In seinem Meinungstalk „Die letzte Instanz“ machte der WDR TV-Unterhaltung auf Kosten anderer, in diesem Fall Sint:izze und Rom:nja. Das ist leider nichts Neues in der Unterhaltungsbranche.

  • Susanne Regener lehrt Mediengeschichte mit dem Schwerpunkt Visuelle Kultur an der Universität Siegen. Sie arbeitet u.a. zur Visualisierungsgeschichte von gesellschaftlichen Außenseiter:innen, z.B. in „Fotografische Erfassung“, „Visuelle Gewalt“ und zuletzt „Fabrikation eines Verbrechers“ (mit Axel Doßmann, Spector Books Leipzig 2018), eine Visual History über rassistische Menschenbilder.

Der WDR strahlte am Montag, den 30. November 2020 um 22.15 Uhr zum ersten Mal den so genannten Meinungs­talk „Die letzte Instanz“ aus. Bis auf sehr verein­zelte Reak­tionen (auf Twitter) blieb dem Sender und dem TV-Publikum unbe­wusst, wieviel Rassismus hier ausge­lebt wurde. Erst als die Zweit­aus­strah­lung am Freitag, den 29. Januar 2021 um 23.30 Uhr von der einfluss­rei­chen Autorin Jasmina Kuhnke in einem Tweet deut­lich kriti­siert wurde, gab es Reak­tionen auf allen jour­na­lis­ti­schen Kanälen. In den sozialen Medien brach ein Sturm der Entrüs­tung los, woraufhin die Sendung in der Media­thek vom WDR mit einem Disc­laimer versehen wurde: Kontro­verse Themen würden in diesem Sende­format auf unter­halt­same Weise präsen­tiert werden, aller­dings wäre eine Betei­li­gung von Betrof­fenen rich­tiger gewesen, heißt es dort und: „wir lernen daraus und werden es besser machen.“

Was wurde uns zu sehen gegeben? Der Mode­rator Steffen Hall­aschka hatte die Schau­spie­lerin Janine Kunze, TV-Entertainer Thomas Gott­schalk, Schla­ger­sänger Jürgen Milski und Mode­rator Micky Beisen­herz zu einer Talk­runde einge­laden. Bespro­chen und entschieden werden sollte u.a. zum Thema „Das Ende der Zigeu­ner­soße – ein notwen­diger Schritt?“ Es wurde also proble­ma­ti­siert, ob ein Wort in der Alltags­sprache sank­tio­niert werden soll. Die Sendung heißt „Die letzte Instanz“ und will an die höchste Gerichts­bar­keit erin­nern, eine endgül­tige, nicht mehr verhan­del­bare Urteils­spre­chung. Das Publikum, im Saal und an den Fern­seh­ge­räten, wurde schließ­lich auch zur Abstim­mung gebeten. 

„…in meiner Welt…“

Die Frage, ob heute das Z-Wort (und auch N- und M-Wort) im Alltag benutzt werden darf, führte in diesem Kreis zu einer einhel­ligen nega­tiven Distan­zie­rung. Mit der Begrün­dung eines in Kind­heit und Jugend entwi­ckelten Werte­ka­nons (Gott­schalk) fühlten sich die Gäste einer anderen Welt zuge­hörig: „Ich komme aus einer Genera­tion, wo es über­haupt kein Problem war (…) da haben wir uns über­haupt keine Gedanken drüber gemacht“ (Milski), „Ich habe das auch nie thema­ti­siert“ (Kunze), „Es gibt eine zwang­hafte Sensi­bi­lität“ (Gott­schalk), „Ich persön­lich finde das Zigeuner-Schnitzel nicht weiter schlimm“ (Beisen­herz), „Ich kümmere mich in meiner Welt, in meinem naiven Kosmos um Dinge, die ich für wichtig erachte“ (Kunze).

