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  • Jennifer Evans is Professor of European History at Carleton University (Ottawa) where she teaches courses in the history of sexuality, photography, and social media memory formation. She is interested in the history of gender, populism and authoritarianism and currently co-curates the New Fascism Syllabus.

Am Morgen des 18. Dezember 2018 lag eine Tasche vor dem Natio­nalen Sekre­ta­riat für Geschlech­ter­for­schung in Göte­borg, Schweden. Obwohl sich das dyna­mit­för­mige Objekt im Inneren als Attrappe erwies, war die Botschaft unmiss­ver­ständ­lich. Sogar die schwe­di­sche Vize­kanz­lerin Eva Wiberg kommen­tierte den Vorfall und merkte an, dass einige Wissen­schaft­le­rinnen und Wissen­schaftler aufgrund ihrer Forschungs­in­halte beson­ders häufig Gewalt ausge­setzt seien: „Ohne in diesem beson­deren Fall speku­lieren zu wollen, wissen doch alle, dass die Geschlech­ter­for­schung heut­zu­tage sehr deut­lich von dieser Bedro­hung betroffen ist.“

Warum scho­ckiert dieser beson­dere Vorfall also so? Viel­leicht, weil in der inter­na­tio­nalen Presse nicht groß über ihn berichtet wurde. Und das obwohl er auf die umstrit­tene Schlie­ßung der Gender Equa­lity Agency (Jämställ­dhe­ts­myn­di­gheten) folgte. Diese Behörde war dem Rechts­ruck im schwe­di­schen Parla­ment zum Opfer gefallen, bei dem die rechts­po­pu­lis­ti­schen Schwe­den­de­mo­kraten (Sveri­ge­de­mo­kra­terna) 2018 zur dritt­stärksten Kraft geworden waren. Viel­leicht scho­ckiert der Vorfall aber auch, weil er das Gewalt­po­ten­zial deut­lich macht, das aus den zuneh­mend koor­di­nierten Angriffen auf die Geschlech­ter­for­schung hervor­gehen kann, wenn, wie es gerade geschieht, sowohl konser­va­tive als auch popu­lis­ti­sche Parteien das Thema für ihre eigenen Inter­essen ausschlachten. Dies führt nämlich gerade nicht zu offenen Debatten und zum Austausch von Argu­menten, sondern nährt, wie sich welt­weit sehen lässt, extre­mis­ti­sche Einstel­lungen, desta­bi­li­siert die libe­rale Demo­kratie und stellt – mit den kritisch Forschenden – die Praxis kriti­scher Forschung über­haupt in Frage.

Angriffe auf NGOs und Akademiker*innen

Bettina Rheims, Valentin P. III, 2011; Quelle: flickr.com

Es ist schwer vorstellbar, dass die wissen­schaft­liche Unter­su­chung geschlechts­spe­zi­fi­scher Ungleich­heit (gender inequa­lity) im Erwerbs­leben, der Politik, im privaten und im öffent­li­chen Leben solche Reak­tionen hervor­rufen kann. Zwar erleben wir in Nord­ame­rika und West­eu­ropa einen poli­ti­schen Rück­schritt nach dem anderen in Bezug auf die Möglich­keit von Abtrei­bungen, auf LGBTQI-Rechte und den Umgang mit NGOs, die Frau­en­hilfs­gruppen unter­stützen, sehen und die Schlie­ßung ganzer Programme zur Frauen- und Geschlech­ter­for­schung.  Trotzdem glauben wir immer noch, diese Vorgänge seien den popu­lis­ti­schen und auto­ri­tären Stra­te­gien in bedrängten Demo­kra­tien vorbe­halten und geschuldet. Wenn man an die Angriffe auf die Gender Studies denkt, denkt man vor allem an die kata­stro­phale Situa­tion der Wissen­schaftler in Polen und Ungarn oder, in der Ferne, an Bolso­naros Brasi­lien. Für die Wissen­schaft­le­rinnen, die welt­weit unter Beschuss stehen, wird dies derweil immer mehr zum „busi­ness as usual“.

