Monat: Juli 2018

Schwarz schreiben – weiss schreiben. Ijoma Mangolds „Das deut­sche Krokodil“

Das Buch des Literaturkritikers Ijoma Mangold ist durch ein schönes Paradox gekennzeichnet. Es gewinnt seine poetische Kraft aus dem Versuch zu beweisen, dass es nicht ums Schwarzsein geht. Und weil das gelingt, dreht sich das Buch eben doch ums Schwarzsein.

„Der Mili­zionär kommt ins Spiel“ – Wie Pussy Riot den Dichter Dmitrij Prigov zitieren und das Poli­ti­sche poetisch wird

Der Milizionär, den Pussy Riot am Sonntag während des WM-Finals in Moskau „ins Spiel brachte“, ist eine Kultfigur der Moskauer Kunstszene der 1980er Jahre. Sie stammt von Dmitrij Prigov, dessen Todestag sich gerade zum elften Mal jährte.

Perspek­ti­ven­wechsel. Subver­sionen im Schweizer Film der langen 1960er Jahre

1968 war auch eine Wahrnehmungsrevolution: ein symbolischer Kampf um die legitime Sichtweise der sozialen Welt. Woher kamen die neuen Perspektiven? Was ist geblieben? Ein Gespräch mit dem Filmhistoriker Thomas Schärer.

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Dabei­sein ändert alles? Die Aufre­gung um Chris­tian Krachts Poetik­vor­le­sung in der Medi­en­nach­lese

Mit der Schilderung seiner Missbrauchserfahrung wurde Christian Krachts Frankfurter Poetikvorlesung zum medial gehypten Ereignis. Gleichzeitig darf man, gestützt durch das Frankfurter Landgericht, längere Zitate daraus nicht wiedergeben. Was aber heißt das für die möglichen Auseinandersetzungen vonseiten einer kritischen Öffentlichkeit?

#Tradi­tion. Können wir einfach wieder „tradi­tio­nell“ sein?

Autoritäre Regime und rechtspopulistische Parteien reklamieren öffentlich für sich, alleinige Vertreter der Tradition zu sein. Diese dogmatische Setzung dient vor allem dem Gewinn und der Konsolidierung politischer Macht. Eine zukunftsgerichtete Politik hingegen wird mit dem Beschwören von "Tradition" verhindert.

Hand­spiel

Der „Doppeladler“-Torjubel von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri ist mehr als Ausdruck einer von Migration geprägten Schweiz. In ihm zeigt sich eine Art von Fussball, die nationale Rivalitäten aufs Äusserste kultiviert und Versöhnung verhindert.

Vom Hori­zont her: Welt­in­nen­po­litik

Was ist die Antwort auf die ökonomistische Globalisierung und den globalen Nationalismus? Eine demokratische Weltinnenpolitik – basierend auf steuerpolitischer Zusammenarbeit – könnte die Umverteilung und den Aufbau demokratischer Institutionen auf globaler Ebene vorantreiben.

Mexiko steht vor einem Rich­tungs­wechsel

Nach zwölf Jahren Drogenkrieg zeichnet sich in Mexiko eine kleine politische Revolution ab. Andrés Manuel López Obrador steht mit seiner dritten Präsidentschaftskandidatur vor einem Erdrutschsieg und würde damit der erste linke Präsident des grössten spanischsprachigen Landes seit Lázaro Cárdenas.