Humanitäre Institutionen erscheinen oft als über dem politischen und lokalen Geschehen schwebende Institutionen, neutral, unparteilich, universalistisch. Doch wer Leben rettet, agiert politisch und ortsgebunden. Wie lässt sich das vereinbaren?

  • Joël Glasman

    Joël Glasman ist Professor für Geschichte mit dem Schwerpunkt Geschichte Afrikas an der Uni Bayreuth. Er forscht zu Globalisierung und Humanitarismus, zuletzt: Humanitarianism and the Quantification of Human Needs : Minimal Humanity New York : Routledge, 2019.
Geschichte der Gegenwart
Geschichte der Gegenwart 
Die Politik aus dem Nirgendwo. Huma­ni­täre Hilfe und die Geschichte schwe­re­loser Institutionen
/

Auch im Zeit­alter der Globa­li­sie­rung bleiben Insti­tu­tionen lokal veran­kert. So erwartet niemand vom Vorstand des FC Bayern München, dass er sich für den Erfolg und die Inter­essen des Pariser Vereins Saint Germain einsetzt. Auch bei sehr großen Insti­tu­tionen – sagen wir der NATO oder der Afri­ka­ni­schen Union – wird kein Hehl daraus gemacht, dass loka­li­sier­bare Gemein­schaften im Mittel­punkt stehen. Und niemand wird verkennen, dass es sich hier eben­falls um Inter­es­sen­ver­tre­tungen handelt. Bei anderen Insti­tu­tionen ist es hingegen weniger ersicht­lich, und zwar vor allem bei Insti­tu­tionen, die den Anspruch erheben, im Namen der gesamten Mensch­heit unpar­tei­isch zu agieren – der inter­na­tio­nale Mathe­ma­ti­ker­kon­gress, Ärzte Ohne Grenzen, das Unicef-Kinderhilfswerk… Ich nenne sie schwe­re­lose Insti­tu­tionen; Insti­tu­tionen, die gerne den Eindruck erwe­cken, mühelos über der Welt zu schweben. Sie kennen keine Grenzen, ziehen keine spezi­fi­sche Gemein­schaft vor, handeln im Namen univer­sa­lis­ti­scher Zwecke. Doch auch diese Insti­tu­tionen sind orts­ge­bunden, wie ein kriti­scher Blick auf ihre Geschichte zeigt. 

Wie steht es mit dem Univer­sa­lis­mus­an­spruch? Soll er einfach beim Wort genommen werden, oder, noch bedenk­li­cher, eher gerade nicht ernst genommen, sondern als bloßer Vorwand verstanden werden, um even­tu­elle unehr­liche Inter­essen und poli­ti­sche Verschwö­rungen zu verste­cken? Wenn wir die Spezi­fi­zität dieser Insti­tu­tionen derart verkennen, sind wir weder in der Lage, sie zu ändern, noch können wir sie in kriti­schen Momenten verteidigen. 

