Kategorie: Jetzt aber!

Die Rubrik für Kommen­tare zum Zeit­ge­schehen, für Zwischen­rufe und Kritik. Unsere Kommen­tare sind unab­hängig, unbe­stech­lich und gera­de­heraus.

Wie können die Tussen es wagen?

Es war #MeToo-Woche in der Schweiz – auf Twitter, Facebook und in den Medien. Berichtet wurde über sexuelle Übergriffe und Gewalt, sexistische Bemerkungen und Degradierungen am Arbeitsplatz, beim Sport, im Ausgang. Erstes Fazit: Power bei den Frauen, Lernbedarf bei vielen Männern.

| 30. Oktober 2016

Opferaversion. Über eine gefährliche Diskursverschiebung

„Ein Gespenst geht um in Europa ...“ – doch nein, es ist nicht das Gespenst des Kommunismus, wie Marx und Engels 1848 schrieben; es ist ein neues Gespenst: das Opfer.

| 16. Oktober 2016

Überwachung und postmoderne Selbstverhältnisse. Was eine Volksabstimmung blosslegen kann.

Die grosse Zustimmung zum neuen Nachrichtendienstgesetz der Schweiz (NDG) wirft ein grelles Licht auf unsere postmodernen Selbstverhältnisse und unseren Umgang mit der Macht. Wir waren längst schon bereit, unser Privates öffentlich zu machen.

| 28. September 2016

Hürdenpolitik. Wie Forschungsförderung Forschung verhindert

Die Förderpolitik des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) entfernt sich in den letzten Jahren immer mehr vom Kriterium der Qualität als einzigem Kriterium für die Förderung von Forschung. Stattdessen werden in erzieherischer Manier immer mehr Hürden eingeführt, die zunehmend eine forschende Kunstfigur erschaffen.

| 6. Juli 2016

Unbelehrbare alte Männer. „Der Spiegel“ und der deutsche Kolonialkrieg in Namibia

Anlässlich der Armenien-Resolution des Deutschen Bundestages empfahl Präsident Erdogan den Deutschen, erst einmal ihre eigene Kolonialvergangenheit aufzuarbeiten. „Spiegel“-Journalist Bartholomäus Grill fuhr zur Geschichtsstunde nach Namibia und kam mit aufgewärmten Thesen und einer Verschwörungstheorie zurück.

| 26. Juni 2016

Herdologie, oder Worum syt dir so truurig?

Prähistorische Geschlechterdebatten und salopper Rassismus in den Medien: Soll man sich darüber ärgern, gar "Kritik üben"? Nicht immer und nicht nur: Sich an seinen Gegnern abzuarbeiten, macht abhängig, traurig und handlungsunfähig.

| 21. Juni 2016

Wienerschnitzel-Patriotismus und Sündenbock-Politik. Ein Kommentar zur Wahl in Österreich

Norbert Hofer hat jedem national überkochenden Stammtisch in Österreich den Anstrich der Seriosität gegeben. Seine 49,7 Prozent nobilitieren jetzt die Hetze gegenüber allem, was anders ist. Die FPÖ profiliert sich mit Sündenbockpolitik im Stile von Orbán, der AfD oder Blocher.

| 25. Mai 2016

Starke Männer? Nein, starke Institutionen!

Alle 20 bis 30 Jahre wusste sich die Eidgenossenschaft zu erneuern. Jetzt ist die weitere Modernisierung von Demokratie und Rechtsstaat überfällig.

| 22. Mai 2016

Wie reaktionär hätten Sie’s denn gerne? NZZ-Autor Heribert Seifert mimt das liberale Mediengewissen

Schon oft in letzter Zeit musste man zur Kenntnis nehmen, dass die NZZ sich kaum mehr gegen politische und intellektuelle Strömungen weit rechts im politischen Spektrum abgrenzen mag. Der Ton wird rauer, die Fronten härter.

| 17. Mai 2016

Die NZZ im Herzen der weissen Hybris. Anmerkungen zur helvetischen ‚color line‘

Die neuste Ausgabe der „NZZ Geschichte“ wirbt für ein mildes Urteil über die kolonialen Verwicklungen der Schweiz. Das Heft bleibt damit selber in kolonialen Denkmustern verhaftet – und bietet aufschlussreiche Einsichten ins finstere Herz der populären schweizerischen Geschichtskultur. Eine Replik.

„Schweizer Art ist Bauernart“. Warum wir die Bauern so lieben.

Die Schweizer Staatsbauern haben mehr politischen Einfluss, als gut sein kann - nicht zuletzt, weil die bürgerlichen Städter sie so lieben. Die ideologischen Hintergründe dieser modernen Liaison gehen ins frühe 20. Jahrhundert zurück.

| 10. Mai 2016

Pressefreiheit nur für Reiche: ein ethischer Testfall

Die alte Befürchtung, dass die Pressefreiheit nur das Recht von 200 Reichen ist, ihre Meinung zu äussern, könnte jetzt in der Schweiz wahr werden. Der Presserat ist gefordert.

| 3. Mai 2016