Was hier vor Augen geführt wurde, ist das, was in post­ko­lo­nialen Studien als Othe­ring bezeichnet wird: Ein Prozess, in dem Menschen andere in andere verwan­deln, sie konstru­ieren. Eine Grenze wird gezogen zwischen dem, was ist wie Ich (same) und was vom Ich verschieden ist (different). Es ist in der Regel eine Distan­zie­rung, die die anderen als Fremde abur­teilt, aber auch eine Kontu­rie­rung des Selbst, der eigenen Gruppe („in meiner Welt“, „in meiner Genera­tion“). Ging es in der Sendung nicht eben nur darum, wie sich die Gäste selbst wahr­nehmen? Der Gadjé-Rassismus versteckt sich hinter einem unschul­digen Narrativ: ‚Ich hab‘ mir nichts dabei gedacht, ich hab‘ das immer so gemacht‘. Durch die viel­fache Wieder­ho­lung von Z-Wort und N/M-Wort in der Sendung wurde sugge­riert: ‚Seht ihr, ich sage das, ich kann mir das erlauben hier im Fern­sehen‘ – ein Diskurs, der andere einlädt, es gleich zu tun. Mit Sprache Iden­ti­täts­po­litik zu betreiben, andere abzu­werten und über sie zu bestimmen, zeigt das mangelnde gesell­schaft­liche Bewusst­sein darüber. Das haben die vielen Kommen­tare zu dieser WDR-Sendung bereits reflektiert.

Erstaun­li­cher­weise völlig unbe­rück­sich­tigt blieb in dieser Debatte die rassi­fi­zie­rende Dimen­sion von Unter­hal­tung – die Belus­ti­gung auf Kosten anderer. Kultur­his­to­risch zeigt sich hier ein altes Muster: Sint:izze und Rom:nja zu Objekten der Unter­hal­tung zu machen. Dieses Othe­ring hat histo­ri­sche Vorbilder. Ein Blick zurück auf verschie­dene Unter­hal­tungs­me­dien kann helfen zu verstehen, was die Unterhaltungskünstler:innen in der Show des WDR prak­ti­ziert haben und wie sehr sie sich damit in eine lange Geschichte einschreiben.

„Märchen­hafte Figuren“ im 19. Jahrhundert

Anfang des 19. Jahr­hun­derts wurden in der deut­schen Lite­ratur z. B. bei Achim von Arnim und Clemens Bren­tano Sinti und Roma (mit dem Z-Wort) als nicht zu Europa gehörig bezeichnet. Die Lebens­weise dieser ‚anderen‘ ist meis­tens als ärmlich, aber auch als bewun­de­rungs­würdig frei und unge­bunden beschrieben worden. Hein­rich Heine hat sie als märchen­hafte Figuren mysti­fi­ziert, wie der Lite­ra­tur­wis­sen­schaftler Klaus-Michael Bogdal heraus­ar­bei­tete. In Alex­ander Pusch­kins „Die Zigeuner“ (1827) wurde das innere Bild von Frei­heit evoziert. Und schließ­lich Esme­ralda in Victor Hugos „Der Glöckner von Notre Dame“ – sie ist die Frau, die die Leser:innen mit ihrem Tanz am Feuer und ihrem Gesang in ihren Bann schlägt. Sie ist „braun“, „über­na­tür­lich“, „schlank“, mit buntem Rock, langen dunklen Haaren und „funkelnden Augen“. 

Solche stereo­typen Darstel­lungen markierten einer­seits das Anders­sein und beflü­gelten ande­rer­seits in der Lust des Lesens die roman­ti­sche Phan­tasie. In dieser bürger­li­chen Gesell­schaft des 19. Jahr­hun­derts waren viele Rom:nja als Schausteller:innen in Europa unter­wegs, die mit Musik, Zirkus­künsten, als Bären­treiber und mit artis­ti­schen Darbie­tungen das Publikum auf dem Land und in der Stadt unter­hielten. In der langen Ahnen­reihe von Künstler:innen stehen aber auch der in den 1930er Jahren welt­be­rühmt gewor­dene Jazz­mu­siker Django Rein­hardt und der von fran­zö­si­schen Manouche gegrün­dete, noch heute exis­tie­rende Zirkus „Romanes“. Der heutige Direktor und Poet Alex­andre Romanes, dessen Gedichte bei Galli­mard erscheinen, bewirbt ihn als „Einzigen Zigeuner­zirkus Europas“. Sein Spiel mit Stereo­typen soll diese bekämpfen, er jongliert gleichsam mit den alten Bildern und Vorurteilen.

