Monat: April 2026
Schwarze Geschichte als Praxis: 100 Jahre Erinnern und Geschichtsschreibung
Vor 100 Jahren rief Carter G. Woodson die Negro History Week ins Leben. Nicht als Gedenkfeier, sondern als Akt des Widerstands. Woodsons Ziel war politisch: Schwarze Gemeinschaften sollten die Deutungshoheit über ihre eigene Geschichte gewinnen. Heute, in Zeiten eines Backlashs gegen Schwarze Erinnerung in den USA, ist diese Überzeugung dringlicher denn je.
Wenn Propaganda krank macht. 40 Jahre nach Tschornobyl
Am 26. April jährt sich die Reaktorkatastrophe im Kernkraftwerk Tschornobyl zum 40. Mal. Das anschliessende Schweigen der sowjetischen Regierung zeigt einen besonders gefährlichen Aspekt von Propaganda, die nicht in der Erfindung von Falschnachrichten liegt, sondern im Heruntersspielen, Vertuschen und Inszenieren von Normalität. Ein Gespräch mit Vasyl Zoria, der 1986 in Kyiv als Journalist arbeitete.
Zeit- und Medienkritik nach Jean-François Lyotard
In einer Reflexion über das „Inhumane“ aus dem Jahr 1988 skizzierte Jean-François Lyotard, Denker der Postmoderne, eine bedenkliche Diagnose seiner Zeit. Schon damals lösten nach ihm wissenschaftliche und mediale Entwicklungen die Gegenwart zunehmend auf. Zu fragen bleibt, wie dieser Vision heute zu begegnen ist.