Wie die Sozio­logen Roman Kuhar und David Pater­notte in Anti-Gender Campaigns in Europe fest­ge­stellt haben, hat die Anti-Gender-Bewegung sich längst über die Grenzen zuneh­mend auto­ri­tärer werdender Länder hinaus ausge­breitet. Deren zuneh­mend orga­ni­sierte Angriffe auf die „Gender-Ideologie“ und „Gender-Theorie“ stehen stell­ver­tre­tend für die Ableh­nung von Ehegleich­heit, repro­duk­tiver Selbst­be­stim­mung, sexu­ellem Libe­ra­lismus und der Anti-Diskriminierungspolitik. Das ist Teil einer neo-traditionalistischen Wende, und es ist daher ein globales Problem geworden, wie wir der Frage der sexu­ellen Rechte und der geschlechts­spe­zi­fi­schen „Iden­tität“ im 21. Jahr­hun­dert begegnen wollen.

Im Alltag zeigt sich diese Entwick­lung am extremsten in der steilen Zunahme von hate crimes gegen sexu­elle Minder­heiten (bis hin zu brutalen Säure­an­griffen), aber auch in den unzäh­ligen Zeug­nissen der #metoo-Bewegung. Welt­weit ist diese Ausein­an­der­set­zung auch in die Politik der tradi­tio­nell konser­va­tiven Parteien einge­si­ckert, die mit den Rechts­po­pu­listen auf Tuch­füh­lung gehen, um Wähler­stimmen zu gewinnen. Selbst die so sehr gehypte  „Offen­heit“ und „Gleich­heit“ der sozialen Medien ist nicht immun gegen die mora­lisch aufge­la­dene Panik, die Face­book, Tumblr und Insta­gram dazu veran­lasste, die Online-Räume für „sex posi­ti­vity„ und einver­nehm­li­chen eroti­schen Austausch im Namen von „Community-Standards„ unver­hält­nis­mäßig einzu­schränken.

Femi­nismus von links – und von rechts

Seit ihren Anfängen als Frau­en­for­schung in den 1970er Jahren sind die Gender-Studies Angriffen von Innen und Außen ausge­setzt. Obwohl die Gleich­stel­lung der Geschlechter und der sexu­ellen Orien­tie­rungen ein Produkt der sozialen Bewe­gung der „Neuen Linken“ und der Suche nach radikal demo­kra­ti­schen Lösungen für die anhal­tenden sozialen Spal­tungen war, mussten sie sogar unter Progres­siven hart erkämpft werden. Unter­schied­liche Posi­tionen unter den Akti­vis­tInnen zwangen Femi­nis­tInnen, Schwule und Lesben, sich nach ihren eigenen Inter­essen zu orga­ni­sieren. Ihr Beitrag zum Geist von 1968 wird, wie die Histo­ri­kerin Chris­tina von Hoden­berg in ihrem 2018 erschie­nenen Buch Das andere Acht­und­sechzig gezeigt hat, in zeit­ge­nös­si­schen und histo­ri­schen Darstel­lungen oft klein­ge­redet. Dennoch konnte auch die Frau­en­for­schung bei dem Marsch durch die Insti­tu­tionen Terrain gewinnen: An Univer­si­täten wie der Tech­ni­schen Univer­sität Berlin führten Forsche­rinnen wie Karin Hausen drin­gend benö­tigte Studien zur Geschichte von Frauen, zu sexu­eller Gewalt, Beläs­ti­gung, Arbeits­un­gleich­heit, Staats­bür­ger­schaft, Wirt­schafts­krieg und Mili­ta­ri­sie­rung durch. Auch wenn diese frühe Forschung, wie die Profes­sorin für Frauen- und Geschlech­ter­for­schung Chandra Mohanty heraus­ge­ar­beitet hat, ihre blinden Flecken hatte, so über­stand sie doch alle mögli­chen Stürme, wenn sie Univer­si­täten, Regie­rungen und Unter­nehmen dafür verant­wort­lich machte, die Rechte von Minder­heiten in Bezug auf Zugang, Reprä­sen­ta­tion und Gleich­be­hand­lung nicht einzu­halten.