Nega­tive Roman­ti­sie­rung der Genre-Fotografie

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahr­hun­derts wird von den Gadjé der Unter­hal­tungs­wert von Sint:izze und Rom:nja auch visua­li­siert: Auf Gemälden und popu­lärem Wand­schmuck erscheinen Menschen, die lasziv und exotisch gekleidet sind, die sich dem Spiel, dem Müßig­gang, der Musik mit Geige und Laute hingeben. 

In der Foto­grafie, die um 1900 in stan­dar­di­sierten Formaten verbil­ligt ange­boten wurde, erfand die Genre­fo­to­grafie Insze­nie­rungen ganz ähnli­cher Art: Einzelne Erwach­sene, Kinder oder kleine Gruppen wurden im Foto­studio in quasi authen­ti­scher Klei­dung arran­giert: Geflickte Hosen und Jacken wurden präsen­tiert, viele Schichten Klei­dung über­ein­ander, trach­ten­ähn­lich oder verziert, aber im Vergleich zur zeit­ge­nös­si­schen Porträt­fo­to­grafie unge­wöhn­lich. Die Insze­nie­rung des „Z“ sollte deut­lich unter­scheidbar sein von der bürger­li­chen Studio-Fotografie. Die Sammel­bild­chen dieser ‚anderen‘ (die heute noch auf Pinte­rest unter dem Z-Wort als Vintage-Fotos vertrieben werden) waren folk­lo­ris­ti­sche Szenen mit Musik­in­stru­menten, mit üppigen langen Haaren, lustigen Hüten, manchmal mit Staf­fage als Zeichen ihrer Tätig­keit (z. B. Kessel­fli­cken). Laszive Blicke und Posen von Frauen sollten den „gypsy style“ zemen­tieren. Othe­ring bedeu­tete hier, ein Fremd­bild von Rom:nja zu model­lieren, das den Ausschluss der Menschen aus der Gemein­schaft mit Vergnüg­lich­keit verknüpfte.

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Von der diskri­mi­nie­renden und tödli­chen Ausgren­zung im Nationalsozialismus

Die Fabri­ka­tion des „Z“ wurde zum multi­me­dialen Spek­takel. In Lite­ratur, Bildender Kunst und Foto­grafie wurden die Stereo­type und Mythen des vermeint­li­chen Anders­seins wieder­holt und man schrieb vonein­ander ab. Seit dem 19. Jahr­hun­dert repro­du­zierten die volks­kund­lich inter­es­sierten soge­nannten „Zigeuner-Freunde“ den Blick der jewei­ligen Domi­nanz­ge­sell­schaft. In Romanen, Kinder­bü­chern und Aufsätzen wurden die ethno­gra­fi­schen Studien verar­beitet. Über­lie­fert sind Beschrei­bungen des angeb­li­chen Anders­seins in der folk­lo­ris­ti­schen, inter­na­tio­nalen Gypsy Lore Society und Foto­samm­lungen in vielen Museen. 

Nicht erst seit den 1930er Jahren, aber im Natio­nal­so­zia­lismus syste­ma­tisch, wurde Othe­ring durch Polizei und das „Rassen­hy­gie­ni­sche Forschungs­in­stitut“ bestimmt. Die einst der Unter­hal­tung dienenden foto­gra­fi­schen Genre-Darstellungen von rauchenden, tanzenden, Alko­hol­trin­kenden „Z“ waren Kipp­bilder, die in dieser Zeit für die Ausgren­zungs­po­litik verwendet wurden. Die Fremd­bilder, die jetzt neu entstanden, waren poli­zei­liche Erfas­sungs­fotos und rassen­bio­lo­gi­sche Fotos von nackten Körpern, von Nasen und Händen. Zunächst an den Stadt­rand vertrieben, ghet­toi­siert, in KZs zur Zwangs­ar­beit depor­tiert und in Vernich­tungs­zen­tren ins Gas getrieben, sind im Natio­nal­so­zia­lismus euro­pa­weit wahr­schein­lich mehr als 500.000 Sint:izze und Rom:nja ermordet worden.

