Editorial / mission statement

Geschichte der Gegen­wart wird von Gleb Albert, Brigitta BernetSvenja Golter­mann, Gesine Krüger, Philipp Sarasin, Sylvia SasseFran­ziska Schutz­bachJanosch Steuwer und Sandro Zanetti heraus­ge­geben. Die Heraus­ge­be­rinnen und Heraus­geber von Geschichte der Gegen­wart sind eine Gruppe von Kultur– und Geis­tes­wis­sen­schaft­le­rInnen aus der Schweiz und Deutsch­land. Zusammen mit einem grös­seren Kreis von Kultur-, Geistes- und Sozi­al­wis­sen­schaft­le­rInnen, Juris­tInnen, Künst­le­rInnen, Archi­tek­tInnen, Auto­rInnen und Jour­na­lis­tInnen des In- und Auslandes publi­zieren wir regel­mässig Beiträge zur öffent­li­chen Debatte.

Geschichte der Gegen­wart ist poli­tisch unab­hängig, angriffs­lustig, nicht neutral, macht­kri­tisch und intel­lek­tuell neugierig. Unsere Beiträge sind Inter­ven­tionen ins Feld der immer stärker ökono­mi­schem und ideo­lo­gi­schem Druck unter­wor­fenen medialen Meinungs­pro­duk­tion der Schweiz. Dabei beschränken sich unsere Themen weder auf die Schweiz noch auf die Gegen­wart. Wir halten es für poli­tisch gefähr­lich, die Schweiz immer nur auf die Schweiz zu beziehen und die Geschichte den aktuell herr­schenden ideo­lo­gi­schen Bedürf­nissen dienstbar zu machen.

Unter dem Titel Geschichte der Gegen­wart verstehen wir

erstens, dass Geschichte als erin­nerte oder als verges­sene, als bewusst gedeu­tete, als erzählte oder als mythi­sierte Vergan­gen­heit unwei­ger­lich in der Gegen­wart präsent ist. Sie hinter­lässt in ihr Vorstel­lungen, Worte und Bilder, Denk­formen und Normen, welche die Gegen­wart kaum abstreifen kann, die sie viel­mehr prägen, antreiben und begrenzen. Geschichte ist daher als Verges­senes zu erin­nern, als Herkunft und Erbe zu analy­sieren, als Mythos aber zu kriti­sieren.

Zwei­tens bedeutet Geschichte der Gegen­wart, die Frage nach der Aktua­lität, nach dem Heute aufzu­werfen. Was ist unsere Gegen­wart? Was passiert jetzt? Was unter­scheidet unsere Zeit von vergan­genen Epochen? Welche histo­ri­schen Bruch­li­nien trennen uns von der Vergan­gen­heit? Wie kann die Gegen­wart als auf die Zukunft hin offene gedacht werden, als Zeit mögli­cher Verän­de­rung, als Ort von Neuan­fängen?

Drit­tens schliess­lich heisst Geschichte der Gegen­wart, in die öffent­liche Debatte mit histo­ri­schem Blick, kultur­wis­sen­schaft­li­chem Sach­ver­stand und einer kriti­schen und refle­xiven Form von Wissen zu inter­ve­nieren – ohne Fach­jargon und Fuss­noten, aber mit dem Anspruch, weiter­zu­denken.

Geschichte der Gegen­wart ist offen für Kommen­tare und Kritik, ebenso wie für neue Beiträge. Einsen­dungen sind will­kommen. Wir freuen uns auf die Debatte.

Die Heraus­ge­be­rinnen und Heraus­geber