1968 trug zwei­fellos dazu bei, neue Formen von Agita­tion und Lobby­ar­beit hervor­zu­bringen, die zur Schaf­fung von Depar­te­menten für Frauen- und Geschlech­ter­for­schung an den Univer­si­täten des globalen Nordens führten. Gleich­zeitig aber war „68“ auch eine Refe­renz für die „Neue Rechte“, aus deren Perspek­tive die Debatten um Geschlech­ter­po­litik eben­falls grund­le­gend für ihre Bewe­gung erschienen. Einer der Begründer der Nouvelle Droite, der fran­zö­si­schen Philo­soph und Akade­miker Alain de Benoist zog rück­bli­ckend auf 1968 das Fazit, dass sich hinter jenen stür­mi­schen Monaten und ihrem empha­ti­schen Libe­ra­lismus, Femi­nismus, Moder­nismus, Indi­vi­dua­lismus, Marxismus und Globa­lismus „das schiere Ausmaß einer Krise verbarg, die eine radi­kale Erneue­rungen der Denk-, Entscheidungs- und Hand­lungs­weisen verlangte“. In seinem Mani­fest der fran­zö­si­schen Rechten aus dem Jahre 2000 argu­men­tierte er, dass Femi­nis­tinnen, die Geschlecht („Gender“) als soziale Konstruk­tion propa­gierten, in die Falle gegangen seien, Gleich­be­rech­ti­gung tout court zu fordern – womit sie am Ende gerade das männ­liche Subjekt als univer­sales wieder­ein­ge­setzt hätten. Im Gegen­satz dazu stehe die Neue Rechte für einen „diffe­ren­tia­lis­ti­schen“ Femi­nismus ein, der dem biolo­gi­schen Unter­schied der Geschlechter im öffent­li­chen Diskurs einen Platz garan­tiere, indem er spezi­fi­sche Frau­en­rechte, wie etwa das Recht auf Jung­fräu­lich­keit, Mutter­schaft und – zumin­dest bei Alain de Benoist – Abtrei­bung vertrete. Anstatt eine Gleich­be­rech­ti­gung zu fordern, die im Patri­ar­chat ende, erkenne dieser diffe­ren­tia­lis­ti­sche Femi­nismus „die Gleich­wer­tig­keit von unter­schied­li­chen und einzig­ar­tigen Naturen“ an.

Der konser­va­tive back­lash

Bettina Rheims: Andy B., Paris, 2011; Quelle: art-corpus.blogspot.com

Es fällt nicht schwer, den Wieder­hall dieses Argu­ments in den äusserst popu­lären Schriften des Kana­diers Jordan Peterson zu erkennen, dessen 12 Rules for Life welt­weit auf den Best­sel­ler­listen landete. Peterson und Gleich­ge­sinnte sehen im akade­mi­schen Femi­nismus einen Fron­tal­an­griff gegen das ausge­wo­gene Denken, einen zerset­zenden „Kultur­mar­xismus“, dem Einhalt geboten werden müsse. Während de Benoists „Femi­nismus“ die eher radi­kalen Wähler der beken­nenden Rechten anspricht, erlaubt das Pres­tige der Univer­sität Toronto Peter­sons kontro­versem Denken, bei den tradi­tio­nell Konser­va­tiven Fuss zu fassen. Dieses Bündnis wurde zuletzt durch Peter­sons quasi-beratendene Funk­tion in der rechts­ge­rich­teten Regie­rung der kana­di­schen Provinz Ontario bestä­tigt, die den seit 2015 progres­siven Aufklä­rungs­un­ter­richt in der Schule auf den Stand von 1998 revi­diert hat.

