Geschichten der Gegenwart

„Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es“. Simone de Beau­voir schrieb diesen Satz vor mehr als 70 Jahren. Die aktu­ell wieder zuneh­men­den Anfein­dun­gen des Femi­nis­mus, der Gender Studies sowie die Diffa­mie­rung von Gleich­stel­lungs­po­li­ti­ken oder LGBTQ-Anliegen zeigen aller­dings: Beau­voirs These ist heute so brisant wie damals.

„Gende­ris­mus“

Dass zu Geschlecht und Sexua­li­tät kontro­vers poli­ti­siert wird, ist nicht neu. Femi­nis­mus wird geäch­tet und bekämpft, seit es ihn gibt. Warum sich also damit befas­sen? Was die aktu­el­len Anfein­dun­gen rele­vant macht, ist der Umstand, dass sie mit Rechts­po­pu­lis­mus kombi­niert werden. Wie die Sozio­lo­gin­nen Sabine Hark und Paula Villa fest­stel­len: Die Feind­bil­der Femi­nis­mus und „Gende­ris­mus“ sind entschei­dende Elemente rechts­na­tio­na­ler, christlich-fundamentalistischer, aber auch neoli­be­ra­ler Welt­an­schau­un­gen. Aktu­ell sind syste­ma­ti­sche Angriffe auf ‚Gender‘ beson­ders beliebt, weil sich das Konzept in staat­li­chen und poli­ti­schen Orga­ni­sa­tio­nen etabliert hat und auch als Forschungs­rich­tung aner­kannt und – beschei­den – finan­ziert wird. ‚Gender‘ weist also Merk­male auf, aus denen sich die aufstre­bende anti-etatistische Rheto­rik spei­sen lässt.

So wird „Gende­ris­mus“ oft als „Staats­dok­trin der Gleich­ma­che­rei“ bezeich­net. Beschwo­ren wird ein dysto­pi­sches Szena­rio, in dem ein elitä­rer Staat – oder wahl­weise die EU – die Bürger_innen zu geschlechts­lo­sen Mons­tern umer­ziehe, zu einem „Fran­ken­stein ohne Geschlecht“, wie Markus Somm (Basler Zeitung, 2014) behaup­tet: ein Staat, der natür­li­che – oder, wie auf der rassis­ti­schen, christlich-fundamentalistischen Seite zukunft-ch.ch zu lesen ist: ‚gott­ge­ge­bene‘ – Unter­schiede zwischen Mann und Frau verbiete. In den vergan­ge­nen Jahren haben sich euro­pa­weite Alli­an­zen aus dem christlich-fundamentalistischen, rechts­na­tio­na­lis­ti­schen, aber auch „bürger­li­chen“ Lager formiert, die Gender als „Gleichstellungs-Exzess“ oder „Pseu­do­wis­sen­schaft“ jenseits „natur­wis­sen­schaft­lich objek­ti­ver Tatsa­chen“ (Welt­wo­che 2014) und „gesun­dem Menschen­ver­stand“ (Frank­fur­ter Erklä­rung 2016) bekämp­fen. Neu ist auch die verstärkte Zusam­men­ar­beit von rechts­kon­ser­va­ti­ven Parteien und christlich-fundamentalistischen Orga­ni­sa­tio­nen, die – wie in der Schweiz – gegen das Abtrei­bungs­recht vorge­hen oder gegen die Rechte von Homo­se­xu­el­len (etwa beim Adop­ti­ons­ge­setz).

