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Sylvia Sasse

Sylvia Sasse lehrt Slavis­­ti­sche Litera­tur­­wis­sen­­schaft an der Univer­sität Zürich und ist Mitbe­gründerin und Mitglied des Zentrums Künste und Kultur­theorie (ZKK). Sie ist Heraus­geberin von novinki und von Geschichte der Gegenwart.

Tolstoj und die Ansteckung

Slavoj Žižek antwortete kürzlich auf Giorgio Agambens bedenkliche Fehleinschätzung der Corona-Situation und brachte Lev Tolstojs Konzept von Ansteckung ins Spiel. Bloss das nicht! – sagt unsere Autorin Sylvia Sasse.

Die poli­ti­sche Wahrheit

Als politisches Verfahren wird das Impeachment Trial oft als Schauprozess bezeichnet. Dabei verpasst man aber den entscheidenden Punkt: Hier werden nicht Lügen als Fakten dargestellt. Es ist umgekehrt.

Gefähr­li­cher Konformismus

Der polnische Künstler Artur Żmijewski hat 2005 das berühmte Stanford-Prison-Experiment "überprüft". Bei ihm werden die Gefängniswärter nicht zu Sadisten, sondern beenden die Versuchsanordnung. Was sagt das künstlerische Experiment über den Zusammenhang von Konformität und Macht aus?

Mein #Anführer. Die unfrei­wil­lige Wahr­heit einer Vorsilbe

Vorsilben sagen manchmal mehr als ganze Worte. Zumindest wenn es um den ‚Führer‘ und den ‚Anführer‘ geht. Über die Schwierigkeiten der deutschsprachigen Presse, den ‚leader‘ ins Deutsche zu übersetzen.

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Geschichte der Gegenwart
Geschichte der Gegenwart
Schweizer Filme über das Recht auf Abtreibung
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  • Schweizer Filme über das Recht auf Abtreibung

    Schweizer Filme über das Recht auf Abtreibung

    Sep 21, 2025 • 13:31

    1975 war das internationale Jahr der Frau. Die Abtreibungsfrage war in der Schweiz eines der großen Themen. Feminist:innen nutzten das Medium Film, um illegale Schwangerschaftsabbrüche aus der Tabuisierung zu befreien und für eine Liberalisierung zu mobilisieren.

  • Russland führt einen ideologischen Krieg

    Russland führt einen ideologischen Krieg

    Sep 14, 2025 • 16:58

    Die Russische Föderation wurde wiederholt als korrupter und ideologieloser Mafiastaat bezeichnet, um den russischen Nationalismus und die messianischen Ideen eines kommenden russischen Imperiums herunterzuspielen. Warum diese Perspektive falsch und vielleicht sogar gefährlich ist.

  • Zeigen oder Nicht-Zeigen? – Das ist nur eine der Fragen

    Zeigen oder Nicht-Zeigen? – Das ist nur eine der Fragen

    Aug 31, 2025 • 14:03

    Bilder können erinnern, bewahren und Wissen erzeugen – zugleich aber auch Gewalt und Diskriminierung fortschreiben. Mario Schulze und Sarine Waltenspül erörtern, wie Archive, Ausstellungen und Forschung verantwortungsvoll mit solchen Bildbeständen umgehen können – zwischen Ethik, Kontextualisierung und kollaborativer Praxis.

  • Essen von oben

    Essen von oben

    Aug 24, 2025 • 13:52

    Digitale Bilder von Essen sind allgegenwärtig, sie übernehmen vielfältige kommunikative Funktionen. Als visuelle Markierungen von Identität, Erinnerung und Zugehörigkeit sind sie Teil eines ironischen Spiels, werden aber auch in einem Kulturkampf von rechts instrumentalisiert.

  • Das deutsche Passfoto. Geschichte und Geschlecht

    Das deutsche Passfoto. Geschichte und Geschlecht

    Aug 17, 2025 • 13:03

    Seit wann und warum gibt es Fotos in Ausweisen? Ein Passfoto lässt unwillkürlich auf das Geschlecht der abgelichteten Person schließen. Doch was geschieht, wenn die Angabe des Geschlechts im Reisepass nicht mehr den tradierten binären visuellen Codierungen von Geschlecht entspricht? Britta Lange im GdG-Bildersommer über die Geschichte des Passbildes.

  • Hothouse Earth: Dass es so weitergeht, ist die Katastrophe

    Hothouse Earth: Dass es so weitergeht, ist die Katastrophe

    Aug 10, 2025 • 13:46

    Klimadiagramme sind mehr als visualisierte Daten, sie entwerfen ihre eigenen Narrative und prägen unser visuelles Verständnis der Klimakrise. Birgit Schneider analysiert, wie die Bilder emotionale Zugänge zur Klimakrise schaffen und zum Handeln aufrufen.

  • Bilder, paranoid gelesen. Die Netflix-Serie Adolescence

    Bilder, paranoid gelesen. Die Netflix-Serie Adolescence

    Jul 27, 2025 • 12:07

    Die Netflix-Serie Adolescence wird als Warnstück gelesen, obwohl ihre Bildsprache eine vielschichtige Gegenwartsanalyse anbietet: eine subtile Kritik an der populären Interpretationspraxis, die hinter allem, was man sieht, eine verborgene Wahrheit finden will.

