Kategorie: Jetzt aber!

Die Rubrik für Kommen­tare zum Zeit­ge­sche­hen, für Zwischen­rufe und Kritik. Unsere Kommen­tare sind unab­hän­gig, unbe­stech­lich und geradeheraus.

Opfer­aver­sion. Über eine gefähr­li­che Diskursverschiebung

„Ein Gespenst geht um in Europa ...“ – doch nein, es ist nicht das Gespenst des Kommunismus, wie Marx und Engels 1848 schrieben; es ist ein neues Gespenst: das Opfer.

| 16. Oktober 2016

Über­wa­chung und post­mo­derne Selbst­ver­hält­nisse. Was eine Volks­ab­stim­mung bloss­le­gen kann.

Die grosse Zustimmung zum neuen Nachrichtendienstgesetz der Schweiz (NDG) wirft ein grelles Licht auf unsere postmodernen Selbstverhältnisse und unseren Umgang mit der Macht. Wir waren längst schon bereit, unser Privates öffentlich zu machen.

| 28. September 2016

Hürden­po­li­tik. Wie Forschungs­för­de­rung Forschung verhindert

Die Förderpolitik des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) entfernt sich in den letzten Jahren immer mehr vom Kriterium der Qualität als einzigem Kriterium für die Förderung von Forschung. Stattdessen werden in erzieherischer Manier immer mehr Hürden eingeführt, die zunehmend eine forschende Kunstfigur erschaffen.

| 6. Juli 2016

Unbe­lehr­bare alte Männer. „Der Spie­gel“ und der deut­sche Kolo­ni­al­krieg in Namibia

Anlässlich der Armenien-Resolution des Deutschen Bundestages empfahl Präsident Erdogan den Deutschen, erst einmal ihre eigene Kolonialvergangenheit aufzuarbeiten. „Spiegel“-Journalist Bartholomäus Grill fuhr zur Geschichtsstunde nach Namibia und kam mit aufgewärmten Thesen und einer Verschwörungstheorie zurück.

| 26. Juni 2016

Herdo­lo­gie, oder Worum syt dir so truurig?

Prähistorische Geschlechterdebatten und salopper Rassismus in den Medien: Soll man sich darüber ärgern, gar "Kritik üben"? Nicht immer und nicht nur: Sich an seinen Gegnern abzuarbeiten, macht abhängig, traurig und handlungsunfähig.

| 21. Juni 2016

Wienerschnitzel-Patriotismus und Sündenbock-Politik. Ein Kommen­tar zur Wahl in Österreich

Norbert Hofer hat jedem national überkochenden Stammtisch in Österreich den Anstrich der Seriosität gegeben. Seine 49,7 Prozent nobilitieren jetzt die Hetze gegenüber allem, was anders ist. Die FPÖ profiliert sich mit Sündenbockpolitik im Stile von Orbán, der AfD oder Blocher.

| 25. Mai 2016

Starke Männer? Nein, starke Institutionen!

Alle 20 bis 30 Jahre wusste sich die Eidgenossenschaft zu erneuern. Jetzt ist die weitere Modernisierung von Demokratie und Rechtsstaat überfällig.

| 22. Mai 2016

Wie reak­tio­när hätten Sie’s denn gerne? NZZ-Autor Heri­bert Seifert mimt das libe­rale Mediengewissen

Schon oft in letzter Zeit musste man zur Kenntnis nehmen, dass die NZZ sich kaum mehr gegen politische und intellektuelle Strömungen weit rechts im politischen Spektrum abgrenzen mag. Der Ton wird rauer, die Fronten härter.

| 17. Mai 2016

Die NZZ im Herzen der weis­sen Hybris. Anmer­kun­gen zur helve­ti­schen ‚color line‘

Die neuste Ausgabe der „NZZ Geschichte“ wirbt für ein mildes Urteil über die kolonialen Verwicklungen der Schweiz. Das Heft bleibt damit selber in kolonialen Denkmustern verhaftet – und bietet aufschlussreiche Einsichten ins finstere Herz der populären schweizerischen Geschichtskultur. Eine Replik.