Still aus "Star Trek: The Next Generation", die J'naii – eine androgyne humanoide Rasse. Quelle: www.wheelercentre.com

Still aus "Star Trek: The Next Gene­ra­tion", die J'naii – eine andro­gyne huma­no­ide "Rasse". Quelle: wheelercentre.com

Was macht ‚Gender‘ derart kontro­vers? Die Kritiker_innen haben sehr wohl verstan­den, was das Konzept impli­ziert, nämlich in der Tat ein post-naturalistisches, post-essentialistisches Verständ­nis von Geschlecht. Die Gender Studies gehen davon aus, dass Geschlecht und Sexua­li­tät erst durch soziale, biolo­gi­sche, kultu­relle und spezi­fisch histo­ri­sche Bedingt­hei­ten entste­hen. Damit ist die Einsicht verbun­den, dass Menschen zu bestimm­ten ‚Männern‘ und ‚Frauen‘ werden – in lebens­läng­lich andau­ern­den komple­xen Dyna­mi­ken, die weder auf Natur noch auf Kultur redu­ziert werden können. Das besagt aber auch, dass Hier­ar­chien oder Lebens­wei­sen nicht einfach fest­ste­hen, sondern verän­der­bar sind.

Völki­sche Ideen

Es ist kein Zufall, dass das Pochen auf „Natur“ in einer Zeit an Brisanz gewinnt, in der sich völki­sche Ideen wieder ausbrei­ten. Zur klas­si­schen völki­schen Ideo­lo­gie gehö­ren Kate­go­rien wie Abstam­mung oder natür­li­che Zuge­hö­rig­keit, also Vorstel­lun­gen von Blut und Boden (wobei in der Schweiz vor allem der Boden iden­ti­täts­stif­tend war: der Gott­hard, die Alpen insge­samt, sind ein wich­ti­ges völki­sches Motiv der Schwei­zer Geschichte). Aber auch das Ideal einer natür­li­chen Geschlech­ter­ord­nung ist charak­te­ris­tisch, über­haupt die Vorstel­lung, alles habe seine natür­li­che Ordnung.

Aktu­ell ist das Wieder­erstar­ken eines „aggres­si­ven Harmo­niew­un­sches“ (Daniel Keil ) zu beob­ach­ten, in dem das so genannte Volk als orga­ni­sches Ganzes gegen­über einem bedroh­li­chen Rest der Welt imagi­niert wird. Ob bei Pegida oder der SVP, konstru­iert wird eine Über­macht der „Gutmen­schen“, der „Poli­ti­ker­kaste“, der „classe poli­tique“ oder von „denen dort oben in Bern“, die angeb­lich verhin­dern, was dieses so genannte Volk wirk­lich will. Wahl­weise droht auch die Zerset­zung des Volkes durch den „links­li­be­ra­len Medi­en­main­stream“, durch Wissen­schaft und Intel­lek­tu­elle oder eben durch die „Gender-Elite“, „Femo­kra­tie“ oder „Homo-Lobby“. Diese Ängste sind nicht neu, und auch die Forde­rung, das Volk zu „befreien“ – vom Staat, von der Wissen­schaft oder von den eman­zi­pier­ten Frauen – wurde schon von den völki­schen Vorden­kern zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts gestellt. Ihnen schwebte dabei keines­wegs ein egali­tä­res Gemein­schafts­mo­dell vor: Das freie Volk zeichne sich gerade durch Ungleich­heit aus, konkret: durch die Minder­wer­tig­keit von Frauen oder bestimm­ten „Rassen“, wie der anti­se­mi­ti­sche Schrift­stel­ler und Kultur­kri­ti­ker Julius Lang­behn 1922 schrieb: „Gleich­heit ist Tod, Glie­de­rung ist Leben“.

Dass solche Vorstel­lun­gen in ähnli­cher Form heute wieder Erfolg haben, liegt vor allem an ihrer Verknüp­fung mit neoli­be­ra­len Ansich­ten: Die Doktrin der Eigen­ver­ant­wor­tung (jeder ist seines eige­nen Glückes Schmied) und der selbst­re­gu­lie­ren­den Märkte macht Kate­go­rien wie „Gemein­schaft“, „Verant­wor­tung“ oder „Macht­struk­tu­ren“ zuneh­mend obso­let: Ungleich­heit gilt heute als legi­ti­mer Effekt eines sozialdarwinistisch-ökonomischen Sach­zwangs. In Bezug auf Geschlecht bedeu­tet dies, dass einer­seits Selbst­be­stim­mung und Frei­heit prokla­miert werden kann, ande­rer­seits für ihre Umset­zung keiner­lei Verant­wor­tung über­nom­men werden muss.

