Nach dem russischen Angriff auf die Gedenkstätte Babyn Jar erklärte Präsident Selenskyi umgehend, es drohe die Gefahr, dass der Holocaust sich wiederhole. Ist das bloßer Krieg der Worte – oder angesichts der antisemitischen Kampagnen und der Verstöße gegen das Völkerrecht nicht mehr als berechtigt?

  • Bill Niven ist Professor Emeritus für Zeitgenössische Deutsche Geschichte an der Nottingham Trent University in England und forscht zur Geschichte der Vergangenheitsaufarbeitung in Deutschland und Europa. Sein neues Buch Jud Süß – Das lange Leben eines Propagandafilms erscheint beim Mitteldeutschen Verlag in diesem Frühjahr.

Ende September 1941 wurden Zehn­tau­sende von Jüdinnen und Juden aus Kiew von den Deut­schen mit Hilfe der ukrai­ni­schen Miliz zusam­men­ge­trieben. Sie wurden an einen Ort namens Babyn Jar gebracht, was auf Ukrai­nisch „Groß­mutters Schlucht“ bedeutet. Dort wurden sie gezwungen, sich zu entkleiden, bevor sie von Mitglie­dern der Einsatz­gruppe C, Sonder­kom­mando 4a, einem Todes­schwa­dron der Nazis, erschossen wurden. Mehr als 33.000 Jüdinnen und Juden wurden auf diese Weise ermordet, einigen älteren Juden gelang es nach dem Massaker, nach Kiew zurück­zu­kehren, wo sie tage- und näch­te­lang trau­ma­ti­siert neben der Synagoge saßen, bis auch sie von einem deut­schen Wach­mann getötet wurden.

Klei­dung ermor­deter Juden in der Schlucht Babyn Jar, September 1941; Quelle: spiegel.de

Das Massaker von Babyn Jar steht für das, was als der „Holo­caust durch Kugeln“ bezeichnet wird. Etwa 1,5 Millionen ukrai­ni­sche Jüd:innen wurden zwischen 1941 und 1944 ermordet, die meisten von ihnen durch Schüsse. Aber es waren nicht nur Juden, die in Babyn Jar abge­schlachtet wurden. Als die Sowjets Ende 1943 Kiew erreichten, hatten die Nazis die Schlucht auch für weitere Tötungs­ak­tionen genutzt, denen unter anderem Roma, sowje­ti­sche Kriegs­ge­fan­gene, ukrai­ni­sche Natio­na­listen und Priester zum Opfer fielen. Insge­samt kamen in Babyn Jar etwa 100.000 Menschen ums Leben.

Verschüt­tete Vergangenheit

Babyn Jar blieb auch später ein Ort des Todes. Im März 1961 führte ein gewal­tiger Erdrutsch, der als Kurenivka-Schlammlawine bekannt ist, dazu, dass sich Schlamm und Wasser auf die Straßen von Kiew ergossen. Unter dem Schlamm befanden sich auch mensch­liche Über­reste aus Babyn Jar. Die sowje­ti­schen Behörden hatten einst versucht, den Ort unter einer Müll­de­ponie zu begraben, die daraufhin mit flüs­sigen Abfällen aus nahe gele­genen Ziegel­fa­briken gefüllt wurde. Offi­zi­ellen Angaben zufolge forderte die Schlamm­la­wine vom März 1961 145 Todes­opfer, nach Angaben des Histo­ri­kers Olek­sandr Anisimov könnten es jedoch bis zu 1.500 gewesen sein.