Univer­sell und lokal zugleich

Die histo­ri­sche und sozi­al­wis­sen­schaft­liche Forschung inter­es­siert sich zuneh­mend für schwer­lose Insti­tu­tionen (Beispiele gibt es etwa hier, hier oder hier). Sie kann sich auf die Werk­zeuge der neueren Wissen­schafts­ge­schichte stützen. Denn dieser gelingt es, den Univer­sa­li­täts­an­spruch der Wissen­schaft ernst zu nehmen, ohne dabei das Loka­li­sier­bare – das Labo­ra­to­rium, den Kongress oder die Zeit­schrift – aus dem Blick zu verlieren. Die Wissen­schafts­his­to­ri­kerin Lorraine Daston spricht in diesem Sinne einer­seits von einer „Sicht aus dem Nirgendwo“; sie zeigt, wie im Zuge der Entste­hung der modernen Natur­wis­sen­schaften ein „aper­spek­ti­vi­scher Blick“ entwi­ckelt wurde, der zur Legi­ti­mie­rung wissen­schaft­li­cher Aussagen als univer­sell gültig beigetragen hat. Dabei spielen ande­rer­seits jedoch spezi­fi­sche Orte wie das Labo­ra­to­rium, die als getrennt vom Rest der Welt erscheinen, eine zentrale Rolle. Denn in das wissen­schaft­liche Labo­ra­to­rium dürfen nur selek­tierte Elemente aus der Außen­welt hinein­ge­bracht werden; in einem solch künst­li­chen Umfeld können diese Elemente dann sortiert, analy­siert und studiert werden. Ein Labo­ra­to­rium ist mithin ein Ort, an dem Wissen­schaft­le­rinnen und Wissen­schaftler die Gesetze der realen Welt gewis­ser­maßen aussetzen können – etwa die Schwer­kraft für einen Moment aufheben, oder Stoffe mischen, die in der Natur nicht an denselben Orten auftau­chen. Voraus­set­zung für wissen­schaft­liche Aussagen, die einen univer­sa­lis­ti­schen Anspruch haben, ist somit die Verknüp­fung des aper­spek­ti­vi­schen Blicks mit dem geschützten Ort des Laboratoriums.

Dieses hier kurz ange­deu­tete analy­ti­sche Instru­men­ta­rium der Wissen­schafts­ge­schichte kann nun auf andere schwe­re­lose Insti­tu­tionen ange­wendet werden: Insti­tu­tionen, die Politik aus dem Nirgendwo betreiben. Huma­ni­täre Orga­ni­sa­tionen sind ein gutes Beispiel dafür. Umfragen zufolge handelt es sich bei Huma­ni­tären Orga­ni­sa­tionen immer wieder um die belieb­testen Insti­tu­tionen über­haupt. Sie werden von Promis beworben, mit Frie­dens­no­bel­preisen belohnt und von der Öffent­lich­keit gefeiert. Jedes Jahr wachsen ihre Finanz­mittel. Huma­ni­täre Orga­ni­sa­tionen erheben den Anspruch, unpar­tei­isch zu agieren und jenseits von lokalen Inter­essen, kultu­rellen Merk­malen oder poli­ti­schen Über­zeu­gungen zu helfen. In ihrem Verhal­tens­kodex wird auf Mensch­lich­keit und Neutra­lität gepocht (so dient der Code of Conduct for the Inter­na­tional Red Cross and Red Crescent Move­ment and NGOs in Disaster Relief etwa 600 Orga­ni­sa­tionen als ethi­sche Grundlage). 

Huma­ni­täre Orga­ni­sa­tionen wollen überall agieren dürfen, ohne von lokalen Gemein­schaften gewählt worden zu sein. Sie wollen bestimmen, wer was bekommt, ohne partei­isch zu sein. Sie wollen über Leben und Tod entscheiden, ohne poli­tisch zu sein. Sie meinen – manchmal sehr bild­lich, wie hier auf diesem Schau­bild aus der huma­ni­tären Initia­tive der Univer­sität Harvard – von einem Außerhalb-der-Welt zu intervenieren. 

Selbst­ver­ständ­lich wird die Unpar­tei­lich­keit der huma­ni­tären Orga­ni­sa­tionen ab und zu in Frage gestellt; ihnen wird zuneh­mend vorge­worfen, dass sie doch Partei ergreifen – zum Beispiel zu Gunsten der Indus­trie­na­tionen, der USA oder des Westens. Die BBC, die New York Times und der Guar­dian infor­mieren regel­mäßig über Miss­stände in der huma­ni­tären Hilfe. Mitt­ler­weile hat sich eine eigen­stän­dige Fach­presse etabliert, die auf die poli­ti­schen Fall­stricke der huma­ni­tären Hilfe hinweist. Huma­ni­täre Orga­ni­sa­tionen sind dieser Kritik gegen­über hilflos. Sie erwi­dern, dass sie ihren Prin­zi­pien treu bleiben, und – man möge ihnen bitte glauben –, im Namen der Mensch­heit agieren. Doch ihre Kritiker haben dann ein leichtes Spiel, auf ihre Orts­ge­bun­den­heit hinzu­weisen. Denn es ist offen­sicht­lich, dass viele huma­ni­täre Orga­ni­sa­tionen ihren Sitz in west­li­chen Ländern haben und ihre Gelder von einigen reichen Spen­dern erhalten. Wer heute verkennt, dass auch Univer­sa­lität histo­risch (sprich: lokal) konstru­iert wurde, steht jegli­cher Kritik völlig unbe­waffnet gegenüber. 