Schein-Toleranz von rechts

Einige Vertreter_innen der neuen Rech­ten schaf­fen es auf diese Weise, sich Homosexuellen-freund­lich zu geben (wie Geert Wilders mit seiner pro-LGBT-Politik, oder wie Alice Weidel, Mitglied im Bundes­vor­stand der AfD, die mit Kind und Part­ne­rin lebt), und stili­sie­ren das zum Beweis ihrer Frei­heits­liebe, während sie gleich­zei­tig scharf gegen den über­trie­be­nen „Gende­ris­mus“ oder Femi­nis­mus schies­sen. Weidel sagte in der Talk­sen­dung „Maisch­ber­ger“, Homo­se­xu­elle soll­ten leben, wie sie wollen, weitere Gleichstellungs-Anstrengungen aller­dings (Recht auf Adop­tion, Heirat usw.) seien über­trie­ben und nicht nötig. Ähnlich wird in Bezug auf femi­nis­ti­sche Anlie­gen argu­men­tiert: Man sei heute gleich­ge­stellt, alles Weitere sei Privat­sa­che.

"Genderless", Quelle: flickr.com/photos/biljana_a/3480129261

"Gender­less", Quelle: www.flickr.com/photos/biljana_a/3480129261

Da der Neoli­be­ra­lis­mus aller­dings nicht zu mehr Rech­ten, Tole­ranz und Frei­heit geführt hat, sondern Preka­ri­sie­rung und soziale Ungleich­hei­ten verschärfte, ist er neuer­dings auch kompa­ti­bel mit rech­ten Forde­run­gen nach Diszi­pli­nie­rung, sozia­ler Kontrolle, Auto­ri­tät und sogar Natio­na­lis­mus. Um es mit dem Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Chris­toph Butter­wegge zu sagen: Wenn sich Neokon­ser­va­tis­mus und Neoli­be­ra­lis­mus verbin­den, entsteht daraus ein beson­ders aggres­si­ver „Stand­ort­na­tio­na­lis­mus“.

Und so hört man mit Verweis auf den eige­nen fort­schritt­li­chen Stand­ort und in Abgren­zung zur drohen­den „Isla­mi­sie­rung“ nun öfter das offen­sive Eintre­ten für weib­li­che oder homo­se­xu­elle Selbst­be­stim­mung. Hier zeigt sich auch ein Mecha­nis­mus, der aus der Forschung zum sekun­dä­ren Anti­se­mi­tis­mus bekannt ist: Frau­en­feind­lich­keit oder Homo­se­xu­el­len­feind­lich­keit wird nur bei Muslim_innen oder ande­ren Migrant_innen vermu­tet, während die Geschlech­ter­ord­nung, die man sich selbst attes­tiert, keine solchen Probleme aufweise. In diesem Sinne stehen auch die star­ken rech­ten Frau­en­fi­gu­ren (Magda­lena Martullo-Blocher, Marine le Pen, Frauke Petry usw.) oder homo­se­xu­elle SVP-Politiker für die eigene Tole­ranz – aller­dings nur, so lange diese das Natio­na­li­sie­rungs­pro­jekt unter­stüt­zen.

Mit ande­ren Worten: In der neuen Rech­ten ist das Kunst­stück möglich, gleich­zei­tig für und gegen Gleich­stel­lung zu sein. Man gibt sich pro Gleich­be­rech­ti­gung, wehrt aber jegli­che Forde­rung ab, diese auch recht­lich zu fixie­ren und mate­ri­ell umzu­set­zen. ‚Frau­en­rechte‘ werden als abend­län­di­scher Fort­schritt behaup­tet, gleich­zei­tig schiesst die neue Rechte scharf gegen ein ‚gende­ris­ti­sches‘ „zu Viel“ an Eman­zi­pa­tion und zieht eine Grenze: bis hier­her und nicht weiter. Es ist gera­dezu para­dox: Da eine offen­sive Infra­ge­stel­lung von Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit oder ein Verbot von Homo­se­xua­li­tät poli­tisch nicht mehr möglich ist, wird die Beto­nung von Natür­lich­keit wieder rele­vant gemacht. Während der klas­si­sche Anti-Feminismus argu­men­tierte, Frauen könn­ten nicht die glei­chen Rechte bean­spru­chen, weil sie von Natur aus verschie­den seien, so behaup­tet der Anti-Genderismus, die Geschlech­ter seien trotz glei­cher Rechte von Natur aus verschie­den und die Vorherr­schaft der binä­ren und hete­ro­se­xu­el­len Ordnung unan­tast­bar.