Brand auf dem Gelände der Gedenk­stätte Babyn Jar nach dem russi­schen Rake­ten­an­griff; Quelle: bbc.com

Erst vor wenigen Tagen tötete eine russi­sche Rakete, die auf einen Fern­seh­turm in Babyn Jar abge­feuert wurde, mindes­tens fünf Menschen und beschä­digte Berichten zufolge den dort befind­li­chen Gedenk­park. Das erste offi­zi­elle Denkmal an diesem Ort war 1976 errichtet worden. Sie war den sowje­ti­schen Bürgern gewidmet; von Jüd:innen aber war nicht die Rede. Erst nach dem Zusam­men­bruch der Sowjet­union wurden in Babyn Jar weitere Denk­mäler errichtet, die an die verschie­denen Opfer­gruppen erin­nern; und erst im vergan­genen Jahr wurde auch ein Gedenk­zen­trum eröffnet. Beson­ders bekannt aber ist heute das Mahnmal für die ermor­deten Juden in Form einer Menorah. Dass Putins Truppen die Gedenk­stätte angriffen oder zumin­dest Kolla­te­ral­schäden zuließen, wurde sofort breit verur­teilt. Da die Sowjet­union das Leiden und Sterben der Jüdinnen und Juden im Holo­caust lange Zeit nicht ausdrück­lich aner­kannte und die jüdi­schen Opfer statt­dessen unter dem Begriff „Sowjet­bürger“ versteckte, erschien dieser Angriff wie ein weiterer Versuch, die Erin­ne­rung an die Vernich­tung der Juden auszulöschen.

Ein Fall für den Inter­na­tio­nalen Strafgerichtshof

Die bittere Ironie der Situa­tion war unüber­sehbar. Putin hatte von der Notwen­dig­keit gespro­chen, Russ­land gegen die „Ernied­ri­gung und den Genozid“ zu vertei­digen, die von der Ukraine ausgingen, und sie daher „zu entmi­li­ta­ri­sieren und zu entna­zi­fi­zieren“. Doch seine Truppen griffen ein Land an, dessen Präsi­dent jüdisch ist und der drei seiner Groß­onkel im Holo­caust verloren hat; und es waren russi­sche Truppen, die der Heilig­keit einer Gedenk­stätte für die in einem Genozid ermor­deten Juden Gewalt antaten. Nach der Nach­richt von dem Angriff auf den Fern­seh­turm erklärte Selen­skyi umge­hend, dass Russ­land selbst einen Völker­mord begehe. Mit anderen Worten, der Anschlag richte sich nicht nur gegen die Erin­ne­rung an den Holo­caust, sondern sei auch ein Zeichen dafür, dass der Holo­caust kurz davor sei, sich zu wieder­holen: „An die Welt: Was nützt es, 80 Jahre lang zu sagen ‚nie wieder‘, wenn die Welt schweigt, wenn eine Bombe auf denselben Ort wie Babyn Jar fällt?“, fragte Selen­skyi in einem Tweet. Bereits zuvor hatte er den Inter­na­tio­nalen Straf­ge­richtshof aufge­for­dert, den russi­schen Angriff als poten­zi­ellen Völker­mord zu unter­su­chen, und er warf Russ­land vor, die Ukraine eines angeb­li­chen Geno­zids zu beschul­digen, um die eigene Aggres­sion zu recht­fer­tigen.

Seit dem Einmarsch in die Ukraine gibt es Berichte über Kriegs­ver­bre­chen. Als Beweise wurden die rück­sichts­lose russi­sche Bombar­die­rung ukrai­ni­scher Städte und ziviler Infra­struktur, die Nicht­ein­hal­tung von Waffen­still­stands­ver­ein­ba­rungen, der Beschuss von Evaku­ierten und der tödliche Einsatz von Streu­mu­ni­tion (z. B. bei einem Kinder­garten in Ochtyrka) ange­führt. In einer Erklä­rung vom 28. Februar kam der Ankläger des Inter­na­tio­nalen Straf­ge­richts­hofs, Karim Kahn, nach Auswer­tung der vorlie­genden Belege zum Schluss, dass es „hinrei­chende Gründe für die Annahme gibt, dass in der Ukraine sowohl mutmaß­liche Kriegs­ver­bre­chen als auch Verbre­chen gegen die Mensch­lich­keit begangen wurden“. Am 2. März bestä­tigte er dann, dass seine Behörde eine Unter­su­chung „der Situa­tion in der Ukraine ab dem 21. November 2013“ einleiten werde, „die alle früheren und aktu­ellen Vorwürfe von Kriegs­ver­bre­chen, Verbre­chen gegen die Mensch­lich­keit oder Völker­mord, die in irgend­einem Teil des ukrai­ni­schen Hoheits­ge­biets von irgend­einer Person begangen wurden, umfasst“. Obwohl dieser Auftrag auch eine Unter­su­chung angeb­li­cher Verbre­chen gegen die Mensch­lich­keit durch Ukrainer und Russen in den umkämpften Gebieten der Ostukraine zu beinhalten scheint, dürfte der Schwer­punkt auf Russ­lands aktu­ellem Angriff auf die Ukraine liegen.

