Plebis­zi­täres Verfüh­rungs­po­ten­tial direkt­de­mo­kra­ti­scher Instrumente

Rechtspopulistische Parteien fordern mehr direkte Demokratie. Doch das Beispiel der Schweiz zeigt, wie manipulativ Populisten die Instrumente der direkten Demokratie nutzen, um Grundrechte der Verfassung, aber auch das Völkerrecht zu relativeren sowie rechtsstaatliche Grundsätze zu unterminieren.

Gewalt gegen Frauen im deut­schen „Stadt­bild“

Der gefährlichste Ort für Frauen war immer schon ihre Beziehung. Doch anstatt sich mit den Ursachen auseinanderzusetzen, wird Gewalt gegen Frauen häufig als Problem der vermeintlich „Anderen“ oder „Fremden“ dargestellt. Diese Projektion hat eine lange Geschichte.

Die Hungersnot in Irland als finanz­po­li­ti­sches Verhängnis – Plädoyer für eine neue Hungerforschung

Was haben Geld- und Finanzmarktpolitik mit der Entstehung von Hungersnöten zu tun? Eine neuere Studie des Wirtschaftshistorikers Charles Read zeigt, wie Hungerforschung neu zu denken ist, weil wirtschaftspolitische Umstände, die scheinbar nichts mit Nahrungsmitteln zu tun haben, wesentlich zu Hunger beitragen können.

Miss­brauchte Migra­tion: Das doppelte Spiel der SVP mit der Zuwanderung

Am 14. Juni 2026 stimmen die Schweizer:innen über eine Volksinitiative der Schweizerischen Volkspartei (SVP) ab, die eine Bevölkerungsobergrenze von 10 Millionen in die Verfassung festschreiben will. Das Ziel der „Nachhaltigkeit“ ist vorgeschoben: Denn vor dem historischen Wechselspiel zwischen Asyl- und Sozialpolitik wird erkennbar, dass Abschottung immer auch der Einschränkung von Sozialleistungen dient.

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Geschichte der Gegenwart
Geschichte der Gegenwart
Schweizer Filme über das Recht auf Abtreibung
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  • Schweizer Filme über das Recht auf Abtreibung

    Schweizer Filme über das Recht auf Abtreibung

    Sep 21, 2025 • 13:31

    1975 war das internationale Jahr der Frau. Die Abtreibungsfrage war in der Schweiz eines der großen Themen. Feminist:innen nutzten das Medium Film, um illegale Schwangerschaftsabbrüche aus der Tabuisierung zu befreien und für eine Liberalisierung zu mobilisieren.

  • Russland führt einen ideologischen Krieg

    Russland führt einen ideologischen Krieg

    Sep 14, 2025 • 16:58

    Die Russische Föderation wurde wiederholt als korrupter und ideologieloser Mafiastaat bezeichnet, um den russischen Nationalismus und die messianischen Ideen eines kommenden russischen Imperiums herunterzuspielen. Warum diese Perspektive falsch und vielleicht sogar gefährlich ist.

  • Zeigen oder Nicht-Zeigen? – Das ist nur eine der Fragen

    Zeigen oder Nicht-Zeigen? – Das ist nur eine der Fragen

    Aug 31, 2025 • 14:03

    Bilder können erinnern, bewahren und Wissen erzeugen – zugleich aber auch Gewalt und Diskriminierung fortschreiben. Mario Schulze und Sarine Waltenspül erörtern, wie Archive, Ausstellungen und Forschung verantwortungsvoll mit solchen Bildbeständen umgehen können – zwischen Ethik, Kontextualisierung und kollaborativer Praxis.

  • Essen von oben

    Essen von oben

    Aug 24, 2025 • 13:52

    Digitale Bilder von Essen sind allgegenwärtig, sie übernehmen vielfältige kommunikative Funktionen. Als visuelle Markierungen von Identität, Erinnerung und Zugehörigkeit sind sie Teil eines ironischen Spiels, werden aber auch in einem Kulturkampf von rechts instrumentalisiert.

  • Das deutsche Passfoto. Geschichte und Geschlecht

    Das deutsche Passfoto. Geschichte und Geschlecht

    Aug 17, 2025 • 13:03

    Seit wann und warum gibt es Fotos in Ausweisen? Ein Passfoto lässt unwillkürlich auf das Geschlecht der abgelichteten Person schließen. Doch was geschieht, wenn die Angabe des Geschlechts im Reisepass nicht mehr den tradierten binären visuellen Codierungen von Geschlecht entspricht? Britta Lange im GdG-Bildersommer über die Geschichte des Passbildes.

  • Hothouse Earth: Dass es so weitergeht, ist die Katastrophe

    Hothouse Earth: Dass es so weitergeht, ist die Katastrophe

    Aug 10, 2025 • 13:46

    Klimadiagramme sind mehr als visualisierte Daten, sie entwerfen ihre eigenen Narrative und prägen unser visuelles Verständnis der Klimakrise. Birgit Schneider analysiert, wie die Bilder emotionale Zugänge zur Klimakrise schaffen und zum Handeln aufrufen.

  • Bilder, paranoid gelesen. Die Netflix-Serie Adolescence

    Bilder, paranoid gelesen. Die Netflix-Serie Adolescence

    Jul 27, 2025 • 12:07

    Die Netflix-Serie Adolescence wird als Warnstück gelesen, obwohl ihre Bildsprache eine vielschichtige Gegenwartsanalyse anbietet: eine subtile Kritik an der populären Interpretationspraxis, die hinter allem, was man sieht, eine verborgene Wahrheit finden will.

