Jim Naughten: Herero Women Marching (2012) (c) Jim Naughten, courtesy of Klompching Gallery, New York

Unbelehrbare alte Männer. „Der Spiegel“ und der deutsche Koloni­al­krieg in Namibia

Anlässlich der Armenien-Resolution des Deutschen Bundestages empfahl Präsident Erdogan den Deutschen, erst einmal ihre eigene Kolonialvergangenheit aufzuarbeiten. „Spiegel“-Journalist Bartholomäus Grill fuhr zur Geschichtsstunde nach Namibia und kam mit aufgewärmten Thesen und einer Verschwörungstheorie zurück.

| 26. Juni 2016
Schlaftracker; Quelle: digital.guide

Ausge­schlafen zum Erfolg? Der selbst­op­ti­mierte „gute Schlaf“ hat indus­trielle und militä­rische Vorge­schichten

Der Schlaf erscheint als „natürliche Maximalschranke des Arbeitstages“ (K. Marx). Die Versuche, diese Schranke zu überwinden, sind ebenso faszinierend wie beängstigend.

| 23. Juni 2016
Kinderkochherd Jura; Quelle: youngfolks.ch

Herdo­logie, oder Worum syt dir so truurig?

Prähistorische Geschlechterdebatten und salopper Rassismus in den Medien: Soll man sich darüber ärgern, gar "Kritik üben"? Nicht immer und nicht nur: Sich an seinen Gegnern abzuarbeiten, macht abhängig, traurig und handlungsunfähig.

| 21. Juni 2016
Jürgen Teller: Young Pink Kate, London 1991; Quelle: esel.at

Der gestohlene Schlaf, die verlo­renen Pausen. Vom Verlust der Kreati­vität und der Fähigkeit zur Selbst­be­stimmung

Lichtverschmutzung in den Städten, 24 Stunden Ladenöffnungszeiten, 24 Stunden Onlinepräsenz. Es soll rund um die Uhr konsumiert werden – allein, der Schlaf mit seiner behäbigen Physiologie hindert uns daran. Die Verlockung, ihn zu überlisten, ist gross.

| 19. Juni 2016
Ikone der schweizerischen Flüchtlingsabwehr während des Zweiten Weltkriegs; Quelle: Werner Rings, Die Schweiz im Krieg, 1974

Stachel­draht und volles Boot

Es ist nicht das erste Mal, dass das Selbstbild des „Asyllandes Schweiz“ und die reflexartige Abwehr von Flüchtlingen kollidieren. 1942 sprach Albert Oeri von „Grausamkeit auf Vorrat“. Können die Lehren der Geschichte uns davor bewahren, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen?

| 15. Juni 2016
Bildschirmfoto 2016-06-08 um 11.20.23

Das #Postmi­gran­tische ist kein Kind der Akademie

Ein neues Wort geht um: postmigrantisch. Doch was ist damit gemeint? Was ist sein Einsatz in einer Zeit, in der ein ebenso obsessiver wie omnipräsenter Migrations- und Integrationsdiskurs die Gesellschaft organisiert? Eines ist klar: Das Postmigrantische ist kein Kind der Akademie.

| 12. Juni 2016
Brunnenskulptur General Guisan-Quai, Zürich; Quelle: haerlehubacher.ch

Der postmo­derne #öffentliche_Raum. Ein Gespräch mit Christoph Haerle (Teil 2)

Seit den 1970er Jahren verschieben sich die Begriffe ‚öffentlich’ und ‚privat’: Das Individuum zelebriert sich im öffentlichen Raum, einzeln oder in der Masse. Der öffentliche Raum mutiert zum Eventraum – und wird dabei vom Kapital aufgesogen.

| 9. Juni 2016
Das Forum in Pompeji, 1867, kolorierte Postkarte um 1900; Quelle: wikimedia.org

Der #öffentliche_Raum ist immer politisch. Ein Gespräch mit Christoph Haerle (Teil 1)

Was ist der öffentliche Raum? Ist er ein Ort der Macht oder der demokratischen Teilhabe? Der Architekt, Stadtplaner und Künstler Christoph Haerle über die politische Funktion des öffentlichen Raums in der europäischen Geschichte.

| 8. Juni 2016
Woody Allen als "Zelig" - dem Protagonisten des gleichnamigen Films, der sich unfreiwillig an jeden Kontext anpasste und gerade dadurch zu einer "Ausnahme" wurde. Quelle: http://www.dasscinemag.com

Rückkehr der #Assimi­lation. Zur Geschichte gegen­wär­tiger Anpas­sungs­for­de­rungen

Unter dem Eindruck anhaltender Flüchtlingsbewegungen werden gegenwärtig Forderungen nach Assimilation immer lauter. Dabei ist dieses Konzept ein Produkt des Nationalstaatsgedankens des 19. Jahrhunderts und seiner Vorstellung abgegrenzter, homogener Gesellschaften. Die Nostalgie danach steht hinter den neuen Anpassungsforderungen.

| 5. Juni 2016