‚Nie wieder‘?

Präsi­dent Wolo­dymyr Selen­skyi bei seiner Rede zum Angriff auf die Gedenk­stätte Babyn Jar; Quelle: tagesschau.de

Unab­hängig davon, ob man der Auffas­sung zustimmt, dass Russ­lands Vorgehen in der Ukraine einen Genozid oder den Beginn eines solchen darstellt, sind mehrere Dinge klar. Erstens setzt Selen­skyi alles daran, Putin als Heuchler zu entlarven, als jemanden, der andere (grundlos) des Geno­zids beschul­digt, während er selbst im Modus eines Völker­mords handelt. Zwei­tens beschwört Selen­skyi das Gespenst eines weiteren Holo­caust herauf, um zu versu­chen, den Westen zum Handeln zu bewegen, indem er an seinen mora­li­schen Kodex des ‚Nie wieder‘ appel­liert. Wenn es dem Westen wirk­lich darum gehe, dann muss er doch handeln, wenn die Gefahr besteht, dass es ‚wieder‘ passiert.

Drit­tens: Selen­skyi setzt das Schicksal der Jüd:innen im Holo­caust mit dem mögli­chen Schicksal der Ukrainer:innen in der Gegen­wart gleich. Dies ist viel­leicht die inter­es­san­teste Entwick­lung. Babyn Jar war lange Zeit ein umstrit­tener Erin­ne­rungsort und ist es immer noch. Es gibt ukrai­ni­sche Natio­na­listen, die Babyn Jar lieber als einen Ort in Erin­ne­rung behalten möchten, der sowohl das ukrai­ni­sche Leiden unter den Nazis und den Sowjets im Allge­meinen als auch den „Befrei­ungs­kampf“ der Orga­ni­sa­tion Ukrai­ni­scher Natio­na­listen im Beson­deren symbo­li­siert, die für ihre Kolla­bo­ra­tion mit dem Natio­nal­so­zia­lismus berüch­tigt ist. Zu diesen Natio­na­listen gehören auch dieje­nigen, die sich über den angeb­li­chen „jüdi­schen Einfluss“ ärgern, der hinter der verstärkten Fokus­sie­rung auf den Holo­caust an diesem Ort steht. In ihren Augen ist dies nichts anderes als ein (von Russ­land gesteu­erter) Versuch, die Aufmerk­sam­keit vom „Judeo-Bolschewismus“ abzu­lenken. Selen­skyi hingegen stellte gleich nach dem Angriff auf Babyn Jar die Erin­ne­rung an das, was den Juden und Jüdinnen damals wider­fahren ist, als empa­thi­schen Bezugs­punkt für die Ukrainer im natio­nalen Kampf gegen Russ­land dar.

