Der lange Abschied. Zur poli­ti­schen Unter­schei­dung von Links und Rechts – nicht nur in Deutsch­land

Das Spektrum der politischen Positionen wird seit der Französischen Revolution im Links-Rechts-Schema geordnet. Was aber, wenn es keine klaren Positionen mehr zu ordnen gibt, weil populistische Anti-Politik ebenso wie der Pragmatismus der Regierenden das alte Schema zerreiben und alle zur „Mitte“ drängen?

Das Glück ist nicht immer lustig: Paare aus zwei Kulturen

Grenzen haben sich geöffnet, Gesellschaften haben sich internationalisiert, die sozialen Schichten aber schotten sich neuerdings rigoros voneinander ab. Bi-kulturelle Paare werfen da die Frage nach Gleichheit und Ungleichheit, nach Zugehörigkeit auf. Ihr Verdienst: Sie verweigern den Eindeutigkeitszwang aller Identitätsforderungen.

„Are we being good ances­tors?“: „Zukünf­tige Genera­tionen“ in der poli­ti­schen Debatte der Gegen­wart

In der Klimadebatte wird häufig auf die Rechte „zukünftiger Generationen“ verwiesen. Worin diese bestehen, bleibt jedoch oft unklar. Gerade weil „zukünftige Generationen“ ihre Interessen noch nicht selbst artikulieren können, lassen sie sich im politischen Diskurs für völlig unterschiedliche Ziele vereinnahmen.

Was ist los in Erfurt? Die ostdeut­sche Vergan­gen­heit und die demo­kra­ti­sche Krise der Gegen­wart

Sind „die Ostdeutschen“ schlechte Demokraten, die der DDR nachtrauern – und ist der „Westen“ am Erfurter Debakel ganz unbeteiligt? Keineswegs. Thüringens Politik wurzelt zwar in der Erinnerung an die Deutsche Demokratische Republik, aber der aktuelle Rechtsextremismus-Skandal ist weit mehr als nur ein staatssozialistischer Kater.

Was ist los in Erfurt? The East German Past and the Demo­cratic Crisis of the Present

Are the “East Germans” just bad democrats who mourn the GDR? And is the “West” completely blameless in the Erfurt debacle? Not at all — while Thüringen’s politics are indeed rooted in the memory of the GDR, the current far-right scandal is more than just a state-socialist hangover.

Babylon Berlin, oder: Die Weimarer Repu­blik als Stand­bild

Die Erfolgsserie Babylon Berlin geht in die dritte Staffel und treibt ihr Programm, Geschichte schockzugefrieren, auf die Spitze.

Wohin steuert die grösste Demo­kratie der Welt? Indiens poli­ti­sche Zukunft droht düster zu werden.

Millionen von Menschen protestieren in Indien gegen ein neues Staatsbürgerschaftsgesetz, das Muslime explizit ausschliesst. Seit Premierminister Modis Machtantritt wurde die muslimische Bevölkerung des Landes vermehrt Ziel politischer Angriffe. Indiens säkulare und demokratische Tradition droht durch Modis hindu-nationalistische Politik ausgehöhlt zu werden.

Das Phan­tasma der „Männer­phan­ta­sien“. Ein altes Buch liefert keine neuen Erkennt­nisse.

Klaus Theweleits Kultbuch „Männerphantasien“ von 1977 ist vor kurzem neu aufgelegt worden – und scheint aktueller denn je. Doch die neue Begeisterung für ein altes Buch verrät vor allem eines: den Unwillen, sich mit ‚Männlichkeit‘ auch jenseits des Faschismus auseinanderzusetzen.

Die poli­ti­sche Wahr­heit

Als politisches Verfahren wird das Impeachment Trial oft als Schauprozess bezeichnet. Dabei verpasst man aber den entscheidenden Punkt: Hier werden nicht Lügen als Fakten dargestellt. Es ist umgekehrt.

Heisst huma­ni­täre Hilfe auch Soli­da­rität? Ein kriti­scher Blick auf die deut­sche „Will­kom­mens­kultur“

Die „Willkommenskultur“ in der „Flüchtlingskrise“ 2015 rief vielfach und durchaus berechtigt Bewunderung hervor. Doch der humanitäre Einsatz bedeutet nicht Solidarität: Im Blick, im Sprechen und im Handeln der Helfer*innen erscheinen die Flüchtlinge und ihr Leben meistens als „defizitär“.

Das Ende des indi­schen Säku­la­rismus? Die BJP und ihre Hindutva-Politik

Indiens Premierminister Narendra Modi verfolgt eine Politik, die stark von einer vom europäischen Faschismus inspirierten Ideologie geprägt ist und der gemäss Indien den Hindus gehöre: Hindutva. Sie ist eine Gefahr für Indiens Säkularismus und Demokratie.

„Alt-Right” und neue Medien: Zur Norma­li­sie­rung rechts­po­pu­lis­ti­scher Propa­ganda

Die „alternative” Rechte in den USA entstand aus der Distanzierung von den „traditionellen“ Neo-Konservativen. Ihren Aufstieg und ihre Normalisierung verdankt die „Alt-Right“ einem aggressiven Antifeminismus, wuchernden Verschwörungstheorien und unverhülltem Rassismus – und, neben Fox News, der strukturellen Logik der neuen Medien.