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Evgenia Lezina

Evgenia Lezina ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Zentrum für Zeitgeschichte in Potsdam, wo sie sich seit 2018 mit der Geschichte der sowjetischen Sicherheitsdienste in der Spätphase der Sowjetunion befasst. Zuvor war sie leitende Forscherin am Levada-Center in Moskau. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte der sowjetischen Geheimpolizei und die Übergangsjustiz. Derzeit arbeitet sie an einem Buch über den Kampf des KGB gegen den ukrainischen Nationalismus in der sowjetischen Nach-Stalin-Ära.

Die Schaf­fung des „ukrai­ni­schen Natio­na­listen“: Der KGB und die Konstruk­tion eines Feindbildes

Nationale Eigenständigkeit wurde in der Sowjetunion stets unter den Verdacht des „bourgeoisen Nationalismus“ gestellt. Am Beispiel der KGB-Akten, die in der Ukraine seit 2015 für die Forschung zugänglich sind, lässt sich zeigen, wie der Geheimdienst das Feindbild des „bourgeoisen Nationalisten“ schuf und dafür auch die Populärkultur nutzte. Die aktuelle russische Kriegspropaganda greift auf diese Narrative zurück.

Making the “Ukrai­nian Natio­na­list”: The KGB and the Produc­tion of an Enemy Image

In the Soviet Union, national autonomy was always suspected of being ‘bourgeois nationalism’. Using the example of the KGB files, which have been accessible to researchers in Ukraine since 2015, it can be shown how the secret service created the enemy stereotype of the ‘bourgeois nationalist’ and also utilised popular culture for this purpose. Current Russian war propaganda draws on these narratives.