Jasmin Schreibers jüngster Roman Endling spielt im Jahr 2041 und handelt von der Kurzflügelkäferforscherin Zoe, die in einem doppelten Krisengebiet lebt: Erderhitzung und Biodiversitätsverlust sind vorangeschritten, in Deutschland sind die Buchen ausgestorben und mit ihnen alle Lebewesen, die von ihnen abhängig sind. Der Klima- und Biodiversitätskollaps hat zu einem sozialen Kollaps geführt; unter den faschistischen Regierungen sind Rechte von Frauen und queeren Personen eingeschränkt, die Wissenschaft hat einen geringen Stellenwert. Aber auch ihre Familie, zu der sie am Anfang des Romans zurückkehrt, lebt im Krisenmodus, nachdem der Vater in einer der sich häufenden Pandemien gestorben ist und die Familie diesen Tod nie bewältigt hat. Der Roman nimmt den Zusammenhang von Klima und Gesellschaft, von biologischer und sozialer Vielfalt in den Blick. Zoe engagiert sich ebenso für die Biodiversität wie in einem Untergrundnetzwerk, das Aufklärung betreibt und Frauen in schwierigen Situationen hilft. Durch die Perspektive von Zoe ebenso wie von ihrer Tante Auguste, die Schneckenforscherin ist und den Endling HP14, die letzte Weinbergschnecke, bei sich zu Hause hat, adressiert der Roman Biodiversität als ökologisches und als gesellschaftspolitisches Konzept.
Politischer Handlungsbedarf
Um den politischen Handlungsbedarf für Biodiversität zu erkennen, ist kein Blick in eine dystopische Zukunft nötig, es reicht die Lektüre der kürzlich publizierten Roten Liste der Bienen in der Schweiz: Von 615 untersuchten Arten erhielten 279, also 45,5% einen Gefährdungsstatus. 9,6%, – 59 Arten – sind regionally extinct (RE), d.h. sie sind in der Schweiz ausgestorben. Besonders bedroht sind Blütenspezialisten, Bodennister und Arten, die im Sommer fliegen und im Tiefland vorkommen – die intensive landwirtschaftliche Nutzung des Mittellandes bildet sich einmal mehr deutlich in diesen Zahlen ab.
Die Sandbiene Andrena agilissima (EN) kam früher in extensiv genutzten Agrarlandschaften im ganzen Mittelland vor, ihr Siedlungsgebiet hat sich seit 1950 aber um mindestens 44% verringert und heute leben wenige Individuen in vereinzelten Beständen, die stark isoliert sind.

Quelle: natur-im-siedlungsraum.ch
Die Wissenschaft ist sich einig, „dass der Zustand und die Entwicklung der Biodiversität in der Schweiz immer noch besorgniserregend sind. Trotz einzelner lokaler Verbesserungen verschlimmert sich die Gesamtsituation weiter und ist im Vergleich zu direkt benachbarten Ländern deutlich schlechter.“ Ob, nachdem die Trinkwasser- und Pestizidinitiativen abgelehnt wurden und der Ständerat die Vorlage zu Biodiversitätsförderflächen in der Landwirtschaft gebodigt hat, die Biodiversitätsinitiative im September die Wende bringt? Im aktuellen politischen Klima: fraglich. Und dies, obwohl die Schweiz im Rahmen des Kunming-Montreal Global Biodiversity Frameworks sich eigentlich zum Ziel „30 by 30“ verpflichtet hätte, d.h. bis 2030 30% der Landesfläche unter Schutz zu stellen.
Die Lektüre von Schreibers Roman verweist jedoch nicht allein auf den politischen Handlungsbedarf – sie offenbart einen ebenso dringenden Handlungsbedarf für die Kulturwissenschaften: Erstens gibt es – im Gegensatz zur menschengemachten Erderhitzung – für die Biodiversität kein ausdifferenziertes kulturwissenschaftliches Instrumentarium, mit dem solche Texte analysiert werden könnten. Dies wäre, zweitens, jedoch notwendig, weil ganz offensichtlich naturwissenschaftliche Erkenntnisse nicht ausreichen, um politisch etwas in Gang zu setzen.