Die Austeri­täts­po­litik in Folge der Rezes­sion Mitte der 2000er Jahre verstärkten zwar den Druck auf die Gender Studies, ihre Leis­tungs­fä­hig­keit unter Beweis zu stellen, doch der neue Krieg gegen sie geht auf Diskus­sionen zurück, die sich bereits Mitte der 1990er Jahre auf der inter­na­tio­nalen Bühne abge­spielt hatten und die Sprache der Menschen­rechte um Fragen der Ungleich­be­hand­lung der Geschlechter und der sexu­ellen Orien­tie­rungen ergänzten. Obwohl der Angriff auf die Gender Studies in Ungarn heute das wohl ekla­tan­teste Beispiel ist, werden Wissen­schaftler in Südost­asien, in Austra­lien, Europa, Nord- und Südame­rika schon seit Jahren dazu gedrängt, die in der Forschung längst etablierte Einsicht zu vertei­digen, dass biolo­gi­sches und soziales Geschlecht wie auch die Sexua­lität je nach Zeit, Ort und histo­ri­scher Situa­tion vari­ieren.

Die neuen Anti-Gender-Kampagnen wirken grenz­über­schrei­tend. Sie vereinen Katho­liken und Evan­ge­li­kale, Säku­lare und Fromme. Sie stellen die Inte­grität der Univer­si­täten in Frage und unter­stützen gleich­zeitig die Politik von Regie­rungen, die repro­duk­tive Rechte einschränken und ein bestimmtes Bild von Familie propa­gieren. Obwohl die Kampa­gnen die Gestalt einer popu­lären Bewe­gung annehmen, werden sie von popu­lis­ti­schen Poli­ti­kern insze­niert und unter­stützt. Eine lange Tradi­tion hat in dieser Hinsicht die Rolle des Vati­kans; beim Welt­ju­gendtag 2016 erklärte Papst Fran­ziskus, dass Gender-Theorie eine Form von „ideo­lo­gi­scher Kolo­ni­sie­rung“ sei. Obwohl solche Vorwürfe haupt­säch­lich von rechts­ge­rich­teten Parteien kommen, hatte selbst der ehema­lige linke Präsi­dent Ecua­dors, Rafael Correa, 2013 die Behaup­tung aufge­stellt, dass Femi­nis­tInnen, LGBTQI-AktivistInnen und andere „gender warriors“ aktiv gegen tradi­tio­nelle Werte mobi­li­sieren würden.

Die Kampa­gnen blieben nicht gewaltlos. Wissen­schaft­le­rinnen und Wissen­schaftler aus den Gender Studies erhielten Hass­nach­richten, wurden gestalkt und bedroht. Im November 2017 wurde die promi­nente queere Theo­re­ti­kerin Judith Butler in Brasi­lien von einem Mob ange­griffen, der sich über die sozialen Medien mobi­li­siert hatte, um gegen ihren Besuch –  „eine Bedro­hung der natür­li­chen Ordnung von Geschlecht, Sexua­lität und Familie“, wie es hiess – zu protes­tieren. Anti-Butler-Demonstranten ging in Sao Paulo sogar auf die Straße. Sie verbrannten Bilder von ihr – eine Geste, die die Geschichte der Inqui­si­tion, die Jagd auf Hexen, Juden, Ketzer und Sodo­miten aus dem Gedächtnis ruft. Gruppen der extremen Rechten verfolgten Butler und ihre Part­nerin Wendy Brown bis zum Flug­hafen, wo sie  weiter gezielt beschimpft wurden. Butlers Gegner wieder­holten die altbe­kannte Anklage, dass Linke, Juden und Sodo­miten sich verschworen hätten, die tradi­tio­nellen Werte zu bedrohen.