  • Freie Bilder und die Verantwortung von Museen

    Freie Bilder und die Verantwortung von Museen

    Jul 20, 2025 • 16:43

    Was bedeutet die Forderung nach freien Bildern für Museen? Welche Schwierigkeiten und neuen Ansätze gibt es im Bereich von #OpenSource und #CreativeCommons? Wie wirken sich diese auf die Verantwortung von Museen im postkolonialen Kontext aus? Ein Plädoyer für die Wissensallmende.

  • Ist es nun „echter“? Wie die digitale Kolorierung historischer Filmaufnahmen falsche Versprechungen erzeugt

    Ist es nun „echter“? Wie die digitale Kolorierung historischer Filmaufnahmen falsche Versprechungen erzeugt

    Jul 13, 2025 • 15:09

    Digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz scheinen den Wunsch nach einer unmittelbar erlebbaren Vergangenheit Wirklichkeit werden zu lassen. Die Nachbearbeitung von Filmaufnahmen löst Faszination aus, zeigt aber auch Probleme und Irrtümer im Umgang mit historischen Quellen.

  • Der Blick nach rechts von uns. Paul Klees „Angelus novus“ (1920)

    Der Blick nach rechts von uns. Paul Klees „Angelus novus“ (1920)

    Jul 9, 2025 • 10:00

    Heute startet der GdG-Bildersommer. Den Auftakt bildet ein Aquarellbild von Paul Klee, das durch seinen ersten Besitzer Walter Benjamin eine wirkungsmächtige Deutung erhalten hat. Klees „Angelus novus“ von 1920 ist zum Engel der Geschichte geworden. Doch was ist auf dem Bild zu sehen?

Demo­kra­ti­sche Selbstsorge?

Sorge und Selbstsorge sind vieldiskutierte philosophische Konzepte. Sie gesellschaftlich zu ermöglichen, setzt Demokratie voraus. Doch wie steht es um demokratische Selbstsorge und Sorge?

Irans Zivil­ge­sell­schaft: Hoff­nung zwischen Trauma und Trümmern

Die iranische Zivilgesellschaft navigiert zwischen der Skylla autokratischer Machtansprüche von außen und der Charybdis einer sich weiter radikalisierenden Islamischen Republik im Inneren. Welche Formen nimmt der Protest an? Und welche Rolle spielen die Sozialen Medien für die Verarbeitung von Trauer und die Hoffnung auf Veränderung?

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Die Macht des Mani­festen in Zeiten der Hyperpolitik

Jüngst erregte ein Post des Techunternehmens Palantir Aufsehen, das in Form eines Manifests für die „Technologische Republik“ abgefasst war. Das Manifest als Genre hat eine lange künstlerische und philosophische Geschichte. Es ist auch ein politisches Instrument, das in unseren Zeiten nicht dem Größenwahn des Silicon-Valley überlassen werden sollte.

Schwarze Geschichte als Praxis: 100 Jahre Erin­nern und Geschichtsschreibung

Vor 100 Jahren rief Carter G. Woodson die Negro History Week ins Leben. Nicht als Gedenkfeier, sondern als Akt des Widerstands. Woodsons Ziel war politisch: Schwarze Gemeinschaften sollten die Deutungshoheit über ihre eigene Geschichte gewinnen. Heute, in Zeiten eines Backlashs gegen Schwarze Erinnerung in den USA, ist diese Überzeugung dringlicher denn je.

Wenn Propa­ganda krank macht. 40 Jahre nach Tschornobyl

Am 26. April jährt sich die Reaktorkatastrophe im Kernkraftwerk Tschornobyl zum 40. Mal. Das anschliessende Schweigen der sowjetischen Regierung zeigt einen besonders gefährlichen Aspekt von Propaganda, die nicht in der Erfindung von Falschnachrichten liegt, sondern im Heruntersspielen, Vertuschen und Inszenieren von Normalität. Ein Gespräch mit Vasyl Zoria, der 1986 in Kyiv als Journalist arbeitete.

Zeit- und Medi­en­kritik nach Jean-François Lyotard

In einer Reflexion über das „Inhumane“ aus dem Jahr 1988 skizzierte Jean-François Lyotard, Denker der Postmoderne, eine bedenkliche Diagnose seiner Zeit. Schon damals lösten nach ihm wissenschaftliche und mediale Entwicklungen die Gegenwart zunehmend auf. Zu fragen bleibt, wie dieser Vision heute zu begegnen ist.

Der weiße Christ. Wie die Iden­ti­täts­po­litik an ihr anderes Ende gelangte

Die Identitätspolitiken der Rechten haben in den letzten Jahren eine „woke Rechte“ konstruiert, in der sich Akteure wie Kirk oder Fuentes als Opfer inszenieren. Besonders weiße, christliche Männer sehen sich delegitimiert und fassen dies in die Diskurse progressiver Bewegungen. Entlang welcher historischer und theoretischer Linien hat sich diese Entwicklung vollzogen und welche politischen Dynamiken und Radikalisierungen haben sich daraus ergeben?

Körper|Wahrnehmung|Störung

Was sind Körperwahrnehmungsstörungen? Das Sprechen darüber hat in den letzten Jahren an Konjunktur gewonnen. Dabei weist das Störungsbild eine mehr als hundertjährige Geschichte auf, die uns auch etwas über den Umgang mit Medien verrät.