Die Sehn­sucht nach dem star­ken Mann

Das Gerede von der „Gender-Diktatur“ macht es möglich, sich als Frei­heits­kämp­fer gegen Tota­li­ta­ris­mus zu insze­nie­ren: Aufmüp­fig wird für das Recht plädiert, unter­schied­lich sein zu dürfen, „we like to differ“, wie Markus Somm in der Basler Zeitung lässig auf Englisch schreibt. Aller­dings sagt er auch gleich, welche Art von Diffe­renz ihm vorschwebt: Sein Plädoyer für Verschie­den­heit ist genau bese­hen ein Plädoyer für eine ganz bestimmte Vorstel­lung davon, wie Männer und Frauen zu sein haben („Mädchen spie­len nun mal mit Puppen“). Die These von der „Gleich­ma­che­rei“ vertei­digt nicht Plura­lis­mus, sondern den Erhalt tradi­tio­nel­ler Unter­schiede. Raffi­nier­ter Weise wird das Fest­hal­ten an Tradi­tion letzt­lich zum Inbe­griff von Frei­heit und Libe­ra­lis­mus verklärt.

Nicht selten wird schliess­lich auch eine offen­sive Sehn­sucht nach dem star­ken Mann formu­liert. Der neue Natio­na­lis­mus phan­ta­siert nicht zuletzt eine entkop­pelte Souve­rä­ni­tät, eine von der Welt, von Europa und von ande­ren Menschen unab­hän­gige Stärke. Diese wird eng an ein Geschlech­ter­mo­dell geknüpft, in dem eine militärisch-nationale Männ­lich­keit ihre Geltung über die Vertei­di­gung der tradi­tio­nel­len Fami­lie und der dazu­ge­hö­ri­gen fürsorglich-unterwürfigen Frau gene­riert.

Ein extre­mes Beispiel hier­für ist der rechts­ra­di­kale Atten­tä­ter Anders Behring Brei­vik, der 2011 in Norwe­gen 72 Menschen ermor­dete. In seinem Mani­fest 2083 behaup­tete er, die Schuld an der „Über­frem­dung“ und der „Einfüh­rung der Scha­ria“ tragen der „Staats­fe­mi­nis­mus“ und die „Gender-Doktrin“. Beides beraube den west­li­chen Mann seiner patri­ar­cha­len Posi­tion und führe damit zu einer Schwä­chung der Nation. Obwohl Brei­viks frau­en­feind­li­che Motiv­lage unter ande­rem vom norwe­gi­schen Männer­for­scher Jørgen Lorent­zen klar benannt wurde, erhielt diese medial wenig Beach­tung.

Tutu

Kölner CSD, Quelle: transgender-net.de

Wenn also der Aufruf, sich abzu­he­ben und abzu­gren­zen – als Nation, Volk, Kultur oder als Subjekt – zunimmt, ist auch, so kann man beob­ach­ten, der Ruf nach Re-Maskulinisierung nicht weit. Mit dem Eintre­ten für die Nation geht häufig das Eintre­ten für männ­li­che Supre­ma­tie einher, und damit letzt­lich die Abwer­tung des Weib­li­chen bzw. des vermeint­lich Nicht-Männlichen (wie es angeb­lich etwa durch den Schwu­len verkör­pert wird).