Und es ist auch offen­sicht­lich, dass Selen­skyi, indem er den gegen­wär­tigen Angriffs­krieg in der Ukraine im Sinne eines „zweiten Holo­caust“ versteht, den Kampf gegen Russ­land als einen Abwehr­kampf gegen den Anti­se­mi­tismus deutet. Es ist behauptet worden, dass die Politik und die Haltung der russi­schen Regie­rung unter Putins Regime relativ frei von Anti­se­mi­tismus seien. Putins Verhältnis zu Israels Premier­mi­nister Naftali Bennett ist angeb­lich gut, und Bennett flog kürz­lich nach Moskau, um Frie­dens­ge­spräche zwischen Russ­land und der Ukraine zu vermit­teln. Putins Treffen mit Bennett könnte jedoch als Versuch inter­pre­tiert werden, den Eindruck des Anti­se­mi­tismus zu entkräften, den seine Vorwürfe des Geno­zids gegen­über einem Land mit einem jüdi­schen Präsi­denten erwe­cken. Während sich Putins Anschul­di­gung wahr­schein­lich auch auf das Verhalten der Ukraine in den umkämpften Regionen Donezk und Luhansk und insbe­son­dere auf die Akti­vi­täten des extre­mis­ti­schen ukrai­ni­schen Asow-Bataillons bezog, betrachten er und andere führende russi­sche Poli­tiker Selen­skyi seit langem als Instru­ment oder Agent einer korrupten west­li­chen Welt, die den Zerfall Osteu­ropas herbei­führen will.

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Anti­se­mi­ti­sche Verschwörungstheorien

Sowjet­union gebaute Denkmal in der Gedenk­stätte Babyn Jar; Quelle: rosalux.de

Im Oktober 2020 bezeich­nete Dmitri Medwedew, derzeit stell­ver­tre­tender Vorsit­zender des russi­schen Sicher­heits­rates, die Ukraine als „Vasal­len­staat der USA“ und warf den Ukrai­nern vor, „ihre Iden­tität zu verlieren“. Er stellte Selen­skyi als „ekel­haft, korrupt und treulos“ dar, da er seine Iden­tität verleugnet habe, um ukrai­ni­schen Natio­na­listen zu dienen. Damit ähnele er einem Mitglied eines jüdi­schen Sonder­kom­mandos – Juden, die von den Nazis gezwungen worden waren, die Ermor­dung der Depor­tierten in den Gaskam­mern vorzu­be­reiten und ihre Leichen zu entfernen und zu verbrennen. In seiner jüngsten Fern­seh­an­sprache an das russi­sche Volk beschul­digte Putin die Regie­rung in Kiew nicht nur des Völker­mordes. Im Zusam­men­hang mit einer Anspie­lung auf Russ­lands Kriege in der Nord­kau­ka­sus­re­gion (z. B. in Tsche­tsche­nien) verur­teilte er auch den Westen, der Russ­land angeb­lich Werte aufzwingen wolle, die „uns von innen heraus erodieren“. Eine solche Haltung führe zu „Verfall und Dege­ne­ra­tion, weil sie der mensch­li­chen Natur zuwi­der­läuft“. Putin recht­fer­tigte den Krieg gegen die Ukraine also nicht nur mit der Furcht vor einem NATO-geführten Angriff des Westens, der mit Hitlers Angriff auf die Sowjet­union vergleichbar sei. Viel­mehr beschwor er ein Bild des damit einher­ge­henden kultu­rellen und mora­li­schen Nieder­gangs herauf, der stark an das Bild erin­nert, das sowohl Hitler als auch Stalin mit dem angeb­li­chen Einfluss der Juden in Verbin­dung brachten. Für Hitler war der Bolsche­wismus jüdisch. In der Sowjet­union wurden alle vermeint­lich west­li­chen Denk­weisen als Ergebnis des jüdi­schen ‚Kosmo­po­li­tismus‘ abgetan. Auch Putin ist Anhänger solcher anti­se­mi­ti­scher Verschwörungstheorien.

