„Erniedrigte und Beleidigte“. Wie sich Täter zu Opfern machen

Bei Gerichtsprozessen und anderen Zensurmassnahmen gegen Kunst und Literatur richtet man in der Regel die Aufmerksamkeit auf die inkriminierten Werke und deren Verfasser. Es lohnt sich aber, auch mal auf die Kläger zu schauen.

Weibliche Genitalverstümmelung, western style

Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) gilt heute als Gewalt gegen Frauen in nicht-westlichen Gesellschaften. Die ‚eigene‘ Geschichte der Genitalverstümmelung, die bis ins frühe 20. Jahrhundert reichte, geht dabei vergessen.

Kriegsflüchtlinge 2016 in Europa

Im Flüchtlingslager Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze sitzen zurzeit über zehntausend Menschen fest. Was heißt es, heute Flüchtling zu sein? Was passiert, wenn die Grenzen dichtgemacht werden? Florian Kessler und Nannina Matz sind vor Ort und berichten.

Sterben lassen an Europas Küsten

An Europas Grenzen und Küsten sterben Tausende Flüchtlinge. Wie ist es zu verstehen, dass Viele in Europa das mehr oder weniger gelassen hinnehmen? 1976 entwickelte der Philosoph Michel Foucault ein Konzept, das eine mögliche Antwort auf diese heutige Frage bereithält.

Spiel nicht mit den Schreibtischtätern, sing nicht ihre Lieder …

Rechtspopulistische Parolen sind unerträglich. Doch ihren Wortführern sollte man zuhören. Sie setzen Sprache gezielt ein, um Rechts- und Gerechtigkeitsvorstellungen zu verschieben und das Recht zu verändern.

#Integration war nie. Über ein irreführendes Konzept

Die Rede von der Integration ist nebulös. In einer pluralisierten Gesellschaft ist sie vor allem eine Waffe jener, die von den ‚Anderen‘ Integration, ja Anpassung verlangen, ohne selbst dieser imaginären Norm zu entsprechen. Wir sollten die Vokabel streichen.

#Wurzeln ziehen

Die Rede von den Wurzeln, die uns alle mit einer fernen oder nahen Heimaterde verbinden, ist nicht so harmlos, wie sie erscheinen mag. Im Schatten einer fragwürdigen Metapher verbirgt sich eine morbide Geopolitik.

Fünf Minuten Schweigen im Karohemd. Neue Formen des Protests in Ungarn

In Ungarn entwickelt sich eine einfallsreiche Protestkultur gegen die aktuelle Bildungspolitik der Orbán-Regierung. Sie wehrt sich auch mit scharfer Ironie dagegen, dass Kritiker als „Parasiten“ diffamiert werden.

Rechtsextremist, Opportunist oder nur ein wenig Karrierist? Vom Nutzen geschichtswissenschaftlicher Lektüre für das Leben

Gegenwärtig hört man oft, nicht jeder, der der AfD oder der SVP angehöre oder sie wähle, sei ein „Rechtsradikaler“. Doch wer glaubt, die neue Rechte sei politisch keine Gefahr, weil ihre Anhänger nicht alle „extrem“ seien, irrt sich gewaltig.

Realisten bitte beiseitetreten! Man sieht ja gar nichts!

Angesichts der Flüchtlingskrise sind alle ausser Merkel „Realisten“. Warum auch nicht? Die Politik hat die Wirklichkeit zu adressieren, will sie diese verändern. Trotzdem: Das Wort „realistisch“ wird derzeit schlimmer missbraucht als einst die schöne Europa vom geilen Göttervater Zeus.

Von der Schweiz lernen, heisst siegen lernen. Direkte Demokratie, „Mannhaftigkeit“ und die extreme Rechte

Auf ihren Wahlplakaten forderte die AfD „Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild!“ Was verbindet die deutschen Rechtsextremen mit der Schweizer SVP?

Künstler, Terrorist oder psychisch krank?

Der derzeit einflussreichste russische Künstler – Pëtr Pavlenskij – wird immer wieder auf seinen Geisteszustand untersucht. Was sagt das über das Verhältnis der russischen Gesellschaft zur zeitgenössischen Kunst und über die Funktion der Psychiatrie aus?