Der neue Kultur­kampf

Der neue Krieg gegen die Gender Studies richtet sich nicht nur gegen Univer­si­täten und Forschungs­ein­rich­tungen in noch jungen Demo­kra­tien. Er ist viel allge­meiner und globaler. Er ist Teil eines neuen Kultur­kampfs, der auf alle Bereiche zielt, in denen die kriti­sche Forschung im Bereich Gender und Sexua­lität die Sicht­bar­keit von verwund­baren Gruppen der Bevöl­ke­rung verbes­sert und zu wich­tigen recht­li­chen Schutz­maß­nahmen und Errun­gen­schaften geführt hat. Der neue Kultur­kampf ist flexibel genug, um sowohl die Gebil­deten als auch die Abge­hängten und Preka­ri­sierten anzu­spre­chen. Er verei­nigt den Popu­listen mit dem konser­va­tiven Rechten. Sein zur Natur verklärter Blick auf Geschlech­ter­un­ter­schiede beru­higt den Tradi­tio­na­listen und spricht gleich­zeitig dieje­nigen an, die einfach finden, dass einzelne Bereiche der akade­mi­schen Forschung und Exper­tise „zu weit gegangen“ seien. Und schließ­lich ist es auch ein Effekt dieses Kultur­kampfes, dass die Anti-Gender-Bewegungen selbst unter Frauen und „Queeren“ Anhänger finden, welche „diffe­ren­ti­elle“ Formen des „empower­ment“, das auch „natür­liche“ Unter­schiede respek­tiert, durchaus attraktiv finden. Denn im Zeit­alter der Iden­ti­täts­po­litik hat die Vorstel­lung, Biologie sei Schicksal, wieder eine große Anzie­hungs­kraft.

Der neue Kultur­kampf ist eine neo-traditionalistische Reak­tion auf den sexu­ellen Libe­ra­lismus in all seinen Formen. Am deut­lichsten erkennt man das an der Mobil­ma­chung gegen den Aufklä­rungs­un­ter­richt und gegen Unisex-Toiletten sowie an den Drohungen gegen Lehre­rInnen und Wissen­schaft­le­rInnen in „anderen Teilen der Welt“. Aber die Bewe­gung ist nicht minder schänd­lich und aktiv darin, auf den Main­stream bei uns zu zielen. In jüngster Zeit konnte man das an der Heuchelei beob­achten, mit der Social Media-Konzerne behaup­teten, dass Algo­rithmen nicht in der Lage seien, zwischen „sex posi­ti­vity“ und Porno­grafie zu unter­scheiden. Genau in dem Moment, als femi­nis­ti­sche, sex-positive und LGBTQI-Positionen sicht­barer wurden und ihre Vertre­te­rinnen das digi­tale Feld zu einem Raum des Akti­vismus, der Kunst und Konver­sa­tion, des Kommerz und des Begehren gestaltet hatten, ist auch der zuver­lässig egali­täre Jargon der sozialen Medien einer Angst­mache und mora­li­sie­renden Panik zum Opfer gefallen.

Wir glauben, zu unserem eigenen Schaden, dass dies alles allein zu auto­ri­tären Regie­rungen in noch jungen Demo­kra­tien gehört. Dabei konnte schon lange gezeigt werden, dass Macht auch in libe­ralen Demo­kra­tien und im Spät­ka­pi­ta­lismus eine Gender-Dimension hat – und es zeigt sich heute wieder in neuer Aktua­lität und Viru­lenz. Dass Unstim­mig­keiten darüber, wie Menschen­rechte und die Reprä­sen­ta­tion aller am besten sicher­ge­stellt werden können, so schnell in die Andro­hung und Ausübung von Gewalt umschlagen, sollte uns allen eine Lehre sein: Eine Lehre über die Brüchig­keit unserer Demo­kra­tien und über die Verant­wor­tung jeder und jedes Einzelnen, ihren und seinen  Grund­sätze in Reden und Schriften, im Parla­ment und bei Wahlen Ausdruck zu verleihen.

Die Pessi­mistin in mir sieht dunkle Zeiten bevor­stehen. Die Histo­ri­kerin in mir weiß, dass „back­lash“ und Oppo­si­tion die Wider­stands­fä­hig­keit wachsen lassen. Bleibt zu hoffen, dass die Histo­ri­kerin Recht behält.

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