In den Jahren 2015 und 2016 wurde das Demo­cratic National Committee in den USA Opfer von Cyber­an­griffen, die auf Russ­land zurück­ge­führt wurden. Als Putin im Juli 2018 in Helsinki mit Trump zusam­men­traf, deutete er faktisch an, dass der jüdi­sche ungarisch-amerikanische Holocaust-Überlebende, Milli­ardär und Phil­an­throp George Soros hinter den Angriffen stecken könnte. Soros ist ein häufiges Ziel von rechts­ex­tremem Hass und weißem Natio­na­lismus. Jason Stanley hat darauf hinge­wiesen, dass Putin sich als „globaler Führer des christ­li­chen Natio­na­lismus“ sieht, der laut Stanley schwer vom Faschismus zu unter­scheiden sei. In einem solchen Szenario erscheinen die Juden als eine Bedro­hung. Gene­rell wird Soros in Osteu­ropa immer wieder vorge­worfen, er versuche, natio­nale Inter­essen zu unter­graben. Ungarns Minis­ter­prä­si­dent Viktor Orbán hat eine Kampagne gegen Soros geführt, da er, so die Unter­stel­lung, versuche, musli­mi­sche Flücht­linge nach Ungarn zu holen und „christ­liche Werte“ zu unter­graben. Gleich­zeitig wird Soros wieder­holt beschul­digt, ein Kolla­bo­ra­teur der Nazis zu sein. Solche Anschul­di­gungen dienen dazu, Juden und Jüdinnen zu verun­glimpfen, denn sie sugge­rieren, dass die Opfer zu Tätern wurden – oder dass sie gar nie Opfer waren. Auch in Putins Augen sind Juden nicht nur verschwö­re­risch, sondern haben sich mit dem faschis­ti­schen Westen verbündet.

Kultu­reller Völkermord

Gedenk­stätte Babyn Jar nach dem Angriff, März 2022; Quelle: mucenicul.worldpress.com

Mitt­ler­weile wissen wir, dass die Gedenk­stätte in Babyn Jar nur sehr gering­fügig beschä­digt wurde. Dies sollte jedoch nicht von der Tatsache ablenken, dass die Nähe der Gedenk­stätte die russi­schen Streit­kräfte nicht an einem Rake­ten­an­griff hinderte, der vermut­lich dem nahe­ste­henden Fern­seh­turm galt. Die größere Bedeu­tung des vermu­teten Rake­ten­an­griffs geht aller­dings über die Frage hinaus, was das eigent­liche Ziel dieses Angriffs war. Im Anschluss an die Berichte verschärfte sich der Krieg der Worte zwischen der Ukraine und Russ­land zu einem Streit um die Kern­frage des Anti­se­mi­tismus und eines mögli­chen Völker­mords, wobei Selen­skyi – viel­leicht in einer ironi­schen Wendung – versuchte, genau die „kosmo­po­li­ti­sche“ Moral anzu­wenden, die mit der west­li­chen Erin­ne­rung an den Holo­caust in Verbin­dung gebracht wird. Er beschwor die Erin­ne­rung an den Holo­caust herauf, um ein größeres Bewusst­sein für Menschen­rechts­ver­let­zungen im Rahmen des russi­schen Angriffs auf die Ukraine zu schaffen. Dies ist jedoch mehr als nur ein Krieg der Worte, denn die Befürch­tungen, dass Putin versu­chen könnte, die Ukraine von der Land­karte zu tilgen, sind nicht unbe­gründet. Putin hat die Exis­tenz einer ukrai­ni­schen Iden­tität nie aner­kannt. Da er sie mit Faschismus, Verwest­li­chung, Korrup­tion und Libe­ra­lismus in Verbin­dung bringt, ist zu befürchten, dass jeder Versuch, eine russi­fi­zierte Ukraine zu schaffen, mit Repres­sionen großen Ausmaßes verbunden sein wird. Zumin­dest ein kultu­reller Völker­mord ist eine reale Möglich­keit.

 

Über­set­zung: Svenja Golter­mann und Philipp Sarasin. Eine kürzere Fassung des Arti­kels erschien am 3. März 2022 in The Conver­sa­tion.

  • Bill Niven ist Professor Emeritus für Zeitgenössische Deutsche Geschichte an der Nottingham Trent University in England und forscht zur Geschichte der Vergangenheitsaufarbeitung in Deutschland und Europa. Sein neues Buch Jud Süß – Das lange Leben eines Propagandafilms erscheint beim Mitteldeutschen Verlag in diesem Frühjahr.