Grenzgänge der Biodiversität
Wie aber würde eine solche Kulturanalyse für Biodiversität aussehen? Um diese Frage zu beantworten, muss ich etwas ausholen. Während das Konzept biologische Vielfalt schon lange existiert und seit Charles Eltons The Ecology of Invasions of Animals and Plants (1958) Diversität an sich als etwas Erhaltenswertes konzeptualisiert wurde, gibt es den Begriff „Biodiversity“ erst seit 1986. Der Botaniker Walter G. Rosen kürzte das ‚Logische‘ aus dem ‚Biologischen‘ und ersetzte es durch Vielfalt – mit dem Ziel, mehr Raum für ‚emotion‘ und ‚spirit‘ zu schaffen. Rosen und die anderen Organisator:innen des National Forum on BioDiversity, in dessen Zusammenhang der Begriff geprägt wurde, positionierten „Biodiversität“ als gesellschaftspolitischen Begriff, verbunden mit dem Anliegen, die Biodiversität für die Zukunft zu erhalten. Seit seinen Anfängen ist der Biodiversitätsbegriff also ebenso deskriptiv wie präskriptiv: Als ökologisches Konzept umfasst er die Vielfalt der Ökosysteme, die Vielfalt der Arten und die genetische Vielfalt innerhalb der Arten. Als gesellschaftspolitischer Begriff ist er an das Anliegen bending the curve gebunden und damit an die Utopie, dass die Vielfalt des Lebens auf der Erde in Zukunft wieder zunehmen könnte.

Quelle: natur-im-siedlungsraum.ch
Biodiversität ist also ein boundary object, eine Grenzgängerin zwischen den Welten. Als Konsequenz ergibt sich daraus erstens: Biodiversität ist etwas anderes als Natur, Umwelt, Ökologie – und all die anderen Konzepte, die wir geprägt haben, um das, was uns umgibt, zu beschreiben. Zwar handelt man sich mit dem Begriff verschiedene neue Probleme ein, aber seine steile Karriere in den vergangenen vierzig Jahren ist unbestritten und es hat sich ein spezifischer Diskurs entwickelt, der in stetiger Wechselwirkung mit dem Aufstieg von Diversität als zentrales Schlagwort für soziale Bewegungen seit den 1980er Jahren verbunden ist und der eigene Argumentationsstrukturen, Narrative und Metaphern herausgebildet hat. Das Resultat: Auch wenn wir heute ‚Natur‘ sagen, ist diese Natur gleichsam durch das Biodiversitätskonzept hindurchgegangen und hat sich verändert.
Die zweite Konsequenz besteht darin, dass Biodiversität Vielfalt und Verlust eng aneinanderbindet. Da der Begriff erst vor dem Hintergrund der Zerstörung geprägt wurde, ist das Hauptnarrativ dieses Diskurses dasjenige der Krise. Zwar legitimiert es das Thema, indem es auf die Dringlichkeit verweist, es stellt jedoch auch eine starke Einschränkung dar. Denn im Gegensatz zum Klima hätte Biodiversität eigentlich den entscheidenden Vorteil, dass etwa von den noch verbleibenden 540 Wildbienenarten in der Schweiz, wofür ich an anderer Stelle argumentiert habe, und ihre faszinierende Geschichte erzählt werden könnte. Ich schließe mich Ursula Heise und Elizabeth Callaway an, dass es wichtig wäre, den Blick weg von Krisennarrativen zu lenken und die Darstellung von Biodiversität in ihrer ganzen Vielfalt im breiteren kulturellen Diskurs zu untersuchen.