Geschichte der Unparteilichkeit

Die Selbst­er­zäh­lung der huma­ni­tären Hilfe begann 1863 mit der Grün­dung des Inter­na­tio­nalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) (früher eigent­lich Stän­diges Inter­na­tio­nales Komitee). Seine – damals noch nicht ‚huma­nitär‘ genannte – Hilfe wurde in der Sprache des Natio­nal­staates begründet. Die Gründer des Roten Kreuzes erhoben den Anspruch, Menschen jenseits von Staats­an­ge­hö­rig­keit und Natio­na­lität zu helfen; Unpar­tei­lich­keit war mithin zunächst eine Gegen­ka­te­gorie – eine Ableh­nung der reinen natio­nalen Soli­da­rität. Im ersten Genfer Abkommen heißt es: „Verwun­dete und kranke Soldaten werden aufge­nommen und gepflegt, gleich welcher Nation sie angehören“. 

Diese Haltung des IKRK wird auf die poli­ti­sche Neutra­lität der Schweiz zurück­ge­führt: Die Schweiz betei­ligt sich nicht an Kriegen zwischen euro­päi­schen Nationen; das IKRK ist eine Schweizer Insti­tu­tion, ergo: das IKRK ist neutral. Dabei wurden in den ersten Dekaden des Bestehens des IKRK nicht nur „Unpar­tei­lich­keit“ und „Neutra­lität“ als ethi­sche Grund­sätze hervor­ge­hoben, sondern auch „Patrio­tismus“ und „Gehor­sam­keit“ (d.h. die Unter­ord­nung der Hilfs­ko­mi­tees gegen­über dem Militär). Und zudem war auch der Anspruch der huma­ni­tären Ethik des IKRK nicht kontextlos. Er war viel­mehr inspi­riert von der Mili­tär­me­dizin und zielte darauf, verwun­deten Soldaten beizu­stehen. Es war, mit anderen Worten, ein Blick gleichsam aus dem Schlacht­feld heraus, das heißt ein Blick aus der Nähe, ein Blick, der das Leid auf den Gesich­tern der gefal­lenen Soldaten sichtbar und ihren Schmerz unmit­telbar spürbar machen sollte. 

Im Zweiten Welt­krieg zerbrach diese Ethik – das Schlacht­feld war zu groß geworden. Nach dem Krieg beschul­digte die UdSSR das inter­na­tio­nale Komitee vom Roten Kreuz, die Verbre­chen der Nazis nicht ange­pran­gert zu haben. Im frühen Kalten Krieg warf China dem IKRK vor, Taiwan zu bevor­zugen; die DDR kriti­sierte sein Schweigen gegen­über den Verbre­chen des Kolo­nia­lismus in Afrika. Ange­sichts solcher Kritik hatte das Inter­na­tio­nale Komitee Mühe, sich weiterhin als Hüterin huma­ni­tärer Grund­sätze zu behaupten und lief damit Gefahr, sein Allein­stel­lungs­merkmal zu verlieren. 