Nur einmal noch wurden sie mit Unter­hal­tung (für die Mehr­heits­ge­sell­schaft) in Zusam­men­hang gebracht: Leni Riefen­stahl suchte 1941 für ihren Propa­gan­da­film „Tief­land“ – der erst 1954 in den Kinos gezeigt wurde – persön­lich Statisten im Zwangs­lager Marzahn aus. Vielen von ihnen kamen in Konzen­tra­ti­ons­la­gern um.

Nach­kriegs­un­ter­hal­tung: „Du schwarzer Zigeuner“

In den 1950er Jahren ging es – nicht nur mit „Tief­land“ – sofort weiter mit der Gadjé-rassistischen Unter­hal­tung in der post­na­zis­ti­schen Gesell­schaft. Der Porajmos, der Völker­mord, wurde abge­spalten und eine kriti­sche und mediale Aufar­bei­tung der Verfol­gung und Ermor­dung von Sint:izze und Rom:nja im NS erfolgte erst Jahr­zehnte später. In der Nach­kriegs­zeit domi­nierten popu­lär­wis­sen­schaft­liche Geschichts­bü­cher über Rom:nja und Sint:izze mit Rück­griff auf Bilder und anthro­po­lo­gi­sches Mate­rial aus dem Natio­nal­so­zia­lismus. Soge­nannte „Tsiga­no­logen“ wie der bis in die 1980er Jahre einfluss­reiche Arzt und reni­tente Rassen­hy­gie­niker Hermann Arnold knüpften daran nahtlos an, indem sie weiter krimi­na­li­sierten und roman­ti­sierten. In die Wohn­stuben oder Schlaf­zimmer hielt das „Z“-Stereotyp Einzug über billigen Wand­schmuck, den man sich in Kauf­häu­sern besorgte: Die „Karstadt-Zigeunerin“ war ein Gemälde, das eine eroti­sierte Romnja darstellte mit schwarzem Haar, dunkler Haut, großen dunklen Augen, großen goldenen Ohrringen und weitem Dekolleté. 

1953 veröf­fent­lichte Vico Torriani eine Single mit dem Titel „Du schwarzer Zigeuner“. Der Schweizer Schla­ger­sänger und spätere Show­master (“Der goldene Schuss“) war aber nicht der erste, der den Tango into­nierte. Der böhmi­sche Mili­tär­mu­siker Karel Vacek schrieb bereits 1930 die Melodie mit dem Titel Cikánka („Zigeu­nerin“), zu der 1931 zuerst auf Tsche­chisch eine Frau besungen wurde. Den deut­schen Text – nun über einen männ­li­chen „Z“! – lieferte kurz danach der öster­rei­chi­sche Libret­tist Fritz Löhner-Beda, der 1938 zunächst nach Buchen­wald depor­tiert und dann im KZ Mono­witz ermordet wurde. Ab den 1950er Jahren nahm diese Version, über­setzt in Dänisch, Nieder­län­disch, Finnisch, Schwe­disch und Englisch volks­mu­si­ka­li­sche Fahrt auf. Und bis in die Gegen­wart dient der Titel der Unter­hal­tung – „schwarz“, folk­lo­ris­tisch, leiden­schaft­lich musi­ka­lisch ist das Bild vom „Z“ in der nord­eu­ro­päi­schen „weißen“ Welt. 