  • Freie Bilder und die Verantwortung von Museen

    Freie Bilder und die Verantwortung von Museen

    Jul 20, 2025 • 16:43

    Was bedeutet die Forderung nach freien Bildern für Museen? Welche Schwierigkeiten und neuen Ansätze gibt es im Bereich von #OpenSource und #CreativeCommons? Wie wirken sich diese auf die Verantwortung von Museen im postkolonialen Kontext aus? Ein Plädoyer für die Wissensallmende.

  • Ist es nun „echter“? Wie die digitale Kolorierung historischer Filmaufnahmen falsche Versprechungen erzeugt

    Ist es nun „echter“? Wie die digitale Kolorierung historischer Filmaufnahmen falsche Versprechungen erzeugt

    Jul 13, 2025 • 15:09

    Digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz scheinen den Wunsch nach einer unmittelbar erlebbaren Vergangenheit Wirklichkeit werden zu lassen. Die Nachbearbeitung von Filmaufnahmen löst Faszination aus, zeigt aber auch Probleme und Irrtümer im Umgang mit historischen Quellen.

  • Der Blick nach rechts von uns. Paul Klees „Angelus novus“ (1920)

    Der Blick nach rechts von uns. Paul Klees „Angelus novus“ (1920)

    Jul 9, 2025 • 10:00

    Heute startet der GdG-Bildersommer. Den Auftakt bildet ein Aquarellbild von Paul Klee, das durch seinen ersten Besitzer Walter Benjamin eine wirkungsmächtige Deutung erhalten hat. Klees „Angelus novus“ von 1920 ist zum Engel der Geschichte geworden. Doch was ist auf dem Bild zu sehen?

Mord mit Regen­schirm. Über die Phan­tastik der Realität

Manchmal können Sachverhalte wahr sein, die wie eine Übung in angewandter Phantastik aussehen. Wirkt ein Ereignis allzu unwahrscheinlich, lässt sich dies gezielt nutzen, um das Wirkliche zu verschleiern und zu verunsichern.

„Wir gestehen, dass wir uns konti­nu­ier­lich auf den Artikel 3 des Grund­ge­setzes berufen“ – parodis­ti­sche Selbst­de­nun­zia­tion als Vertei­di­gung von Kritik

Die Antworten vieler LehrerInnen auf den Lehrerpranger der AfD sind grandios. Sie sind nicht nur lustig, sondern auch geistreiche Analysen über das Verhältnis von Denunziation und Kritik. Über parodistische Geständnisse und Antibeichten in Diktaturen und in Demokratien.

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Mono­lo­gi­sche #Viel­falt

„Vielfalt“ und „Ausgewogenheit“ werden von einigen Medien neuerdings als hohes Qualitätsmerkmal eingestuft. Das ist eigentlich toll. Aber was bedeutet es konkret? Sind Medien, die keine „rechten“ oder „populistischen“ Meinungen bringen, „einseitig“? Über „Vielfalt“ als Legitimation für Propaganda.

„Der Mili­zionär kommt ins Spiel“ – Wie Pussy Riot den Dichter Dmitrij Prigov zitieren und das Poli­ti­sche poetisch wird

Der Milizionär, den Pussy Riot am Sonntag während des WM-Finals in Moskau „ins Spiel brachte“, ist eine Kultfigur der Moskauer Kunstszene der 1980er Jahre. Sie stammt von Dmitrij Prigov, dessen Todestag sich gerade zum elften Mal jährte.

„Passiert gerade wirk­lich etwas?“ Das Fake-Ereignis

Fake-Ereignisse sind nicht bloß Fake-News, sie erschüttern das Verhältnis von Politik, Realität und Medien auf eine andere Weise. Ein Essay über Frank Underwood und Arkadij Babčenko.

Hate Speech: Der Bumerangeffekt

Hate Speech boomt. Zugleich wird immer sichtbarer, wer die Hater eigentlich sind. Das ist eine gute Gelegenheit, verletzende Sprechakte mal umgekehrt zu denken - als Selbstinszenierung, Selbstkonstitution und Selbstbeleidigung des Absenders.

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Die Zombie-Republik. DDR reloaded

Seit langem wurde nicht mehr so heftig auf die ‚Ostdeutschen‘ geschimpft wie nach der letzten Bundestagswahl. Es wurde versucht, die Ursachen für die Wut in der DDR-Vergangenheit zu finden. Dabei ist die politische Nutzung dieser Vergangenheit selbst ein Phänomen der Gegenwart: über die Zombie-Republik als ‚deutsche‘ Selbstdekonstruktion.

„Lolita“ ohne Humbert Humbert… Über die Angst, die „Arsch­lö­cher“ könnten aus der Kunst verschwinden

„Tugendwächter“ und „Moralapostel“ sind gerade die Lieblingswörter im nicht mehr nur konservativen Feuilleton. Es wird Kunstzensur gewittert. Proteste einzelner werden als „moralischer Totalitarismus“ gedeutet. Doch was passiert, wenn Protest als Zensur interpretiert wird?