Sie können uns unter­stützen, indem Sie diesen Artikel teilen: 

Doch 1955 kam Jean Pictet zum Zug. Der Schweizer Jurist erneu­erte die Doktrin des Roten Kreuzes. Er legte sieben Grund­sätze fest: Mensch­lich­keit, Gleich­heit, Verhält­nis­mä­ßig­keit, Unpar­tei­lich­keit, Neutra­lität, Unab­hän­gig­keit und Univer­sa­lität. Er aktua­li­sierte mithin alte Werte, um die Sonder­po­si­tion des Inter­na­tio­nalen Komi­tees zu recht­fer­tigen. Er begrün­dete diese Sicht aus dem Nirgendwo, indem er die „Verhält­nis­mä­ßig­keit der Hilfe“ erfand: „Die verfüg­bare Hilfe wird nach der rela­tiven Bedeu­tung der indi­vi­du­ellen Bedürf­nisse und nach ihrer Dring­lich­keit verteilt“, schrieb er 1956. Huma­ni­täre Orga­ni­sa­tionen seien befugt, so Pictet, Unter­schiede zwischen Menschen zu machen und ihre Hilfe zu prio­ri­sieren, denn es gebe Menschen, die drin­gender auf Hilfe ange­wiesen sind als andere. Das sei aller­dings eine beson­dere Form der Prio­ri­sie­rung: Natio­nal­staaten, so Pictet, würden vorrangig natio­nalen Staats­an­ge­hö­rigen helfen; reli­giöse Gemein­schaften vorrangig ihren „Glau­bens­brü­dern“, Berufs­ge­mein­schaften „Kollegen desselben Berufs“ und poli­ti­sche Parteien ihren „Sympa­thi­santen“. Jede Orga­ni­sa­tion stelle also eine Gruppe von Menschen vor die anderen; selbst die natio­nalen Rotkreuz­ge­sell­schaften helfen in erster Linie „den Menschen ihrer Natio­na­lität“, erklärte Pictet. Huma­ni­täre Soli­da­rität hingegen sei dieje­nige, die sich an Fremde wende und nach Bedürf­tig­keit prio­ri­siere. Und weil die Insti­tu­tion, für die Pictet arbei­tete – das Inter­na­tio­nale Komitee des Roten Kreuzes – „unge­bunden“ sei, sei es seiner Ansicht nach wirk­lich in der Lage, „eine Hilfe zu leisten, die nur nach dem Ausmaß der Not bemessen wird“.

Univer­sell, unpar­tei­isch, standardisiert

Pictets Grund­satz der Unpar­tei­lich­keit ist von allen großen Hilfs­or­ga­ni­sa­tionen über­nommen worden. Doch nicht nur ethi­sche Grund­sätze begründen die huma­ni­täre Politik aus dem Nirgendwo. Auch die Perso­nal­po­litik der huma­ni­tären Orga­ni­sa­tionen wird von der Idee geprägt, dass sie nirgendwo wirk­lich hinge­hören und darum überall unpar­tei­isch sind. In dieser Tradi­tion versteht sich etwa die 1971 in Paris gegrün­dete Orga­ni­sa­tion Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Fron­tières (MSF). Bei MSF dürfen Fahrer:innen, Wächter:innen und Krankenpfleger:innen vor Ort rekru­tiert werden – genauso Ärzt:innen, Logistiker:innen und Jurist:innen. Doch dieser „national staff“ darf kein Hilfs­pro­jekt leiten. In Entschei­dungs­in­stanzen sitzt der „inter­na­tional staff“ – mit der Begrün­dung, dass dieser eben nicht an lokale Inter­essen gebunden ist. Wer vor Ort keinen Bruder, keine Cousine und keine Familie hat, ist weniger erpressbar, und den Expats wird in Konflikt­fällen weniger vorge­worfen, Partei zu ergreifen. Die offi­zi­elle Doktrin von MSF besagt jedoch nicht, dass die Expats flei­ßiger, schlauer oder besser gebildet sind als ihre lokalen Gegen­parts. Die Expats haben nicht etwas „mehr“ – sie haben etwas weniger. Ihnen fehlt die gesell­schaft­liche Verwur­ze­lung. Und just diese Posi­tion der Exter­na­lität gibt ihnen einen Anspruch auf Verantwortung. 