Die Visua­li­sie­rung dieses Verhält­nisses fand in einer Volks­mu­sik­sen­dung aus der Anfangs­zeit des privaten Fern­se­hens statt, etwa um 1990, konser­viert auf Youtube von einem nieder­län­di­schen User. Vico Torriani, damals um die siebzig Jahre alt, singt in einem zum Garten­lokal ausstaf­fierten Studio, im Hinter­grund weißes Publikum höheren Alters, ein Junge in Leder­hose. Der Kontrast könnte nicht größer sein: Der Schla­ger­sänger hat eine akkurat nach hinten gekämmte Herren­frisur, einen dunklen Anzug mit weißem Hemd, Krawatte und Ansteck­blume, wie für eine Hoch­zeit geschmückt. Der musi­zie­rende Geigen­spieler hingegen trägt lockiges, halb­langes Haar und ein mit Borten verziertes Hemd mit Trom­pe­ten­är­meln, das offenbar einen „gypsy style“ andeuten soll. Torriani zeigt mit dem Finger auf den Violi­nisten und singt: „Du schwarzer Zigeuner, komm spiel mir was vor (…) denn ich will vergessen heut‘, was ich verlor (…) und wenn deine Geige weint, weint auch mein Herz (…).“ Vor dem Hinter­grund des Porajmos könnte man die, im deutsch­spra­chigen Raum jahre­lang andau­ernde Begeis­te­rung für dieses (Liebes-)Lied psycho­ana­ly­tisch als Wieder­kehr des Verdrängten lesen. Im Kontext der (TV-)Unterhaltung aller­dings wird der Musiker/der Rom vom weißen Star im bürger­li­chen Anzug benutzt, um selbst­mit­leidig vor dem exoti­schen „Z“ Diffe­renz zu markieren. Dabei war Torriani als ehema­liges Verding­kind selbst ein Outsider gewesen und wurde im Nach­kriegs­deutsch­land auch als „Italiener“ vermarktet, z.B. im Film „Der Stern von Santa Clara“ (1958) mit dem Song „Ein echter Italiano“.

Stell­ver­tre­tend für die beson­ders Ende der 1960er Jahre in der Unter­hal­tung zuneh­menden Song­titel mit dem Z-Wort, steht die deut­sche Schla­ger­sän­gerin Alex­andra. Mit „Zigeu­ner­junge“ schuf sie ein hippie­eskes sehn­suchts­volles Stereotyp, ein jahr­zehn­te­langer Hit, während die sehr erfolg­reiche Schla­ger­sän­gerin Mari­anne Rosen­berg ihre Sinti-Herkunft aus Angst vor rassis­ti­schen Anfein­dungen lange Zeit verheimlichte.

Die beste Instanz

Und was passiert im Jahr 2020 in der WDR-Sendung? Die Erwäh­nung des Zentral­rats der deut­schen Sinti und Roma und dessen Aufklä­rung über die rassis­ti­sche Fremd­be­zeich­nung des Z-Wortes ruft dort Gelächter hervor – Abwer­tung und Ausgren­zung in aggres­siver und into­le­ranter Diktion. In der Unter­hal­tungs­branche hat Othe­ring eine histo­ri­sche Konti­nuität und damit einher geht Rassi­fi­zie­rung: Das ausge­stellte Unver­mögen, sich in die Perspek­tive von anderen hinein­zu­denken, führt dazu, das Macht­ver­hältnis und die Stereo­type auszu­weisen. Zum Schluss des Liedes steckt der Schla­ger­star Torriani dem kostü­mierten Musiker einen Geld­schein zu, in der Talk­runde fällt das Abstim­mungs­er­gebnis für das Z-Wort aus.

Popkultur kann Distink­tion und Belus­ti­gung auf Kosten der anderen repro­du­zieren. Die Forschung ist längst weiter, wird aber in der Öffent­lich­keit kaum wahr­ge­nommen. Proteste in Inter­net­me­dien gab es in diesem Fall zu Hauf – und eine sehens­werte Talk­runde ist von der Stand-up-Comedian Enissa Amani initi­iert worden: „Die beste Instanz“.

 (Statt dem in der Forschung übli­chen Begriff des „Anti­zi­ga­nismus“ wird der Begriff Gadjé-Rassismus hier einge­führt, der das Z-Wort vermeidet.)

  • Susanne Regener lehrt Mediengeschichte mit dem Schwerpunkt Visuelle Kultur an der Universität Siegen. Sie arbeitet u.a. zur Visualisierungsgeschichte von gesellschaftlichen Außenseiter:innen, z.B. in „Fotografische Erfassung“, „Visuelle Gewalt“ und zuletzt „Fabrikation eines Verbrechers“ (mit Axel Doßmann, Spector Books Leipzig 2018), eine Visual History über rassistische Menschenbilder.