderts und seiner Vorstellung abgegrenzter, homogener Gesellschaften. Die Nostalgie danach steht hinter den neuen Anpassungsforderungen.

„30’000“. Umkämpfte Erin­ne­rungs­po­litik in Argen­ti­nien

Die Vergangenheit der letzten Militärdiktatur (1976-1983) ist immer noch eine schwärende Wunde. Die neue Regierung hat wenig Interesse an einem schonungslosen Blick zurück – und der Linken stehen schwierige Zeiten bevor.

Jenseits von Leit­kultur und Multi­kulti. Wider die ethni­sche Begrün­dung des Poli­ti­schen

Das „Volk“ erfährt seit einigen Jahren in der rechtspopulistischen Bewegungs- und Parteienlandschaft Europas eine zweifelhafte Auferstehung. Ursprünglich Ausdruck politischer Emanzipation, verkommt der Begriff wieder einmal zur Rechtfertigung von ethnischer Identitätspolitik und Fremdenfeindlichkeit. Höchste Zeit ihn ad acta zu legen.

Wienerschnitzel-Patriotismus und Sündenbock-Politik. Ein Kommentar zur Wahl in Öster­reich

Norbert Hofer hat jedem national überkochenden Stammtisch in Österreich den Anstrich der Seriosität gegeben. Seine 49,7 Prozent nobilitieren jetzt die Hetze gegenüber allem, was anders ist. Die FPÖ profiliert sich mit Sündenbockpolitik im Stile von Orbán, der AfD oder Blocher.