Ein neues Genre: Biodiversity ficiton (Bi-Fi)
Wie wenig Biodiversität zu einem kulturanalytisch fundierten Raster geworden ist, zeigt bereits der Blick auf den Untersuchungsgegenstand: Es gibt zwar – und dank der Naturkunden-Reihe von Matthes & Seitz nun im deutschsprachigen Raum – einen regelrechten Hype um Nature Writing, sowie um ecofiction, neuerdings auch mit der Subspezialität extinction fiction, die jedoch, wie Adrienne Ghaly richtig bemerkt, noch kaum theoretisch geprägt ist. Was bei diesen ganzen englischsprachigen Gattungsbezeichnungen jedoch erstaunlicherweise bislang fehlt, ist ein in Analogie zu dem viral gegangenen Gattungsbegriff climate fiction (Cli-Fi) gebildeter Terminus biodiversity fiction (Bi-Fi) – eine Gattung, die sich bei der Lektüre von Jasmin Schreibers Endling geradezu aufdrängt. Die Frage, was Bi-Fi leistet oder zumindest leisten könnte, wäre ein wichtiger erster Schritt, um den Beitrag von Erzählungen, sei es in Form von Literatur, Serien oder Filmen, für die Biodiversität theoretisch herauszuarbeiten.
Mit Blick auf Schreibers Roman könnten zumindest versuchsweise folgende Gattungselemente herausgearbeitet werden: Jedes Kapitel des Romans trägt den Namen einer Tierart, die dann – manchmal prominent, manchmal versteckt – darin vorkommt, und so ist der Roman ein Wimmelbuch der Biodiversität, der gegen unsere Käferblindheit anerzählt. Immer wieder wird beschrieben, wie die Protagonistin Zoe Käfer betrachtet, von ihnen abgelenkt wird, selbst als ihre Tante eine Panikattacke hat, wird diese parallelisiert mit dem hilflosen Kreisen eines Käfers auf ihrer Fingerspitze. Bi-Fi nimmt also über das allgemeine Verhältnis von Mensch und Natur hinaus spezifisch die biologische Vielfalt in den Blick. Oftmals werden Konzepte aus der naturwissenschaftlichen Forschung aufgegriffen – nicht selten vermittelt durch Protagonist:innen, die Biodiversitätsforscher:innen oder Umweltschützer:innen sind.

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Schreibers Endling ist ein Konglomerat verschiedener Gattungstraditionen: Er ist Coming of Age Geschichte und Road Trip – aber vor allem etabliert sich eine Spannung zwischen Dystopie, die dem Masternarrativ der Klima- und Biodiversitätskrise folgt, und Elementen der Idylle – der Garten und das Haus der Familie stehen für eine (museale) Vergangenheit, in der die Vielfalt noch existierte – sowie der Utopie: Ohne zu viel zu spoilern sei dennoch verraten, dass im Roman zwei, in den italienischen Alpen und in den weiten Wäldern Schwedens gelegene Dörfer vorkommen, die mit explizitem Bezug zu Marlen Haushofers Die Wand (1963) eine Gegenwelt und alternative Zukunftsvision darstellen, in denen nur Frauen (über-)leben und die für ein anderes Verhältnis zwischen Mensch und Natur stehen. „[E]s ist alles so durchmischt hier“, stellt Zoe auf dem Weg zum italienischen Dorf fest, umgeben von Arten, die eigentlich seit langer Zeit ausgestorben sind. „Was geht hier ab? Ist das ein Refugium? Ein Reservoir? Haben wir gerade ernsthaft die verschollenen Taubenschwänzchen gefunden?“ – so lauten ihre erstaunten Fragen, als sie zu verstehen beginnt, dass sie hier eine Art Garten Eden oder Arche Noah vorfindet, zwei Topoi, die eng mit dem Biodiversitätsdiskurs verknüpft sind.
Für Bi-Fi lässt sich folgendes daraus ableiten: Diversität und Vielfalt werden als Werte adressiert, oftmals in Zusammenhang mit sozialer und kultureller Vielfalt. Gerade eine neue Generation feministisch geprägter Autor:innen – weitere Beispiele wären Levin Westermann, ebenfalls mit Bezug zu Haushofer, oder Charlotte McConaghy – thematisiert Biodiversität nicht nur als ökologisches, sondern als das gesellschaftspolitische Konzept, das es seit seiner Begriffsbildung immer auch ist, und stellt die Frage nach dem guten Leben für menschliche wie auch nicht-menschliche Lebewesen.

