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Christian Geulen

Christian Geulen ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte und ihre Didaktik in Koblenz und ist Herausgeber von Geschichte der Gegen­wart.

For Future. Zum Problem des voraus­ei­lenden Denkens

Zu den Symptomen einer Krise gehört die Ungewissheit darüber, was die Zukunft bringen wird. Das gilt heute nicht mehr. Mit unseren Gegenwartskrisen gehen wir um, indem wir sie als Dauerzustand denken und in die Zukunft verlängern. Das schafft Orientierung, aber auch Probleme.

Rassismus ohne ‚Rassen‘. Über eine Ideo­logie und ihren schein­baren Grund­be­griff

Der Begriff ‚Rasse‘ markiert eine der langlebigsten Ausgrenzungsideologien der Moderne. Lässt sich diese aber wirklich eindämmen, indem man den Begriff eindämmt? Was ist gewonnen, wenn das Wort 'Rasse' verschwindet, rassistisches Denken und Handeln sich aber längst von ihm gelöst hat?

Vor, in und nach der Krise

Wir sind mitten in der Krise. Die drastischen Anordnungen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie haben wir fast klaglos akzeptiert. Weist das darauf hin, dass wir sie heimlich mögen, die Krise? Können wir später auch wieder verlernen, in der Krise zu leben?

Der lange Abschied. Zur poli­ti­schen Unter­schei­dung von Links und Rechts – nicht nur in Deutsch­land

Das Spektrum der politischen Positionen wird seit der Französischen Revolution im Links-Rechts-Schema geordnet. Was aber, wenn es keine klaren Positionen mehr zu ordnen gibt, weil populistische Anti-Politik ebenso wie der Pragmatismus der Regierenden das alte Schema zerreiben und alle zur „Mitte“ drängen?

„Klima­wandel“. Über Krise und Konsens

Dramatisch sind nicht nur die Krisen, die wir erleben. Dramatisch im Wortsinne sind auch die Krisendiskurse, die eine tödliche Bedrohung des eigenen Lebens, des eigenen Planeten, des eigenen Volkes beschwören – und „entschiedenes“ Handeln jenseits des Rechtsstaates, ja jenseits der Politik fordern.

‚Kata­strophe‘ ist gar kein Ausdruck. Über Bildung – heute

1964 konstatierte der Altphilologe Georg Picht eine „bundesdeutsche Bildungskatastrophe“. Die Zahlenverhältnisse haben sich seither zwar drastisch verändert. Doch die Lage der Bildung ist dramatischer denn je. Die Universitäten sind durch Pädagogisierung, Didaktisierung, Ökonomisierung zu bloßen Ausbildungsstätten geworden. Eine Streitschrift.

Lost in Para­dise. Der ameri­ka­ni­sche Westen unter Trump: Besich­ti­gung einer konster­nierten Gesell­schaft

Was sind die USA unter Trump? Wie sprechen die Menschen in Kalifornien, im Silicon Valley einerseits, und andrerseits in den uramerikanischen Gegenden des „Heartland“, etwa in Wyoming, über Amerika, über Europa, über die Zukunft? Diese gespaltene Gesellschaft hat uns etwas zu sagen.

Klick den Popu­lismus! Anmer­kungen zur wahl-o-matisierten Demo­kratie

Millionen von Wählerinnen und Wählern in der kommenden Bundestagswahl werden wieder den Wahl-O-Mat benutzen, um die Partei zu finden, die ihnen „entspricht“. Doch diese Art von politischer Bildung im Twitter-Format fördert nicht die Demokratie, sondern den Populismus.

„At the last Trump…“ Popu­lismus und das Ende der Demo­kratie, wie wir sie kennen

Donald Trump ist das bislang deutlichste Krisensymptom der parlamentarischen, repräsentativen Demokratie. Die drohende Reduktion der demokratischen Ordnung auf ihren archaisch-plebiszitären Kern zerstört die Schutzfunktion der Institutionen zugunsten politischer Führer, die ihre autoritäre Macht auf den angeblichen „Volkswillen“ stützen.

Trans­na­tio­naler Natio­na­lismus. Hinter dem Volks­be­griff des heutigen Rechts­po­pu­lismus lauert die ‚Rasse‘

Der neue Rechtspopulismus hat kaum etwas mit Nation und Vaterland zu tun. Die Gemeinschaft, die er beschwört, ist einerseits die Familie und das Lokale, und andrerseits etwas Transnationales und zugleich Vorpolitisches. Die alte Rechte nannte es die ‚Rasse‘.

#Vox_Populi. Zur Aktua­lität einer alten Idee

Dass die Stimme des Volkes die Stimme Gottes sei, ist eine alte Idee. Heute kann jede Partei, jede Bewegung, jede Gruppe und sogar jedes Individuum den Anspruch erheben, mit Volkes Stimme zu reden. Demokratisch ist das nicht.