Plebiszitäres Verführungspotential direktdemokratischer Instrumente
Rechtspopulistische Parteien fordern mehr direkte Demokratie. Doch das Beispiel der Schweiz zeigt, wie manipulativ Populisten die Instrumente der direkten Demokratie nutzen, um Grundrechte der Verfassung, aber auch das Völkerrecht zu relativeren sowie rechtsstaatliche Grundsätze zu unterminieren.
Gewalt gegen Frauen im deutschen „Stadtbild“
Der gefährlichste Ort für Frauen war immer schon ihre Beziehung. Doch anstatt sich mit den Ursachen auseinanderzusetzen, wird Gewalt gegen Frauen häufig als Problem der vermeintlich „Anderen“ oder „Fremden“ dargestellt. Diese Projektion hat eine lange Geschichte.
Die Hungersnot in Irland als finanzpolitisches Verhängnis – Plädoyer für eine neue Hungerforschung
Was haben Geld- und Finanzmarktpolitik mit der Entstehung von Hungersnöten zu tun? Eine neuere Studie des Wirtschaftshistorikers Charles Read zeigt, wie Hungerforschung neu zu denken ist, weil wirtschaftspolitische Umstände, die scheinbar nichts mit Nahrungsmitteln zu tun haben, wesentlich zu Hunger beitragen können.
Missbrauchte Migration: Das doppelte Spiel der SVP mit der Zuwanderung
Am 14. Juni 2026 stimmen die Schweizer:innen über eine Volksinitiative der Schweizerischen Volkspartei (SVP) ab, die eine Bevölkerungsobergrenze von 10 Millionen in die Verfassung festschreiben will. Das Ziel der „Nachhaltigkeit“ ist vorgeschoben: Denn vor dem historischen Wechselspiel zwischen Asyl- und Sozialpolitik wird erkennbar, dass Abschottung immer auch der Einschränkung von Sozialleistungen dient.
Demokratische Selbstsorge?
Sorge und Selbstsorge sind vieldiskutierte philosophische Konzepte. Sie gesellschaftlich zu ermöglichen, setzt Demokratie voraus. Doch wie steht es um demokratische Selbstsorge und Sorge?
Irans Zivilgesellschaft: Hoffnung zwischen Trauma und Trümmern
Die iranische Zivilgesellschaft navigiert zwischen der Skylla autokratischer Machtansprüche von außen und der Charybdis einer sich weiter radikalisierenden Islamischen Republik im Inneren. Welche Formen nimmt der Protest an? Und welche Rolle spielen die Sozialen Medien für die Verarbeitung von Trauer und die Hoffnung auf Veränderung?
Die Macht des Manifesten in Zeiten der Hyperpolitik
Jüngst erregte ein Post des Techunternehmens Palantir Aufsehen, das in Form eines Manifests für die „Technologische Republik“ abgefasst war. Das Manifest als Genre hat eine lange künstlerische und philosophische Geschichte. Es ist auch ein politisches Instrument, das in unseren Zeiten nicht dem Größenwahn des Silicon-Valley überlassen werden sollte.
Schwarze Geschichte als Praxis: 100 Jahre Erinnern und Geschichtsschreibung
Vor 100 Jahren rief Carter G. Woodson die Negro History Week ins Leben. Nicht als Gedenkfeier, sondern als Akt des Widerstands. Woodsons Ziel war politisch: Schwarze Gemeinschaften sollten die Deutungshoheit über ihre eigene Geschichte gewinnen. Heute, in Zeiten eines Backlashs gegen Schwarze Erinnerung in den USA, ist diese Überzeugung dringlicher denn je.
Wenn Propaganda krank macht. 40 Jahre nach Tschornobyl
Am 26. April jährt sich die Reaktorkatastrophe im Kernkraftwerk Tschornobyl zum 40. Mal. Das anschliessende Schweigen der sowjetischen Regierung zeigt einen besonders gefährlichen Aspekt von Propaganda, die nicht in der Erfindung von Falschnachrichten liegt, sondern im Heruntersspielen, Vertuschen und Inszenieren von Normalität. Ein Gespräch mit Vasyl Zoria, der 1986 in Kyiv als Journalist arbeitete.
Zeit- und Medienkritik nach Jean-François Lyotard
In einer Reflexion über das „Inhumane“ aus dem Jahr 1988 skizzierte Jean-François Lyotard, Denker der Postmoderne, eine bedenkliche Diagnose seiner Zeit. Schon damals lösten nach ihm wissenschaftliche und mediale Entwicklungen die Gegenwart zunehmend auf. Zu fragen bleibt, wie dieser Vision heute zu begegnen ist.
Der weiße Christ. Wie die Identitätspolitik an ihr anderes Ende gelangte
Die Identitätspolitiken der Rechten haben in den letzten Jahren eine „woke Rechte“ konstruiert, in der sich Akteure wie Kirk oder Fuentes als Opfer inszenieren. Besonders weiße, christliche Männer sehen sich delegitimiert und fassen dies in die Diskurse progressiver Bewegungen. Entlang welcher historischer und theoretischer Linien hat sich diese Entwicklung vollzogen und welche politischen Dynamiken und Radikalisierungen haben sich daraus ergeben?
Körper|Wahrnehmung|Störung
Was sind Körperwahrnehmungsstörungen? Das Sprechen darüber hat in den letzten Jahren an Konjunktur gewonnen. Dabei weist das Störungsbild eine mehr als hundertjährige Geschichte auf, die uns auch etwas über den Umgang mit Medien verrät.



