Quelle: natur-im-siedlungsraum.ch
Mit der Dystopie, der Idylle und der Utopie leistet der Roman eine Reflexion auf die im Biodiversitätsdiskurs verbreiteten Narrative und zeigt gleichzeitig, wie Biodiversität in kulturellen Traditionen und Schreibweisen verortet werden kann und wie diese für die Zukunft fortzuschreiben wären. Damit verbunden ist das Selbstverständnis von Bi-Fi als engagierte, politische Literatur: Indem Endling Biodiversität genau dann erzählt, wenn sie immer schneller zerstört wird, ist der Roman – und sind mit ihm auch all die anderen Texte, die Biodiversität medial darstellen –selbst eine Art Arche Noah: ein Archiv für das, was verloren sein wird, genauso wie ein Gefährt, das die Biodiversität in die Zukunft retten will. Bi-Fi will durch das Erzählen zum Erhalt der Biodiversität beitragen – und reflektiert gleichzeitig über die (Ohn-)Macht von Erzählungen, Transformation anzustoßen.
Die Welt mit einem Roman verändern – eine zu große Aufgabe. Endling macht jedoch noch etwas anderes, das ebenfalls als engagiert gelten kann: Der Roman parallelisiert den Tod des Vaters und den Verlust der Biodiversität, etwa durch das Sterben der letzten Weinbergschnecke HP14, und verbindet dadurch menschliche und ökologische Trauer. Indem er die Faszination und Freude an der Biodiversität, aber auch einen sich in der Erzählung entfaltenden Trauerprozess darstellt, führt er vor, wie Rettungsfantasien durch Sorgebeziehungen ersetzt werden könnten. Bi-Fi löst das mit Biodiversität verbundene Ziel ein, mehr ‚emotion‘ und ‚spirit‘ in den biologischen Diskurs zu bringen. Damit trägt die Gattung dazu bei, neue Affektlinien in Auseinandersetzung mit der Vielfalt und ihrer Zerstörung zu bilden und die emotionale Arbeit aufzuzeigen, die wir in diesem Jahrhundert individuell und kollektiv werden leisten müssen.
Kulturanalytischer Handlungsbedarf
Diese Kategorien zu verfeinern und theoretisch auszuarbeiten wäre eine erste Aufgabe für die Kulturwissenschaften – verknüpft mit der Frage, ob die jeweiligen Beispiele gelingen oder nicht, wobei die Frage nach dem Gelingen anders gestellt werden müsste, anstatt Schreibers Roman zu kritisieren, und zwar indem man das Plakative seiner Verfahren mit traditionellen ästhetischen Maßstäben konfrontiert. Ausreichen würde eine solche Kritik auf jeden Fall nicht, denn in einer Gegenwart, in der wir in Bezug auf die planetaren Belastungsgrenzen längst unbekanntes und unerforschtes Terrain betreten haben, geht der kulturanalytische Handlungsbedarf viel weiter: Es geht darum, die Bi-Fi und andere Biodiversitätserzählungen nicht einfach zu deuten und zu beurteilen, sondern sie vielmehr als Angebote zu verstehen, über die Gegenwart zu streiten und Zukünfte zu entwerfen, indem die darin formulierten Ansätze kritisch weitergedacht und in den wissenschaftlichen ebenso wie in den politischen Biodiversitätsdiskurs eingebracht werden.

Quelle: natur-im-siedlungsraum.ch
Nebenbei würde dadurch die in Bezug auf Biodiversität noch mangelhafte Zusammenarbeit zwischen den Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften verbessert, vor allem aber könnte eine kulturanalytische Perspektive als Korrektiv bestimmter hegemonialer Diskursmuster fungieren – etwa mit Blick auf die ökonomische Perspektive: So lautet etwa der Slogan der Biodiversitätsinitiative „Schützen, was wir brauchen“. Und der neue Nationale Forschungsschwerpunkt 82 des SNF trägt den Titel „Biodiversität und Ökosystemleistungen“. Gegenüber des gesamtgesellschaftlich zu beobachtenden Trends zur Apologetik der Effizienz und einer Naturalisierung neoliberaler Prinzipien, die zunehmend auf den Biodiversitätsdiskurs übergreifen, kann eine geisteswissenschaftliche Perspektive andere – ethische, ästhetische, affektive – Dimensionen stärken. Von Gerechtigkeitsfragen über psychische Belastungen bis hin zu Beziehungsformen – all die Themen, die Schreibers Endling einbringt, kommen gegenwärtig zu kurz.