Der Sozio­loge Andreas Kemper hat in seinem Buch Die Masku­li­nis­ten gezeigt, auf welche Weise sich rechts­na­tio­na­lis­ti­sche Diskurse auch gegen die Begren­zung eines als allmäch­tig phan­ta­sier­ten männ­li­chen Subjekts wenden. So beklagt der Blog­ger „Savvaki“, der – unter ande­ren – Vorbild für Brei­viks Mani­fest war, die „Entker­nung des männ­li­chen Subjekts“ durch die Gleich­be­rech­ti­gung von Frauen und Männern. Gleich­heit bedrohe die natür­li­che Über­le­gen­heit des Mannes. Gemäss Kemper erlaubt das Rekla­mie­ren natio­na­ler Stärke es diesen Männern, ihre Angst vor dem Stär­ke­ver­lust abzu­weh­ren, ja über­haupt die Erfah­rung von Schwä­che und Begrenzt­heit zu negie­ren. Zum Beispiel die Erfah­rung, dass das Leben auf viel­fäl­tige und grund­le­gende Weise von ande­ren und von der Umwelt abhän­gig ist. Der Hass dieser Akteure rich­tet sich – wie Kemper zeigt – gegen eine tiefe Angst vor der Verstri­ckung mit ande­ren, insbe­son­dere mit Frauen. Wenn Frauen den Traum von Auto­no­mie und Über­le­gen­heit nicht stüt­zen, werden sie auf ihren Platz verwie­sen, zum Beispiel, indem man ihnen – im Glarner-style – Weib­lich­keit abspricht und sie herab­ge­setzt oder indem man sie sexu­ell beläs­tigt, verge­wal­tigt – oder gar umbringt (Jo Cox). Der Vorwurf: Sie stehen angeb­lich in der Schuld, Männer zu entmänn­li­chen. Selbst etablierte Medien haben die Geschichte von den Männern als „Verlie­rern des Femi­nis­mus“ nach­hal­tig ins kultu­relle Bewusst­sein einge­gra­ben. In der Schweiz schreibt der Sozio­loge Walter Holl­stein regel­mäs­sig über den männ­li­chen Nieder­gang, Ähnli­ches ist in der BaZ, der Welt­wo­che und immer häufi­ger auch in der NZZ zu lesen. Unter­stellt wird eine Schuld der Frauen, Femi­nis­tin­nen oder „Gende­ris­ten“, Männer nicht mehr Männer sein zu lassen und dadurch die Gesell­schaft oder die Nation zu schwä­chen.

Diese Bemü­hun­gen der neuen Rech­ten, ausge­rech­net die Kate­go­rie „Gender“ als Ideo­lo­gie der „Gleich­ma­che­rei“ zu diskre­di­tie­ren, zeugen von einem syste­ma­ti­schen und stra­te­gi­schen Miss­ver­ste­hen der Prämis­sen der Geschlech­ter­theo­rien: Immer­hin versu­chen gerade sie, eine Gesell­schaft denk­bar zu machen, in der es möglich ist, „ohne Angst verschie­den zu sein“ (Adorno), eine Gesell­schaft, in denen Menschen „gleich sein können in der Diffe­renz“ (Maiho­fer). Die Diskre­di­tie­rung von „Gender“ ist daher von einer tiefen Sehn­sucht nach Hier­ar­chien und festen Regeln getrie­ben. Im Kern ist sie damit nichts ande­res als das Bestre­ben, die eige­nen Privi­le­gien abzu­si­chern.

Einige der Über­le­gun­gen in diesem Blog­ein­trag sind gemein­sam mit Prof. Dr. Andrea Maiho­fer (Univer­si­tät Basel) entstan­den und in diesem Sammel­band publi­ziert: Sabine Hark, Paula-Irene Villa: Anti-Genderismus. Sexua­li­tät und Geschlecht als Schau­plätze aktu­el­ler poli­ti­scher Ausein­an­der­set­zun­gen, Biele­feld: tran­script 2016

Von Franziska Schutzbach

Franziska Schutzbach hat Soziologie, Me­dien­­wissen­schaften und Ge­schlech­ter­forschung an der Uni­versität Basel studiert. Sie lehrt und forscht am Zentrum Gender Studies der Uni Basel und ist Heraus­geberin von Geschichte der Gegenwart.