Vom Lob der Offen­heit. Spre­chen über Krebs und Tod

Offenheit im Umgang mit Krebs gilt als neu. Doch diese Wahrnehmung trügt, das Sprechen über die Diagnose wurde nicht immer tabuisiert. Über die wechselvolle Geschichte des Sprechens und Schweigens über Krebs im 20. Jahrhundert.

Eine Aufgabe für die ganze Gesell­schaft. Historisch-politische Bildung in und außer­halb von Gedenk­stätten

Immer wieder fordern Politiker verpflichtende Schulbesuche in KZ-Gedenkstätten. Dahinter verbirgt sich eine unrealistische Erwartungshaltung an die Möglichkeiten der historisch-politischen Bildung in diesen Einrichtungen. Doch antirassistische Bildungsarbeit ist Aufgabe der gesamten Gesellschaft.

Hong­kongs Proteste, post­ko­lo­nial

Die Hongkonger Proteste sorgen weltweit für Aufmerksamkeit. Vollkommen zu Recht, veranschaulichen sie doch grundsätzliche Themen sowie Konfliktlinien vieler kapitalistischer Gesellschaften. Gleichzeitig stehen die Proteste in direktem Zusammenhang mit Hongkongs kolonialer Geschichte – was allerdings selten erwähnt wird.

1979 – 1999 – 2019: „Kriti­sche Erin­ne­rungs­kultur“ in Deutsch­land vierzig Jahre nach ihrer Entste­hung

Die kritische Erinnerungskultur feiert 2019 ihren 40. Geburtstag. Braucht es heute provokante und spektakuläre Aktionen, um sie der Routinisierung und Entpolitisierung zu entreißen? Besser wäre es, sich auf ihr Kernanliegen zu besinnen: es mit dem Nationalsozialismus genau zu nehmen.

250 Jahre #Sexua­lität. Keine Weih­nachts­ge­schichte

Die Weihnachtsgeschichte erzählt von einem Kind, das Maria nicht von ihrem Mann, sondern vom Heiligen Geist empfangen habe. Entsprechend gespannt war das Verhältnis des Christentums zur Fleischeslust. Das bürgerliche Zeitalter hingegen stellte den Sex ins Zentrum seiner Sorge und Aufmerksamkeit – und erfand die „Sexualität“. Diese Geschichte geht gegenwärtig vielleicht gerade zu Ende.

Gegen die Sprach­lo­sig­keit. Als häus­liche Gewalt einen Namen bekam: zur Geschichte der Frauenhaus-Bewegung

Häusliche Gewalt gegen Frauen ist seit geraumer Zeit zu einem vieldiskutierten Thema geworden. Dies war nicht immer so. Dazu, dass sich dies änderte, leisteten autonome Feministinnen und die von ihnen geschaffenen Infrastrukturen in den 1970er-Jahren einen entscheidenden Beitrag.

Im Zeichen der Resi­lienz: 9/11, elas­ti­sche Bürger und der Nahost­kon­flikt

Resilienz-Trainings, wie sie seit gut zehn Jahren von amerikanischen Soldaten und israelischen Schulkindern absolviert werden, entstammen einem neuen, in den USA entwickelten, psychologischen Ansatz. Sie entsprechen einem neuen Gesellschaftsvertrag, der aus der existenziellen Verunsicherung des Westens nach 9/11 entstand.

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Von FARC zu FARC: Die Irrwege des kolum­bia­ni­schen Tran­si­ti­ons­pro­zesses

In Kolumbien gehen derzeit die Menschen auf die Straße, auch um die Umsetzung des Friedensabkommens zu fordern, das 2016 mit der FARC-Guerilla geschlossen wurde. Dieses droht an politischen Hindernissen und den Mängeln der juristischen Aufarbeitung der jahrzehntelangen Gewalt zu scheitern.

#Fana­tismus – Zur Spreng­kraft eines wieder­keh­renden Begriffs

Seit den Anschlägen von 9/11 wird der Fanatismus immer wieder als analytische Kategorie bemüht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem religiösen Fanatismus. Doch das Schlagwort erweist sich als vielfach deutbar – und sprengt seine eigene Definition immer wieder.

Krampf­haftes Kontrast­sehen: Handke, Srebre­nica und der Nobel­preis

Seit die Schwedische Akademie im Oktober 2019 verkündet hat, Peter Handke den Nobelpreis zu verleihen, reisst Kritik an dieser Entscheidung nicht ab. Verdient Handke den Literaturnobelpreis? Verharmlost er Kriegsverbrechen? Verhöhnt er Kriegsopfer? Nimmt er wahr, was andere nicht sehen oder ist er vielmehr blind?

Gespens­ter­be­le­bung. Autor­schaft und Auto­rität

Seit fünfzig Jahren geht die Frage um: Was ist ein Autor? Roland Barthes und Michel Foucault lieferten die entsprechenden Stichwörter. Doch mit welchen Gespenstern, die vom „Tod“ und den „Funktionen“ des Autors übriggeblieben sind, sollte man sich heute abgeben?

Gespal­tene Kollek­tive. Das Unbe­hagen mit der Iden­tität in Samirs Baghdad In My Shadow

Eine progressive „Identitätspolitik“, die im Namen des Widerstandes gegen nationalistische Beschränkungen betrieben wird, muss verschiedene, disparate „kollektive Identitäten“ für ein gemeinsames Ziel mobilisieren. Aber was, wenn diese Kollektive selbst gespaltene sind? Ein neuer Film untersucht dieses Rätsel.