Der Handlungsbedarf der Kulturwissenschaften besteht ebenso darin, neben der gewohnten Reflexion und Kritik, eine neue Rolle zu finden, die auch Diskursgestaltung einschließt. So ist es kein Zufall, dass das neue Zürcher Zentrum Künste und Kulturtheorie (ZKK) mit einer Podiumsdiskussion eröffnet wurde, dessen Thema „The Planetary and the Usefulness of Artistic Action“ lautete und auf dem ich verschiedene Formen von geisteswissenschaftlichem Biodiversitätsengagement vorgestellt habe. Zwar kommt die Kritik einer ökonomischen Vereinnahmung, die sich in unseren Fächern allzu oft in Budgetkürzungen niederschlägt, zum Tragen, wenn zunehmend die Nützlichkeit von Forschung zum Kriterium wird. Aber in einer Gegenwart, in der die Triage bei der Biodiversitätsförderung bereits zum Alltag gehört, also bestimmte Arten bewusst dem Aussterben anheimgegeben werden, um andere zu retten, darf man sich nach gut zweihundtert Jahren Kunstautonomie die Frage nach der Nützlichkeit, oder zumindest nach der Funktion, von Kunst, Literatur, aber auch von Kultur- und Literaturwissenschaft doch einmal wieder gefallen lassen. Diese Nützlichkeit könnte darin bestehen, aktiv und mit dem Rüstzeug einer geschärften Analyse von Bi-Fi andere Bilder, Metaphern und Visionen in die Kommunikation zu Biodiversität einzubringen. Sie geht jedoch noch weiter. Während Naturwissenschaftler:innen die mit Biodiversität verbundene Herausforderung, das Verhältnis von Wissenschaft und Aktivismus neu zu denken, angenommen haben, indem sie sich zum Beispiel wie eingangs zitiert öffentlich zur Biodiversitätsinitiative äußern, bleiben geisteswissenschaftliche Stimmen bislang stumm. Dabei haben gerade sie mit ihrem Engagement für soziale und emanzipatorische Bewegungen eine große Erfahrung darin, Transformationen kritisch zu begleiten und mitzugestalten – dieses Potenzial gilt es vermehrt zu nutzen, für eine größere Diversität im Sprechen über Biodiversität.
Die Abbildungen zu diesem Beitrag stammen vom Verein Natur im Siedlungsraum, der sich seit vielen Jahren für die Biodiversitätsförderung in Zürich einsetzt – auf der Homepage gibt es viele nützliche Informationen.
Wichtiger scheint mir literarisch und vielleicht auch kulturwissenschaftlich die hunderttausend Gründe bloßzulegen, die uns im Alltagsleben trotz munterer Bekennerlaune im „antiökologischen“ Trott verweilen lässt. Weil wir doch so gerne und oft und weit in Urlaub fahren, das Auto bei Kälte und Nässe das bequemste, und die Kreativität unserer Kinder natürlich förderungswürdig ist, seien es weite Touren zu sportlichen Wettkämpfen, Musikauftritten oder puren Weltentdeckungsevents . Mobilsein ist Lebensqualität und Lebenselexier fürs in die Welt, in kulturelle, soziale und wirtschaftliche Netzwerke hineinzuwachsen, der entsprechende ökologische Fussabdruck erstaunlich hoch. Wer deklassiert, abgehängt, depressiv und resigniert zuhause vorm Fernseher dahinvegetiert, lebt fußabdrucksweise vergleichsweise umweltfreundlich.… Mehr anzeigen »