Wo die Exter­na­lität des Perso­nals nicht ausreicht, setzten huma­ni­täre Orga­ni­sa­tionen auf die Exter­na­lität der Dinge. Huma­ni­täre Orga­ni­sa­tionen stehen auf Gadgets wie IKEA-Container für Flücht­linge, einheit­liche UNHCR-Zelte, stan­dar­di­sierte Phar­ma­kits, Armbänder zur Ermes­sung der Unter­ernäh­rung oder das Nahrungs­prä­parat Plum­pyNut™. Diese globalen Dinge werden auf Messen und inter­na­tio­nalen Kongressen gerne zur Schau gestellt. Schon bei der Welt­aus­stel­lung in Paris 1867 stellte das Rote Kreuz die mate­ri­ellen Beweise der huma­ni­tären Inge­niö­sität aus – damals Bandagen, stoß­dämp­fende Wagen und Tragen. Höhe­punkt des World Huma­ni­ta­rian Summit von 2016 in Istanbul war die Trade Fair, bei der Unter­nehmen und huma­ni­täre Orga­ni­sa­tionen über Tech­no­logie und Inno­va­tion refe­rieren konnten. Die tech­ni­sche Repro­du­zier­bar­keit der huma­ni­tären Güter fungiert als Garantie für deren univer­sale Geltung. Aus indus­tri­eller Unifor­mität wird auf univer­selle Bedürf­nisse zurückgeschlossen. 

Seit den 1990er Jahren hat die huma­ni­täre Gemein­schaft auf Stan­dar­di­sie­rung gesetzt. Nachdem inter­na­tio­nale Hilfs­or­ga­ni­sa­tionen sich in Goma 1994 blamiert hatten – in den Flücht­lings­kamps in Zaire waren 12.000 Menschen, die vor dem Genozid in Ruanda geflohen waren, bei einem Cholera-Ausbruch gestorben –, versuchten sie eine neue Legi­ti­mität aus univer­sellen Stan­dards zu gewinnen. Wieder traf man sich in Genf, um nach dem Vorbild der Inter­na­tio­nalen ISO-Normen für Güter und Dienst­leis­tungen die Leis­tungen der huma­ni­tären Orga­ni­sa­tionen zu kodi­fi­zieren. Die soge­nannten „Sphere Stan­dards“ sollten immer und überall gelten. Auf dem Logo war die Erdkugel zu sehen – der Name war Programm: Eine Sphäre, die zum Ausdruck bringen sollte, dass die Normen der Hilfs­or­ga­ni­sa­tionen für alle gelten sollen, im Außer­halb der Welt. Univer­sale Bedürf­nisse ließen auf einen univer­salen Auftrag schließen, diese Bedürf­nisse zu befriedigen. 

Wer Leben rettet, agiert aller­dings poli­tisch. Entschei­dungen über Leben und Tod zu fällen, Ressourcen zu verteilen und Flücht­lings­ströme zu lenken, das sind poli­ti­sche Entschei­dungen, die nicht durch Stan­dar­di­sie­rungen umgangen werden können, oder durch einen Verweis auf stand­or­tun­ge­bun­dene Univer­sa­lität. Ob man diese Hilfs-Politik auf Grund­lage einer Posi­tion der Exter­na­lität konzi­pieren darf und sollte, kann debat­tiert werden. Aller­dings darf dabei nicht vergessen werden, dass auch Exter­na­lität ein beson­derer Stand­punkt ist, der erklärungs- und begrün­dungs­be­dürftig ist. Wer in der Viel­falt von schwe­re­losen Insti­tu­tionen dieje­nigen Prak­tiken iden­ti­fi­zieren will, die tatsäch­lich eman­zi­pa­to­risch wirksam sind, muss sich für ihre spezi­fi­sche Art der Geschicht­lich­keit interessieren. 

Doch bei aller Kritik an huma­ni­tären Orga­ni­sa­tionen muss man fest­halten: Kein Leben retten ist auch poli­tisch. Gleich­gül­tig­keit ist auch eine poli­ti­sche Haltung.